Wintereinbruch bringt Bahn-Zeitplan für Generalsanierung ins Wanken

Die Deutsche Bahn hat bekanntgegeben, dass angesichts des wochenlang andauernden Winterwetters die Generalsanierung zwischen Hamburg und Berlin nicht rechtzeitig zum 30. April fertig wird. Damit ist auch der Zeitplan für die Qualitätsoffensive Hannover–Hamburg nicht zu halten, da beide Projekte eng miteinander verzahnt sind. Die Vollsperrung zwischen Lüneburg und Hannover war vom 1. Mai bis 10. Juli 2026 geplant. Der VCD kritisiert, dass zwei so aufwendige Projekte ohne jeden Puffer geplant wurden. Der Verband fordert angesichts der Verschiebung, das Konzept des Schienenersatzverkehrs zu überarbeiten und insbesondere das Angebot für Lüneburg zu verbessern.

Niedersachsen ist durch die Unterbrechung der Bahnstrecke Lüneburg–Lübeck im Bahnhof Büchen ganz direkt von der Generalsanierung Hamburg–Berlin betroffen. Auch Fahrten von Lüneburg nach Hamburg-Bergedorf dauern zurzeit wesentlich länger, was besonders Pendler betrifft. Durch die Umleitung des Berliner Fernverkehrs über Lüneburg, Uelzen und Salzwedel werden die Halte des Regionalverkehrs auf der teils eingleisigen „Amerikalinie“ zwischen Uelzen und Stendal seit Langem nur vom Schienenersatzverkehr per Bus bedient. Unglücklicherweise müssen sich Fahrgäste in den genannten Bereichen nun noch länger auf die Auswirkungen der Generalsanierung einstellen. Positiv sieht der VCD, dass während der Generalsanierung nun noch länger direkte Fernverkehrsverbindungen von Lüneburg, Uelzen und Salzwedel nach Berlin angeboten werden.

„Der VCD, wie auch Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch, haben beim geplanten Schienenersatzverkehr der „Qualitätsoffensive“ per Bus Richtung Hannover die sehr langen Fahrzeiten von über drei Stunden von Tür zu Tür kritisiert. Wir fordern nun, die Verschiebung zu nutzen und das Angebot zu überarbeiten. Je weiter die Sperrung in den Sommer rückt, desto wichtiger ist auch die Mitnahme von Fahrrädern im Zug. Der Schienenersatzverkehr per Bus sieht jedoch keine Mitnahme von Fahrrädern vor, auch Toiletten gibt es an Bord nicht. Daher unsere Forderung, die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs per Bahn ab Lüneburg über Soltau mit Halt im Amelinghausen noch einmal ernsthaft zu prüfen. Schließlich stehen die Wagen des Metronom während der Streckensperrung großenteils nur in Uelzen in der Abstellung. Sie wären somit verfügbar. Lediglich zwei Diesellokomotiven wären für den Zeitraum des Ersatzverkehrs zu beschaffen“, so Hans-Christian Friedrichs, stv. Landesvorsitzender.

Landesvorstand und Meteorologe Kay Rabe von Kühlewein: „Ein ganz normaler Winter kann kein Grund für so erhebliche Verzögerungen im Projekt sein. Winterliches Wetter muss bei der Planung einfach berücksichtigt werden. In den kommenden Jahren ist es sogar durchaus denkbar, dass Extremwetterereignisse wie Hitze, Starkregen oder Frost die Bauarbeiten bei den Korridorsanierungen im Norden gefährden. Daher sollte die DB auch solche Fälle, beispielsweise kritische Bauabläufe, nicht in witterungsanfällige Zeiträume legen und optimierte Zeitpläne zur Sicherstellung der Umleiterverkehre im Falle von Verzögerungen bereits in der Hinterhand haben. Auch sollte während der Generalsanierung über eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Wetterdiensten nachgedacht werden.“

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