Der InfraGO-Zustandsbericht Netz und Personenbahnhöfe 2025 zeigt, dass nach Jahren im Sinkflug Maßnahmen in Teilbereichen Wirkung zeigen. Das Unternehmen darf sich aber nicht allein auf Korridorsanierungen konzentrieren, sondern muss die Netzinfrastruktur in der Fläche berücksichtigen, um Nah- und Regionalverkehre wieder verlässlicher zu machen.
Trotz der Rekordinvestitionen in die Infrastruktur und den Korridorsanierungen, die die DB InfraGO seit 2024 sehr öffentlichkeitswirksam vorantreibt, ist noch keine Verbesserung des Zustands der Fahrwege erkennbar. Insbesondere in den Bereichen Bahnübergänge, Leit- und Sicherungstechnik und Gleise schneiden sie weiter mittelmäßig bis schlecht ab. Die Stellwerke befinden sich sogar in mangelhaftem Zustand, was sich im täglichen Bahnbetrieb durch Störungen und Verspätungen bemerkbar macht. Immerhin bei den Personenbahnhöfen ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar, wovon die Fahrgäste direkt profitieren. Ausschlaggebend für ein positives Kundenerlebnis sind neben sanierten Bahnhofsunterführungen und funktionierenden Fahrtreppen aber genauso pünktliche Züge.
Der Zustandsbericht ermöglicht immerhin mittels Kennzahlen eine jahresübergreifende Vergleichbarkeit. Zugleich offenbart er einen mittelmäßigen Zustand des Netzes. Er lässt auch weiter offen, wann welche Vorhaben mit welcher Priorität bearbeitet werden. „Es braucht den noch immer überfälligen Infraplan. Zudem bleibt unklar, welchen tatsächlichen Einfluss die zusätzlichen 16 Milliarden Euro für die Schienenwege aus dem „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ auf den Netzzustand haben werden. Wir fordern transparente Mittelverwendung, Projektplanung und Evaluation. Zudem brauchen wir dringend überjährige Finanzierungskonzepte parallel zum Infraplan,“ betont Jan Görnemann, Geschäftsführer des Bundesverbands SchienenNahverkehr.









