Von neuen Stadtbahnprojekten über Radpendlerrouten bis zu Brückensanierungen: Köln verfolgt das Ziel, Mobilität und Stadtentwicklung konsequent zusammenzudenken. Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln, erklärt, welche Projekte derzeit im Mittelpunkt stehen.
NahverkehrsPraxis: Herr Egerer, Sie leiten seit viereinhalb Jahren das Mobilitätsdezernat der Stadt Köln. Was hat sich in dieser Zeit am stärksten verändert – in der Verwaltung und im Mobilitätsverhalten?
Ascan Egerer: Zum einen haben wir es geschafft, die Wahrnehmung und damit die Priorisierung von Mobilitätsthemen sowie das Bewusstsein sowohl in der Bevölkerung als auch in der Verwaltungür nachhaltige Mobilitätsangebote zu verbessern – beispielsweise im Rahmen der Entwicklung bestehender Stadtquartiere und der Planung ganz neuer Stadtentwicklungsprojekte. Das haben wir auch dank mehrerer Kampagnen geschafft. Dazu kommen messbare Erfolge: Beim Radverkehr zeigen regelmäßige Erhebungen im gesamten Stadtgebiet einen kontinuierlichen Anstieg von bis zu sechs Prozent pro Jahr. Beim ÖPNV sind wir noch nicht so weit, auch aufgrund der Coronapandemie, weil die Zahlen mit einer gewissen Verzögerung kommen. Aber auch da haben wir festgestellt, dass sich der Modal Split in die richtige Richtung entwickelt.
NahverkehrsPraxis: War diese Entwicklung – gerade im Hinblick auf den Radverkehr – bewusst gesteuert, haben Sie also mehr Angebote gemacht? Oder ist die Bevölkerung einfach radaffiner geworden?
Ascan Egerer: Beides. Wir haben Radverkehrsprojekte schneller in die Umsetzung gebracht und viele Verbesserungen geschaffen. Den Ausbau der Stadtbahn forcieren wir ebenfalls – wobei diese Projekte naturgemäß deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen und wir überwiegend noch in den Planungsphasen sind. Die vielen kleinen Maßnahmen sind im Stadtgebiet bereits gut wahrnehmbar und werden gut angenommen. Gleichzeitig beobachten wir, dass die Leute einfach öfter und mehr mit dem Rad fahren – auch wenn konkrete Verbesserungen der Infrastruktur noch ausstehen. Das geht Hand in Hand. Hier müssen wir die Infrastruktur auch an die Nachfrage anpassen. Deshalb wollen wir aktuell insbesondere die durchgehenden Radrouten weiter ausbauen.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der NahverkehrsPraxis: 07-08/2026.









