Die Rheinbahn und die HOCHBAHN begrüßen den Vorstoß der Verkehrsminister aus Nordrhein-Westfalen und Hamburg für einen bundesweiten Gelegenheitstarif. Beide Verkehrsunternehmen sehen darin einen wichtigen Schritt, um den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr für Millionen Menschen einfacher und attraktiver zu gestalten. Nach dem Erfolg des Deutschlandtickets für regelmäßige Fahrgäste soll nun auch für Menschen, die nur gelegentlich Bus und Bahn nutzen, eine unkomplizierte, bundesweit funktionierende Lösung entstehen. Dafür braucht es neben einem gemeinsamen Tarifverständnis vor allem offene technische Standards und interoperable Systeme, die über Stadt-, Unternehmens- und Verbundgrenzen hinweg funktionieren.
HOCHBAHN: Gemeinsam denken, bundesweit handeln
Merle Schmidt-Brunn, Vorstand HOCHBAHN, erklärt: „Der Vorstoß für einen bundesweiten Gelegenheitstarif ist ein wichtiges Signal. Die Menschen erwarten heute, dass Mobilität einfach funktioniert – unabhängig davon, in welcher Stadt sie unterwegs sind. Wenn wir dieses Versprechen einlösen wollen, müssen wir als Branche stärker zusammenarbeiten. Wir brauchen gemeinsame Standards, offene Schnittstellen und Systeme, die miteinander funktionieren. Nicht jedes Verkehrsunternehmen muss zur gleichen Zeit denselben Weg gehen. Entscheidend ist, dass wir alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Ein bundesweiter Tarif darf nicht an den Grenzen unserer technischen Systeme scheitern.“
Rheinbahn: Der richtige Weg für einen einfachen Zugang zum ÖPNV
Annette Grabbe, Vorstandsvorsitzende der Rheinbahn, sagt: „Der Vorstoß der Verkehrsminister für einen bundesweiten Gelegenheitstarif ist ein wichtiger Schritt hin zu einem ÖPNV, der sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert – einfach, digital und über Stadt- und Verbundgrenzen hinweg. Neben dem Deutschlandticket brauchen wir auch eine unkomplizierte, bundesweit funktionierende Lösung für Menschen, die nur gelegentlich Bus und Bahn nutzen. Dass die Verkehrsminister dieses Ziel jetzt gemeinsam vorantreiben, ist genau der richtige Weg. Die gute Nachricht ist: Die Branche hat sich bereits auf den Weg gemacht. Jetzt kommt es darauf an, dass möglichst viele mitziehen. Nicht alle müssen im gleichen Tempo unterwegs sein. Aber wir müssen auf gemeinsame Standards setzen, damit aus vielen einzelnen Lösungen ein bundesweit funktionierendes System wird. Ein bundesweiter Tarif braucht auch eine Infrastruktur, die bundesweit funktioniert. Und die können wir nur gemeinsam schaffen.“
Von der politischen Initiative zur technischen Umsetzung
Die technische Grundlage für einen bundesweiten Gelegenheitstarif muss nicht vollständig neu entwickelt werden. Bereits heute arbeiten Verkehrsunternehmen an offenen und interoperablen Ticketing-Lösungen, die unterschiedliche Tarife, Bezahlmedien und Zugangsverfahren miteinander verbinden können. Ein konkretes Beispiel ist Calo, die von der Rheinbahn in den vergangenen zwei Jahren mit Unterstützung und Förderung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) entwickelte Ticketing-Architektur. Calo ist von Anfang an darauf ausgelegt, über Unternehmens- und Verbundgrenzen hinweg eingesetzt zu werden. Die offene Architektur ermöglicht unterschiedliche Bezahlmedien, darunter Bank- und Guthabenkarten, sowie verschiedene Zugangsverfahren wie Tap-in und Check-in/Check-out. Gleichzeitig vermeidet sie die Abhängigkeit von proprietären Systemen einzelner Anbieter. In Verbindung mit einem Tarifmodell wie eezy.nrw kann Calo einen wichtigen technischen Beitrag zur Umsetzung eines bundesweiten Gelegenheitstarifs leisten. Ein erster praktischer Anwendungsfall wird bereits im SkyTrain am Flughafen Düsseldorf erprobt. Im Dezember beginnt die Einführung bei der Rheinbahn. Weitere Verkehrsunternehmen beschäftigen sich mit der Architektur und ihrer Anwendung. Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen zudem in die Standardisierungsarbeit des VDV eTicket Service ein.









