Baden-Württemberg beschließt dritten Rettungsschirm für ÖPNV

Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg hat einen weiteren Rettungsschirm für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) beschlossen. Damit sollen Einnahmeverluste wegen der Corona-Pandemie ausgeglichen werden. 141 Millionen Euro stellt das Land den Verkehrsunternehmen in diesem Jahr zur Verfügung. Der Bund bezahlt den gleichen Betrag, macht bei der Finanzierung allerdings eine hälftige Beteiligung der Länder zur Bedingung. Das Geld werde an die 21 Verkehrsverbünde ausgezahlt, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) dem SWR.
Es ist nach den Jahren 2020 und 2021 der dritte Rettungsschirm für den ÖPNV. Ziel ist es laut Hermann, die Betriebe durch die Corona-Krise zu bringen und das Angebot im öffentlichen Nahverkehr weitgehend aufrechtzuerhalten. Weil die Nachfrage durch die coronabedingten Lockdowns eingebrochen war, haben die Verkehrsbetriebe bis zu einem Viertel weniger eingenommen.

Quelle: SWR

Die Nürnberger U-Bahn ist 50 geworden

Die Nürnberger U-Bahn ist im März dieses Jahres 50 geworden. Die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft lädt alle Interessierten für das kommende Wochenende, Samstag, 30. und Sonntag, 31. Juli 2022 in die U-Bahn-Wagenwerkstatt im Nürnberger Stadtteil Langwasser ein. Am Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr, am Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr. Letzter Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Veranstaltungsende. Die Anreise erfolgt am besten und bequem mit der U-Bahn. Vom U1-Bahnhof Scharfreiterring werden die Besucher mit einem Shuttlezug zur U-Bahn-Wagenwerkstatt gebracht. Unter anderem im Einsatz ist der Museumszug, zwei historische Fahrzeuge der ersten Baureihe, die schon auf dem Weg zum Veranstaltungsort über die Geschichte informieren. Da der Ausstieg im Betriebshof nicht vollständig barrierefrei ist, bietet die VAG Besuchern mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen einen Shuttle-Bus ab Langwasser Mitte an. Dieser bringt die Besucher im 10-Minuten-Takt auf direktem Weg in die U-Bahn-Werkstatt und schließlich wieder zurück. Der direkte Zugang zum Werkstattgelände von der Haltestelle Thomas-Mann-Straße (Buslinie 55) über die Kafkastraße 8 ist aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich.
In der U-Bahn-Wagenwerkstatt wird den großen und kleinen Besucher zwei Tage lang ein buntes Programm geboten. Im Vordergrund steht die Präsentation der vielfältigen Aufgaben in den Werkstattbereichen, die für den zuverlässigen Einsatz der U-Bahn-Züge notwendig sind. Gezeigt und erläutert werden auch Infrastruktureinrichtungen wie die Stromversorgung, der Gleisbau und die Zugsicherungstechnik der U-Bahn. Stets ein Magnet ist der Fahrerstand einer U-Bahn. Wann darf man da schon einmal Platz nehmen und zumindest für kurze Zeit in die Rolle des Fahrpersonals schlüpfen? Wem das gefällt, kann sich gleich vor Ort über die VAG als Arbeitgeber – nicht nur im Fahrdienst – informieren. Mit einem Stand vertreten ist auch Siemens Mobility. Das Unternehmen hat mit der VAG Deutschlands erste und noch immer einzige automatische U-Bahn-Linien im Jahr 2008 und 2010 realisiert. Siemens liefert gerade die letzten von insgesamt 35 neuen U-Bahn-Zügen der Baureihe G1 an die VAG aus bzw. nimmt sie in Betrieb. Die Inbetriebnahme durch Siemens und die VAG erfolgt ebenfalls in der U-Bahn-Wagenwerkstatt.
Nach dem Rundgang durch die Ausstellungsbereiche lädt die VAG zum Besuch der Festhalle ein, in der eine Ausstellung zum U-Bahn-Bau gezeigt wird. Dort findet am Samstag ab 13.00 Uhr der offizielle Teil der Veranstaltung statt, mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und VAG-Vorstandsmitglied Technik und Marketing Tim Dahlmann-Resing als Redner. Beide werden um 14.00 Uhr die Geburtstagstorte anschneiden und damit eine Spendenaktion zugunsten des Vereins Klabautermann e. V. starten. Dieser unterstützt die Kinderklinik am Südklinikum der Stadt Nürnberg.

Quelle: VAG Nürnberg

Bahnen der Stadt Monheim starten mit eigener Ticketing-App

Die Bahnen der Stadt Monheim GmbH (BSM) haben gemeinsam mit HanseCom eine App für mobiles Ticketing entwickelt. Sie eröffnet den Kunden des Verkehrsunternehmens einen einfachen und intuitiven Zugang zu digitalen Fahrscheinen. Die neue App der Bahnen der Stadt Monheim GmbH bietet die wichtigsten und beliebtesten Fahrscheine der Verkehrsverbünde Rhein-Ruhr (VRR) und Rhein-Sieg (VRS) sowie Ländertickets für Nordrhein-Westfalen zum digitalen Kauf an. Sie steht für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS bereit und kann ab sofort aus den App-Stores von Google und Apple heruntergeladen werden. Bezahlen können Nutzer ihre Tickets mit der App per PayPal, Kreditkarte und Lastschrift, in Kürze werden auch Apple Pay und Google Pay verfügbar sein.
Bei der Entwicklung der App wurde besonderen Wert auf eine einfache und intuitive Bedienung gelegt. Nutzer kommen in nur wenigen Schritten zum gewünschten Fahrschein: Ticket auswählen, Preisstufe und Start eingeben, Kauf bestätigen. Um dem Nutzer einen einfachen und übersichtlichen Zugang zum ÖPNV zu bieten, weist die App nur zwei Menüpunkte auf. Unter „Tickets“ finden Nutzer alle verfügbaren Fahrscheine nach Gruppen sortiert sowie ihre Tickethistorie, unter „Mein Profil“ können sie unter anderem persönliche Daten wie Namen, Passwörter oder Bezahlinformationen verwalten.
Für Monheimer Bürgerinnen und Bürger bietet die Bahnen-Monheim-App einen besonders komfortablen Clou: Die Ticketübersicht zeigt priorisiert alle Fahrscheine an, die für die ÖPNV-Nutzung in Verbindung mit dem Monheim-Pass relevant sind. Durch diese schnelle Orientierung gestalten sich auch spontane Fahrten völlig unkompliziert.
In die Bahnen-Monheim-App ist der Ticketshop von HandyTicket Deutschland integriert. Mit dieser überregionalen Ticketing-Plattform vertreibt die BSM bereits seit vielen Jahren ihre digitalen Fahrscheine. Durch die Integration können bestehende Nutzer von HandyTicket Deutschland – auch aus anderen Regionen – die neue Bahnen-Monheim-App verwenden, ohne sich dafür erneut registrieren zu müssen.
Die BSM plant, ihre neue App sukzessive auszubauen. In einem nächsten Schritt soll sie um eine Verbindungsauskunft erweitert werden. Dann lassen sich Tickets für die gewünschten Verbindungen auch ohne Tarifkenntnisse direkt nach Eingabe des Start- und Zielorts kaufen. Mittelfristig soll die App um weitere Angebote ergänzt werden. So könnte zum Beispiel Abonnenten ihr Abo in der App als digitales Ticket ausgegeben werden. Auch eine Ergänzung der App mit zusätzlichen Modalitäten ist denkbar: Neben dem klassischen ÖPNV könnten auch alternative Mobilitätsangebote für die Nutzer angebunden werden.

Quelle: HanseCom Public Transport Ticketing Solutions GmbH

DUH kritisiert weitere Förderung von Agrokraftstoffen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung auf, die staatlich geförderte Verschwendung von Raps, Weizen und Mais als Agrosprit im Tank sofort zu beenden. Nachdem Umweltministerin Lemke einen entsprechenden Gesetzesentwurf angekündigt hat, diskutiert die Bundesregierung aktuell über den Förderstopp von Agrosprit.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Jeden Tag landet Weizen für etwa 15 Millionen Laibe Brot in Europas Fahrzeugtanks. Damit tragen Agrokraftstoffe zur globalen Nahrungsmittelknappheit und zum Preisdruck bei Lebensmitteln bei. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir und Umweltministerin Steffi Lemke haben bereits im vergangenen Jahr einen Förderstopp von Agrosprit bis 2025 gefordert. Hinter dieses Ziel dürfen sie auf keinen Fall zurückfallen, ein Förderstopp ist überfällig. Schon seit Wochen wird die ‚zeitnahe‘ Veröffentlichung des BMUV-Gesetzentwurfes angekündigt, bislang jedoch ohne Resultat. Wir fordern die Bundesregierung zu schnellem Handeln auf, um die Verschwendung von Essen im Tank sofort zu beenden.“

In seinem kürzlich vorgestellten Sofortprogramm für den Verkehr will Verkehrsminister Wissing die Anrechenbarkeit von Agrosprit weiter ermöglichen, ohne ein Enddatum für deren Förderung zu nennen. Dabei ist der Förderstopp von Agrokraftstoff eine simple und schnell umsetzbare Maßnahme, um dringend benötigte Flächen für Nahrungsmittelproduktion, Klimaschutz und Biodiversität zur Verfügung zu stellen.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Agrosprit ist nicht nur teurer als fossiler Sprit. Durch seinen hohen Flächenbedarf schadet er auch massiv dem Klima. Diesen Unsinn auch noch staatlich zu fördern, ist absurd. Verkehrsminister Wissing muss endlich damit beginnen, für die Bürgerinnen und Bürger im Lande und nicht für die Automobilindustrie zu arbeiten. Es geht darum, den Spritverbrauch der Pkw-Neuwagen radikal zu senken und eben nicht immer größeren Stadtpanzern auch noch Agrosprit in Riesentanks einzufüllen.“

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Münsters Leezenbus

Statt mit dem großen Bus zum Beispiel vom Schlossplatz zur Rothenburg zu fahren und den restlichen Weg zur Klemensstraße zu laufen, machen Stadt und Stadtwerke Münster den Fahrgästen in diesem Sommer ein besonderes Angebot: Vom 1. August bis zum 25. September sind zwei Rikschas als Teil des Nahverkehrs in Münsters Innenstadt unterwegs. Sie bringen die Fahrgäste im Anschluss an eine Busfahrt klimafreundlich an ihr Ziel oder einfach schnell und bequem von A nach B. „Das Rad ist in der Innenstadt das schnellste Verkehrsmittel, mit ihm geht es über die Promenade und durch fast alle Straßen. Wir möchten ausprobieren, ob und wie Rikschas den Nahverkehr ergänzen sowie besser machen können. Das macht es attraktiver, Münster zu besuchen. Davon profitieren sowohl Besucherinnen und Besucher als auch die Kaufleute der Innenstadt“, erklärt Gerhard Rüller, kommissarischer Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster. Unterwegs sein werden die Rikschas innerhalb des Promenadenrings, am Hauptbahnhof und bis zum Hafen täglich von 7 bis 21 Uhr.
Pro Leeze können zwei Fahrgäste mitfahren, die Fahrerinnen und Fahrer werden von einem Elektromotor unterstützt. Finanziert wird das Angebot gemeinsam von Stadt und Stadtwerken, die sich die Kosten von 50.000 Euro teilen.
Das Angebot realisieren Stadt und Stadtwerke zusammen mit den Leezen Heroes aus Münster sowie der Software-Firma door2door. „Der ‚Leezenbus‘ wird wie LOOPmünster funktionieren: Er fährt auf Bestellung in der bekannten LOOPmünster-App, ohne Fahrplan und feste Linienwege, so dass die Fahrgäste ganz einfach an der nächsten Straßenecke ein- und aussteigen können. Somit entwickeln sich neue Querverbindungen, die unsere normalen Busse nicht fahren können“, sagt Phil Rose, Nahverkehrsplaner und Projektleiter bei den Stadtwerken. „ÖPNV ist längst nicht mehr nur Bus und Bahn, sondern eine Verknüpfung vieler verschiedener Verkehrsmittel, die sich nachhaltig ergänzen. Indem wir die Rikscha versuchsweise zum Teil des Nahverkehrs machen, wird es für unsere Fahrgäste einfacher, ihr Ziel zu erreichen.“ Es gilt der normale ÖPNV-Tarif: alle Tickets und Abos, die im Stadtgebiet Gültigkeit haben, berechtigen auch zur Fahrt mit den Rikschas. Es ist bundesweit das erste Mal, dass Rikschas komplett integriert als Teil des Nahverkehrs unterwegs sein werden.
Eine Verstetigung des Angebots ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, nach den acht Wochen möchten Stadt und Stadtwerke auswerten, in welchen Situationen die Rikschas den Nahverkehr effizient unterstützt haben.

Quelle: Stadtwerke Münster

NVV vergibt RegioTram-Leistungen für die nächsten zehn Jahre

Kassels RegioTram-Gesellschaft bleibt die Betreiberin der drei nordhessischen RegioTram-Linien. Das Tochterunternehmen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft und der Hessischen Landesbahn hat sich in einem vom Nordhessischen VerkehrsVerbund (NVV) umgesetzten europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt und übernimmt zum Fahrplanwechsel 2023 weitere zehn Jahre die Verantwortung für den Betrieb in der Region und der Stadt Kassel.
Unter ihrer Regie werden die Züge bis Dezember 2033 sowohl auf Straßenbahn- als auch Eisenbahnstrecken rollen. Das bewährte Angebot mit Verkehren im Stunden- und Halbstundentakt, die sich zwischen Obervellmar und der Kasseler Innenstadt zum Viertelstundentakt überlagern, wird praktisch unverändert fortgeführt. Jedes Jahr legen die RegioTram-Züge 2,3 Millionen Kilometer zurück – und befördern etwa 7 Millionen Fahrgäste.
Neben vielen betrieblichen Vereinbarungen sind in dem Verkehrsvertrag Reservefahrzeuge und -personal am Kasseler Hauptbahnhof vorgesehen, um bei Verspätungen und Störungen flexibel zu reagieren und den Betrieb stabil halten zu können. „Die erneute Vergabe des RegioTram-Betriebes an die RTG auch für die kommenden zehn Jahre ist für beide Gesellschaften Zeichen der Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen und Ansporn für die Zukunft“, erklärt KVG-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon.
„Dies sichert bei der RTG aktuell rund 120 Arbeitsplätze von Triebfahrzeugführ- und Zugbegleitpersonal, und bei der KVG mehr als 20 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der RegioTram-Werkstatt“, ergänzt Thomas Wolf, neben Oliver Eikenberg Geschäftsführer der RTG.

Quelle: RegioTram-Gesellschaft

Großräumige Streckensperrungen im Zugverkehr in Sachsen-Anhalt

Aufgrund von sehr kurzfristig anberaumten Instandsetzungsarbeiten der DB Netz AG am Schienennetz in Sachsen-Anhalt wird es ab dem 26.7. 2022 zu umfangreichen Einschränkungen im Zugverkehr in Sachsen-Anhalt kommen. Betroffen ist vor allem der Zugverkehr im und durch den Harz.
Als erste Maßnahme wurde bereits am 25.7.2022 um 16.30 Uhr der Abschnitt zwischen Quedlinburg und Thale gesperrt. Die Züge der Regionalexpresslinie RE 11 enden in Quedlinburg.
Bereits seit dem 25.7. zum Betriebsschluss wurde der Bahnhof Blankenburg vom Netz abgekoppelt. Der letzte Zug bis nach Blankenburg (Harz) fuhr 20.05 Uhr ab Halberstadt. Danach fuhren die Züge der Regionalexpress-Linie RE 31 nur noch bis und ab Langenstein.
Ab heute, Dienstag, den 26.07., 11 Uhr, wird der Zugverkehr kurzfristig zwischen Halberstadt und Goslar eingestellt. Betroffen davon sind die Regionalexpresslinien RE 4 Halle (Saale) – Goslar und RE 21 Magdeburg – Goslar sowie der am Wochenende verkehrende Harz-Berlin-Express HBX.
Ab Mittwoch, 27.07., können auch zwischen Aschersleben und Halberstadt keine Züge mehr fahren. Die Züge der Regionalexpresslinien RE 4 Halle (Saale) – Goslar sowie RE 24 Halle (Saale) – Halberstadt verkehren dann nur zwischen Halle und Aschersleben. Die Fahrten der RB 44 Aschersleben – Halberstadt entfallen.
Ebenfalls ab Mittwoch wird der Streckenabschnitt zwischen Staßfurt und Güsten für den Zugverkehr gesperrt. Daher verkehren die Züge der Linie RE 10 Magdeburg – Erfurt nur zwischen Magdeburg und Staßfurt bzw. Erfurt und Güsten. Auch die Regionalbahnlinie RB 41 Magdeburg – Aschersleben verkehrt nur zwischen Magdeburg und Staßfurt.
Aufgrund der Kurzfristigkeit der großflächigen Sperrungen und der umfangreichen und nicht vorgeplanten betrieblichen Änderungen ist auch auf anderen Verbindungen im Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA) mit Verspätungen und Ausfällen zu rechnen.
Da die Maßnahmen äußerst kurzfristig angekündigt wurden, war leider keine Vorbereitung und Planung möglich. Dementsprechend kann vorerst nur vereinzelt Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden, da kurz- bis mittelfristig keine Buskapazitäten zur Verfügung stehen. Reisende werden gebeten, auf andere Linien oder Verkehrsmittel auszuweichen.

Quelle: Abellio

Claudia Wiest wird 2023 neue kaufmännische Vorständin der BSAG

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Wiest wird ab Januar 2023 neue kaufmännische Vorständin bei der Bremer Straßenbahn AG. Dies entschied der Aufsichtsrat in seiner aktuellen Juli-Sitzung. Die 55-Jährige wechselt aus der kaufmännischen Geschäftsführung der Verkehrsbetriebe Potsdam an die Weser. Sie folgt Hajo Müller, der im Jahr 2009 aus dem Management der Deutschen Bahn zur BSAG kam und im Februar 2023 in den Ruhestand gehen wird.

Quelle: Bremer Straßenbahn AG

Zustand der Infrastruktur auf regionalen Bahnstrecken in Bayern inakzeptabel

Nach einer Auswertung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) haben die Störungen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr zuletzt deutlich zugenommen: Die Pünktlichkeitsquote im gesamten Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern sank von durchschnittlich 92,4 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai auf 82,8 Prozent im Juni. Die Zugausfallquote aufgrund von Streckensperrungen ist hier noch gar nicht berücksichtigt; die Daten dazu liegen der BEG aktuell noch nicht vollständig vor. Zwar spielte bei den Verspätungen auch die Einführung des 9-Euro-Tickets eine gewisse Rolle. Doch nach Zahlen der BEG wird dieser Effekt durch Mängel in der Schieneninfrastruktur deutlich in den Schatten gestellt. Bei den Verspätungsursachen legten die Infrastrukturdefizite deutlich zu: Ihr Anteil an den Verspätungen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr stieg von 36,9 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai auf 45,4 Prozent im Juni. Betrachtet man ausschließlich die Fahrbahnmängel, so stieg deren Anteil an allen Verspätungen von durchschnittlich 1,8 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai 2022 auf 11,7 Prozent im Juni 2022, also um mehr als das Sechsfache.
Dabei verbergen die Durchschnittszahlen für ganz Bayern eine noch deutlich drastischere Entwicklung im regionalen Streckennetz abseits der Hauptverkehrsachsen. Auf diesen Strecken, wo in der Regel keine oder kaum Fernverkehrszüge fahren, ist der Zustand der Infrastruktur in Teilen noch schlechter. Ein einigermaßen pünktlicher Zugverkehr ist dort teilweise kaum mehr möglich. „Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung haben Ende Juni mit großem Getöse die Generalsanierung der wichtigsten Schienenkorridore zwischen den Ballungszentren angekündigt. Das Ziel soll ein sogenanntes Hochleistungsnetz für Deutschland bis 2030 sein“, sagt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Dieses Hochleistungsnetz nützt den täglich 1,3 Millionen Fahrgästen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr herzlich wenig, wenn der Zustand der weniger befahrenen Strecken so schlecht bleibt. Ich appelliere deshalb eindringlich an die Deutsche Bahn und den Bund: Vernachlässigen Sie die Regionalstrecken nicht zugunsten der Hauptverkehrsachsen. Ansonsten hängen Sie weite Teile des Landes vom Hochleistungsnetz ab. Es braucht dringend massive Investitionen in die Schiene – und zwar in der Fläche. Nur so kann im Regionalverkehr wieder ein sicherer und vor allem zuverlässiger Betrieb gewährleistet werden. Der Zustand jetzt ist inakzeptabel.“

Quelle: Die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG)

800 HOCHBAHN-Busse mit Monitoren ausgerüstet

Haltestellen, Umstiege, Abfahrtzeiten – alle Infos auf einen Blick! Früher als geplant hat die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) die Ausrüstung von rund 800 Bussen mit Doppelmonitoren für ein erweitertes Informationsangebot abgeschlossen. Alle neuen Busse werden nun bereits ab Werk mit den neuen Monitoren ausgeliefert.
Das im vergangenen Jahr eingeführte Angebot für eine einheitliche Kundeninformation im hvv wurde von der HOCHBAHN in agilen Teams entwickelt. Vor Start des Serieneinbaus im Frühjahr 2021 durchlief der Prototyp eine Marktforschung mit Kunden, die den Mehrwert bestätigten. Auch während der Ausrüstung der Busse fanden begleitende Befragungen für die laufende Evaluation und Verbesserung des Angebotes statt. Im Ergebnis bewerten Kunden, die in den neu ausgestatteten HOCHBAHN-Fahrzeugen unterwegs waren, das Informationsangebot in Bussen deutlich besser als noch vor einem Jahr.
Die Busse des Schwesterunternehmens Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) verfügen bereits seit 2013 über ein Informationssystem mit Monitoren. Im Zuge der aktuellen Ausrüstung der HOCHBAHN wird die VHH ihr Design im kommenden Jahr ebenfalls aktualisieren.
Mit dem aktuellen Update der Software werden Fahrgästen ab dieser Woche auch Informationen zur Verfügbarkeit der Aufzüge an den nächsten Haltestellen angezeigt. Außerdem arbeiten HOCHBAHN und HADAG bereits an der Einbindung von Echtzeitinformationen zu den Abfahrten der Hafen-Fähren.
Bislang werden auf den Doppelmonitoren bereits Fahrziel, die nächsten drei Haltestellen, eine Stopp-Bestätigung sowie eine Karten-Ansicht mit der aktuellen Positon des Busses und seines Fahrtweges angezeigt. Weiterhin erhalten Kunden schon vor der Einfahrt in die nächste Haltestelle eine Übersicht zu den Umstiegen auf andere Buslinien, U- und S-Bahn sowie den Regionalverkehr. Dabei werden auch die Abfahrtszeiten der Anschlussverbindungen in Echtzeit angezeigt.
Die Finanzierung des HOCHBAHN-Projektes erfolgt in Teilen durch Fördermittel des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt beliefen sich auf rund 4 Millionen Euro.

Quelle: Hamburger Hochbahn AG