Die Hallesche Verkehrs-AG hat fünf neue hochmoderne Busse angeschafft. Zwei davon sind bereits mit der HAVAG-Ausstattung (Fahrscheinautomat, Funk) ausgerüstet und rollen durch die Saalestadt. Die anderen drei werden derzeit für den Liniendienst vorbereitet und werden Ende Mai auf die Strecke geschickt. Drei der fünf Fahrzeuge sind Gelenkbusse und statt 12 ganze 18 Meter lang. Sie tragen gestiegenen Fahrgastzahlen auf einigen Buslinien Rechnung und werden vorrangig dort eingesetzt. Wie die bereits angeschafften Busse tragen auch die neuen Fahrzeuge Namen von prominenten Hallensern: Paul Thiersch, Felicitas von Selmenitz, Richard von Volkmann, Friedrich Hoffmann und Johann Christoph von Dreyhaupt.
Die Linienbusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro II präsentieren sich barrierefrei, sicher und umweltfreundlich. Auch in ökologischer Hinsicht punkten die Busse: Durch eine Verbesserung der Schadstoffklasse entsprechen sie der Abgasnorm Euro 6. Alle Fahrzeuge sind mit dem blauen Umweltengel zertifiziert. Die Wahl besonderer, schmutzabweisender und pflegeleichter Materialien ermöglicht eine schnelle Reinigung. Auch der Zeitaufwand für Wartung und Reparatur ist geringer als bei früheren Modellen. Insbesondere Anwohner profitieren von verringerter Fahrgeräuschbelastung.
Die bis zu hundert Fahrgäste fassenden längeren Gelenkbusse werden vorrangig auf Linien eingesetzt, auf denen in der letzten Zeit der Bedarf gestiegen war, so beispielsweise auf den Linien nach Heide-Nord, zwischen Südstadt und Ammendorf, im Schülerverkehr und im Linienverkehr zum Star-Park.
Quelle: Stadtwerke Halle
Zeitreise: Die Ticketrevolution der 1960er Jahre
Es war vermutlich eine der großen Zäsuren in den frühen 1960er Jahre und im Jahrgang 1964 der Dauerbrenner in der Berichterstattung der Nahverkehrs-praxis. Die Einführung des Einmannbetriebes in den Bussen und Bahnen des Nahverkehrs. Immer mehr Verkehrsunternehmen stellten damit die Weichen dafür, dass keine Schaffner mehr an Bord der Fahrzeuge benötigt wurden und dass die Fahrgäste die Fahrscheine nun selbst kaufen konnten (oder mussten). Oder um es in der etwas technokratisch anmutenden Sprache der 1964er auszudrücken: „Die Selbstbedienung hat sich bei zahlreichen Dienstleistungsbetrieben (Kaufhäusern, Geschäften, Restaurants usw.) seit mehreren Jahren ausgezeichnet bewährt. Es lag daher nahe, auch bei den Verkehrsbetrieben, die bekanntlich mit zu den größten Dienstleistungsbetrieben zählen, die Selbstbedienung des Kunden, d.h. die Automatisierung der Fahrgastabfertigung einzuführen.“ Der besondere Clou war, dass die Fahrgäste jetzt sogar „Fahrtausweise in Vorverkaufsstellen“ erwerben konnten, oder aber direkt beim Fahrer. Dazu wurden die Fahrzeuge, wie beispielsweise bei den Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen (Bogestra) mit einem „Zahltisch am Fahrerplatz ausgerüstet und als Einmannwagen gefahren.“ Durch diese Neuerung im Ticketverkauf war es den Verkehrsbetrieben möglich zukünftig auf Schaffner zu verzichten.
Die Umstellung erfolgte im Übrigen nicht nur aus Gründen der Kostenersparnis. Notwendig wurde die Reduzierung des Personals vor allem aufgrund der Vollbeschäftigung der 1950er und auch noch 1960er Jahre. Die Verkehrsbetriebe fanden schlicht und ergreifend immer weniger Schaffner, die die Rolle des Fahrkartenkontrolleurs und -verkäufers übernehmen konnten. In diesem Zusammenhang wurden dann auch die ersten automatischen Fahrscheinentwerter eingeführt. Ein Automat in denen die Fahrgäste ihre – damals noch „Geradeaus-Sammelkarten“ genannten – Fahrscheine entwerten konnte. Ein Gerät das auch heute noch Standard ist, doch schon jetzt immer mehr vom eTicketing abgelöst wird. Es zeigt sich: die Branche ist im Wandel. Heute, damals und vermutlich auch morgen noch.
Der Rückblick erfolgt in unserer neuen Rubrik Zeitreise. Denn in vier Wochen ist es endlich so weit. Pünktlich zum diesjährigen VDV-Jahreskongress erscheint die Jubiläumsausgabe unserer Zeitschrift – 65 Jahre Nahverkehrs-praxis. In den kommenden Wochen werden wir nun einen kleinen Countdown starten und jede Woche eine kleine Anekdote aus der Geschichte unserer Zeitung präsentieren.
Direktvergabe von ÖPNV-Leistungen
Das OLG Düsseldorf hat dem EuGH die Frage zur Entscheidung vorgelegt, ob der interne Betreiber die Verkehrsleistungen von einer Tochtergesellschaft ausführen lassen darf (OLG Düsseldorf, 07.03.2018, VII-Verg 26/17).
Selbsterbringung zwingend?
Der Europäische Gerichtshof solle klären, ob Art. 5 Abs. 2 Satz 2 lit. e) der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 auch dann erfüllt ist, wenn der interne Betreiber die Verkehrsleistungen durch eine Tochtergesellschaft ausführen lässt, an der er nur eine geringfügige Minderheitsbeteiligung hält und andere zuständige Behörden die übrigen Gesellschaftsanteile unmittelbar oder mittelbar halten.
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Autoren sind: Frau Dr. Ute Jasper, Herr Dr. Laurence Westen und Herr Reinhard Böhle, LL.M
Fahrgastzahlen im AVV auf weiterhin hohem Niveau
In 2017 waren im Aachener Verkehrsverbund (AVV) 107,1 Millionen Fahrgäste in Bussen und Bahnen unterwegs. Damit bewegen sich die Fahrgastzahlen wie im Vorjahr auf einem weiterhin hohen Niveau. Die Fahrgeldeinnahmen stiegen um 2,07 Prozent bzw. zwei Millionen Euro auf 99,7 Millionen. Euro.
War der sogenannte Bartarif (Einzel-, 4Fahrten- und Tages-Tickets) in den letzten Jahren rückläufig, konnten in 2017 Fahrgäste und Einnahmen gesteigert werden. Wurden 2016 knapp 5,9 Millionen Tickets in diesem Segment verkauft, freuen sich der AVV und seine Verkehrsunternehmen in 2017 über 6,1 Millionen verkaufte Tickets im Bartarif – ein Plus von 1,74 Prozent. Für den größten Zuwachs sorgt das pauschale Anschluss-Ticket, mit dem Zeitkarteninhaber den Geltungsbereich ihres Tickets erweitern können. Mit knapp 43.000 Stück wurden fast doppelt so viele Tickets verkauft wie im Vorjahr.
Quelle: AVV
Durchbruch bei der MVV-Tarifstrukturreform
Nach dem Gespräch zur MVV-Tarifstrukturreform haben sich Staatsministerin Ilse Aigner, der Sprecher der Landräte Robert Niedergesäß und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter geeinigt, die Reform wie geplant zum Juni 2019 umsetzen zu wollen.
Die Detailfragen der Finanzierung wurden eingehend diskutiert und gelöst. Die Beteiligten haben vereinbart, dass es zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2018 keine Tariferhöhung geben soll. Der MVV wird das Preismodell für die Tarifstrukturreform mit den jetzt vereinbarten Inhalten endgültig berechnen und im Juli der Gesellschafterversammlung des MVV zum Beschluss vorlegen. Die finale Entscheidung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Gremien.
"Die Tarifstrukturreform ist ein wichtiger Baustein zur Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Nahverkehrs.", so Staatsministerin Aigner, Landrat Niedergesäß und Oberbürgermeister Reiter.
Quelle: MVV
Unibuss AS bestellt 40 Citea-Elektrobusse
Am 8. Mai 2018 hat das norwegische Unternehmen
Unibuss AS
40 Citea-Elektrobusse bei
VDL Bus & Coach
geordert. Dabei geht es um 30
Citea SLFA-180 Electric
und 10
Citea SLF-120 Electric
, die in und um Oslo fahren werden. Ende 2018 sollen die ersten Citeas an Unibuss geliefert werden, und im Frühjahr 2019 werden die Elektrobusse ihren Betrieb aufnehmen. Es ist der bisher größte Auftrag über Elektrobusse in Skandinavien für das Unternehmen
Quelle: VDL Bus & Coach
Erste neue Fahrzeuge für das Dieselnetz Sachsen-Anhalt
Am 9. Mai konnte
Abellio
die ersten beiden
Coradia Lint 41-Fahrzeuge
vom Hersteller Alstom in Salzgitter abnehmen. Vorausgegangen war die Zulassung der Fahrzeuge durch das Eisenbahnbundesamt (EBA). Die Endabnahme erfolgte im Instandhaltungswerk in Sangerhausen nachdem die Fahrzeuge zuvor von Salzgitter überführt wurden. Bei der Überführungsfahrt wurden insbesondere das Fahrverhalten geprüft und diverse Funktionsprüfungen ausgeführt. Mit der erfolgreichen Endabnahme und der Zulassung durch das EBA stehen die Fahrzeuge ab sofort zum Einsatz bei Abellio zur Verfügung. Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 wird Abellio Rail Mitteldeutschland das
Dieselnetz Sachsen-Anhalt
betreiben. Auftraggeber dafür sind das Land Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen und der Regionalverband Großraum Braunschweig. In dem 16 Linien umfassenden Netz werden 54 Coradia Lint 41-Triebwagen eingesetzt. Die Beschaffung der Fahrzeuge ist Bestandteil des Verkehrsvertrages.
Quelle: Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH
AURORA Gruppe integriert Electronic Equipment
Zum 1.Februar 2018 wurde das niederländische Unternehmen
Electronic Equipment
, Spezialist für
Steuerung und Regelung von Fahrzeugheizungen und -klimaanlagen
mit Sitz im niederländischen Weert in die
AURORA Gruppe
integriert. Mit der Übernahme von Electronic Equipment und der damit einhergehenden Integration der Kompetenz für Elektronik, setzt AURORA konsequent ihre Strategie um, alle Kern-Komponenten des Klimasystems inhouse zu beherrschen und die Gesamtsystemkompetenz nachhaltig zu stärken.
Quelle: AURORA
Schon gelesen? Die Dresdner Verkehrsbetriebe im Gespräch mit der Nahverkehrs-praxis
2016 und 2017 gab es in Dresden den höchsten prozentualen Anstieg der ÖPNV-Fahrgastzahlen seit der Wende auf jetzt 160 Mio. Fahrgäste. Und auch beim ÖPNV-
Kundenbarometer
von Kantar TNS erreichten die
Dresdner Verkehrsbetriebe
(DVB) 2017 erneut bundesweit den
ersten Platz
. In der aktuellen Ausgabe der Nahverkehrs-praxis erläutern Lars Seiffert und Andreas Hemmersbach den anhaltendes Erfolg der Dresdner Verkehrsbetriebe. Und auch sonst dreht sich in diesem Monat vieles um die Beziehung zwischen Fahrgästen und Verkehrsunternehmen.
Die S-Bahn Rhein-Main geht online
Ab Sommer dieses Jahres werden die ersten
S-Bahnen mit kostenlosem WLAN
für die Fahrgäste durch das
Rhein-Main-Gebiet
rollen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Deutsche Bahn (DB) haben einen Vertrag unterzeichnet, der den Umbau der gesamten S-Bahn Flotte besiegelt. „Bis Ende 2019 sollen alle 191 S-Bahn-Fahrzeuge, die für den RMV unterwegs sind, mit kostenlosem WLAN für unsere Fahrgäste ausgerüstet sein“, sagte RMV-Geschäftsführer, Prof. Knut Ringat, der sich gemeinsam mit dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir und dem Chef der S-Bahn Rhein-Main, Christian Roth, in der S-Bahnwerkstatt über den Umbau der Fahrzeugflotte informierte. „Der RMV wird dazu in den kommenden Monaten rund fünf Millionen Euro investieren, damit die Fahrgäste in den S-Bahnen kostenlos und komfortabel WLAN nutzen können.“
Quelle: Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH

