Mit der Übernahme des Teutoburger Wald-Netzes am 10. Dezember 2017 wird Keolis auf der Linie RB 61 zwischen Bielefeld und Hengelo neue Mehrsystem-Elektrotriebzüge vom Typ FLIRT einsetzen. Den ersten von insgesamt acht Zügen hat Keolis in diesen Tagen in Empfang genommen. In den kommenden Wochen wird der FLIRT zu Schulungszwecken im Einsatz auf dem Streckennetz sichtbar sein.
Der Einsatz der Fahrzeuge erfolgt im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Bielefeld und Hengelo (Niederlande). Für Fahrten auf den niederländischen Strecken sind die FLIRT zusätzlich mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 sowie ATB ausgestattet.
Die fünfteiligen FLIRT können bis zu 585 Passagiere befördern, 266 davon auf komfortablen Sitzplätzen. Im Bereich der ersten Klasse wurde das Platzangebot von bislang 16 auf 24 Sitze erhöht. Zudem ist Platz für 24 Fahrräder pro Zug.
Neue Ausgabe der Nahverkehrs-praxis erschienen!
Der Kundendialog – sowohl der zwischen Verkehrsbetrieb und Fahrgast als auch der zwischen Verkehrsbetrieb und Hersteller – ist extrem wichtig. Aber auch unter anderen Aspekten erhält der Servicegedanke immer größere Bedeutung."Service für Fahrgäste und Verkehrsbetriebe" lautet das Leitthema der neuen Nahverkehrs-praxis. Darin lesen Sie unter anderem, wie Verkehrsunternehmen ihren Kundendialog beispielsweise mit individualisierten Antworten gestalten, Fahgäste der DB Regio nun kostenfreies Internet in Zügen erhalten und Sicherheitskonzepte die Zahl der Übergriffe auf Personal oder Fahrgäste verringern sollen.
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Alle Themen der Juli-Ausgabe im Überblick
Ein (((eTicket-System einfach zusammenklicken
Mit dem VDV-KA-Konfigurator veröffentlicht der VDV eTicket Service ein einfaches, schnelles Werkzeug zur Erstellung von Systemlastenheften. Mit wenigen Klicks hat man das gewünschte (((eTicket-Systemlastenheft erstellt und die für eine Ausschreibung benötigten Anwendungsfälle ohne langes Suchen direkt zusammen.
Wer sich mit dem Aufbau und Einkauf von (((eTicket-Systemen beschäftigt, musste bisher einiges an Zeit einplanen. Die kompletten, frei zugänglichen Spezifikationen der VDV-Kernapplikation übersteigen in der Regel deutlich das, was man für sein eigenes (((eTicket-System braucht. Hier werden eben alle möglichen Anwendungsfälle und Ausbauvarianten abgedeckt. Da kann die Suche nach den tatsächlich Erforderlichen schon mal länger dauern.
Hier hat der VDV eTicket Service jetzt eine schnelle Abkürzung geschaffen. Mit dem neu veröffentlichten VDV-KA-Konfigurator klickt man sich das zusammen, was man benötigt. In vier einfachen Schritten wählt man seine Rolle, die zu beschaffenden Komponenten, die Ausbauvariante und die ggf. gewünschten erweiterbaren Optionen aus. Der Konfigurator erstellt daraus ein individuelles Systemlastenheft, das nur die erforderlichen Anwendungsfälle beinhaltet und einer Ausschreibung beigefügt werden kann. Bei diesen Systemlastenheften handelt es sich immer um einen Auszug aus dem jeweils aktuellsten Release der Gesamtspezifikation der VDV-KA.
Der VDV-KA-Konfigurator ist kostenfrei nutzbar und online erreichbar unter:
www.eticket-deutschland.de/konfigurator
OLG Düsseldorf: EuGH soll über Vergabe von Busdienstleistungen entscheiden
Das OLG Düsseldorf legt dem EuGH Vorabentscheidungsfragen zur Eigenerbringung von ÖPNV-Leistungen vor (OLG Düsseldorf, 03.05.2017, VII Verg 51/16).
Eigenerbringung durch Tochtergesellschaften
In zwei unterschiedlichen Vergabeverfahren wollten die Auftraggeber ÖPNV-Leistungen an ihre internen Betreiber vergeben, die wiederum die Leistungen durch eine 100%-ige Tochtergesellschaft erbringen lassen wollten. Dagegen wehrten sich private Verkehrsbetriebe vor den Nachprüfungsbehörden. Die Direktvergabe verstoße gegen Gebot der Eigenerbringung nach Art. 5 Abs. 2 Satz 2 lit. e) Verordnung (EU) 1370/2007. Demnach muss der interne Betreiber die direktvergebene Dienstleistung zum überwiegenden Teil selbst erbringen.
Vorlagefrage an EuGH
Der EuGH soll nun u.a. klären, ob die Pflicht zur Eigenerbringung ausschließt, dass der interne Betreiber den überwiegenden Teil der Leistung durch eine 100%-ige Tochtergesellschaft erbringen lässt.
Autorin: Dr. Ute Jasper, Leiterin der Praxisgruppe „Öffentlicher Sektor und Vergabe“, Sozietät Heuking Kühn Lüer” Wojtek
Nahverkehrs-Tickets im DB Navigator buchen
Ab sofort sind im DB Navigator auch Tickets des WestfalenTarifs erhältlich. Damit können Reisende nun direkt per App Tickets für zehn verschiedene Verkehrsverbünde in großen Ballungsräumen buchen, egal ob sie Bus, S- oder U-Bahn fahren. Mit diesem Angebot erreicht die Deutsche Bahn (DB) über 37 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der potentiellen Fahrgäste in sämtlichen Verkehrsverbünden in Deutschland. Keine andere App bietet ein so umfangreiches Ticketangebot im Nahverkehr. „Eine Reise hört nicht am Bahnhof auf. Wir wollen den DB Navigator weiterentwickeln: zu einem Generalschlüssel für den gesamten Nahverkehr. Ziel ist es, dass Bahnfahrer alle Tickets erhalten, die sie für ihre Fahrt von Tür zu Tür benötigen“, so Mathias Hüske, Geschäftsführer Digital Business, DB Vertrieb GmbH. „Unsere Kunden möchten alle ihre Tickets zentral in einer App buchen. Unser kontinuierlich ausgebautes Verbundangebot macht das möglich.“ Neben Fahrkarten bietet die App eine deutschlandweite Verbindungsauskunft im Nah- und Fernverkehr.
10 Sileo-Elektrobusse für Hamburg
Die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein GmbH (VHH) geben dem deutschen Elektrobushersteller Sileo GmbH aus Salzgitter nach europaweiten Ausschreibungen den Zuschlag für die Lieferung von 10 vollbatterieelektrischen Kraftomnibussen. Im Rahmen der unabhängigen Ausschreibungen für Solo- und Gelenkbusse konnte sich Sileo gegen den Wettbewerb durchsetzen und erhält so den Gesamtauftrag über jeweils fünf elektrisch betriebene Niederflurbusse der Längen 12 und 18 Meter. Toralf Müller, Geschäftsführer der VHH, und Christine Bozankaya, Geschäftsführerin der Sileo GmbH, unterzeichneten am 15.08.2017 in Hamburg Bergedorf die Verträge.
Die Firma Sileo betonte, wie glücklich man über die Entscheidung sei, dass sich nach acht öffentlichen und privaten Verkehrsbetrieben in Deutschland eine Großstadt wie Hamburg für den Einsatz von elektrischen Bussen aus Salzgitter ausspreche. Besonders da die VHH sich vollumfänglich der politischen Vorgabe des Hamburger Senats widme, ab 2020 ausschließlich fossilfrei angetriebene Fahrzeuge anzuschaffen. Dies sehe man auch an den vorhandenen Baumaßnahmen in Bergedorf: Der Betriebshof dort werde für 10 Millionen Euro für den Einsatz von elektrischen Kraftomnibussen umgebaut. Diese Maßnahmen umfassen neben der Errichtung von Hocharbeitsplätzen auch den Anschluss an das Mittelspannungsnetz und das Implementieren der nötigen Ladeinfrastruktur.
INNOVIA Monorail-System für Bangkok
Bombardier Transportation hat zwei Aufträge für sein INNOVIA Monorail 300-System für den Einsatz auf zwei Nahverkehrsstrecken in Bangkok angekündigt. Die Verträge werden mit der Northern Bangkok Monorail Co. Ltd. (NBM) und der Eastern Bangkok Monorail Co. Ltd. (EBM) geschlossen, die für die schlüsselfertige Bauausführung und die Konzession für die neuen Linien mit erhöhtem Fahrweg über 30 Jahre verantwortlich sind. Diese sollen bessere Verbindungen in einer der verkehrsreichsten Städte der Welt schaffen.
Berlin: Umfrage zum ÖPNV bis zum 3. September 2017 verlängert
Berlin wächst und damit auch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Um den Bedürfnissen von Millionen Fahrgästen auch künftig gerecht zu werden, startete am 01.08.2017 die zweite Online-Befragung zum ÖPNV, an der sich alle Berliner Bürger beteiligen können.
An der 2. Befragung haben bislang mehr als 700 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Damit in der Ferienzeit noch möglichst viele Interessierte teilnehmen, hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz den Befragungszeitraum bis einschließlich 3. September 2017 verlängert.
Um bei der Erstellung des Nahverkehrsplans auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können, befragt das Center Nahverkehr Berlin die Bürger unabhängig davon, ob und wie oft sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.
Bei der ersten Umfrage im Mai 2017 wurde nach den Gründen für die Wahl der Verkehrsmittel gefragt. Bei der darauf aufbauenden laufenden Umfrage sind die Kundinnen und Kunden aufgerufen, mögliche konkrete Maßnahmen des ÖPNV-Angebots zu bewerten.
Den Fragebogen finden Sie hier ”
Die Ergebnisse der Befragung werden im Herbst 2017 auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz veröffentlicht.
Informationen zur Fortschreibung des Berliner” Nahverkehrsplans
Bombardier erhält Aufträge für die Lieferung der ersten Monorail-Züge nach Thailand
Bombardier Transportation hat zwei Aufträge des INNOVIA Monorail 300-Systems für den Einsatz auf zwei Nahverkehrsstrecken in Bangkok angekündigt. Die Verträge werden mit der Northern Bangkok Monorail Co. Ltd. (NBM) und der Eastern Bangkok Monorail Co. Ltd. (EBM) geschlossen, die für die schlüsselfertige Bauausführung und die Konzession für die neuen Linien mit erhöhtem Fahrweg über 30 Jahre verantwortlich sind. Diese sollen bessere Verbindungen in einer der verkehrsreichsten Städte der Welt schaffen.
Richard Hunter, President of Rail Control Solutions und South East Asia bei Bombardier Transportation, dazu: „(…) Unser fahrerloses INNOVIA Monorail 300-System bietet ein energieeffizientes, elegantes Design sowie Innenräume mit reichlich Platz und großzügigen Durchgangsmöglichkeiten zwischen den Wagen. Dadurch werden herausragender Komfort und erhöhte Sicherheit gewährleistet, wobei Gummireifen für eine angenehme und geräuscharme Fahrt sorgen. Es ist auch für enge Kurven und Fahrten durch komplexe Umgebungen ausgelegt, sodass es für die hohen Anforderungen der thailändischen Hauptstadt bestens geeignet ist. Dass unsere Monorail-Technologie für diese wegweisenden Stadtentwicklungsprojekte in Bangkok ausgewählt wurde, noch dazu im Jahr unseres 20. Jubiläums in Thailand, stellt einen wirklich wichtigen Meilenstein dar."
Lieferung von 72 vierteiligen INNOVIA Monorail 300-Zügen
Bombardier wird die mechanischen und elektrischen Komponenten für die beiden Monorail-Linien entwickeln und bereitstellen und insgesamt 72 vierteilige INNOVIA Monorail 300-Züge (288 Wagen) liefern, die mit einer automatischen Zugsteuerungstechnik für den fahrerlosen Betrieb ausgestattet sind. Der Vertrag mit NBM betrifft die neue 34,5 km lange Strecke zwischen Khae Rai und Min Buri (Pink Line), auf der 42 Züge eingesetzt werden. Der Lieferumfang für EBM umfasst 30 Züge für die 30,4 km lange Strecke zwischen Lat Phrao und Samrong (Yellow Line). Darüber hinaus beinhalten die Verträge die Bereitstellung des Projektmanagements, Systemtechnik und -integration sowie Prüfungen und Inbetriebnahme der neuen Züge und Systeme.
Die Züge werden beim Joint Venture-Partner Puzhen Bombardier Transportation Systems (PBTS) in China gefertigt, wobei eine enge Zusammenarbeit mit den weltweiten Experten von Bombardier im Hinblick auf das Monorail-System und Engineering besteht. Seit der Errichtung des Werks in Bangkok im Jahr 1997 ist das lokale Team von Bombardier auf mehr als 450 Mitarbeiter angewachsen. Sie arbeiten an Transportlösungen für Thailand, den Asien-Pazifik-Raum und weltweit.
Elektronisches Fahrgeldmanagement im AVV
Im Aachener Verkehrsverbund (AVV) werden derzeit die ersten Fahrkarten als elektronische Tickets (eTickets) auf Chipkarten mit Gültigkeit ab dem 1. August 2017 ausgegeben. Für den Fahrgast bedeutet dies, dass alle relevanten Informationen zu seinem Fahrschein nunmehr elektronisch auf Chipkarte gespeichert werden. Auf dem integrierten Chip befinden sich grundsätzlich Informationen zur Ticketart, dem Geltungsbereich und der Geltungsdauer. Handelt es sich um ein persönliches Ticket, befinden sich zusätzlich Name, Geburtsdatum sowie Geschlecht auf dem Chip.
In einem ersten Schritt bekommen zunächst Schüler ihr School&Fun-Ticket auf Chipkarte ausgestellt. Nach und nach erhalten dann Inhaber eines Aktiv-Abos sowie Job-Ticket-Kunden ein elektronisches Ticket und auch die Studierenden der RWTH Aachen dürfen sich zu Beginn des kommenden Semesters über das eTicket freuen. Ab Oktober werden zusätzlich nach und nach alle weiteren Abonnements als eTicket herausgebracht. Der Austausch geschieht ganz automatisch, sodass alle Abonnement-Kunden noch im Laufe dieses Jahres anstatt des bisher üblichen Papiertickets eine Chipkarte zugesandt bekommen.

