bdo-Konjunkturbarometer

Die mittelständischen Busunternehmen in Deutschland haben Nachhaltigkeit und Digitalisierung fest im Blick. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer des bdo hervor, das anlässlich der Reisemesse ITB am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.
„Trotz eines konjunkturell gesehen guten Jahres blickt die Busbranche allerdings schwierigen Zeiten entgegen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Wolfgang Steinbrück. Gelegenheitsverkehr und ÖPNV sehen der bdo-Konjunkturumfrage zufolge das Jahr 2016 mehrheitlich negativ, der Fernlinienverkehr ausgeglichen.
Dabei sahen alle drei Säulen der Busbranche 2015 die allgemeine Geschäftslage noch besser. Besonders stark ist der Kontrast im Gelegenheitsverkehr, bei dem im Gegensatz zum Mietomnibusverkehr und Ausflugsverkehr die eigen veranstaltete Reise im negativen Bereich lag. „Im privaten ÖPNV zeigte 2015 nach drei Jahren Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes das bdo-Stimmungsbarometer erstmals wieder nach unten“, unterstrich Steinbrück.
Immer mehr Unternehmen, die Mitglied in einem der bdo-Landesverbände sind, greifen auf zukunftsfähige, umweltschonende Unternehmenskonzepte zurück. Rund 62 Prozent der Betriebe, und somit 9 Prozent mehr als im Vorjahr, setzen auf Nachhaltigkeit. Zudem steigt seit Jahren die Popularität von klimaneutralen Reisen. Rund 18 Prozent der Unternehmen bieten ihren Kunden die Möglichkeit einer klimaneutralen Busreise an.
Das Thema Digitalisierung nimmt innerhalb der Busbranche weiterhin an Interesse zu. „Immerhin um die 60 Prozent prognostizieren einen wirtschaftlichen Mehrwert durch die Auswirkung der Digitalisierung“, sagte Steinbrück. „Das ist ein beachtlicher Wert für eine mittelständisch und traditionell geprägte, regional verwurzelte Branche.“
Auch wenn 2015 im Mietomnibusverkehr gute Ergebnisse erzielt wurden und der Tagesausflugsverkehr respektable Ergebnisse brachte, deutete sich im klassischen Geschäft der veranstalteten Busreise schon der Stimmungsabschwung im gesamten Gelegenheitsverkehr an. Die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Hotelleistungen drückt auf die Stimmung.
Zum ersten Mal, seitdem das neue Personenbeförderungsgesetz gültig ist, geht die Stimmung beim ÖPNV wieder bergab. Die Querelen um eigenwirtschaftliche Verkehre und Allgemeine Vorschriften dürften hier ihre Auswirkungen zeigen. Dementsprechend ist auch die Zahl der privaten ÖPNV-Unternehmen, die im Vorjahr über eine eigene Konzession verfügten, von 49 auf 46 Prozent (von 2014 auf 2015) zurückgegangen.
Die Fernbusunternehmen gehen nach einer rundweg positiven Prognose im Vorjahr wieder verhaltener in die Zukunft. Anhaltende Mautdiskussionen und weiter anstehende Investitionen in neue Busse dürften die zurückhaltende Zukunftsaussicht der Unternehmer beeinflusst haben. Auch die Debatten über Innenstadthalte schlagen bei den Fernbus-Plattformen ins Kontor.

Neue S-Bahnen für mehr Pünktlichkeit

Noch immer kämpft die S-Bahn in Stuttgart mit Verspätungen und Störungen – laut Stuttgarter-Zeitung.de sollen weitere Züge das Problem mildern. Gleichzeitig denkt der Verband Region Stuttgart (VRS) darüber nach, wie das Angebot mit längeren Zügen und häufigeren Fahrten attraktiver werden könnte. Von Juli bis Jahresende sollen zehn neue S-Bahnen ausgeliefert werden – sie werden eingesetzt, um die Unpünktlichkeit vieler Züge zu verringern. Konkret warten vier der Züge künftig an den Stationen Schorndorf, Filderstadt, Weil der Stadt und Vaihingen, um bei Verspätungen eines einfahrenden Zuges gleich losfahren zu können. Daneben sollen Züge mit den neuen Wagen verlängert werden – welche, das tüftelt die DB Regio derzeit aufgrund der Fahrgastzahlen aus. Ebenfalls beschlossen ist, dass die sechs S-Bahnlinien von Dezember an in den Wochenendnächten im Einstundentakt durchfahren.

NetLiner erschließt Monschau

Im Eifelort Monschau hat die ASEAG Aachen jetzt einen dreimonatigen Rufbus-Testbetrieb aufgenommen. Der „NetLiner“ verkehrt dabei ohne feste Fahrtrouten und Fahrplanzeiten. Zum Einsatz kommen zwei Kleinbusse mit je 14 Sitzen. Die Fahrten können per Telefon, App oder Internet bestellt werden. Die Fahrtrouten werden anschließend automatisch berechnet, die Fahrgäste anschließend per SMS oder E-Mail über die berechnete Abfahrtszeit informiert.

“Zukunft Bahn” – erste Ergebnisse des Qualitätsprogramms

Drei Monate nach dem Start des Konzernprogramms „Zukunft Bahn“ für mehr Qualität kann die Bahn erste Ergebnisse vorweisen. Die Deutsche Bahn stellt vorhandene Zugzielanzeiger auf bundesweit 120 Fernbahnhöfen auf neue, mehrzeilige Multizuganzeigen um. Ab heute informieren neue Multizuganzeigen die Reisenden an den Bahnhöfen Leipzig Hbf und Leipzig/Halle Flughafen sowie in Karlsruhe Hbf. Reisende bekommen an den Bahnsteigen alle Informationen über die nächsten drei Abfahrten. Auch Gleisverlegungen von Folgezügen können so angezeigt werden. Die Umrüstung der ersten 60 Bahnhöfe läuft seit Mitte Februar bis Anfang April. Bis Ende des Jahres ist die Umstellung abgeschlossen.

Neue Multizuganzeigen im Einsatz

Damit werden bis Ende dieser Woche an insgesamt 40 Fernbahnhöfen in fünf Bundesländern die neuen Multizuganzeigen im Einsatz sein. In Bayern wurden neben den Hauptbahnhöfen München, Nürnberg, Passau und Regensburg bisher folgende Fernbahnhöfe umgestellt: Ansbach, Augsburg, Bayreuth, Donauwörth, Erlangen, Garmisch-Partenkirchen, Günzburg, Hof, Kempten, Rosenheim und Treuchtlingen. In Baden-Württemberg ist die Multizuganzeige bereits im Einsatz an den Fernbahnhöfen Baden-Baden, Heidelberg, Mannheim, Ulm, Vaihingen und Weinheim (Bergstraße). In Sachsen sind es die Fernbahnhöfe Dresden Hbf und Dresden Neustadt und in NRW Aachen, Bochum, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mönchengladbach, Mülheim (Ruhr), Münster, Oberhausen und Rheine. In Hessen folgen in Kürze Frankfurt/Main Hbf und Flughafen Fernbahnhof sowie Hanau Hbf und Wiesbaden Hbf.

Intensivere Bahnhofsreinigungen

Um den Komfort für die Kunden weiter zu steigern, werden seit Februar Bahnhöfe intensiver gereinigt. Von dieser Reinigungsoffensive profitieren 2016 die Reisenden an 53 großen und mittleren Bahnhöfen, deren Sauberkeit in Kundenumfragen als verbesserungswürdig bewertet wurde. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Grundreinigung sowie der Glasreinigung, insbesondere von Hallendächern. Dafür stehen in diesem Jahr 3,8 Millionen Euro zusätzlich bereit. Die Bahnhöfe Hildesheim Hbf, Oberhausen Hbf, Gütersloh Hbf, Bensheim, Donauwörth und Minden wurden bereits mit Hochdruck- oder Dampfreinigungsverfahren grundgereinigt. Graffitis wurden mit Spezialgeräten entfernt. Es folgen noch diesen Monat die Bahnhöfe München Ost, Berlin Gesundbrunnen, Duisburg Hbf, Augsburg Hbf und Braunschweig Hbf.

Ingo Wortmann als VDV-Vizepräsident wiedergewählt

Der Verwaltungsrat Bus, das oberste Gremium der rund 300 im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) organisierten Busunternehmen, hat heute einstimmig Ingo Wortmann (46) für weitere drei Jahre als seinen Vorsitzenden und damit als Vizepräsident des VDV wiedergewählt. Wortmann geht in seine dritte Amtszeit als einer von insgesamt fünf Vizepräsidenten im größten deutschen Branchenverband des Öffentlichen Verkehrssektors.

bdo-Arbeit auf Brüsseler Ebene

In der vergangenen Woche hatte die Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands Deutscher Omibusunternehmer (bdo) erneut Gelegenheit, die Arbeit auf europäischer Ebene zu intensivieren.
Am Dienstag tagte vor dem alljährlichen IRU Spring Cocktail, dem parlamentarischen Abend des internationalen Dachverbands, bei dem führende Interessenvertreter aus nahezu allen europäischen Ländern mit zahlreichen Vertretern der EU-Kommission und des EU-Parlaments zusammentreffen, die europäische Bussparte der IRU (Passenger Transport Council, CTP EU) in Brüssel.
Als Vizepräsidentin des CTP lenkte bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard den Fokus der europäischen Kollegen zunächst auf die Anwendung der VO 1370/2007 in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Wie der Austausch gezeigt hat, verzeichnen auch andere Länder einen starken Trend zu Direktvergaben an kommunale Unternehmen. Der CTP wird zum weiteren Vorgehen zu diesem Thema in den kommenden Wochen ein Positionspapier erstellen.
Zu einem anderen Schwerpunkt auf der Agenda – der „Road Initiative“ der EU-Kommission (vormals Road Package) – erfolgte ein intensiver Austausch mit dem zuständigen Kommissions-Beamten Ray Malanaphy. In diesem Zusammenhang hat der bdo erneut darauf hingewiesen, wie wichtig aus seiner Sicht eine Flexibilisierung der Lenk- und Ruhezeiten für den europäischen Bussektor ist.
Einen weiteren intensiv diskutierten Tagesordnungspunkt bildeten die unzähligen Barrieren im grenzüberschreitenden Fernlinienverkehr und in der Bustouristik. Aktuelles Negativbeispiel ist für den bdo neben Paris (erneut erhöhte Parkgebühren) die Stadt Florenz, die in Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung zurück in die Vergangenheit zu gehen scheint. Die früher online erhältlichen Einfahrtgenehmigungen (Permessi) für mehrere Tage sind nicht nur erheblich verteuert worden, sondern nun nur noch direkt an den beiden Checkpoints erhältlich und erschwerend kommt hinzu, dass diese Checkpoints nicht einmal verlässlich besetzt sind.
IRU, bdo und der italienische Busverband ANAV werden gegen diese Schikane vorgehen und in einer gemeinsamen Initiative an die Verantwortlichen – nicht nur in Florenz – appellieren, den Bus nicht als Teil des Problems, sondern endlich als Teil der Lösung zu erkennen.

Daimler Buses weiterhin erfolgreich

Daimler Buses hat 2015 trotz des massiven Marktrückgangs in Brasilien das Ergebnis um neun Prozent auf 214 (i.V. 197) Millionen Euro gesteigert. Darin sind Aufwendungen für die Restrukturierung des konzerneigenen Händlernetzes sowie Erträge aus dem Verkauf der Anteile an der New MCI Holdings Inc. in den USA enthalten. Die Umsatzrendite stieg auf 5,2 (i.V. 4,7) Prozent. Insgesamt hat Daimler Buses weltweit 28.100 (i.V. 33.200) Busse und Fahrgestelle abgesetzt. Erfreulich entwickelte sich vor allem das Komplettbusgeschäft in Westeuropa. Damit konnte das Geschäftsfeld den Rückgang des  brasilianischen Busmarkts erfolgreich abfedern, der letztes Jahr um 40 Prozent einbrach.

25 Jahre U-Bahn bis Niendorf Nord

Am 9. März 1991 nahm die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) mit den Haltestellen Joachim-Mähl-Straße, Schippelsweg und Niendorf Nord die 2,4 Kilometer umfassende Verlängerung der Linie U2 in Betrieb. Die Bauzeit betrug insgesamt sechs Jahre. Das Projekt kostete (umgerechnet) über 100 Millionen Euro. Gebaut wurde in offener Bauweise. Offiziell eröffnet wurde die Strecke vom damaligen Ersten Bürgermeister Henning Voscherau sowie Wirtschaftssenator Wilhellm Rahlfs und Bausenator Eugen Wagner.
Mit der Verlängerung der U2 von Niendorf Markt bis Niendorf Nord wurde ein großes Neubaugebiet an das Hamburger Schnellbahnnetz angeschlossen. In nur 20 Minuten gelangen die Fahrgäste seitdem vom nördlichen Ende der U2 in Niendorf Nord in die Hamburger Innenstadt – umweltfreundlich, schnell und zuverlässig. Für die direkte Verbindung in die Innenstadt nutzen heute täglich rund 15 000 Fahrgäste die drei Haltestellen Niendorf Nord, Schippelsweg und Joachim-Mähl-Straße.
25 Jahre danach ist die Anbindung bevölkerungsreicher Stadtteile in Hamburg aktueller denn je: Mit dem Bau der U5 sollen innerhalb der nächsten 15-20 Jahre Bramfeld und Steilshoop im Osten und Lokstedt, Lurup und Osdorfer Born im Westen an die Innenstadt angebunden werden. Gleichzeitig laufen die Planungen für die Ausfädelung der U4 in Richtung Horner Geest.

Neue VVO-Kampagne lässt Bahnfahrer zu Wort kommen

"Bei der neuen Kampagne für den Eisenbahnverkehr kommen unsere wichtigsten Kunden zu Wort“, erläutert Gabriele Clauss, Marketingleiterin beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). „Wir haben im Berufsverkehr Pendler gefragt, warum sie eigentlich mit dem Zug zur Arbeit fahren.“ Die Zitate der Fahrgäste hängen ab morgen unter anderem an über 100 Plakatflächen entlang sechs wichtiger Bahnstrecken im VVO. „Für die einen Pendler zählen die harten Fakten“, betont Gabriele Clauss. „Wichtige Argumente in den Gesprächen waren eine kurze Reisezeit, ein dichter Takt und ausreichend viele Park+Ride-Plätze.“ Für die anderen war es vor allem wichtig, bei der Fahrt einfach Zeit für sich zu haben: „Nochmal 20 Minuten die Augen zumachen, lesen, Musik hören oder einfach verträumt aus dem Fenster schauen waren häufig Antworten von den Pendlern, die wir am liebsten gar nicht stören wollten“ berichtet Gabriele Clauss. Zusammen mit ihr waren die Kollegen aus der Marketing-Abteilung des Verbundes auf verschiedenen Strecken unterwegs.

Pendler besser kennenlernen

„In der Vergangenheit haben wir oft gemerkt, dass das in den letzten Jahren ausgebaute Angebot bei vielen Anwohnern gar nicht bekannt ist“, sagt Gabriele Clauss. Angesichts der immer engeren Vernetzung Dresdens mit dem Umland strebt der VVO mit der Kampagne an, insbesondere Pendler zum Umsteigen vom Auto in die Züge zu überzeugen. „Daher war es uns wichtig, die heutigen Zugfahrer kennen zu lernen. Mit ihren Argumenten für die Bahn wollen wir weitere Fahrgäste gewinnen“, betont Gabriele Clauss. „Am Rande haben wir auch gleich Kritikpunkte wie zum Beispiel zu schwache Klimaanlagen oder wenig Platz für Fahrräder notiert und weitergegeben.“
Das Gebiet des VVO umfasst neben der Landeshauptstadt Dresden die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den westlichen Teil des Landkreises Bautzen. Mit Bussen, Straßenbahnen, Nahverkehrszügen und Fähren befördern 14 Unternehmen jährlich rund 205 Millionen Fahrgäste, die mit einem einheitlichen Tarif Zug, Bus, Straßenbahn und die meisten Elbfähren nutzen können.