Bahnfahren boomt – doch Verspätungen und verpasste Anschlüsse gehören für viele Reisende zum Alltag. Ungeplant wird der Hauptbahnhof dabei schnell zum „Wartezimmer Deutschlands“. Dabei sind Bahnhöfe längst mehr als reine Verkehrsknotenpunkte: Sie sind erster Eindruck einer Stadt, Einkaufsmeile und Aufenthaltsort zugleich. Doch wie groß sind die Unterschiede wirklich?
Das Reiseportal tripz.de hat 388 Hauptbahnhöfe in Deutschland anhand ihrer Google-Bewertungen analysiert – insgesamt flossen dabei mehr als 190.000 Rezensionen in die Auswertung ein. Das Ergebnis zeigt: Zwischen Deutschlands bestem und schlechtestem Bahnhof liegen Welten.
Wernigerode (Sachsen-Anhalt) führt das Ranking der 388 untersuchten Hauptbahnhöfe mit 4,5 Sternen an, gefolgt von Bietigheim-Bissingen und Garmisch-Partenkirchen. Ganz am Ende des Rankings, auf Platz 388 steht Hof (Bayern) mit 2,3 Sternen (52 Bewertungen). Offenbach am Main (Hessen) ist auf Platz 387 mit ebenfalls 2,3 Sternen (257 Bewertungen). Im bundesweiten Schnitt vergeben Reisende 3,7 Sterne. Nur rund 18 Prozent der Bahnhöfe kommen auf mehr als 4,0 Sterne, während die große Mehrheit (etwa 79 Prozent) zwischen 3,0 und 4,0 Sternen liegt. Unter den Großstädten schneiden Berlin (Platz 7), Dresden (Platz 8) und Potsdam (Platz 9) am besten ab, während Frankfurt und München deutlich weiter hinten rangieren.
Im Ländervergleich führen die Stadtstaaten mit Berlin an der Spitze vor Bremen und Brandenburg, auch Hamburg liegt über dem Durchschnitt. Bayern zeigt ein gemischtes Bild mit einem Top-3-Platz für Garmisch-Partenkirchen und dem letzten Rang für Hof. Der Münchner Hauptbahnhof landet mit 3,5 Sternen nur im unteren Drittel. Sachsen ist als einziges Bundesland mit Dresden und Görlitz gleich doppelt in den Top 10 vertreten.
In den Rezensionen werden vor allem mangelnde Sauberkeit, ein teils ungepflegter Zustand sowie fehlende oder eingeschränkte Barrierefreiheit kritisiert. Häufig geht es auch um defekte oder nicht vorhandene Aufzüge, unangenehme Gerüche und geschlossene Geschäfte. In Friedrichsdorf sorgte beispielsweise eine langwierige Umbauphase für viel Frust, da Bahnsteige zeitweise nur schwer mit Gepäck, Kinderwagen oder Fahrrad erreichbar waren.









