Für das Erreichen der Klimaziele sind verstärkte Maßnahmen im Verkehr nötig

Verkehr ist einziger großer Sektor, der heute mehr klimaschädliche Emissionen verursacht als 1990

Der Rückgang der Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs ist erfreulich, wird aber durch die Tatsache getrübt, dass der Verkehr der einzige große Sektor ist, der heute mehr klimaschädliche Emissionen verursacht als im Jahr 1990, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ zur jüngst vom Umweltbundesamt präsentierten Bilanz fest. Um die Klimaziele erreichen zu können, seien im Verkehrsbereich mehr Klimaschutzmaßnahmen nötig, teilte der österreichische Verband mit. Das Angebot an klimaverträglicher Mobilität, wie Bahn- und Busverbindungen, Rad-Infrastruktur und E-Ladestationen, sei auszubauen, die klimaschädlichen Subventionen im Verkehr abzubauen.

Laut neu veröffentlichter Daten des Umweltbundesamts sind die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs von 20,1 Millionen Tonnen im Jahr 2023 auf 19,5 Millionen Tonnen im Jahr 2024 zurückgegangen. Im Jahr 2025 wurde in Österreich erneut weniger Sprit getankt und damit sind auch die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs erneut – zum vierten Mal in Folge – gesunken. Der erfreuliche Rückgang wird aber durch zwei Faktoren getrübt: Nicht enthalten sind die Emissionen durch Flüge, die von Österreichs Flughäfen ins Ausland gehen und die im Vorjahr einen Höchstwert erreicht haben. Zum zweiten verursacht der Verkehr heute trotz rückläufigem Trend um rund ein Drittel mehr Treibhausgase als im Jahr 1990. “Während die anderen großen Sektoren ihre Emissionen seither reduziert haben, ist das im Verkehr nicht gelungen. Umso wichtiger und dringender sind verstärkte Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr. Denn, wenn Österreich sein Klimaziel verfehlt, müssen Zertifikate gekauft werden und das kann mehrere Milliarden Euro kosten”, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Eine schnell wirksame und rasch umsetzbare Klimaschutz-Maßnahme sind niedrigere Tempolimits, die zusätzlich schwere Verkehrsunfälle reduzieren und Menschenleben retten. Darüber hinaus ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen verstärkt auszubauen, ebenso die Rad-Infrastruktur und Ladestellen für Elektro-Fahrzeuge. Zudem sind die klimaschädlichen Förderungen im Verkehr, wie etwa das Firmenwagenprivileg und die Steuerbegünstigung von Diesel, rasch abzubauen und gleichzeitig Anreize für ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten zu verstärken, betont der VCÖ.

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