Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) e.V. zeigt sich nach der gestrigen Sonder-Verkehrsministerkonferenz enttäuscht.

Ohne Kostenausgleich drohen Einschnitte bei ÖPNV und Schülerverkehren

Anlässlich der heute (26.8.2022) stattfindenden Verkehrsministerkonferenz der Länder fordert der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) für Busunternehmen einen finanziellen Ausgleich für die dramatisch gestiegenen Dieselkosten. Nach dem Auslaufen des Tank-Rabatts werden die Dieselkosten in Kürze die 2-Euro-Marke reißen. Eine Einigung zwischen Bund und Ländern, die Energiekosten im ÖPNV auszugleichen, ist nicht in Sicht. Für den Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) kommt diese Beratung viel zu spät, denn der derzeitige Kostendruck ist für die Busbetriebe existenzbedrohend.
Die vorläufigen Ergebnisse einer aktuell laufenden Umfrage unter den deutschen Busunternehmen zeigen die Dramatik der Situation: Über 50 Prozent der Unternehmen müssen 2022 über 50 Prozent höhere Energiekosten als im Vorjahreszeitraum schultern. Fast 25 Prozent der Unternehmen müssen sogar mehr als 70 Prozent höhere Energiekosten als 2021 verkraften.

„In einigen Bundesländern sehen sich die Unternehmen bereits gezwungen, Busverkehre stillzulegen, um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen. Noch nie war die Situation so dramatisch. Insbesondere im Schülerverkehr drohen massive Einschnitte. Die Politik kann nicht noch länger die Augen verschließen, wenn in ganz Deutschland immer mehr Linienverkehre ausgedünnt oder ganz gestrichen werden, weil sich Busunternehmen durch die Dieselpreisentwicklung von Leistungen entbinden lassen oder den Verkehr einstellen müssen“, sagte dazu bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard.

Bei den über 100 ÖPNV-Unternehmen, die bisher an der Umfrage teilgenommen haben, gaben 43 Prozent an, überhaupt keinen Ausgleich für die gestiegenen Energiekosten zu erhalten. Lediglich 3 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, die gestiegenen Energiekosten vom Aufgabenträger vollständig ausgeglichen zu bekommen. Nur 13 Prozent der Unternehmen bekommen den Großteil der gestiegenen Energiekosten ausgeglichen. Dieser Umstand hat dramatische Auswirkungen auf die ÖPNV-Unternehmen, da diese ihre Fahrpreise – anders als andere Branchen – aufgrund politischer Vorgaben wie dem 9-Euro-Ticket nicht anheben können.
Der bdo fordert daher dringend, die bislang von den Unternehmen größtenteils allein geschulterten hohen Kosten endlich auszugleichen. „Nach den coronabedingten Liquiditätsengpässen sowie den massiv gestiegenen Personal- und Energiepreisen ist jetzt eine schnelle und nachhaltige Entlastung und Stärkung der Busbranche durch die Politik gefordert. Nur so können die Busunternehmen nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets ihren notwendigen Beitrag zum Erhalt der klimafreundlichen Mobilität in Stadt und Land erbringen“, sagte Leonard heute im Vorfeld der Sonder-VKM. Wenn nicht bald eine Lösung für den dringend notwendigen Energiekostenausgleich gefunden wird, werden die ÖPNV-Unternehmen Leistungen reduzieren oder den Verkehr ganz einstellen müssen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo)

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