Das Eisenbahnverkehrsunternehmen „Die Länderbahn“, das in Sachsen die vogtlandbahn und in Ostsachsen den trilex betreibt, wächst weiter: Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 übernimmt das private Eisenbahnunternehmen, das zur NETINERA Konzerngruppe gehört, einen großen Teil der Mitteldeutschen S-Bahn. Wichtiges Kriterium dafür, dass das Unternehmen die Ausschreibung für Los 2 des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes mit den Linien S3, S5 und S5x für sich entscheiden konnte, war die Werkstatt im vogtländischen Neumark, die direkt am neuen Streckennetz gelegen ist und künftig Wartung, Instandhaltung, Hauptuntersuchungen, Reparaturen und Reinigung der 41 neuen Fahrzeuge vom Typ Siemens Mireo sicherstellen wird.
Für den neuen Verkehrsvertrag wird nun die Werkstatt auf dem Betriebsgelände der Länderbahn erweitert und ertüchtigt. Über 10 Millionen Euro werden in den Ausbau investiert. Am 28. August 2025 stattete Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, dem Unternehmen einen Besuch ab. Sie war nach Neumark gereist, um das expandierende Unternehmen kennenzulernen und sich zum Ausbau der Werkstatt im sächsischen Neumark zu informieren. Begleitet wurde sie dabei vom Landrat des Vogtlandkreises, Thomas Hennig, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender des Zweckverbandes Vogtland (ZVV) und damit einer der fünf Auftraggeber für den neuen Verkehrsvertrag MDSB ist. Im Vogtland betreibt die Länderbahn bereits seit 1996 die vogtlandbahn.
„Die Länderbahn ist als zuverlässige Mobilitätspartnerin einer der Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Entwicklung des Vogtlands. Für eine prosperierende Wirtschaft, rege touristische Aktivitäten und für eine positive Lebensqualität der Vogtländerinnen und Vogtländer ist der Schienenpersonennahverkehr durch vogtlandbahn und ab 2026 auch durch die Mitteldeutschen S-Bahn unverzichtbar“, unterstreicht Landrat Thomas Hennig die Bedeutung des Unternehmens und des neuen Verkehrsvertrages.
Die Stärkung des ländlichen Raumes durch zukunftsfähig aufgestellte Unternehmen ist auch erklärtes Ziel der Politik von Staatsministerin Regina Kraushaar: „Unternehmen wie die Länderbahn bieten mit mutigen Entscheidungen zu Investitionen im ländlichen Raum Perspektiven für die positiven Entwicklungen in den Regionen. Sie tragen dazu bei, den ländlichen Raum wieder zu einem attraktiven Lebensmittelpunkt für die Menschen werden zu lassen, die hier ihre Wurzeln haben. Der neue Verkehrsvertrag wird dazu beitragen, eine weitere Mobilitätslücke zwischen dem ländlichen Vogtland und dem Ballungszentrum Leipzig-Halle zu schließen, um damit die Bedingungen für gleichwertige Lebensverhältnisse von Stadt und Land in Sachsen weiter voranzutreiben.“
Der Fokus des Besuches von Ministerin und Landrat lag diesmal auf dem Ende Mai begonnenen Ausbau der Werkstatt in Neumark. Werkstattleiter Benjamin Drechsler erläuterte die Herausforderungen der Umbaumaßnahmen für den neuen Verkehrsvertrag: „Mit den 41 neuen Siemens Mireo Fahrzeugen kommen erstmals Elektrotriebwagen zur Flotte der Länderbahn hinzu. Für uns heißt das, die Werkstatt und die zuführende Infrastruktur muss dafür ertüchtigt werden, das heißt vergrößert und elektrifiziert werden. Darüber hinaus entsteht eine neue Außenreinigungsanlage für die Fahrzeuge. Die Baumaßnahmen dafür werden parallel zum laufenden Betrieb durchgeführt und dürfen die Bestandsverkehre nicht einschränken.“
Der Betriebshof Neumark mit Verwaltungsgebäuden, Betriebsleitzentrale, Eisenbahnschule und der Werkstatt entstanden im Rahmen der Expo 2000 zur Jahrtausendwende neu. Geschäftsführer Stephan Naue betonte die wichtige Bedeutung der Werkstatt für die gesamte Unternehmensentwicklung: „1996 war die vogtlandbahn nach der Eisenbahnreform in Deutschland das erste private Eisenbahnverkehrsunternehmen mit einem Verkehrsvertrag für den Schienenpersonennahverkehr. Nur 4 Jahre später wurde damals eine sehr mutige und für uns heute wesentliche Entscheidung getroffen: Hier am Standort entstand dieser Betriebshof mit der Werkstatt, um für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein. Heute – 25 Jahre später – profitieren wir von dieser Entscheidung und legen gleichermaßen den Grundstein für das weitere Wachstum unseres Unternehmens.“
Gemeinsam mit den Geschäftsführern der Länderbahn, Stephan Naue und Eugen Rubinstein, der Konzernleitung des Unternehmens vertreten durch Geschäftsführer Markus Resch, Werkstattleiter Benjamin Drechsler und Landrat Thomas Hennig befüllte Staatsministerin Regina Kraushaar eine Zeitkapsel mit Zeitzeugnissen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Länderbahn und legte den Grundstein für den Erweiterungsbau am Standort Neumark.