Land treibt die Elektrifizierung von Bahnstrecken voran

Nordrhein-Westfalen treibt die Elektrifizierung seines Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) mit mehr Tempo voran, um den Bahnverkehr unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen und CO2 einzusparen. Bei einem Termin am 8. April 2026, vor Ort in Mettmann, informierte sich Verkehrsminister Oliver Krischer über den Stand der Elektrifizierung der Regiobahn auf der Strecke S28 zwischen Wuppertal und Kaarst. Das Projekt zur Umstellung von Diesel- auf umweltfreundlichen Elektrobetrieb soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein und ist eins von mehreren großen Vorhaben, die in den kommenden Jahren einen deutlichen Ausbau-Fortschritt erzielen.

„Mit der Elektrifizierung zahlreicher neuer Strecken stellen wir unseren Verkehr auf der Schiene modern auf und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Verkehrsminister Oliver Krischer. Elektrische Loks bringen viele Vorteile: Sie reduzieren CO2-Emissionen, schonen die Umwelt und senken langfristig die Betriebskosten. Zudem können sie längere und schwerere Züge ziehen, schneller beschleunigen und Steigungen besser bewältigen, was die Pünktlichkeit und Kapazität erhöht.

Zurzeit sind in Nordrhein-Westfalen 63 Prozent des SPNV-Schienennetzes elektrifiziert – etwas mehr als der Bundesdurchschnitt. 73,5 Prozent der Zugkilometer im SPNV-Landesnetz werden darauf elektrisch zurückgelegt, der Rest mit Dieselantrieb. Ziel ist es, den Anteil der elektrisch gefahrenen Kilometer deutlich zu erhöhen. Dazu setzt das Land auf die Ausstattung mit Oberleitungen und innovativen Batterie-Triebzügen (BEMU), die elektrischen Betrieb auch auf nicht vollständig elektrifizierten Strecken ermöglichen.

Bis 2032 sollen mehr als 250 Kilometer neu elektrifiziert werden. Damit will das Land eine Steigerung auf bis zu 72 Prozent des eigenen Schienennetzes erreichen. Unter anderem sollen bis 2028 die Eifelstrecke, die Voreifelbahnund die Erfttalbahn elektrifiziert werden. Die Eifelstrecke umfasst die Strecken von Hürth-Kalscheuren über Nettersheim bis Trier-Ehrang (rund 164 km, davon 65 km in Nordrhein-Westfalen), die sogenannte „Voreifelbahn” von Bonn nach Euskirchen (circa 33 km) und die sogenannte „Erfttalbahn” von Euskirchen nach Bad Münstereifel (rund 14 km).

Bis 2029 ist die teilweise Elektrifizierung von Langeland–Höxter-Ottbergenvorgesehen. Für die 2030er Jahre sind unter anderem die Münster–Gronau–Enschede-Strecke, die Euregiobahn, die Strecke Horrem–Bedburg sowie die teilweise Elektrifizierung von Gronau–Coesfeld geplant. Langfristig ab 2035 stehen die Bördebahn und die Obere Ruhrtalbahn in der Zielnetzkonzeption.

Zurzeit werden bei der Regiobahn der Westast zwischen Neuss Hauptbahnhof und Kaarster See sowie der Ostast zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Wuppertal-Vohwinkel elektrifiziert. Die Maßnahme ist Teil der Verlängerung der S28 von Mettmann-Stadtwald nach Wuppertal Hauptbahnhof und umfasst neben der Elektrifizierung auch die Anpassung der Bahnsteighöhen und die Einbindung in die S9.

Allein durch die Elektrifizierung der rund 50 Kilometer langen S28-Strecke können jährlich etwa 6.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht den Emissionen von rund 1.300 Autos pro Jahr.Grundlage ist eine jährliche Zugleistung von rund 1,7 Millionen Zugkilometern sowie eine Einsparung von etwa 3,5 Kilogramm CO2 pro Zugkilometer im Vergleich zum Dieselbetrieb. Perspektivisch steigt dieser Effekt weiter, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix wächst.

Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt zu 60 Prozent durch den Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, zu 30 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen und zu zehn Prozent aus Eigenmitteln der Regiobahn. Die Gesamtkosten für die Verlängerung nach Wuppertal und die Elektrifizierung der Infrastruktur der Regiobahn betragen rund 170 Millionen Euro. „Durch die Elektrifizierung unserer Strecken treiben wir die Verkehrswende in Nordrhein-Westfalen konkret voran und schaffen ein klimafreundliches Angebot im öffentlichen Nahverkehr“, so Geschäftsführer Stefan Stach. 

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