Auf der traditionsreichen Eisenbahnstrecke Bremervörde – Stade sollen ab Dezember 2028 wieder regelmäßig Personenzüge im Stundentakt verkehren. Am 1. Juli ab 18 Uhr lädt die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb), Eigentümerin der Strecke, gemeinsam mit anderen Verantwortlichen interessierte Bürger zu einer ersten zentralen Informationsveranstaltung in Deinste ein.
Die evb betreibt ein 235 Kilometer umfassendes Schienennetz im Elbe-WeserDreieck. Dazu gehört auch die rund 30 Kilometer lange Strecke von Bremervörde nach Stade. Aufgrund des guten Streckenzustandes und des hohen Fahrgastpotenzials wird eine Reaktivierung angestrebt. Ziel der Reaktivierung ist es, den öffentlichen Nahverkehr deutlich attraktiver zu machen und die Region besser an Stade und darüber hinaus anzubinden. Künftig soll die Bahn in Bremervörde, Hesedorf, Mulsum-Essel, Fredenbeck, Deinste, Hagen, Riensförde und Stade halten. In Riensförde entsteht ein neuer Haltepunkt direkt am Bildungscampus.
Still stand die Strecke nie: Derzeit wird sie neben dem saisonalen Freizeitverkehr Moorexpress (Stade – Bremen) täglich von Güterzügen und Zubringerfahrten zur evb-eigenen Werkstatt in Bremervörde genutzt. Eine 2022 erstellte Machbarkeitsstudie, beauftragt und finanziert durch die evb sowie die Landkreise Osterholz, Rotenburg und Stade, hatte einen deutlich positiven Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) für Bremervörde – Stade ergeben. Damit ist es möglich, Fördermittel des Bundes für das Vorhaben zu beantragen. Insgesamt sind Investitionen von rund 22 Millionen Euro für die SPNV-bezogenen Maßnahmen vorgesehen.
„Die Wiederbelebung der Bahnverbindung zwischen Bremervörde und Stade ist ein Meilenstein für die Entwicklung des SPNV und der Attraktivität der Region“, ist Kai Seefried, Landrat des Landkreises Stade, überzeugt. „Die neue Regionalbahnlinie 34 verbindet mit Bremervörde und der Hansestadt Stade zentrale Orte und schafft eine neue und verbesserte Mobilität für viele Menschen. Gerade auch für die Kommunen entlang der Strecke, die über neue Bahnhöfe angebunden werden, ist diese Entwicklung eine große Chance.“
Was konkret geplant ist
Seit dem Startschuss im Juni 2023 hat das Infrastruktur-Team der evb in enger Abstimmung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als Aufgabenträger sowie der DB InfraGO, verantwortlich für den Anschluss in Stade, die Planungen vorangetrieben und etliche vorbereitende Maßnahmen umgesetzt.
Bis zum Fahrplanwechsel 2028/29 werden entlang der evb-Strecke Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Zudem sind Fahrgastinformationssysteme, Wetterschutzeinrichtungen sowie bessere Anbindungen an Bus, Fahrrad und Auto geplant. Parallel wird die Strecke technisch ertüchtigt, unter anderem durch neue Signaltechnik, einen erneuerten Oberbau und die Sicherung von Bahnübergängen. Bis Juni 2027 soll eine erneute standardisierte Bewertung vorliegen, eine Finanzierungszusage des Bundes wird für Anfang 2028 angestrebt. Die anschließenden Bauarbeiten sollen von März bis November 2028 erfolgen.
Über den aktuellen Planungsstand und den Ablauf der kommenden Jahre informieren die evb sowie weitere Projektbeteiligte am 1. Juli im Dorfgemeinschaftshaus in Deinste. Neben der Geschäftsführung und der Infrastrukturleitung der evb werden auch Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter Stades Landrat Kai Seefried, vor Ort sein.









