Mit dem Forschungsprojekt ROBERTA will ein Konsortium aus 19 Partnern unter der Leitung der FH Oberösterreich die Grundlagen schaffen, damit hoch-automatisierte Busse künftig im Linienbetrieb fahren können. Testregionen mit verschiedenen Charakteristika werden in vier Bundesländern ausgerollt. In der Steiermark und Kärnten wurden diese nun bei Kick-off-Veranstaltungen aus der Taufe gehoben. Die Teststrecken werden in der Region um Deutschlandsberg sowie im Lavanttal eingerichtet.
In der Steiermark konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Region Deutschlandsberg – Frauental – Groß St. Florian. Auf einer knapp 18 Kilometer langen Strecke entlang der bestehenden Linie 764 zwischen dem Bahnhof Weststeiermark und der Stadt Deutschlandsberg sollen ab Ende 2027 hoch-automatisierte Busse schrittweise den Liniendienst ergänzen – für bis zu 12 Monate. Durch diese verstärkte Anbindung soll der Wirtschaftsraum AREA Süd weiterentwickelt werden.
In Kärnten testet ROBERTA auf einer 24 Kilometer langen Pilotstrecke zwischen St. Paul im Lavanttal und St. Andrä, wo Teilstrecken von bestehenden Buslinien zusätzlich im Rahmen eines automatisierten Demonstrationsbetriebs bedient werden. Gemeinsam mit Kärnten Bus sollen dort ab Ende 2027/Anfang 2028 hochautomatisierte Busse schrittweise den Linienverkehr ergänzen. Ziel ist es, die Anbindung an die Koralmbahn zu stärken und eine lückenlose Mobilitätskette zwischen Wohn- und Zielort zu schaffen. Die weiteren Teststrecken werden in den Bundesländern Oberösterreich und Tirol eingerichtet.
ROBERTA denkt europäisch
Ein europäisches Novum ist der Flottenbetrieb mehrerer hoch-automatisierter Busse. ROBERTA wird zeigen, wie in einem zentralen Leitstand dezentral organisierte Busse überwacht werden können. Dies soll die Perspektive eröffnen, dass die Beschaffung bzw. der Betrieb einer Leitstelle von hoch-automatisierten Bussen in Österreich zukünftig auch gemeinschaftlich erfolgen könnte. Diese und weitere Ideen zur Verfügbarkeit und zum Einsatz verschiedener Busmodelle auf unterschiedlichen Streckenprofilen werden regelmäßig mit dem international besetzten Beirat diskutiert. Die Ergebnisse des Projektes fließen zudem in europäische Fachgremien wie die CCAM Partnership, EARPA und ECAVA ein und liefern wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung auch der österreichischen rechtlichen Rahmenbedingungen.
Von der Demonstration zur verlässlichen Mobilität im Alltag
Bundesminister Peter Hanke unterstreicht die Bedeutung des Projekts ROBERTA für die Mobilität der Zukunft: „Es reicht nicht, dass ein Fahrzeug technisch fahren kann. Entscheidend ist, ob Betrieb, Sicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen und Akzeptanz zusammenpassen. Genau hier setzt ROBERTA an. Das Projekt markiert den entscheidenden Schritt weg von einzelnen Demonstrationen hin zur Skalierung. ROBERTA zeigt unter realen Bedingungen, was bereits möglich ist, wo noch Grenzen liegen und wie neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verkehrsverbünden, Gemeinden und Betreibern funktionieren. Das sind keine Randthemen, sondern zentrale Voraussetzungen für eine verlässliche Mobilität im Alltag.“
Verantwortet werden die Pilotregionen in den beiden südlichen Bundesländern vom Innovationszentrum für automatisierte Mobilität ALP.Lab mit Sitz in Graz. Wertvolle Unterstützung kommt nicht nur von den Fördergebern, auch die Sozialpartner Arbeiterkammer (AK) und Wirtschaftskammer (WK) forcieren das autonome Fahren im Linienverkehr.
Für Dr. Christoph Knauder, Geschäftsführer von ALP.Lab, liegt die besondere Stärke von ROBERTA in der Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure: „Automatisierte Mobilität entsteht nicht durch einzelne Akteure, sondern durch ein funktionierendes Ökosystem. Genau das macht ROBERTA so besonders. Es ist gelungen, Forschung, Industrie, Politik, Behörden, Verkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreiber und Regionen in einem gemeinsamen Projekt zusammenzubringen. Nur wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, können wir automatisierte Mobilität sicher in den öffentlichen Verkehr integrieren und einen echten Mehrwert für die Menschen schaffen.“
Mobilität als Rückgrat moderner Volkswirtschaften
„ROBERTA zeigt, dass automatisierter Busbetrieb keine Zukunftsmusik ist. Wir bringen ihn in den realen Linienverkehr und schaffen damit die Grundlage für einen modernen, verlässlichen und nachhaltigen öffentlichen Verkehr in Österreich“, erklärt Projektleiter Thomas Novak und verweist damit auf die hohe Bedeutung, die eine reibungslose Mobilität für moderne Volkswirtschaften hat.











