VDV-Jahrestagung Karlsruhe: KLARTEXT für den ÖPNV

In der Regel werden größere Interviews mit wichtigen Playern der Mobilitätsbranche Wort für Wort abgestimmt und freigegeben, damit sowohl die optimale Lesbarkeit als auch die 100-prozentige Korrektheit gegeben ist. In dieser „Klartext“-Rubrik weichen wir ganz bewusst von diesem Prozedere ab und drucken das gesprochene Wort von öffentlichen Veranstaltungen zu einzelnen Themen. Denn oft liegt genau hier die Würze, die den geneigten Leser zum Nachdenken und Weiterdenken anregen kann. Diesmal haben wir die wichtigsten Thesen von der VDV-Jahrestagung in Karlsruhe zum Megathema „Krisenresilienz im ÖPNV“ zusammengestellt.

„Wenn Abschreckung [ggü. Russland] scheitert, sollte Europa besser verteidigungsfähig sein. Wir müssen uns mental auf ein viel breiteres Szenario einstellen, das ich bewusst nicht ‚Kriegsordnung‘ sondern ‚Konfliktordnung‘ nenne, weil das Herzstück dieser neuen Ordnung der Konflikt ist. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die große Grauzone zwischen Krieg und Frieden am prägendsten für unsere Sicherheitsarchitektur sein wird. Wir werden also in einer permanenten Auseinandersetzung stehen, die auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitet werden.“

„Wir müssen unsere offenen Gesellschaften besser schützen. Durch Abschreckung und Verteidigung im militärischen Bereich und Resilienz in diesem Graubereich zwischen Krieg und Frieden. Im Spannungsfall müsste der Schienengüterverkehr eine zentrale Funktion übernehmen, um große Mengen an Personal, Material und Hilfsgütern oder dann auch an Verletzten oder militärischen Hilfsgütern verlässlich transportieren müssen. Unsere sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit und Resilienz baut auf einen leistungsfähigen Verkehrssektor und das setzt mental ein Umdenken voraus: nämlich, dass Verkehrsinfrastruktur Sicherheitsvorsorge und somit Teil unserer Verteidigungs- und Abschreckungsstruktur ist.“

Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der NahverkehrsPraxis: 07-08/2026.

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