Zeit für ein Update – 30 Jahre Regionalisierung im SPNV

Die Strukturreform in Nordrhein-Westfalen und das Deutschlandticket zeigen: Der ÖPNV kann kundenorientierter und effizienter werden. Angesichts knapper Kassen und steigender Ausgaben für Korridorsanierungen, Digitalisierung und Sicherheit sind schlanke Organisationen, verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine langfristig gesicherte Finanzierung wichtiger denn je.

Vor 30 Jahren hat die Regionalisierung den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) neu aufgestellt. Mehr Verantwortung in den Regionen, mehr Wettbewerb und bessere Angebote machten sie zu einer Erfolgsgeschichte. Fahrgastzahlen stiegen, Netze wurden ausgebaut und der SPNV entwickelte sich vielerorts zum Rückgrat nachhaltiger Mobilität. Doch die Rahmenbedingungen und Mobilitätsbedürfnisse haben sich ebenso verändert. Deshalb braucht auch der SPNV heute ein Update. Strukturen für das 21. Jahrhundert Die geplante Fusion der nordrhein-westfälischen Aufgabenträger unter dem Dach von „Schiene.NRW“ ist ein mutiger und richtiger Schritt. Sie folgt einem Prinzip, das künftig stärker Maßstab unseres Handelns sein sollte: Unsere Strukturen und unser Angebot müssen aus Sicht der Fahrgäste gedacht werden, nicht aus Sicht historisch gewachsener Zuständigkeiten.

Menschen orientieren sich bei ihrer Mobilität nicht an Verwaltungsgrenzen. Sie pendeln, studieren und reisen über Regionen hinweg. Wenn an einem Verkehrsvertrag bis zu fünf Aufgabenträger beteiligt sind, zeigt das, dass manche Organisationsformen nicht mehr zu den Lebensrealitäten des 21. Jahrhunderts passen. Der Hamburger Hauptbahnhof ist nicht zuletzt deswegen so überlastet, weil sich dort Züge aus fünf verschiedenen Aufgabenträgergebieten treffen und alle dort Kopf machen. Nordrhein-Westfalen steht mit diesem Weg nicht allein da. Auch die Fusion des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) zum Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) in Sachsen zeigt den Willen, Zuständigkeiten zu bündeln und Entscheidungen zu vereinfachen. Weitere Bundesländer überprüfen ihre historisch gewachsenen Strukturen. Das ist richtig. Denn die Herausforderungen für den SPNV werden größer, nicht kleiner. Dass größere Organisationseinheiten funktionieren können, zeigt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg seit vielen Jahren. Ein SPNV-Angebot aus einem Guss ist auch über Landesgrenzen hinweg möglich.

Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der NahverkehrsPraxis: 09-10/2026.

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