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Fahrgastverbände fordern Ertüchtigung der Umleiterstrecken vor Korridorsanierung 2035

Vom 8. bis 20. August sowie am 31. August 2026 wird die Bahnstrecke zwischen Minden und Hannover wegen kurzfristig angesetzter Brückenarbeiten bei Bückeburg und Lindhorst vollständig gesperrt. Fernzüge müssen weiträumig über Paderborn umgeleitet werden, im Regionalverkehr bleibt als schnellste Alternative die eingleisige Weserbahn Herford–Hameln, auf der schon jetzt chaotische Zustände durch überfüllte Züge befürchtet werden. Für 2035 ist eine rund halbjährige Generalsanierung derselben Strecke Minden–Wunstorf angekündigt, weitere kürzere Sperrungen folgen bereits 2027 und 2028. Der VCD Landesverband Niedersachsen und der VCD Kreisverband Minden-Lübbecke-Herford warnen: Ohne rechtzeitigen Ausbau der beiden potenziellen Umleiterstrecken Weserbahn und Minden–Nienburg droht auch die Generalsanierung 2036 im Chaos zu enden.

„Wir haben jetzt noch Zeit genug, um die ohnehin geplante Ertüchtigung der Umleiterstrecken Weserbahn Löhne–Hameln und Minden–Nienburg zu beschleunigen und konkrete Maßnahmen einzuleiten. Nur wenn die Kapazitäten auf diesen Strecken erweitert werden, können die großen Fahrgastströme zwischen Ostwestfalen und Hannover während der Generalsanierung Minden-Wunstorf planbar, komfortabel und zuverlässig auf der Schiene statt in Bussen auf der Straße bleiben. Der Bund ist jetzt in der Pflicht, die Planungen für diese zwei Bahnprojekte zügig umzusetzen und die notwendigen Haushaltsmittel bereitzustellen.“

Kay Rabe von Kühlewein, stellvertretender Landesvorsitzender des VCD Niedersachsen

Thomas Dippert, Kreisvorsitzender des VCD Minden-Lübbecke-Herford ergänzt:

„Der Ausbau der sogenannten Natobahn Nienburg–Minden auf 120 km/h und der Überholbahnhof Leese sind im Bedarfsplan des Bundes bereits vorgesehen und für den Umleiterverkehr 2035 unverzichtbar. Ergänzend muss bei der Weserbahn der Nahverkehrshalt Eisbergen umgesetzt werden sowie ein Wiederaufbau des zweiten Gleises zwischen Weserbrücke bis Veltheim organisiert werden. Bei zügiger Bereitstellung der Mittel aus dem Bundeshaushalt sowie beschleunigter Planung und Bau können diese Streckenertüchtigungen zur Generalsanierung 2036 fertig sein. Für die aktuelle Sperrung bzw. die Sperrung der Strecke Minden–Hannover 2027/2028 sollte für den völlig überlasteten Verkehr auf der RB77 zwischen Löhne und Hameln zudem über die Beschaffung zusätzlicher Lint41-Triebzüge zur Verhinderung voller Züge nachgedacht werden. Insbesondere ist einzuplanen, dass schon Ende 2027 auch in NRW verfügbare Akku-Triebfahrzeuge des spanischen Herstellers CAF in Ostwestfalen den Notdienst” des Umleiterverkehrs übernehmen, bevor sie im Niederhein-Münsterlandnetz ihren finalen Einsatzort finden.“

Im aktuellen Bundeshaushalt ist für das Jahr 2027 für die Bundesschienenwege nur ein leichter Mittelaufwuchs für Aus- und Neubau erkennbar. Für eine echte nachhaltige Finanzierung fordert der VCD gemeinsam mit vielen weiteren Verbänden die Errichtung eines Eisenbahnfonds zur überjährigen Finanzierung der Schiene. Im Kontext der Ertüchtigung der beiden Umleiterstrecken wird der VCD mit vielfältigen Aktionen in den kommenden Monaten für die beschleunigte Umsetzung werben.

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