Für die Fahrgäste auf der Bahnstrecke München – Buchloe – Memmingen – Lindau stehen schwierige Zeiten bevor: Das Eisenbahnunternehmen Arverio, das dort mit den Linien RE 96, RE 72 und RB 92 Regionalverkehr im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Landes Baden-Württemberg betreibt, befürchtet aufgrund einer Vielzahl von Baustellen der DB InfraGO Schlimmes. Denn ab dem 13.8. bis mindestens 16.11. fallen täglich an irgendeinem Abschnitt der Strecke Züge aus, teilweise auf mehreren Abschnitten zur gleichen Zeit.
„Das alles ist überhaupt nicht fahrgastfreundlich geplant“, stellt Arverio-Geschäftsführer Arno Beugel fest. „Wir sehen immer mehr kurzfristig angekündigte Baustellen. Und wenn die Bauarbeiten fertig sind, erleben wir häufig, dass die Langsamfahrstellen mit dem reduzierten Tempo nicht beseitigt sind und wir weiter mit verlängerter Fahrzeit oder einem Ersatzverkehr mit Bussen fahren müssen. Wir können hier kein Konzept erkennen, wie die Strecke wieder in den Tritt kommen soll. Aus unserer Sicht ist das Flickschusterei.“ Herausragendes Negativ-Beispiel ist, dass auf dem zweigleisigen Streckenabschnitt zwischen München und Buchloe während des Oktoberfestes mit dem bekanntermaßen sehr großen Fahrgastandrang nur ein Gleis befahrbar sein soll und dementsprechend viele Züge ausfallen müssen. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen vom und zum Münchner Hauptbahnhof kann in dieser Zeit nicht besonders gut gelingen; auch die Fahrgastinformationen werden aufgrund der verwirrend vielen, sich zeitweise zeitlich überlagernden und teilweise täglich wechselnden gesperrten Streckenabschnitte nicht sehr übersichtlich und gut verständlich aufbereitet sein können.
Arverio begrüßt es sehr, wenn die DB InfraGO an der Strecke notwendige Bauarbeiten vornimmt, kritisiert allerdings die Vielzahl offenkundig schlecht koordinierter Arbeiten, die aufgrund ihrer großen Zahl und der teilweise zusätzlichen kurzfristigen Ankündigung weiterer Streckensperrungen enorme Auswirkungen für die Fahrgäste haben werden.









