Der spanische Fahrzeughersteller CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A.) hat auf der InnoTrans in Berlin erstmals einem internationalen Fachpublikum den neuen batterieelektrischen Triebzug für das nordrhein-westfälische Niederrhein-Münsterland-Netz vorstellt. Gemeinsam mit Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) setzt CAF damit eines der größten Beschaffungsprojekte für alternative Antriebe im deutschen Schienenpersonennahverkehr um. Die neuen Züge sollen künftig Dieselzüge auf Strecken ohne durchgehende Oberleitungen ersetzen und dort einen lokal emissionsfreien Schienenverkehr ermöglichen. Insgesamt beschaffen VRR und NWL 76 batterieelektrische Fahrzeuge vom Typ Civity BEMU.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer besucht CAF-Stand
Die besondere Bedeutung des Projekts unterstrich auch der Besuch von Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, am CAF-Stand. CAF, VRR und NWL präsentierten ihm die technischen Besonderheiten der neuen Fahrzeuggeneration und erläuterten, wie die Züge künftig die Mobilität am Niederrhein und im westlichen Münsterland verbessern sollen.
„Mit den neuen Batteriezügen schaffen wir die Voraussetzungen für einen klimafreundlicheren Schienenverkehr auf Strecken, die heute noch nicht durchgehend elektrifiziert sind und auf denen bislang noch Dieselzüge unterwegs sind. Hierfür wird die Infrastruktur aktuell für die Anforderungen der neuen Fahrzeuge vorbereitet, um zukünftig einen stabilen Betrieb im Niederrhein-Münsterland-Netz zu ermöglichen. Denn für die Fahrgäste zählt am Ende nicht allein, welche Technologie den Zug antreibt. Sie erwarten vielmehr, dass die Züge zuverlässig fahren, ausreichend Platz bieten und ein komfortables Reisen ermöglichen.“
Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR
Betriebsaufnahme rund um Duisburg Ende 2027 geplant
CAF entwickelt die Fahrzeuge auf Basis seiner Civity-Plattform. Das Unternehmen greift dabei auf langjährige Erfahrungen mit batterieelektrischen Antrieben zurück und fertigt zentrale Komponenten der Energiespeichersysteme selbst. Die Züge bieten Fahrgästen zudem eine moderne Ausstattung, die für die SPNV-Kunden im Niederrhein-Münsterland-Netz den Komfort wesentlich verbessert. Dazu gehören zusätzliche Sitzplatzkapazitäten, WLAN, Steckdosen, digitale Fahrgastinformationen, geräumige Einstiegsbereiche sowie barrierefreie Zugänge. In den Mehrzweckbereichen finden Fahrgäste mit Fahrrad, mobilitätseingeschränkte Personen mit Rollator oder Rollstuhl sowie Reisende mit Kinderwagen ausreichend Platz.
Die neuen Züge sollen im VRR zunächst auf den Linien RB 31, RB 36 und RE 44 rund um Duisburg zum Einsatz kommen. Der Betriebsstart ist dort nach derzeitigem Planungsstand für Ende 2027 vorgesehen. Ende 2028 soll der RE 10 folgen. Weitere Fahrzeuge werden auf Linien im Verkehrsgebiet des NWL eingesetzt.









