Die zuständigen politischen Gremien von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), go.Rheinland, Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) haben die Vergabeentscheidung für das Teilnetz B des Rhein-Ruhr-Express (RRX) getroffen. Das Netz umfasst fünf nachfragestarke Regionalexpress-Linien. Die Betriebsaufnahmen erfolgen gestaffelt im Dezember 2031 und Dezember 2032. Die Aufgabenträger haben nach einer vorherigen Markterkundung sowie im Verhandlungsverfahren ihre Vergabeunterlagen so weiterentwickelt, dass die Qualität bei Fahrzeugen und im Betrieb weiter erhöht, die Kalkulationsrisiken minimiert und der Gestaltungsspielraum der Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) gewahrt bleiben. So konnten sowohl bei den EVU als auch bei den Fahrzeugherstellern eine hohe Anzahl an Verfahrensbeteiligten gewonnen und bei hoher Qualität wirtschaftliche Ergebnisse erzielt werden.
Gesamtvolumen von über zehn Millionen Zugkilometern pro Jahr
Die ausgeschriebenen Verkehrsleistungen umfassen ein Gesamtvolumen von über zehn Millionen Zugkilometern pro Jahr und werden in zwei Losen vergeben. Das Los 1 umfasst die Linien RE 2 Düsseldorf – Essen – Münster – Osnabrück, RE 3 Düsseldorf – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm und RE 45 Essen – Münster.
Diese Linien sollen künftig von der DB Regio AG (DB) betrieben werden. Für den Betrieb wird die DB 34 vierteilige Fahrzeuge vom Typ Eurocaravaggio von Hitachi mit jeweils 370 Sitzplätzen beschaffen. Während der Vertragslaufzeit ist in Abhängigkeit des RRX-Ausbaus vorgesehen, die Linie RE 3 über Düsseldorf hinaus bis zum Köln/Bonner Flughafen zu verlängern. Auf den Linien RE 2 und RE 3 werden die Züge überwiegend in Doppeltraktion verkehren und somit deutlich mehr Sitzplätze je Fahrt angeboten als bisher. Bei der Linie RE 45 handelt es sich um die nur zwischen Essen und Münster verkehrenden Fahrten der Linie RE 42.
Das Los 2 mit den Linien RE 7 Krefeld – Köln – Wuppertal – Hagen – Hamm – Münster – Rheine und RE 42 Mönchengladbach – Krefeld – Essen – Münster soll künftig von der WfB Regionalverkehr GmbH & Co. KG (WestfalenBahn) betrieben werden. Dafür beschafft die Westfalenbahn 16 sechsteilige Fahrzeuge vom Typ KISS MIX von Stadler mit jeweils 630 Sitzplätzen. Auch auf diesen stark nachgefragten Linien werden künftig deutlich mehr Sitzplätze angeboten.
Die Linien RE 2, RE 42 und RE 45 nehmen im Dezember 2031 den Betrieb auf. Die Betriebsaufnahme der Linien RE 3 und RE 7 ist für Dezember 2032 vorgesehen. Die beiden Verkehrsverträge haben jeweils eine Laufzeit bis Dezember 2046. Der finale Zuschlag kann frühestens nach Ablauf der gesetzlichen Wartefrist von zehn Kalendertagen erteilt werden.
Fahrzeugfinanzierung mit günstigen Kommunalkreditkonditionen und neuer Vertrag für Ersatzteilversorgung sowie technischen Support
Die insgesamt 50 Neufahrzeuge werden von den EVU ausgewählt und beschafft und von den nordrhein-westfälischen Aufgabenträgern finanziert. Sie gehen somit auch in das Eigentum der Aufgabenträger über und sind für einen Einsatz von 30 Jahren auf den Linien vorgesehen. Zur Finanzierung der Fahrzeuge werden Darlehensverträge zu günstigen Kommunalkreditkonditionen abgeschlossen. Erstmals haben die Aufgabenträger einen „Ersatzteilversorgungs- und Technischer-Support-Vertrag“ vorgegeben, der zwischen EVU und Fahrzeughersteller geschlossen wird. Der Vertrag soll die Ersatzteilversorgung für die Fahrzeuge über den Lebenszyklus sicherstellen und den Fahrzeughersteller in Schulungen sowie Instandhaltungsprozesse einbinden. Somit soll eine bestmögliche Verfügbarkeit der Fahrzeuge ermöglicht werden.









