Die Metropolregion Hamburg hat das Potenzial und das bestehende Angebot für Bikesharing in der Region analysiert. Zum Abschluss des Projekts „Bikesharing als Teil der vernetzten Mobilität“ liegt nun ein Leitfaden vor, der Kommunen bei der Planung, Kalkulation und Einführung regionaler Angebote unterstützt – auch über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg.
Bikesharing kann insbesondere auf der sogenannten ersten und letzten Meile zwischen Bahnhof, Arbeitsplatz, Wohnort oder touristischen Zielen Lücken im Mobilitätsangebot schließen. Gerade für kleinere und mittlere Kommunen bietet die Zusammenarbeit Vorteile: Gemeinsame Ausschreibungen, abgestimmte Tarife und einheitliche Systeme können Kosten und Aufwand senken.
Potenzialanalyse für die gesamte Region
Ein zentrales Projektergebnis ist eine datenbasierte Potenzialanalyse für die Metropolregion Hamburg. Untersucht wurden die ÖPNV-Erschließung, Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte sowie die Tourismusintensität. Die Ergebnisse zeigen, wo Bikesharing-Angebote besonders sinnvoll sein könnten, und bieten Kommunen eine gemeinsame Planungsgrundlage.
Der Leitfaden enthält Checklisten und Hinweise zu Ausschreibung, Tarifgestaltung, Datenschutz, Marketing, Erfolgskontrolle und Kosten. Ein Rechentool unterstützt bei der Kalkulation von Investitions- und Betriebskosten. Mehr als 30 kommunale Partnerinnen und Partner wirkten an der Erstellung mit.
Vier mögliche Kooperationsräume untersucht
Vertieft betrachtet wurden vier mögliche Kooperationsräume: die Ostseeküste mit Ostholstein und Lübeck, der Raum Buxtehude mit Teilen des Alten Landes und Neu Wulmstorf, der Raum Seevetal, Rosengarten, Buchholz und Stelle sowie Cuxhaven und sein Umland.
Klare Ziele und verlässliche Finanzierung entscheidend
Eine zentrale Empfehlung des Leitfadens lautet, zunächst zu klären, welche Mobilitätsprobleme Bikesharing vor Ort lösen soll. Erst danach sollten Kommunen über Fahrräder, Stationen, Tarife und Betrieb entscheiden.
Dabei gilt der Grundsatz „Dichte schlägt Fläche“: Zusammenhängende Netze an wichtigen Alltagsorten sind meist sinnvoller als wenige Fahrräder, die über ein großes Gebiet verteilt sind.
Entscheidend ist zudem eine langfristig gesicherte Finanzierung. Fördermittel können den Aufbau unterstützen, ersetzen jedoch nicht die Finanzierung des laufenden Betriebs. Empfohlen werden außerdem feste Ausleihstationen, einfache Tarife, offene Datenschnittstellen und eine enge Verknüpfung mit Bus und Bahn.
Kommunen können weitere Planungen starten
Mit der Potenzialanalyse und dem Leitfaden verfügen die Kommunen der Metropolregion Hamburg über eine gemeinsame Grundlage, um geeignete Standorte und mögliche Kooperationen mit Nachbarkommunen, Verkehrsunternehmen und der Tourismuswirtschaft zu prüfen.
Die Projektergebnisse wurden am 3. November 2026 in Bad Oldesloe vorgestellt und mit Fachleuten sowie kommunalen Vertretern diskutiert.









