Aufgrund akutem Fahrzeugmangel muss die S-Bahn Hannover mit deutlich weniger Fahrzeugen auskommen. Dies führt dazu, dass nahezu alle S-Bahn-Linien weniger Fahrgäste befördern können. Zudem kommt es für Fahrgäste durch Ausfälle ganzer Linien und vollen Zügen zu deutlich längeren Fahrzeiten. Mittlerweile ruft die S-Bahn Hannover selbst dazu auf, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Der VCD kritisiert die unhaltbare Situation für die Fahrgäste und fordert die Aufgabenträger auf, ihre Steuerungswirkung bei der S-Bahn aus dem Verkehrsvertrag stärker wahrzunehmen.
„Aktuell erreichen uns so viele Kundenbeschwerden wie nie zur S-Bahn Hannover. Von einem desolat organisierten Schienen-Ersatzverkehr zwischen Minden und Hannover aufgrund von Bauarbeiten, über immer mehr ausfallende oder zu kurze Züge in der Rushhour ist alles dabei. Gerade die zu kurzen Züge bauen aufgrund des Fahrgastwechsels zumeist auch noch deutliche Verspätungen auf. Uns liegen Berichte von Schülerinnen und Schülern vor, die aufgrund der anhaltenden Probleme zu spät zum Unterricht kamen, von Menschen, die wichtige berufliche Termine kurzfristig verschieben mussten oder auch von Reisenden, die immer wieder Anschlussverbindungen im Fernverkehr am Hauptbahnhof in Hannover verpassen. Die Konsequenz dieser mangelhaften und sich verschlimmernden Betriebsqualität muss daher eine deutliche Antwort der Aufgabenträger Region Hannover, Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zur Folge haben“, so Kay Rabe von Kühlewein, stellvertretender Landesvorsitzender des VCD Landesverband Niedersachsen.
Die S-Bahn Hannover erklärt die aktuell auftretenden Probleme mit technischen Störungen, Herausforderungen bei der Fahrzeugbeschaffung, herausfordernden internen Prozessen und Schäden durch die Schieneninfrastruktur. Zwar werden Werkstattkapazitäten verstärkt und mehr Ersatzfahrzeuge verstärken die Flotte, aus Sicht des VCD verstärkt sich allerdings der Eindruck, dass die Transdev als Betreiber der S-Bahn Hannover mit dem Betrieb zunehmend überfordert scheint.
„Es ist ein Alarmsignal, wenn ein Verkehrsunternehmen seine Kunden auffordert, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Trotz neuer Geschäftsführung und Bemühungen seitens der Politik sehen wir als Fahrgäste keine wirkliche Besserung. Die Aufgabenträger müssen jetzt klarmachen, dass Transdev Hannover seine deutlichen Managementprobleme bei der Fahrzeugbeschaffung in den Griff bekommen muss. Im Zentrum stehen muss jeweils, wie die Belastungen für die Fahrgäste so gering wie möglich gehalten werden. Auch die Kündigung des Verkehrsvertrags darf kein Tabu mehr sein“, so Rabe von Kühlewein abschließend.









