Mit großem Unverständnis hat Abellio die Entscheidung der DB Regio zur Kenntnis genommen, gegen die eindeutige Entscheidung der Vergabekammer Baden-Württemberg vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe sofortige Beschwerde einzulegen. Die Vergabekammer hatte am 18. Februar 2016 die Entscheidung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), der Abellio Rail Südwest GmbH den Zuschlag für das Los 1 Neckartal des Stuttgarter Netzes zu erteilen, bestätigt und den Nachprüfungsantrag umfassend abgelehnt.
Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio GmbH: „Wir hatten die Deutsche Bahn nach der eindeutigen Entscheidung dazu aufgerufen, von einer gerichtlichen Überprüfung abzusehen, damit nach der dreimonatigen Verzögerung nun endlich die Vorbereitungen zur Betriebsaufnahme beginnen können. Zum fairen Wettbewerb auf der Schiene, der immer wieder von der DB proklamiert wird, gehört auch, klare Niederlagen zu akzeptieren. Offenbar hat hier ein Umdenken stattgefunden, denn durch jede zeitliche Verzögerung verdient am Ende die DB. Verlierer sind das Land und die Steuerzahler, da für die Übergangszeiten teure Tarife zu bezahlen sind[…].“
Quelle: Abellio
Erhaltungs- und Modernisierungsbedarf bei NE-Bahnen wächst
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat zum vierten Mal seit 2009 eine Umfrage zum Investitionsbedarf für die Infrastruktur der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) durchgeführt. An der Befragung haben sich etwa 50 NE-Bahnen beteiligt und insgesamt rund 250 konkrete Maßnahmen benannt, durch die die Qualität des deutschen Schienennetzes insgesamt deutlich verbessert werden könnte. Vor allem bei der Erneuerung und Modernisierung, aber auch bei Aus- und Neubau der nichtbundeseigenen Schieneninfrastruktur wächst der Investitionsbedarf: „Bei der Mehrzahl der Projekte handelt es sich um Vorhaben, die zwingend umgesetzt werden müssen, um den Bestand der Infrastruktur überhaupt zu sichern. Die NE-Bahnen bewirtschaften inzwischen über 4.000 Kilometer des deutschen Schienennetzes und erfüllen damit eine wichtige Funktion für die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems Eisenbahn“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.
Kleinere Maßnahmen für bessere Qualität
Die Vorschläge der NE-Bahnen zeichnen sich dadurch aus, dass es sich oftmals um kleinere Maßnahmen handelt, die jedoch zu deutlichen Qualitätsverbesserungen im Schienennetz führen: zum Beispiel der zweigleisige Ausbau kurzer Streckenabschnitte, der zur Verkürzung von Fahr- und Wartezeiten führt oder der Einbau elektrischer Weichensteuerungen, um das Umstellen der Weichen vom fahrenden Fahrzeug aus zu ermöglichen und dadurch den Betriebsablauf zu beschleunigen. „Alle diese Vorschläge sind sinnvoll, weil sie aus der täglichen Praxis kommen. Und auch die Kosten dafür sind im Vergleich zu anderen Infrastrukturinvestitionen überschaubar, aber dennoch zu hoch, um vom betroffenen Unternehmen selber übernommen zu werden. Denn die meisten NE-Bahnen sind kleine und mittelständische Unternehmen, die an dieser Stelle auf finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen sind“, erklärt Wolff.
Finanzierungsgesetz: wichtiger Baustein mit Startschwierigkeiten
Seit Ende 2013 beteiligt sich der Bund deshalb jährlich an den Investitionskosten für den Bestandserhalt der NE-Infrastruktur. Im „Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetzes“ (SGFFG) legte die Regierung damals fest, die private Eisenbahninfrastruktur zunächst mit jährlich 25 Millionen Euro mitzufinanzieren. Allerdings bekommen die Unternehmen aus diesem Topf maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten für ihre Projekte erstattet. Den Rest, so das berechtigte Ansinnen des Bundes, sollen die Länder durch eigenes Geld kofinanzieren. „Diese Kofinanzierung funktioniert leider bislang nur in Niedersachen und ist in Rheinland-Pfalz vorgesehen. Sie ist aber ein zentraler Erfolgsfaktor für weitere Verbesserungen der NE-Infrastrukturen in allen Bundesländern. Denn selbst wenn der Bund 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt, bleibt die andere Hälfte der Kosten momentan bei den Unternehmen hängen. Und das überfordert viele“, so Wolff. Der VDV appelliert daher an die Bundesländer, zeitnah in die Mitfinanzierung der NE-Infrastruktur einzusteigen, „sonst vergibt man unnötig die Chance, mit relativ geringen Eigenmitteln Fördergelder des Bundes für die Sicherung der Bestandsinfrastruktur im Eisenbahnnetz des eigenen Landes zu mobilisieren“, erklärt Wolff.
Die aktuelle Maßnahmenliste des VDV zum „Investitionsbedarf für Infrastrukturen der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen“ finden Sie hier.
Deutlich mehr Fahrgäste: Ein Jahr PlusBus „Hoher Fläming“
Das PlusBus-Konzept im Landkreis Potsdam-Mittelmark weist gut ein Jahr nach der Einführung eine positive Bilanz auf: So ist die Zahl der Fahrgäste auf den drei neuen PlusBus-Linien „Hoher Fläming“ um durchschnittlich rund 10 Prozent gestiegen. In Städten wie Brandenburg a. d. H. und Lehnin fuhren sogar zwischen 25 und 50 Prozent mehr Menschen mit dem Bus als zuvor. Verkehrsministerin Kathrin Schneider, Landrat Wolfgang Blasig, Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) und Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) stellten in Potsdam die Ergebnisse der Fahrgastzählung und –befragung nach einem Jahr PlusBus „Hoher Fläming“ vor.
PlusBus bedeutet Stundentakt und Wochenendbedienung
Im Dezember 2014 starteten bei der Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) im Landkreis Potsdam–Mittelmark die ersten drei PlusBus-Linien im Land Brandenburg. PlusBus in Brandenburg bedeutet Stundentakt von 6 bis nach 18 Uhr, maximale Übergangszeit innerhalb von 15 Minuten zwischen Bahn und Bus und Wochenendbedienung. Fuhren die Busse im Landkreis Potsdam-Mittelmark vorher vor allem ausgerichtet auf die Bedürfnisse des Schülerverkehrs (werktags, morgens, nachmittags, außerhalb der Schulferien), fahren sie seit der Einführung des PlusBus-Konzeptes tagsüber einen vollständigen Stundentakt und häufiger in den Abendstunden und am Wochenende. Zur Evaluation des PlusBus-Konzeptes führten der VBB und die VGB Fahrgastzählungen und –befragungen vor und ein Jahr nach der Umstellung des Linienbuskonzeptes durch. Befragt wurden jeweils rund 3.000 Fahrgäste nach ihrem Fahrtzweck, der Häufigkeit der Fahrt, ihrer Zufriedenheit und zu Verbesserungswünschen.
Bereits im ersten Jahr 62.000 mehr Fahrgäste im PlusBus
Im Jahr 2014 wurden auf den Linien 553, 580 und 581 werktags rund 670.000 Fahrgäste gezählt, nach der Umstellung des Linienbus-Konzeptes mit den PlusBus-Qualitäten stieg die Zahl der Fahrgäste im Jahr 2015 auf rund 730.000 Fahrgäste, eine deutliche Steigerung um rund 10 Prozent. Vor allen in den Tagesrandlagen und in den vorherigen „Stundenlücken“ gab es deutliche Zuwachszahlen. Diese positive Entwicklung entspricht auch den vorrangig geäußerten Wünschen der Fahrgäste: Mehr als 80 Prozent der Befragten schätzen „häufige Fahrten“ als „sehr wichtig“ ein, mehr als 60 Prozent wünschen sich auch ein gleichbleibendes Fahrplanangebot in den Schulferien, in den Randlagen und am Wochenende.
Verbesserte Umsteigezeiten – gestiegene Fahrgastzahlen
Durch bessere Bus-Bahn-Verknüpfung mehr Umsteiger im Verbund Neben dem Stundentakt ist auch die optimale Umsteigebeziehung zwischen Bus und Bahn ein weiteres Qualitätskriterium der PlusBus-Linien. Definiert wurde eine maximale Übergangszeit von 15 Minuten inklusive Wegezeit. Nach einem Jahr PlusBus-Erfahrung in Potsdam-Mittelmark zeigt sich, dass deutlich mehr Fahrgäste mehrere Verkehrsmittel nutzen und Wege mit Umstieg zurücklegen. Allein auf der PlusBus-Linie 580 (Bad Belzig – Golzow – Lehnin – Werder – Potsdam Hbf.) stiegen 46 Prozent mehr Fahrgäste zwischen dem PlusBus und anderen Bussen oder Straßenbahnen um. Der Anteil der Fahrgäste, die vom Regionalzug in den PlusBus umsteigen, stieg um 25 Prozent.
Quelle: VBB
ITCS-Lösungen, Betriebshofmanagement und Online-Monitoring
Die Verkehrsautomatisierung Berlin GmbH zeigt in Halle 1 auf dem Stand E6 der Metric mobility solutions AG Highlights aus dem eigenen Produktsegment "VABnet". "VABnet" bietet unter anderem modulare ITCS-Lösungen für Bus, Straßenbahn und Vollbahn-Verkehrssysteme und integrierte Betriebsführungslösungen für Verkehrsunternehmen durch die Verbindung der Depot- und Streckenprozesse.
Besucher können sich auch die Themen Betriebshofmanagement und Fahrzeugortung ("VABdepot"), Technische Leitstelle und Online-Monitoring von Infrastrukturdaten ("VABtrack") und Abonnement- und Ticketingtechnologien zur Verwaltung des Schülerverkehrs ("VABcon") informieren.
PSI mit neuer Leitsystem-Generation
Die PSI Transcom GmbH zeigt auf der IT-Trans in Karlsruhe (Stand F15 in Halle 1), ihr neues integriertes Betriebsleit- (ITCS) und Betriebshof-Management-System (BMS) "PSItraffic", das die zentrale Erfassung und Aufbereitung sämtlicher betrieblicher Daten ermöglichen soll.
Alle Informationen aus dem Fahrbetrieb und aus dem Betriebshof fließen zentral in "PSItraffic" zusammen und stehen unternehmensweit zur Verfügung. Für den Betrieb, den Fahrzeug- oder den Personaleinsatz haben so die zuständigen Mitarbeiter den Überblick über die gesamten Prozesse, um zeitnah Entscheidungen zu treffen. Die spezifischen Abläufe werden in grafischen Sichten und konfigurierbar abgebildet. Transparente Abläufe zeigen Optimierungspotentiale auf und bieten Spielraum für Kostensenkungen.
Wireless Router für Bus und Bahn
Neue sowie bewährte Wireless Router für den Einsatz im Schienen- und Straßenverkehr stellt NetModule auf der IT-TRANS am Stand A12 vor. WLAN und Entertainment für die Fahrgäste bietet auch das neueste Produkt der „NB3800 Railway Router". Entsprechend für den Einsatz im Zug zertifiziert und ausgerüstet mit mehreren LTE-Mobilfunkmodems und WLAN-Modulen nach dem neuesten Standard IEEE 802.11ac bringt das Gerät das Internet in die Fahrzeuge. Auch neuist die Kommunikationsplattform "NB3711". Alle Router der NetModule sind modular aufgebaut. Dies ermöglicht individuelle Lösungen, wie beispielsweise den Einsatz mehrerer LTE-Module, um Kanalbündelung, transparentes Umschalten zwischen mehreren Anbietern oder Redundanz zu realisieren.
Init zeigt Erweiterungen im Bereich Ticketing
Fachbesucher aus dem In- und Ausland können sich am Init Messestand E2 in Halle 1 unter anderem neue Produkte im Bereich Ticketing zeigen lassen. Im Fokus stehen die neuen Generationen und Erweiterungen des „MOBILEvario“ Hintergrundsystems, des kombinierten Fahrscheindruckers und PC-basierten Bordrechners „EVENDpc“ und des elektronischen Entwerters „PROXmobil“. Der neue „PROXmobil3“ bietet beispielsweise im Vergleich zu seinem Vorgänger eine leistungsfähigere Rechnerplattform für kürzere Transaktionszeiten und zeichnet sich durch eine kompakte Bauweise aus, was eine Nutzung auch bei begrenzten Platzverhältnissen zulässt. Von Fahrgästen genutzt werden können sowohl Smartcards, als auch NFC-fähige Smartphones, kontaktlose Kreditkarten nach dem EMV Standard und Barcodetickets. Darüber hinaus ist der Entwerter auch für den Außeneinsatz verfügbar.
Sichere Kommunikation und Verwaltung von Daten
Die telent GmbH – ein Unternehmen der euromicron Gruppe – stellt auf der IT-Trans Ansätze für smarte urbane Verkehrsinfrastrukturen vor. Dabei stehen unter anderem die Bereiche Leitstellenkommunikation und Cyber-Sicherheit in Halle 1 am Stand F6 im Blickpunkt.
Um die Sicherheit für Fahrgäste und Mitarbeiter zu gewährleisten, ist ein hochverfügbares und unter Sicherheitsaspekten strukturiertes Betriebsnetz für die Kommunikation aller Geräte und Komponenten miteinander erforderlich. Dies umfasst zum Beispiel Videoüberwachung, Notrufsprechanlagen, Signale und die Zusammenführung und Verwaltung der Video- und Sprachdaten in einer Leitstellenzentrale. Ermöglicht wird dieses in erster Linie durch sichere IP-basierte Anwendungen. Mit „Mica“ (Modulare Informations-, Kommunikations- und Anwendungsplattform) hat telent eine moderne Soft- und Hardwareplattform für den Leitstand einer Sicherheits- und Servicezentrale entwickelt. Mit „telent PMR“ unterstützt das Unternehmen die Betreiber von kritischen Infrastrukturen bei der betrieblichen Funkkommunikation.
Weiterentwickelte Ticketautomaten
Auf der IT-Trans in Halle 1 / Stand F 4 zeigt ICA eine Weiterentwicklung des stationären Ticketautomaten, den „DUALIS 2000 S“. Neben den standardmäßigen Eigenschaften wie der Einhaltung der TSI Norm wird jetzt die verbesserte Stromreduzierung „ECOline+ Technologie“ vorgestellt, die ab jetzt serienmäßig für alle ICA Automaten eingesetzt wird. Außerdem werden neue Ausstattungsmerkmale wie DFI Anzeigen und Bezahlmöglichkeiten sowie ein verbesserter Vandalismusschutz präsentiert.
Trapeze fokussiert sich auf Planung und Information
Trapeze zeigt auf der IT-TRANS in Halle 2, Stand C2, Lösungen auf den Gebieten Planungssysteme, Betriebsleittechnik, Fahrzeugausrüstungen, Fahrgeldmanagement und Fahrgastinformation. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Erweiterungen aus dem Planungs- und ITCS-Bereich.
Zuverlässige Betriebsdaten stellen eine wertvolle Informationsquelle für jedes Verkehrsunternehmen dar, denn sie sind der Schlüssel zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität. Mit dem neuen Tool "Business Intelligence" bietet Trapeze eine passende Lösung an. Einfach zu erstellende Berichte und Analysen bieten einen Überblick über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die neue TDI-Datenschnittstelle von Trapeze (= Traveller Data Interface) erlaubt es Verkehrsbetrieben und weiteren Dienstleistern, den Fahrgästen betriebliche Daten online und in Echtzeit über eine App anzubieten. Die Daten stammen alle aus einer Quelle und sind aus diesem Grund stets aktuell.

