Bus2Bus 2026 in vollem Gange

4.000 Fachbesucher, 60 Busse und 100+ Sessions: Seit gestern trifft sich die Busbranche auf der Bus2Bus 2026 in Berlin. 156 Aussteller zeigen ihre Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr, die Langstrecke und die Bustouristik. Rund 4.000 Fachbesucher werden erwartet. Die Fachmesse bündelt Marktüberblick, Innovation und Praxis und schafft Orientierung für strategische Entscheidungen.

Die Branche befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Emissionsfreie Antriebe, Digitalisierung und Fachkräftesicherung stellen Unternehmen vor komplexe strategische Entscheidungen. Die Bus2Bus setzt genau hier an: als Ort, an dem sich Perspektiven bündeln, Lösungen greifbar werden und Orientierung entsteht. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) bringt die Messe Verkehrsunternehmen, Industrie, Politik und Technologieanbieter in den direkten Austausch und unterstützt fundierte Investitionsentscheidungen.

Marktüberblick und konkrete Entscheidungsgrundlagen

Die Aussteller decken die gesamte Wertschöpfungskette der Busmobilität ab – von Fahrzeugen über Infrastruktur bis hin zu digitalen Systemen und Services. Für Fachbesucher bedeutet das vor allem eines: Vergleichbarkeit. Technologien lassen sich nicht nur betrachten, sondern im betrieblichen Kontext einordnen. Gespräche entstehen dort, wo Investitionsentscheidungen vorbereitet werden – direkt zwischen Herstellern, Betreibern und politischen Akteuren.

Praxisfokus: Technologien im Einsatz erleben

60 Busse werden in den Hallen und auf dem Außengelände Bedingungen präsentiert – vom autonomen Kleinbus bis zum modernen Reisebus. Der Ansatz ist bewusst praxisnah: Fahrzeuge werden nicht isoliert gezeigt, sondern im Einsatz erlebbar gemacht. Wie auf anderen Branchenveranstaltungen spielt auch das Autonome Fahren eine Rolle – u.a. durch den Karsan-Bus im Freigelände, der ja scheinbar der erste sein wird mit voller Level 4-Zulassung – zumindest in Norwegen.

Auch die Stände der Hersteller sind in diesem Jahr hochwertiger und teilweise größer ausgefallen, wobei vor allem IVECO und BYD auffallen. Auch die Gebrauchtbusvertreter sind stark vertreten und zeigen, dass viele private Busunternehmen sich hier teilweise eindecken wegen der langen Lieferzeiten für neue Fahrzeuge. Hier ist vor allem Fleequid als neue Online-Plattform zu nennen neben den klassischen Händlern. Interessantester Newcomer ist der tschechische Hersteller SOR, der in Deutschland vor allem im SEV stark ist, aber noch deutlich auf den Diesel setzt.

Impulse für die Zukunft der Mobilität

Über 100 Sessions auf vier Bühnen mit mehr als 120 internationalen Speaker greifen zentrale Branchenthemen auf – von emissionsfreien Antrieben über Digitalisierung bis hin zu neuen Betriebsmodellen und Fachkräftesicherung. Den Auftakt des Bühnenprogramms am 15. April übernahm Fabian Westerheide. Als Autor, Investor und Keynote Speaker zählt er zu den prägenden Stimmen für Künstliche Intelligenz in Europa und gestaltet seit Jahren die Debatte um technologische Souveränität und digitale Zukunft. In seiner Keynote beleuchtete er die strategische Rolle von KI für Wirtschaft und Mobilität und ordnet ein, welche Bedeutung eine eigenständige europäische Position im internationalen Wettbewerb hat. Dabei zeigte er auf, wie Unternehmen KI nicht nur technologisch, sondern auch strategisch nutzen können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Politik im Dialog mit der Branche

Die Bus2Bus 2026 bringt Branche und Politik gezielt zusammen. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) gestaltet die Veranstaltung als ideeller Partner aktiv mit und bietet Fachbesucher eine zentrale Anlaufstelle für Austausch zu aktuellen Branchenfragen und politischen Rahmenbedingungen.

Mit der neuen gut besuchten und programmseitig vielseitig gestalteten Partner Stage rücken Themen in den Fokus, die direkt aus den Regionen und Betrieben kommen. In Zusammenarbeit mit den bdo-Landesverbänden entstanden praxisnahe Diskussionen, in denen Unternehmen und politische Entscheider gemeinsam Lösungen entwickelten. Ein politischer Höhepunkt ist der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am heutigen zweiten Messetag.

Fachkräfte im Fokus: Ohne euch rollt nichts

Neben technologischen Entwicklungen rückt die Bus2Bus 2026 gezielt die Menschen in den Mittelpunkt der Mobilität. Heute findet erstmals der “Busfahrer:in Tag” statt. Das neue Format richtet sich an Nachwuchs- und Quereinsteiger und macht die Bedeutung dieses Berufs sichtbar. Der Tag beginnt mit einem Empfang auf dem grünen Teppich im hub27 und einer gemeinsamen Tour zur Future Forum Stage. Unter dem Motto „Ohne euch rollt nichts“ würdigt die Bus2Bus Fahrerinnen und Fahrer als zentrales Element funktionierender Mobilität – und setzt damit ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit der Branche.

Beim Parlamentarischen Abend des bdo am Vorabend der Messe Bus2Bus stellten Vertreter der Regierungskoalition (Links: Stefan Zierke, Tourismuspolitischer Sprecher SPD) und Hennig Rehbaum (stellvertr. Vorsitzender des Verkehrsausschusses bes Bundestages, CDU) sowie der Opposition mit Stefan Schmidt (nicht im Bild, Sprecher für Tourismuspolitik B’90/Die Grünen) den Fragen von bdo-Geschäftsführerin Christiane Leonard (rechts).

In zwei Hallen präsentieren sich große Konzerne ebenso wie kleine Startups der Busbranche (links). Auch MCV ist auf der Bus2Bus vertreten (rechts).

Der bekannte Influence Michel Schwartz war einer der bekannten Gäste und Content-Creatoren der Bus2Bus, hier im Doppeldecker NEOPLAN Skyliner (links). Der autonome Karsan e-ATAK drehte noch mit Sicherheitsfahrer auf dem Messegelände eine große Runde, nachdem das Unternehmen in Norwegen gerade die Zulassung für Level-4 ohne Fahrer erhalten hatte (rechts).

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