VAG rüstet sich für die nächste Hitzewelle

Mit Blick auf die nächsten sehr heißen Sommertage laufen bei der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg im Straßenbahnbereich intensive Vorbereitungen für eine erneut außergewöhnliche Lage. (Anmerkung: Am Samstag, 27. Juni 2026 musste der Straßenbahnbetrieb eingestellt werden, da Schienen und Fahrzeuge erheblich mit der Fugenmasse Bitumen verklebt waren./ NahverkehrsPraxis berichtete) Die VAG hat einige Maßnahmen festgelegt, um eine erneute solche Situation zu verhindern.

Kontrolle der Schienen und Bahnen

Bereits seit der abschnittsweisen Freigabe der Straßenbahnstrecken ab Mittwoch, 1. Juli 2026 erfolgt eine ständige Kontrolle der Straßenbahnnetzes, die jetzt nochmals aufgrund der zu erwartenden heißen Temperaturen von weit über 30 Grad intensiviert wird. Dies gilt insbesondere für asphaltierte Streckenabschnitte, die auch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden.

Außerdem sind die Fahrer und Fahrerinnen aufgefordert, wie gewohnt frühzeitig Veränderungen am Zustand der Gleise an die Leitstelle zu melden, die dann wiederum die Facheinheiten informiert. Auch die Räder der Straßenbahnen werden nach Betriebsende kontrolliert. Insgesamt geht es bei den Maßnahmen auch um ein Sammeln von Daten und deren Bewertung, um aktuell und künftig die Situation besser einschätzen zu können.

Die VAG setzt wiederum ihren Schienenschleifzug 24/7 ein, also rund um die Uhr. Er wird grundsätzlich das gesamte Netz abfahren, vor allem die asphaltierten Bereiche. Er kann eventuell verschmutzte Bereiche wieder reinigen und so verhindern, dass sich Bitumen an Schienenköpfen und Rädern der Straßenbahnen sammeln und unter anderem weiteres Bitumen mitnehmen.

Die VAG wird zudem asphaltierte Streckenabschnitte mit Wasser besprühen. Dies mit Unterstützung von SÖR und Maschinenring. Es werden Fahrzeuge eingesetzt, die im Winter Salzsole sprühen und jetzt zum Wassersprühen genutzt werden können. Das Besprühen der Schienen soll die Oberflächentemperatur durch Verdunstung reduzieren.
Sollten dennoch Schäden auftreten und Fugen klebrig werden, wird der Gleisbau der VAG die Bitumenstreifen im asphaltierten Bereich sanden und die klebrige Oberfläche dadurch abstumpfen. Dies soll verhindern, dass weich gewordenes Bitumen mitgenommen wird. Zudem wird Bitumen umgehend beseitigt, wenn es sich herauszieht und verteilt.

Einstellung des Betriebes im Extremfall: Ersatzbusse auf Teilstrecken

Sollten die Bitumenfugen wegen des Hitzeentwicklung wieder sehr weich und die Situation im Liniennetz deshalb kritisch werden, behält sich die VAG vor, den Linienbetrieb vorsorglich einzustellen. Für diesen Fall werden wieder Teillinien des Straßenbahnnetzes mit Ersatzbussen bedient, die insbesondere an U-Bahn-Stationen enden. Geplant ist ein 15-Minuten-Takt. Insgesamt sind 23 Busse für den Ersatzverkehr notwendig.
Je nach Entwicklung der Situation können die Straßenbahnen noch den Morgenverkehr bis Mittag oder frühen Nachmittag übernehmen und rücken erst dann in den Betriebshof ein. Die Ersatzbusse werden dann umgehend eingesetzt.
Die Haltepunkte für die Ersatzbusse sind in der Regel am Fahrbahnrand auf Höhe der Straßenbahnhaltestellen. Wenn die Haltestellen je nach Fahrtrichtung an Kreuzungen versetzt sind, sind auch die Ersatzhaltestellen entsprechend „verschoben“.

Die unter Umständen nötige Einstellung des Straßenbahnbetriebes ist eine Vorsichtsmaßnahme, um Schäden am Gleis und an den Fahrzeugen frühzeitig zu vermeiden. Die Beeinträchtigungen dadurch sind weniger massiv, als wenn der Betrieb wiederum für rund zwei Wochen stehen muss. Die Dauer wird auf das Mindestmaß begrenzt.

Ersatzverkehre durch private Busunternehmen und eigene Fahrzeuge
Für den Ersatzverkehr hat die VAG einige Busse privater Busunternehmen verpflichten können. Die VAG wird zudem erneut aus dem Linienbetrieb Fahrzeuge abziehen. Das Angebot auf den regulären Linien wird dabei nur geringfügig eingeschränkt sein.

Geänderter Routenverlauf für einige wenige Buslinien
Mit Blick auf die Bitumenproblematik werden bei Temperaturen über 30 Grad Celsius die Routen einiger Buslinien abschnittsweite geändert. Dies immer dort, wo die Busse die asphaltierte Fahrstrecke der Straßenbahnen nutzen. Die Busse fahren dann wie der Individualverkehr auf der Straße und halten am Fahrbahnrand.

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