Die Investitionen sind hoch, vieles ist Neuland der Umstieg auf Elektromobilität stellt Verkehrsbetriebe vor Herausforderungen. Umso mehr müssen sich die Verkehrsbetriebe auf die Qualität der Elektrobusse verlassen können. Maßgeblicher Qualitäts-Garant beim Mercedes-Benz eCitaro ist seine nahtlose Einbindung in die Fertigung aller Citaro-Busse im Omnibuswerk Mannheim. Er entsteht auf den gleichen Linien nach identischen Prozessen und Qualitätskriterien wie die vieltausendfach bewährte Stadtbus-Familie.
Als Basis der Fertigungsqualität gilt unter Kennern der Rohbau. Hier werden Stahlprofile und Bleche zu einem tragenden Omnibusgerippe verschweißt. Der einzige Unterschied des eCitaro: Er trägt Halteschienen für die späteren Dachaufbauten, vor allem die Batteriepakete. Diese Konstruktion ist abgeleitet vom Citaro NGT mit Gasflaschen auf dem Dach. Für alle Varianten der Citaro Familie ebenfalls identisch ist die kathodische Tauchlackierung (KTL) als wesentlichster Punkt der Korrosionsvorsorge.
In der Montage gilt: eCitaro und Citaro rollen über die gleiche Linie, nur die Arbeitsschritte unterscheiden sich. An einer Hochstation werden Komponenten auf dem Dach montiert, zum Beispiel die Klimaanlage und der Heckträger mit der Kühlanlage der Batterien. Orangefarbige oder schützend orange ummantelte Hochvoltkabel werden verlegt. In der Hauptmontage laufen eCitaro und Citaro im Wechsel über zwei parallele Linien. Ein typischer Schritt für den eCitaro ist das Einbringen des Kühlers hinten links im ehemaligen Motorturm für den Antrieb und die Nebenaggregate.
Eine entscheidende Station folgt im weiteren Durchlauf – die Montage der E-Antriebsachse. Ihr großer Vorteil: Die Aufnahmepunkte entsprechen denen der Portal-Antriebsachse des Citaro. Während ihm der Verbrennungsmotor eingepflanzt wird, bekommt der eCitaro an der identischen Station hinten links eine Baugruppe aus vier Batteriepaketen. Es folgt der Innenausbau. Danach werden die Dachbatteriemodule des eCitaro aufgesetzt und an das Kühlsystem angeschlossen.
Erst kurz vor Ende der Produktion weicht der eCitaro vom gewohnten Prozess ab: In einem abgesperrten Bereich wird die Hochvoltanlage überprüft und in Betrieb genommen. Da die Batterien vorgeladen angeliefert werden, ist das Fahrzeug sofort fahrfähig. Außerdem erhält der eCitaro seine markante Dachrand-Erhöhung und die Aufladung seiner Batterien wird an einer Schnellladestation geprüft. Im Anschluss wird der eCitaro wieder in den gewohnten Prozess eingeschleust und vor allem intensiv getestet.
Nach Bremsenprüfstand, Beregnungstest und gründlicher Endabnahme wird jeder eCitaro sowohl über eine werksinterne Teststrecke als auch über eine etwa 50 Kilometer lange Strecke auf öffentlichen Straßen gefahren. Dabei kontrolliert ihn die unabhängige Qualitätssicherung erneut gründlich. Ob Betriebszustände, Fahrfunktionen oder Geräuschentwicklung – jeder einzelne eCitaro wird auf diesen Fahrten einem umfangreichen Prüfprozess unterzogen. Erst danach ist der eCitaro reif für die Übergabe an den jeweiligen Verkehrsbetrieb – dank der identischen Prozesse auf dem identischen hohen Qualitätsniveau wie andere Citaro.









