27,7 Millionen Euro für umweltfreundliche Mobilität in NRW

Weniger Autoverkehr in den Innenstädten, komfortablere und schnellere Verbindungen für Radfahrer quer durch die Stadt, fußgängerfreundlichere Verkehrsführungen: Nachhaltige Mobilität vor Ort und regional hat viele Facetten. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr fördert die Mobilitätskonzepte der Kommunen je zur Hälfte mit EU- und Landesmitteln. Gleich sieben Förderbescheide mit einem Gesamtvolumen von 27,7 Millionen Euro hat Verkehrsminister Oliver Krischer jetzt an die Kommunen Aachen, Bielefeld, Düsseldorf, Emsdetten, Köln und Paderborn übergeben. Möglich macht dies der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der erstmalig Projekte für städtische und regionale Mobilität mitdenkt. 

Die Kommunen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, gestalten Flächen zugunsten eines umweltverträglichen Verkehrs um oder optimieren mit Hilfe der Digitalisierung die Wege für ÖPNV- und Einsatzfahrzeuge. „Diese Kommunen zeigen, wie die Verkehrswende vor Ort gut klappen kann. Kein anderes Bundesland ist so dicht besiedelt wie Nordrhein-Westfalen, deshalb wollen wir die Vernetzung von Städten und ihrem Umfeld verbessern. Wer Wege von Anfang an umweltfreundlich plant, ob zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn, entlastet die Straßen und schützt das Klima“, erklärt NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer.

Die geförderten Vorhaben der Kommunen im Einzelnen: 

Aachen: Fördersumme: 1,27 Mio. EUR 

Die Städteregion Aachen wird den Verkehr im Bereich des Sportparks Soers entlang der Krefelder Straße neu lenken und die digitale Verkehrserfassung ausbauen. Hierzu werden unter anderem Lichtsignalanlagen modernisiert, mit sogenannten Road-Site-Units zur drahtlosen Kommunikation mit Fahrzeugen ausgestattet und sogenannte On-Board-Units (OBU) für ÖPNV-/ Shuttle-Bussen beschafft. Zusätzlich werden Schnittstellen zur bereits bestehenden Datenplattform mit dem Fokus auf „Echtzeitfähige Mobilität“ aufgebaut, um eine genaue und aktuelle Darstellung des Verkehrsgeschehens zu ermöglichen. Ziel ist eine effizientere und umweltverträglichere Verkehrslenkung insbesondere bei Großveranstaltungen im Bereich der Sportparks Soers – auch mit Blick auf die Weltreiterspiele im August 2026. 

Bielefeld: Fördersumme: 8 Mio. EUR

Die Stadt Bielefeld erweitert mit dieser Förderung den Fahrradbunker am Bielefelder Hauptbahnhof um 600 neue Fahrradstellplätze. Die Fördermaßnahme schließt den Rohbau, barrierefreie Fahrsteige, einen Aufzug sowie die technische Ausstattung der erweiterten Radstation ein. Zudem soll ein einheitliches Zugangssystem für alle gesicherten Fahrradabstellanlagen etabliert werden, das in radbox.nrw eingebunden ist. 

Düsseldorf (Verbundvorhaben): Stadt Düsseldorf: Fördersumme: 3,8 Mio. EUR, Connected Mobility Düsseldorf (CMD): Fördersumme: 1,1 Mio. EUR

In dem Verbundvorhaben „RegioModus“ werden wird von der Stadt Düsseldorf die RadLeitRoute 2 auf einer Länge von 3,7 Kilometern im linksrheinischen Gebiet ausgebaut. Die CMD errichtet vier Mobilstationen, die in der Bankstraße, am Münsterplatz, am Apostelplatz und am Regionalbahnhof Wehrhahn liegen. Neben Bürgerinnen und Bürgern aus Düsseldorf können von der Mobilstation Wehrhahn S auch Menschen aus Solingen, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Köln, Leverkusen, Langenfeld, Neuss, Dormagen oder Bergisch Gladbach profitieren; am Apostelplatz vorwiegend Menschen aus dem Stadtteil Gerresheim oder der Stadt Erkrath. Die Stationen am Münsterplatz oder der Bankstraße nehmen mit einem erleichterten Umstieg auf den ÖPNV gezielt Anwohnende in den Fokus. 

Emsdetten I: Fördersumme: 4,3 Mio. EUR

Mit ihrem ersten Vorhaben setzt die Stadt Emsdetten im Wesentlichen drei Fahrradstraßen um. Die Verkehrsachse am Bahnhof zum Industriegebiet Blumenstraße wird als vorfahrtsberechtigte Fahrradstraße ausgebaut, die Route Grünring / Westring / Droste-Hülshoff-Allee zur Fahrradstraße umgebaut, die Kreuzung Sandufer / Kirchstraße / Wilhelmstraße zugunsten der Bevorrechtigung von Fahrrädern umgestaltet. 

Emsdetten II: Fördersumme: 1,9 Mio. EUR 

Die Stadt Emsdetten möchte die Verkehrsachse Münsterstraße umgestalten. So soll dort ein Minikreisverkehr den Knotenpunkt Münsterstraße / Im Hagenkamp insbesondere für Fahrradfahrende sicherer machen. Gleichzeitig soll der Straßenabschnitt zwischen den Knotenpunkten Münsterstraße / Im Hagenkamp und der Hansestraße / B 481 (Münsterstraße bis Hansestraße) so ausgebaut und ausgestattet werden, dass eine Fahrradstraße entsteht. 

Zusätzlich sollen vier Mobilstationen an den Standorten Bahnhof, Hembergen Mitte, Sinningen Möhring und Ahlintel entstehen. 

Köln: Fördersumme: 6,8 Mio. EUR

Der Fokus des Vorhabens der Stadt Köln liegt in der Umrüstung und Digitalisierung von 35 Lichtsignalanlagen (LSA). Größtenteils im Randgebiet liegende LSA werden auf die sogenannte C-IST Technologie umgerüstet, um ÖPNV- und Einsatzfahrzeuge priorisieren zu können. In den LSA soll die LOC.id-Technologie implementiert werden, um eine Interaktion mit blinden und sehbehinderten Verkehrsteilnehmenden via Smartphone zu ermöglichen. Damit sollen die Verkehrssicherheit erhöht und der Verkehrsfluss optimiert werden.

Paderborn: Fördersumme: 1,6 Mio. EUR

Die Stadt Paderborn wird neue Radabstellanlagen an insgesamt drei der wesentlichsten Standorte für Pendlerinnen und Pendler errichten: ein zweistöckiges Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, eine ebenerdige Radabstellanlage an der Westernmauer sowie eine Radabstellanlage an der ehemaligen Zentralen Omnibushaltestelle an der Marienstraße. Damit sollen über 200 neue, zum Teil gesicherte, Fahrradparkplätze entstehen, auch für Lastenräder. An allen drei Standorten entstehen auch Radboxen, die an das Zugangssystem radbox.NRW angeschlossen werden.

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