2025 waren täglich 1,43 Millionen Reisende mit der SBB unterwegs – so viele wie noch nie – und so pünktlich wie noch nie. Die Neuausrichtung des Güterverkehrs ist gut unterwegs. Der Gewinn fiel mit fast 500 Millionen Franken hoch aus: Die Hälfte ist aber auf Einmaleffekte zurückzuführen.
Die gestiegene Nachfrage sorgte für mehr Erträge im Personenverkehr. Demgegenüber standen höhere Betriebs‑ und Instandhaltungskosten, ein höherer Energieaufwand sowie die rückläufigen Erträge im Güterverkehr. SBB Immobilien konnte erneut ein solides Ergebnis erzielen. Das Jahresergebnis fällt mit 496 Millionen Franken (2024: 275 Millionen Franken) vermeintlich hoch aus. Rund die Hälfte dieses Betrags entfällt aber auf Einmaleffekte – sie resultieren primär aus einer Reduktion der Vorsorgeverpflichtung aufgrund des geringeren Risikos einer künftigen Sanierung der Pensionskasse. Da diese Einmaleffekte keine Cashflows erzeugen, tragen sie nicht zur Reduktion der Verschuldung bei. Operativ liegt die SBB auf Vorjahresniveau.
Die Verschuldung ist dank des einmaligen Kapitalzuschusses des Bundes zur teilweisen Kompensation der Corona-bedingten Ertragsausfälle im Fernverkehr (850 Millionen Franken) und den konsequenten Spar- und Effizienzmaßnahmen der SBB gesunken. Sie beträgt 11,3 Milliarden Franken (2024: 12,1 Milliarden Franken). Trotzdem sind die Schulden nach wie vor zu hoch. Die SBB hat angesichts steigender Kosten zu wenig erwirtschaftet, um die notwendigen Investitionen – wie beispielsweise in Rollmaterial oder Energieanlagen – aus eigener Kraft zu finanzieren. Mittelfristig ist hierfür ein jährlicher operativer Gewinn von rund 500 Millionen Franken notwendig.
Gute betriebliche Leistung und Höchstwert in Pünktlichkeit
Trotz über 20 000 Baustellen konnte die Pünktlichkeit 2025 im Personenverkehr auf 94,1 Prozent weiter verbessert werden (2024: 93,2 Prozent). Der neue Fahrplan in der Westschweiz wirkte sich positiv auf die Pünktlichkeit aus, grosse Totalsperren wurden genutzt, um Bauarbeiten effizient zu bündeln. Die SBB zeigte ihre Leistungsfähigkeit auch bei den zahlreichen Sonderverkehren: Rund 1600 Extrazüge wurden im Eventjahr 2025 eingesetzt.
Zugleich bestehen weiterhin Herausforderungen: Züge aus dem Ausland treffen häufig verspätet in Grenzbahnhöfen wie Basel und Schaffhausen ein. Auch die Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Besorgniserregend ist zudem, dass die Aggressionen gegenüber Mitarbeitenden in der Tendenz gröber werden und die Zahl von Cyberangriffen zunimmt. Die SBB hat die Präsenz der Transportpolizei verstärkt, Bodycams eingeführt, Sicherheitskampagnen lanciert und in die Resilienz des Bahnsystems gegen Cyberbedrohungen investiert.
Motivierte und engagierte Mitarbeitende sind der Schlüssel für eine erfolgreiche SBB. Umso erfreulicher ist die nach wie vor hohe Personalmotivation (2025 und 2024: jeweils 80 von 100 Punkten). Die SBB beschäftigt 35 770 Mitarbeitende, etwa gleich viele wie im Vorjahr (2024: 35 569 Vollzeitstellen). In den Vorjahren hat die SBB Stellen aufgebaut, zum grössten Teil im operativen Bereich, beispielsweise beim Lok- und Zugpersonal. Wo Stellen nicht mehr nötig sind, baut sie die SBB ab.
Güterverkehr richtet sich neu aus
Die Neuausrichtung des Güterverkehrs ist im vergangenen Jahr gestartet. Dafür leisten alle ihren Beitrag: Der Bund unterstützt mit einer befristeten Förderung des Einzelwagenladungsverkehrs, Kunden tragen mit kostendeckenden Preisen und die SBB mit Investitionen, Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen dazu bei.
2025 hat die SBB den kombinierten Verkehr (KV) neu ausgerichtet: Anfang 2026 startete die erste KV-Verbindung gemäss «Suisse Cargo Logistics» auf der Nord-Süd-Achse. Die SBB schloss im vergangenen Jahr zahlreiche Verträge mit wichtigen Transportkunden ab. Die Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung für den Einzelwagenladungsverkehr mit dem Bund war ein weiterer, wichtiger Meilenstein für die im Jahr 2026 bevorstehende Neuausrichtung. Wie viele Stellen von der Transformation im Einzelwagenladungsverkehr betroffen sein werden, wird sich im Frühling 2026 zeigen. Die Neuausrichtung sichert langfristig Arbeitsplätze und eine klimafreundliche Versorgung der Schweiz auf der Schiene.









