PwC E-Bus-Radar 2026

Insgesamt 4.752 Busse mit vollelektrischen Antrieben waren Ende 2025 auf Deutschlands Straßen unterwegs – das waren rund 14 Prozent der gesamten Stadtbusflotte von ca. 35.000 Fahrzeugen. Die Tendenz war  stark steigend. Verkehrsunternehmen haben 2025 insgesamt 1.397 E-Busse neu in Betrieb genommen – fast doppelt so viele wie 2024 (780). Dies sind Kernergebnisse des E-Bus-Radar 2026 von PwC.

Die achte Ausgabe der Analyse stellt die Entwicklung der emissionsfreien Busflotten dar, analysiert ihre regionale Verbreitung sowie Herstellerstrukturen und Preise. Zudem beschreibt der E-Bus-Radar, welche strukturellen Themen die nächste Phase der Antriebswende im ÖPNV prägen werden.

Technologisch dominiert der Batterieantrieb

Von den 4.752 emissionsfreien Bussen, die Ende 2025 in Deutschland im Einsatz waren, fuhr die überwiegende Mehrheit batterieelektrisch (4.034 Busse, ca. 85 Prozent). Hinzu kamen 628 Brennstoffzellenbusse (ca. 13 Prozent) und 90 Oberleitungsbusse (knapp zwei Prozent). Den prozentual stärksten Zuwachs unter den emissionsfreien Antrieben verzeichneten die Brennstoffzellenantriebe. Der Bestand an Brennstoffzellenbussen stieg von 330 Fahrzeugen Ende 2024 auf 628 Fahrzeuge Ende 2025 (+90 Prozent). Bei den batterieelektrischen Fahrzeugen ist der Bestand 2025 gegenüber 2024 um 37 Prozent gestiegen – auf deutlich höherem Gesamtniveau.

Hohe Investitionskosten bremsen den Fortschritt

Auch im Jahr 2025 waren die Anschaffungskosten für Batteriebusse deutlich höher als bei Fahrzeugen mit traditionellem Antrieb. Beispielsweise kostete ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus durchschnittlich rund 580.000 Euro – fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus (rund 310.000 Euro). Hinzu kamen (und kommen) erhebliche Investitionen in Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und die Ertüchtigung von Betriebshöfen.

Angesichts dieser hohen Kosten bleiben Förderprogramme entscheidend, um den Markthochlauf in Gang zu halten: Der für Ende 2030 prognostizierte Bestand emissionsfreier Busse wird dann zu mehr als 60 Prozent mit Bundesförderung beschafft worden sein. Die Nachfrage nach finanzieller Förderung ist enorm: Sämtliche Förderaufrufe der vergangenen Jahre waren stark überzeichnet.

E-Busse sind auch außerhalb der Metropolen angekommen

Ein weiteres Ergebnis des aktuellen E-Bus-Radars: Emissionsfreie Busse sind nicht mehr vor allem in Großstädten unterwegs, sondern in der Fläche angekommen. Im Jahr 2025 waren E-Busse in 222 deutschen Städten und Regionen unterwegs – nach 180 im Jahr zuvor und 90 im Jahr 2020. Damit hat sich die Anzahl der Kommunen, in denen E-Busse im Einsatz sind, in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Deutsches E-Bus-Zentrum blieb im Jahr 2025 Hamburg – mit 709 Fahrzeugen (Hochbahn und VHH). Berlin folgte mit 277 Fahrzeugen auf Platz zwei. Auf Bundesländerebene übertraf Nordrhein-Westfalen erstmals die 1.000er-Marke. Acht der 16 Bundesländer setzten jeweils mehr als 200 emissionsfreie Busse ein. Knapp die Hälfte aller E-Busse war in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bayern im Betrieb.

Mehr als 11.000 E-Busse bis Ende 2030 erwartet

Die aktuell bekannten Planungen der Flottenbetreiber bis 2030 sehen vor, rund 6.400 weitere emissionsfreie Busse zu beschaffen. Damit könnte die E-Bus-Flotte in Deutschland – ausgehend vom heutigen Bestand (4.752 Fahrzeuge) – auf mehr als 11.000 anwachsen. Insgesamt summieren sich die derzeit bekannten Beschaffungsplanungen über alle Antriebsarten hinweg  auf rund 9.660 zusätzliche Fahrzeuge. Das Ziel der Bundesregierung – bis 2030 soll die Hälfte aller Stadtbusse elektrisch fahren – ist damit erreichbar.

Mit zunehmender Elektrifizierung der Busflotte rücken drei strukturelle Themen in den Vordergrund: Erstens wird der Energiebezug zu einer zentralen Stellschraube für die Wirtschaftlichkeit. Zweitens stehen zunehmend auch kleinere und mittelständische Verkehrsunternehmen in ländlichen Regionen vor der Aufgabe, auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. Drittens können stärkere Standardisierung der Fahrzeuge und strukturierte Beschaffungsmodelle dazu beitragen, Skaleneffekte zu heben und den steigenden Preisdruck zu bewältigen.

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