Dieselpreis-Explosion belastet mittelständische Busunternehmen

Die drastische Steigerung der Dieselpreise stellt mittelständische Busunternehmen zunehmend vor enorme finanzielle Herausforderungen. Sollten die Preise weiter steigen, drohen Liquiditätsengpässe, welche die Existenz vieler Betriebe gefährden dürften. Deshalb müssen Auftraggeber jetzt handeln, fordert der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen.

In einem Schreiben vom 23. März an alle Vorstände und Geschäftsführungen der VDV-Mitgliedsunternehmen in NRW sowie die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland wies der NWO auf die kritische Lage der Busbranche und der Auftragsunternehmen im Linien-, Schüler- und Behindertenverkehr hin und appellierte an die Auftraggeberseite, mit den Auftragsunternehmen kurzfristig in Verhandlungen über eine Kompensation der Treibstoffkostenexplosion einzutreten. „Diese Preissteigerungen sind für unsere Betriebe kaum zu stemmen. Diesel macht in den meisten Unternehmen rund 20 Prozent der Betriebskosten aus, und innerhalb der vergangenen vier Wochen ist der Dieselpreis für Großverbraucher um mehr als 50 Prozent gestiegen“, sagt NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch.

Die horrenden Kraftstoffkosten könnten laut Landesverband dazu führen, dass Busse im Linienverkehr, im Schülerspezialverkehr sowie in der Behindertenbeförderung aus finanziellen Gründen nicht mehr betrieben werden können. „Wenn das passiert, dann drohen Busse und Fahrgäste – darunter Schülerinnen und Schüler, Pendler auf dem Arbeitsweg, behinderte Menschen – stehenzubleiben. So weit darf es nicht kommen“, warnt Gladasch.

Um diesem Szenario entgegenzuwirken, empfiehlt der NWO den Rhythmus bestehender Preisanpassungen in Verkehrsverträgen auf monatlich oder vierteljährlich zu verkürzen. In Verträgen, die keine regelmäßige Preisanpassung vorsehen, sollte ein befristeter Treibstoffkostenzuschlag vereinbart werden. Dieser würde aktiviert, sobald der Dieselpreis einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Gladasch: „Beide Maßnahmen sichern die Liquidität unserer Mitgliedsbetriebe und sind bereits nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 bereits angewandt worden. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu handeln.“

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