Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) setzt den eingeschlagenen Weg zur Umstellung ihrer Busflotte auf batterieelektrische Antriebe konsequent fort. Bis zum Jahr 2031 schafft das Unternehmen bis zu 240 weitere batterieelektrische Busse an. Gleichzeitig ergänzt das Unternehmen seine Busflotte um bis zu 150 zusätzliche Fahrzeuge, die flexibel und unabhängig von der betriebseigenen Bus-Ladeinfrastruktur eingesetzt werden können. Damit reagiert die HOCHBAHN auf die steigenden Anforderungen an die Krisenfestigkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg bei gleichzeitigem Fortsetzen ihres strategischen Kurses, dem Ausbau der E-Busflotte.
„Unser Kurs bleibt klar: Wir treiben die Elektrifizierung unserer Busflotte konsequent voran. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung dafür, dass der Nahverkehr auch in Ausnahmesituationen stabil, flexibel und zuverlässig funktioniert.“
Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN
Elektrifizierung als Basis der Flottenstrategie und Einsatz von HVO
Seit 2020 beschafft die HOCHBAHN ausschließlich emissionsfrei angetriebene Busse. Aktuell sind bereits 432 von ihnen im Einsatz – rund 39 Prozent der gesamten Flotte. Mit der Neuanschaffung von bis zu 240 batteriegetriebenen Bussen wird ihr Anteil auf bis zu 60 Prozent weiter deutlich steigen. Die HOCHBAHN geht davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen für eine elektrische Busflotte in den kommenden Jahren weiter verbessern werden.
Parallel dazu werden seit Januar 2026 die bestehenden herkömmlich angetriebenen Fahrzeuge schrittweise auf den Einsatz von HVO-Kraftstoffen umgestellt, um die bilanzierten CO₂-Emissionen auch für den noch nicht auf Batterieantrieb umgestellten Teil der Busflotte deutlich zu reduzieren. Die Elektrifizierung der Busflotte sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Modernisierung der Betriebshöfe bleiben damit zentrale Bausteine der Unternehmensstrategie und leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Hamburg.
Flexible Aufstellung der Busflotte für verschiedene Einsatzlagen
Angesichts der weltpolitischen Lage, der Situation in der Ukraine und globaler Herausforderungen im Energiesektor hat die HOCHBAHN ihre Aufgaben im Bereich Katastrophenschutz und Krisenvorsorge neu bewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass ein möglichst krisenfester und leistungsfähiger Nahverkehr künftig noch stärker auf unterschiedliche Ausnahmesituationen vorbereitet sein muss. Dazu zählen beispielsweise:
- Großflächige Störungen der Energieversorgung (wie bspw. in Kiew)
- Kurzfristig stark steigender Transportbedarf, etwa bei Evakuierungen, in denen Busse lange Laufleistungen erbringen müssen
- Internationale Entwicklungen mit Auswirkungen auf Energie- oder Kraftstoffverfügbarkeiten.
Vor diesem Hintergrund ergänzt die HOCHBAHN ihre Flotte gezielt um Fahrzeuge, die flexibel eingesetzt werden können und kurzfristig in größerer Zahl verfügbar sind. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Herausforderungen zum Öl-Welthandel, dass der konsequente Ausbau der E-Busflotte nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes geboten bleibt. Die weitgehende Elektrifizierung der Flotte bleibt daher das zentrale Ziel der HOCHBAHN.
Zwei Antriebssysteme für maximale Versorgungssicherheit
Die Kombination aus Elektro- und herkömmlich angetriebenen Bussen mit alternativen Kraftstoffen erhöht die Robustheit des Gesamtsystems und steigert einen flexiblen Einsatz. Je nach Lage bieten beide Antriebsformen spezifische Vorteile. Elektrobusse sind der zentrale Baustein zur Erreichung der Klimaziele im ÖPNV. Sie können zudem ihre Stärke ausspielen, wenn Kraftstoffe nur eingeschränkt verfügbar sind oder deren Preise stark schwanken. Eine weitgehend unabhängige Energieversorgung über Strom erhöht in solchen Fällen die Stabilität des Betriebs.
Die beschränkte Anzahl an HVO-betankten Bussen wiederum bietet Vorteile, wenn eine ausreichende Stromversorgung in der für Busse benötigten Menge vorübergehend nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung steht oder Fahrzeuge sehr kurzfristig in hoher Stückzahl wie beispielsweise bei einer Sturmflut flexibel disponiert werden müssen.
„Ein leistungsfähiger Nahverkehr muss heute beides schaffen: nachhaltiger werden und zugleich robust gegenüber Krisen und Ausfällen sein. Diese beiden Ziele stehen nicht im Widerspruch, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.“
Saskia Heidenberger, Betriebsvorständin Bus
Langfristige Strategie bleibt unverändert
Die Beschaffung der neuen Fahrzeuge ist Teil einer umfassenden Vorsorgestrategie, um sich für potenzielle Herausforderungen zu wappnen. Sie ist eine notwendige Ergänzung zum eingeschlagenen Elektrifizierungskurs der HOCHBAHN. Als Mobilitätswenderin hält sie an den Klimazielen und dem weiteren Ausbau der emissionsfreien Flotte konsequent fest.









