Die Menschen in Hessen nutzen die Verkehrsmittel heute vielfältiger als noch vor wenigen Jahren. Das zeigt die regionale Auswertung der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD). Der Anteil von Bus, Bahn, Fahrrad und Fußverkehr ist erneut gestiegen und erreicht inzwischen zusammen 48 Prozent aller Wege. Gleichzeitig bleibt das Auto insbesondere im ländlichen Raum aber ein unverzichtbarer Bestandteil der Alltagsmobilität. Für die Hessische Landesregierung bestätigen die Ergebnisse den eingeschlagenen Kurs: Mobilität muss bezahlbar, verlässlich und so ausgestaltet sein, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen in allen Regionen Hessens gerecht wird.
„Mobilität ist Voraussetzung dafür, dass Menschen ihren Alltag verlässlich gestalten können. Unser Ziel ist es, den Menschen echte Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Wir investieren in einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, bauen die Radverkehrsinfrastruktur weiter aus und sorgen gleichzeitig dafür, dass Straßen dort leistungsfähig bleiben, wo Menschen auf das Auto angewiesen sind. Die neuen Daten zeigen, dass dieser ausgewogene Ansatz den unterschiedlichen Lebensrealitäten in Hessen gerecht wird.“
Kaweh Mansoori, hessischer Wirtschafts- und Verkehrsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident
Neue Daten zeigen verändertes Mobilitätsverhalten
Die Ergebnisse der MiD verdeutlichen, dass sich das Mobilitätsverhalten der Menschen in Hessen weiter verändert. Die Zahl der täglich zurückgelegten Wege ist gegenüber der letzten Erhebung von durchschnittlich 3,2 auf 2,9 Wege pro Person gesunken. Gleichzeitig verringerte sich die durchschnittlich pro Tag zurückgelegte Strecke von 40 auf 35 Kilometer.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei der Verkehrsmittelwahl. Der Anteil von Bus, Bahn, Fahrrad und Fußverkehr ist in den vergangenen Jahren erneut gestiegen und liegt mittlerweile zusammen bei 48 Prozent aller Wege. Vor allem in den größeren Städten gewinnen diese Verkehrsmittel weiter an Bedeutung.
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass das Auto insbesondere außerhalb der Ballungsräume für viele Menschen unverzichtbar bleibt. In Mittel- und Kleinstädten sowie im ländlichen Raum werden weiterhin rund zwei Drittel aller Wege mit dem Auto zurückgelegt. Die Studie macht damit deutlich, dass sich Mobilitätsbedürfnisse je nach Region unterscheiden und verkehrspolitische Lösungen diesen unterschiedlichen Voraussetzungen Rechnung tragen müssen.
Hessen investiert in ein vielfältiges Mobilitätsangebot
Die Ursachen für das veränderte Mobilitätsverhalten sind vielfältig. Neben veränderten Alltagsroutinen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Digitalisierung und Homeoffice trägt auch der kontinuierliche Ausbau attraktiver Mobilitätsangebote dazu bei, dass Menschen heute häufiger zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wählen.
Das Land stärkt diese Entwicklung durch erhebliche Investitionen in den öffentlichen Verkehr und den Radverkehr. Über die aktuellen Finanzierungsvereinbarungen stellt Hessen den drei Verkehrsverbünden RMV, NVV und VRN jährlich rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung und schafft damit Planungssicherheit in herausfordernden Zeiten. Gleichzeitig investiert das Land so viel wie nie zuvor in den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur.
Auch das Deutschlandticket sowie die hessischen Flatrate-Tickets für Schüler, Senioren sowie Landesbedienstete tragen dazu bei, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Hessen zählt dadurch bundesweit zu den Ländern mit einer besonders hohen Verbreitung von ÖPNV-Zeitkarten.
Hintergrund zur Studie „Mobilität in Deutschland”
Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum beteiligt sich seit 2002 an der bundesweiten Untersuchung „Mobilität in Deutschland” (MiD). Die Erhebung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr von infas in Bonn durchgeführt. In Hessen wurde gemeinsam mit Hessen Mobil, der ivm GmbH, dem NVV, dem RMV, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain, der Kasseler Verkehrsgesellschaft AG, der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Frankfurt traffiQ sowie den Städten Offenbach, Darmstadt und Fulda finanziert.
Für die aktuelle Auswertung wurden zwischen Mai 2023 und Juli 2024 in Hessen knapp 43.000 Personen aus rund 20.000 Haushalten zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Dabei wurden rund 110.000 Wege erfasst und mit den Ergebnissen der Erhebung aus dem Jahr 2017 verglichen. Die Daten liefern eine wichtige Grundlage für die Verkehrsplanung in Hessen. Sie geben Einblicke in das Mobilitätsverhalten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und helfen Land, Kommunen und Verkehrsverbünden dabei, Verkehrsangebote und Infrastruktur bedarfsgerecht weiterzuentwickeln sowie verkehrspolitische Entscheidungen faktenbasiert zu treffen.
Den vollständigen Bericht mit allen Grafiken finden Sie hier.
Die bundesweiten Ergebnisse stehen hier bereit.









