Tunnelvortriebsmaschine „Debohra“ beendet ihre Arbeit in Wien – sie hat zwei neue U2-Tunnel mit insgesamt 4,2 Kilometern zwischen Matzleinsdorfer Platz und Augustinplatz gegraben. Zusammen mit den bereits mittels Baggervortrieb nach der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise gebauten Tunneln bis Rathaus und dem U5-Tunnel von Rathaus bis Frankhplatz ist die Verbindung der ersten Baustufe von U2 und U5 nun komplett.
Mit dem Abschluss der Tunnelvortriebsarbeiten ist ein zentraler Abschnitt der ersten Baustufe geschafft: Die Tunnelvortriebsmaschine (TVM) „Debohra“ hat ihr Ziel am Augustinplatz im 7. Bezirk erreicht und zwei neue U2-Tunnelröhren mit insgesamt 4,2 Kilometern Länge vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Augustinplatz hergestellt. Die neuen U2-Tunnel verbinden künftig die Stationen Matzleinsdorfer Platz, Reinprechtsdorfer Straße, Pilgramgasse und Neubaugasse miteinander. Von der Gleiswechselanlage Augustinplatz schließt der bereits mittels Baggervortrieb errichtete Abschnitt Richtung Rathaus an; auch der U5-Tunnel zwischen Rathaus und Frankhplatz ist bereits im Baggervortrieb fertiggestellt. Damit sind die Tunnelvortriebe der ersten Baustufe für U2xU5 abgeschlossen.
Beim Baustellenbesuch nahmen Bürgermeister Michael Ludwig, Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, Alexandra Reinagl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien, sowie Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien, die Tunnelvortriebsmaschine „Debohra“ in Empfang.
Der erfolgreiche Abschluss der Tunnelarbeiten für die erste Baustufe des U-Bahn-Ausbaus ist ein Meilenstein für die Stadt Wien, so Bürgermeister Michael Ludwig: „Die Investitionen in den Ausbau der U2 zum Wienerberg und in den Neubau der U5 nach Hernals zeigen: Wien setzt konsequent auf leistungsfähige Öffis als Rückgrat der städtischen Mobilität – und als Antwort auf Wachstum, Klimaziele und steigenden Bedarf.“
„Mit jedem Baufortschritt kommen wir dem Ziel einer noch attraktiveren und klimafreundlicheren Öffi-Stadt ein Stück näher. U2xU5 wird bestehende Linien entlasten und zusätzliche Kapazitäten für bis zu 300 Millionen Fahrgäste jährlich schaffen“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima.
Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, hob die Bedeutung des Projekts auf nationaler Ebene hervor: „Der heutige Meilenstein ist ein Beweis dafür, dass Investitionen in öffentliche Infrastruktur auch Investitionen in Arbeitsplätze und in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes sind. Hinter jedem Meter Tunnel stehen Menschen: Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter, Ingenieurinnen und Ingenieure, heimische Betriebe, die mit ihrem Können den U-Bahn-Ausbau erst möglich machen. Als Bundesregierung setzen wir bewusst auf Zukunftsprojekte wie U2xU5, weil sie zeigen, dass Klimaschutz, soziale Verantwortung und ein starker Wirtschaftsstandort kein Widerspruch sind, sondern zusammengehören.“
Rund 5 Kilometer neue U-Bahn-Tunnel für U2 und U5
Die Tunnelvortriebsmaschine „Debohra“ ist ein echtes Kraftpaket: Mit über 1.300 Tonnen Gewicht und einem Schneidrad von sieben Metern Durchmesser hat sie sich durch den Wiener Untergrund gegraben. Seit ihrem Start am Matzleinsdorfer Platz im September 2024 hat Debohra rund 4,2 Kilometer (2 x 2,1 Kilometer) zurückgelegt – das ist etwa so lang wie 40 Fußballfelder hintereinander – und dabei die beiden Streckentunnel für die neue U2 hergestellt. Zur ersten Baustufe zählen außerdem die bereits errichteten Tunnelabschnitte der U2 von der Gleiswechselanlage Augustinplatz bis Rathaus sowie der U5-Tunnel vom Rathaus bis zum Frankhplatz. Insgesamt umfasst die erste Baustufe damit rund fünf Kilometer neue U-Bahn-Strecke für U2 und U5.
Eine Investition in die Zukunft, erläutert Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke: „U2xU5 zeigt, wie technische Kompetenz, Innovation und Nachhaltigkeit ineinandergreifen: 12 Kilometer neue Strecke, 11 neue Stationen und täglich über 800 Menschen im Einsatz für den Öffi-Ausbau. Gleichzeitig wird ein Teil des Aushubmaterials der Debohra nicht deponiert, sondern als Wiener Ton für hochwertige Ziegel weiterverwendet. So entsteht Infrastruktur, die Wien bewegt und den Weg zur klimaneutralen Stadt aktiv mitgestaltet.“
Beide U2-Tunnel fertiggestellt: 150.000 Kubikmeter Erde ausgehoben
Insgesamt wurden 2.850 Tübbing-Ringe mit rund 17.000 Tübbingsteinen (jene Betonelemente, aus denen die Tunnelschale besteht, sechs Tübbinge kreisförmig angeordnet ergeben einen Tübbing-Ring) verbaut. Der erfolgreiche Abschluss der Tunnelvortriebsarbeiten zeigt, welche technische Leistung hinter U2xU5 steckt. Debohra hat sich mit Präzision und Kraft durch den Wiener Untergrund gearbeitet und die beiden Streckenröhren für die künftige U2 fertiggestellt. „Insgesamt wurden rund 150.000 Kubikmeter Erde ausgehoben – das entspricht etwa 60 olympischen Schwimmbecken“, erläutert Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien.
Bei den Tunnelvortriebsarbeiten gräbt sich die Tunnelvortriebsmaschine Meter für Meter durch den Untergrund. Diese Baumethode kann bei längeren Abschnitten und gleichmäßig beschaffenem Boden eingesetzt werden, was geologisch zwischen Matzleinsdorfer Platz und Augustinplatz möglich war. Die Tunnel zwischen Rathaus und Augustinplatz wurden aufgrund der dortigen Bodenbeschaffenheit mittels Baggervortrieb nach der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise gegraben. Der Vorteil der TVM: Die 127 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine erledigt alle Arbeitsschritte in einem – das Graben des Tunnels und die Herstellung der Tunnelröhre. Der Erdaushub wurde zentral über den Schacht am Matzleinsdorfer Platz abtransportiert. Dank der unterirdischen Bauweise konnten so rund 20.000 LKW-Fahrten und 75 Tonnen CO₂ gespart werden.
Nun geht es mit voller Kraft in die nächste Phase von U2xU5 – dem Innenausbau der Stationen. Ab 2030 sind die neue U2-Strecke und die vollautomatische U5 dann für die Fahrgäste der Wiener Linien unterwegs und stärken das Wiener Öffi-Netz nachhaltig. Auch die Vorbereitungen für die zweite Baustufe mit der U5 bis Hernals und der U2 bis Wienerberg laufen auf Hochtouren.









