Der Zustand des deutschen Schienennetzes stabilisiert sich. Das zeigen neue Daten des DB InfraGO-Zustandsberichtes für das Jahr 2025. Die Zustandsnote für das gesamte Schienennetz in Deutschland beträgt im Mittel 3,00 und liegt auf Vorjahresniveau. Damit scheint der langjährige Abwärtstrend gestoppt zu sein. Die Bahnhöfe konnten sich mit der Note 2,96 gegenüber 3,03 in 2024 sogar leicht verbessern. Dazu beigetragen haben die im vergangenen Jahr fertiggestellten 124 Bahnhöfe – mit einer zukunftsweisenden Rundum-Erneuerung.
Für den jährlichen Bericht untersucht die DB InfraGO mehr als 380.000 Anlagen des Fahrwegs und der Bahnhöfe und bewertet diese nach Schulnotenlogik. Benotet werden alle Brücken, Tunnel, Stützbauwerke, Gleise, Weichen, Bahnübergänge, Stellwerke, Oberleitungen sowie Anlagen der Bahnhofsinfrastruktur.
„Die Talsohle der ungebremsten Alterung unserer Schieneninfrastruktur scheint erreicht. Die Gesamtnote unseres Schienennetzes bleibt auf dem Niveau von 2024 – ein Zeichen dafür, dass die Trendwende noch nicht vollzogen ist. Viele Anlagen und Bahnhöfe befinden sich nach wie vor in einem schlechten Zustand. Deshalb müssen wir konsequent weiter modernisieren und erneuern. Der Weg zu einem modernen Schienennetz ist noch lang. Entscheidend ist, dass die öffentliche Hand auch künftig ausreichend Mittel bereitstellt, damit wir den Investitionsstau so schnell wie möglich abbauen können.“
Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende
2025 wurden rund 1.900 Kilometer Gleise und 1.900 Weichen erneuert. An mehr als 950 Bahnhöfen erfolgten Bauarbeiten, erneuert wurden unter anderem 250 Aufzüge und Rolltreppen. Zur Bilanz gehören 103 Brücken mit rund 25.000 qm Fläche und 3.700 modernisierte Stelleinheiten der Leit- und Sicherungstechnik. Eine zusätzliche Milliarde Euro vom Bund sicherte Investitionen in besonders komplexe Brücken sowie in moderne Leit- und Sicherungstechnik.
„Wir haben 2025 rund 19,9 Milliarden Euro für Instandhaltung und Ersatzinvestitionen verbaut und konnten damit die weitere Verschlechterung des Anlagenzustandes abwenden – trotz des parallel weiter angewachsenen Durchschnittsalters unserer Anlagen. Die Investitionen lohnen sich. Die gestiegenen Bauvolumina führten 2025 erstmals seit Jahren zu einem geringeren Wert beim Erneuerungsbedarf für die Anlagen mit den Zustandsnoten schlecht, mangelhaft und einschränkend. Im Bericht 2024 sind dafür rund 110 Mrd. Euro ermittelt; 2025 ist diese Summe auf rund 106 Mrd. Euro gesunken.“
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG
Bei 16,1 Prozent liegt der Anteil aller Anlagen im Schienennetz, die aufgrund ihres Zustands erneuert werden müssen (= Note 4 und schlechter). 2024 lag dieser Anteil mit 16,8 Prozent etwas höher.
Mit dem InfraGO-Zustandsbericht wurde 2021 eine neue, transparente Methodik der Berichterstattung und Steuerung eingeführt. Der Bericht bildet den Zustand der Infrastrukturanlagen umfassend und gewerkeübergreifend vergleichbar ab. Er dient der DB InfraGO als zentrale Grundlage, um den Bedarf bei Instandhaltung und Erneuerung zu bestimmen und diese effektiv zu steuern. Parallel wird jährlich der Infrastrukturzustands- und Entwicklungsbericht (IZB) erstellt. Mit dem IZB weist die DB InfraGO den vertragsgemäßen Einsatz der Mittel nach, die über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Qualitätskennzahlen aus dem IZB fließen in die Berechnung der Netzzustandsnote im InfraGO-Zustandsbericht ein. Damit ist eine neutrale Analyse des Zustands des Netzes gewährleistet.









