BEG legt Jahreszahlen 2025 zur S-Bahn Nürnberg vor

Die am 28. April von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) veröffentlichten Qualitätszahlen des Jahres 2025 für die S-Bahn Nürnberg ergeben ein gemischtes Bild: Im Schnitt waren 92 Prozent aller S-Bahnen pünktlich. Das sind 1,3 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2024 (93,3 Prozent). Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Dagegen fielen im vergangenen Jahr deutlich weniger Züge aus – die Zugausfallquote halbierte sich nahezu und sank von 8,3 Prozent im Vorjahr auf 4,2 Prozent.

Die Hauptursache für Verspätungen im Nürnberger S-Bahn-Verkehr war die störanfällige Bahninfrastruktur. Für die Zugausfälle waren erneut Bauarbeiten der bundeseigenen Streckenbetreiberin DB InfraGO der maßgebliche Faktor. Die S-Bahn Nürnberg wird täglich von bis zu 100.000 Fahrgästen genutzt und von der DB Regio im Auftrag des Freistaats betrieben.

Pünktlichkeitsquote gibt im zweiten Halbjahr deutlich nach

Nachdem die Pünktlichkeitswerte im ersten Halbjahr 2025 im Schnitt bei gut 93 Prozent und damit etwa auf Vorjahresniveau lagen, verschlechterten sich die Werte im weiteren Jahresverlauf. Im August und im Oktober 2025 wurden dann Tiefstände mit Quoten von unter 90 Prozent erreicht. Im Grunde genommen verzeichnete damit die Nürnberger S-Bahn einen ähnlichen Qualitätsverlauf wie ihre große Schwester in München.

Zu den Gründen für den Rückgang im zweiten Halbjahr zählten Einschränkungen der Gleisinfrastruktur, beispielsweise ein Schienenbruch auf dem Südast der S2 Nürnberg – Roth im August, weswegen eine Langsamfahrstelle eingerichtet werden musste. Dazu kam von Oktober bis Dezember erheblich mehr Verkehr auf den S-Bahnlinien S1 Nord zwischen Bamberg und Nürnberg sowie S6 zwischen Neustadt (Aisch) und Nürnberg. Grund dafür: Aufgrund von Brückensanierungen war die Strecke Würzburg – Ansbach teilweise gesperrt; zahlreiche Güterzüge wurden umgeleitet.

Am pünktlichsten verkehrten im Jahr 2025 die S-Bahnen der S3 zwischen Nürnberg und Altdorf: 97,6 Prozent der Züge kamen auf dieser Strecke im Jahresdurchschnitt pünktlich an. Auf dem Südast der Linie S1 Nürnberg – Neumarkt waren dagegen nur 85,6 Prozent der S-Bahnen pünktlich unterwegs und bildeten damit im Vergleich der einzelnen Linienäste das Schlusslicht. Maßgeblicher Grund dafür war die hohe Auslastung dieser Strecke, auf der sich die S-Bahn die Gleise mit Regional-, Fern- und Güterzügen teilen muss.

Maßgebliche Verspätungsursachen

Ein Viertel der Verspätungen im Nürnberger S-Bahn-Netz geht auf Infrastrukturprobleme zurück (25,1 Prozent). Rund ein Fünftel liegt im Verantwortungsbereich des Betreibers DB Regio (21,2 Prozent), etwa durch Personal- oder Fahrzeugbereitstellung. Weitere Ursachen sind verlängerte Haltezeiten (12,1 Prozent), Bauarbeiten (12 Prozent), externe Einflüsse wie Wetter oder Notfälle (9,8 Prozent) sowie Fahrzeugstörungen (5,7 Prozent).

Die häufigsten Ausfallursachen

Zugausfälle wurden 2025 überwiegend durch Bauarbeiten verursacht (71,1 Prozent), etwa den Ausbau der Strecke Fürth–Bamberg. Externe Einflüsse machten 12,3 Prozent aus (deutlich weniger als 2024), gefolgt von Infrastrukturproblemen (6,7 Prozent) und fehlenden einsatzfähigen Fahrzeugen (6,5 Prozent).

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