Mehr Kapazität für den RE1 – ODEG stellt neuen Desiro HC 8-Teiler vor

Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH hat heute gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Aufgabenträgern und Partnern die nächste Entwicklungsstufe im Netz Elbe-Spree vorgestellt: den neuen Desiro HC 8-Teiler für die Linie RE1. Im Rahmen einer Sonderfahrt ab Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück konnten geladene Gäste sowie Medienvertreter das neue Kapazitätskonzept erstmals erleben.

Zwei 4-teilige Desiro HC fahren künftig in Doppeltraktion als rund 210 Meter langer 8-Teiler und schaffen damit deutlich mehr Platz für die Fahrgäste zwischen Brandenburg an der Havel, Berlin und Frankfurt (Oder). Der neue Zugverband verfügt über rund 800 Sitzplätze und bietet damit über 30 Prozent mehr Kapazität auf einer der wichtigsten Regionalexpress-Linien Deutschlands. Künftig können somit in den Hauptverkehrszeiten zwei von drei stündlichen Fahrten des RE1 mit den kapazitätsstarken Zügen ausgestattet werden.

Die Kapazitätserweiterung erfolgt im Rahmen des Verkehrsvertrags „Netz Elbe-Spree“. Dafür werden bestehende 6-teilige Desiro-HC-Fahrzeuge zu 4-teiligen Einheiten umgebaut, die anschließend in Doppeltraktion verkehren können. Insgesamt entstehen aus sieben 6-Teilern künftig 14 vierteilige Fahrzeuge. Gleichzeitig zeigt das Projekt das enge Zusammenspiel aus Verkehrsvertrag, moderner Fahrzeugtechnik, Betrieb und Infrastruktur-Ausbau.

Mit an Bord waren unter anderem Robert Crumbach, seit März amtierender Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin, sowie Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke steuerte den Sonderzug persönlich. Gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem VBB zeigte die ODEG, wie moderne Fahrzeuge und leistungsfähige Infrastruktur zusammenwirken, um den Regionalverkehr in der Hauptstadtregion weiter zu stärken.

4+4 = Mehr Platz

Der RE1 zählt zu den zentralen Regionalexpress-Verbindungen in Berlin und Brandenburg. Die Nachfrage auf der Linie ist hoch – entsprechend groß ist der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten. Mit dem neuen Desiro HC 8-Teiler wird genau darauf reagiert: Zwei 4-teilige Fahrzeuge werden zu einem längeren Zugverband kombiniert und bieten dadurch rund 800 Sitzplätze.

Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Raum, mehr Komfort und bessere Voraussetzungen für eine entspannte Fahrt im Berufs-, Freizeit- und Ausflugsverkehr. Die Sonderfahrt von Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück machte erlebbar, welche Rolle längere Züge künftig auf dem RE1 spielen können.

Moderne Fahrzeuge brauchen passende Infrastruktur

Damit die künftig bis zu 210 Meter langen Züge zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) eingesetzt werden können, werden im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 die Bahnsteige an mehreren Stationen verlängert. Dazu zählen unter anderem Götz, Groß Kreutz, Potsdam Park Sanssouci, Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark), Pillgram und Ziltendorf.

Bereits seit Dezember 2025 ermöglicht ein Übergangsfahrplan den schrittweisen Einsatz der umgebauten Fahrzeuge. Seither werden unter anderem Potsdam Park Sanssouci und Potsdam Charlottenhof von den längeren Zügen bedient. Die Umbauten der Fahrzeuge erfolgen bei Siemens Mobility im Prüf- und Validierungscenter Wegberg-Wildenrath. Der Umbau eines Fahrzeugs dauert rund vier Wochen. Der Abschluss des letzten Umbaus ist für August 2026 vorgesehen.

Im Jahr 2025 nutzten rund 23,81 Millionen Fahrgäste den RE1. Nach Fertigstellung der Bahnsteigverlängerungen können auf der Linie perspektivisch jährlich rund 28,41 Millionen Fahrgäste befördert werden.

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