Wie gewohnt legt go.Rheinland auch in diesem Jahr einen Qualitätsbericht für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vor. Der Bericht für das Jahr 2025 hilft dabei, die Entwicklungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr nachzuvollziehen, Hintergründe zu erkennen und Handlungsansätze für die Zukunft zu skizzieren.
Nachdem sich die Pünktlichkeit im Jahr 2023 vorübergehend verbessert hatte, gibt es seitdem einen Anstieg der Verspätungswerte zu verzeichnen. Die im Jahr 2024 gemessenen bisherigen Höchstwerte bei den Verspätungen wurden 2025 noch einmal übertroffen und erreichten einen neuen Negativ-Rekord: Die durchschnittliche Verspätung lag über alle drei Produktgruppen Regionalexpress (RE), Regionalbahn (RB) und S-Bahn hinweg bei 3:40 Minuten. Im Vergleich zu 2024 hatten die Züge damit 22 Sekunden mehr Verspätung (plus elf Prozent). Die höchsten Verspätungswerte wurden in den Monaten November und Dezember eingefahren.
Die Hauptgründe für die erneute Zunahme der Verspätungen sind die hohe Anzahl von immer komplexer werdenden Baustellen, die weiterhin überlasteten Schienenwege sowie die hohen Fahrgastzahlen. Alle Produktgruppen haben sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. Die pünktlichsten Werte weisen weiterhin die S-Bahnen auf. Hier stieg der Wert auf eine durchschnittliche Verspätung von 2:48 Minuten (plus 14 Prozent). Bei den RB-Linien waren es im Jahr 2025 3:31 Minuten (plus 16 Prozent) und bei den RE-Linien 4:57 Minuten (plus vier Prozent).
Zugausfälle nehmen ab
Nach dem Rekordwert bei den Zugausfällen in 2024 gibt es in 2025 einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Allerdings befinden sich die Werte weiterhin auf einem hohen Niveau. Von 16,5 Prozent im Jahr 2024 sind die Werte auf 14,8 Prozent im Jahr 2025 gesunken (minus 10 Prozent). Auffällig ist, dass der Anteil nicht vorhersehbarer Zugausfälle, von denen die Fahrgäste erst am Bahnsteig erfahren, deutlich gesunken ist. Durch das „Aktionsprogramm Personal für mehr Zuverlässigkeit im Betrieb“ der NRW-SPNV-Aufgabenträger konnte die große Problematik der personalbedingten Zugausfälle deutlich reduziert werden. Hier gab es einen Rückgang von 23 Prozent in 2024 auf drei Prozent in 2025.
Klare Verbesserung bei den Kapazitätsausfällen
Bei der Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Kapazitäten ist die durchschnittliche Quote der Sitzplatzausfälle deutlich gesunken, und zwar von 3,23 Prozent in 2024 auf 2,01 Prozent in 2025. In allen Produktgruppen gibt es Verbesserungen: Bei den RE-Linien ist der Wert von 2,42 Prozent in 2024 auf 1,81 Prozent in 2025 gefallen (minus 25 Prozent). Der Wert bei den RB-Linien ist von 3,11 Prozent in 2024 auf 2,27 Prozent in 2025 zurück gegangen (minus 27 Prozent). Bei den S-Bahnen waren die Kapazitätsausfälle im Jahr 2024 aufgrund des Redesigns der Fahrzeuge der Baureihen ET 422 und ET 423 extrem angestiegen. Im Jahr 2025 sank der Ausfallwert nun sehr stark von 4,12 Prozent auf 1,93 Prozent (minus 53 Prozent).
Fahrgastzahlen stagnieren
Nach mehreren Jahren des anhaltenden Fahrgastwachstums ist in 2025 eine Stagnation der Nachfrageentwicklung zu erkennen. Die Zahl der täglichen Einsteiger an Werktagen (montags-freitags) ist in 2025 nur ganz leicht von 367.000 auf 372.000 angestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um ein Prozent. Zum Vergleich: In der Zeit vor der Corona-Pandemie (2019) waren an Werktagen täglich knapp 450.000 Fahrgäste unterwegs. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hat sich in 2025 der bis dahin anhaltende Trend zu mehr Verkehr an den Wochenenden umgekehrt. An Samstagen und Sonntagen waren etwa fünf Prozent weniger Fahrgäste unterwegs als noch 2024.
Zustand der Fahrzeuge teilweise deutlich verbessert
Seit 2022 erheben die von go.Rheinland beauftragten Profitester auch Daten zum Fahrzeugzustand. Da nicht auf allen Linien von den Bahnunternehmen Daten geliefert werden können, ergibt sich durch den Einsatz der Profitester ein vollständigeres Bild. Bei den Kategorien Außentüren und Fahrgastinformationssysteme blieb die Qualität stabil. Insbesondere bei der WC-Funktionalität und den Verschmutzungen durch Graffiti konnten jedoch Verbesserungen erzielt werden. Weiterhin erschweren die Baustellen allerdings die Überführung von Fahrzeugen in die Werkstätten.









