Nach intensiver Vorbereitung startet am Montag, 13. Juli 2026, am Düsseldorfer Flughafen der Praxistest für teleoperierte Shuttle-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr. Gemeinsam erproben die Rheinbahn, die MIRA GmbH und der Airport den Einsatz fernüberwachter und teleoperierter Fahrzeuge unter realen Betriebsbedingungen. Das Gelände rund um den Flughafen Düsseldorf bietet dabei mit seiner hohen Verkehrsdichte, den vielfältigen Mobilitätsanforderungen sowie der Vernetzung der unterschiedlichsten Verkehrsträger vom E-Scooter bis zum weltgrößten Passagierflugzeug A380 ideale Voraussetzungen für die Erprobung innovativer Mobilitätslösungen.
Die Shuttle-Fahrzeuge verkehren zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich des Flughafens. Ziel des Testbetriebs ist es, Erfahrungen für den möglichen künftigen Einsatz teleoperierter Mobilitätsangebote zu sammeln und die Technologie unter Alltagsbedingungen zu evaluieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Praxistauglichkeit von Teleoperation im Verkehrsalltag, die Integration in bestehende Verkehrsstrukturen, die Betriebssicherheit und Systemstabilität sowie die Akzeptanz bei Nutzern sowie beim Fahrpersonal. Denn Teleoperation kann ein wichtiger Zwischenschritt sein auf dem Weg zu künftig stärker automatisierten Mobilitätsangeboten sein.
Die Erkenntnisse aus dem Testbetrieb sollen dazu beitragen, die Potenziale teleoperierter Fahrzeuge für etwaige Anwendungen im öffentlichen Personennahverkehr oder für interne Einsätze – etwa bei Rangierfahrten auf den Betriebshöfen – besser bewerten zu können.
Starke Partnerschaften für neue Wege im ÖPNV
„Der öffentliche Nahverkehr steht vor großen Herausforderungen. Deshalb prüfen wir gezielt Technologien, die uns dabei helfen können, Mobilitätsangebote langfristig verlässlich und wirtschaftlich zu gestalten. Mit dem Testbetrieb sammeln wir wichtige Erkenntnisse darüber, welchen Beitrag teleoperierte Fahrzeuge künftig leisten können. Entscheidend ist dabei der Praxiseinsatz unter realen Bedingungen. Gleichzeitig wissen wir: Technologische Transformation gelingt nur, wenn wir die Menschen mitnehmen. Deshalb wollen wir neue Technologien gemeinsam mit unseren Fahrerinnen und Fahrern erproben, Erfahrungen sammeln und Berührungsängste durch eigenes Erleben abbauen.“
Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn
„Teleoperation kann dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr trotz zunehmenden Fahrpersonalmangels langfristig leistungsfähig zu halten und neue Mobilitätsangebote wirtschaftlich zu ermöglichen. Der Testbetrieb am Flughafen Düsseldorf ist ein wichtiger Schritt, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben und ihren konkreten Nutzen für den ÖPNV nachzuweisen.“
Win Neidlinger, Geschäftsführer der MIRA GmbH
„Wir freuen uns, den Verkehr der Zukunft mitzugestalten und die Erprobung neuer Mobilitätskonzepte bei uns am Airport zu ermöglichen. Durch unseren SkyTrain verfügen wir bereits über langjährige Erfahrungen beim Einsatz von vollautomatischen Systemen im öffentlichen Nahverkehr. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und testen, inwieweit sich mit teleoperierten Systemen am Boden unsere Prozesse effizienter gestalten und verbessern lassen. Dabei denken wir als Flughafen nicht nur an die An- und Abreise unserer Fluggäste, Mitarbeitenden sowie Besucherinnen und Besucher, sondern perspektivisch auch an die Integration solcher Systeme in logistische und operative Abläufe auf dem Vorfeld.“
Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf
Die Shuttle-Fahrzeuge werden aus einem Leitstand im EUREF-Campus ferngesteuert. Während des gesamten Testbetriebs befindet sich zusätzlich eine Begleitperson im Fahrzeug, die bei Bedarf jederzeit eingreifen kann. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat während des Projekts höchste Priorität.
Kostenlos mitfahren und den Testbetrieb erleben
Interessierte können während des Testbetriebs kostenlos mitfahren und die neue Technologie selbst erleben. Das teleoperierte Shuttle verkehrt zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich des Flughafens Düsseldorf. Entlang der Teststrecke befinden sich gekennzeichnete Haltepunkte, an denen Interessierte ein- und aussteigen können: „Flughafen Bf. (EUREF-Campus)“, „Mündelheimer Weg“, „Lichtenbroich Quartier“, „Flughafen, Halle 7“ sowie „Flughafen Terminal B/C“.
Der Testbetrieb startet am 13. Juli 2026 und läuft bis zum 28. August 2026. Die Shuttles sind montags bis freitags in den Zeitfenstern von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr unterwegs und verkehren etwa alle 30 bis 40 Minuten. Wer einmal den Fahrenden einen Blick über die Schulter werfen möchte, kann während der Betriebszeiten im EUREF-Campus den Leitstand und die Teleoperation live erleben.
Forschungsprojekt mit Blick auf den künftigen ÖPNV
Der Testbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer leistungsfähigen und sicheren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen wie die Teleoperation von Fahrzeugen. Gemeinsam untersuchen die Partner im Rahmen des Projekts, welchen Beitrag teleoperierte Fahrzeuge künftig zur Sicherung und Weiterentwicklung öffentlicher Mobilitätsangebote leisten können.









