Verkehrsunternehmen setzen auf Qualifizierung

Die VDV‑Akademie hat mit ihrer Sommerumfrage 2026 ein aktuelles Bild dazu erhoben, welche Themen die Personal‑ und Qualifizierungsarbeit der Verkehrsunternehmen derzeit stark prägen. Die Ergebnisse zeigen: Weiterbildung wird in der Branche immer stärker als strategische Voraussetzung verstanden, um Transformation handhabbar zu machen, betriebliche Qualität zu sichern und Fachkräfte langfristig zu gewinnen und zu binden.

„Die Rückmeldungen aus den Unternehmen sind eindeutig: Der Veränderungsdruck ist hoch, und Qualifizierung wird zunehmend zur Voraussetzung dafür, Betrieb, Qualität und Fachkräftesicherung unter neuen Bedingungen zu gewährleisten. Wer Digitalisierung, Generationswechsel und veränderte Erwartungen an Arbeit bewältigen will, muss Führung, Zusammenarbeit und Kompetenzentwicklung systematisch zusammendenken.“

Alexander Möller, Geschäftsführer der VDV-Akademie

An erster Stelle des Weiterbildungsbedarfs steht mit 83 Prozent das Themenfeld Digitalisierung und Transformation. Es folgen Kommunikation, Sprache sowie Zusammenarbeit und Kultur mit 70,8 Prozent. 62,5 Prozent nennen Führung in einer sich verändernden Arbeitswelt als zentrales Qualifizierungsthema. Damit benennt die Branche drei eng miteinander verbundene Handlungsfelder: technologischer Wandel, wirksame Zusammenarbeit und Führung unter veränderten Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Veränderung in den Unternehmen nicht allein über Technik oder Prozesse entschieden wird. Dort, wo neue Anforderungen in den Alltag hineinwirken, wächst zugleich der Bedarf an Orientierung, Verständigung und Führung. Qualifizierung wird damit zu einer zentralen Bedingung für die Umsetzung von Transformation im Betrieb.

Generationswechsel verschärft Qualifizierungsdruck

Auch mit Blick auf die kommenden drei Jahre setzt die Umfrage klare Schwerpunkte. 70,8 Prozent sehen die Ausbildung von Fachkräften für neue Aufgaben und Zukunftsthemen als absolut relevant an. 66,7 Prozent nennen digitale Kompetenzen, 62,5 Prozent Führen und Zusammenarbeit in Zeiten des Wandels. Hinzu kommt Gesundheit und Soziales mit 50 Prozent. Der anstehende Generationswechsel wird damit in der Branche vor allem als Qualifizierungs- und Entwicklungsaufgabe verstanden.

Zwei Befunde stechen hervor

Auffällig ist erstens die hohe Relevanz überfachlicher Kompetenzen. 91,7 Prozent der Befragten messen Soft Skills eine hohe oder sehr hohe Bedeutung zu. In den offenen Antworten spiegeln sich vor allem Bedarfe bei Change‑Kompetenz, wertschätzender Kommunikation, Motivation, Konfliktmanagement, Resilienz und gesundheitsorientierter Führung. Das verweist auf einen erweiterten Qualifizierungsbegriff, in dem Haltung, Zusammenarbeit und Führungsfähigkeit stärker in den Vordergrund rücken. Bemerkenswert ist zweitens die enge Verbindung zwischen Weiterbildung und betrieblicher Qualitätssicherung. 83 Prozent nennen digitale und funktionierende Infrastruktur als zentrales Qualifizierungsthema für einen qualitativ hochwertigen Betrieb. 75 Prozent verweisen auf Betriebsabläufe und Personal. Weiterbildung wird damit ausdrücklich mit Verlässlichkeit, Stabilität und Leistungsfähigkeit im Betriebsalltag verknüpft.

Umfrage bestätigt erweitertes Verständnis von Personalarbeit

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Fachkräftesicherung in der Branche deutlich breiter verstanden wird als reine Personalgewinnung. Im Vordergrund stehen wirksame Maßnahmen entlang der gesamten Personalarbeit – von Qualifizierung und Bindung über Führung und Unternehmenskultur bis hin zur Begleitung von Veränderungsprozessen. „Genau diese Zusammenhänge werden wir auch auf der 3. VDV‑Fachkräftekonferenz am 25. und 26. November 2026 in Berlin vertiefen. Dort geht es um Fachkräftegewinnung aus dem Ausland, Fachkräftebindung vor Ort und um die Frage, wie Personalgewinnung, Onboarding, Sprache, Weiterbildung, moderne Führung und Unternehmenskultur im ÖPNV wirksam zusammenspielen. Die Umfrage zeigt, dass die Unternehmen dafür konkrete, anschlussfähige Lösungen brauchen“, so Möller. Für die VDV-Akademie Sommerumfrage 2026 wurden rund 100 Unternehmen angeschrieben. 24 Unternehmen haben geantwortet.

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