Es geht um mehr als Technik
Interview mit Sarah Stark, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB)
NahverkehrsPraxis: Die InnoTrans steht traditionell für Innovationen. Welche Entwicklung wird den öffentlichen Personenverkehr in den kommenden fünf bis zehn Jahren stärker verändern, als viele heute erwarten?
Sarah Stark: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Big Data bieten im Schienenverkehr enorme Potenziale von intelligenterer Instandhaltung über reibungslosere Betriebsabläufe bis hin zu einem noch sichereren Bahnsystem. Digitale Schienentechnologien – wie ETCS im Fernverkehr, Communication-Based Train Control (CBTC) in der urbanen Mobilität oder die Digitale Automatische Kupplung (DAK) im Gütertransport – reduzieren den Energieverbrauch, erhöhen Kapazitäten sowie die Sicherheit im Betrieb und verkürzen gleichzeitig Reise- wie Wartezeiten. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien neue Geschäftsmodelle für Mobilität auf der Schiene. Ob Stellwerke in der Cloud oder Komponenten im „Abo“ – innovative Service-Ansätze versprechen mehr Flexibilität sowie geringere Investitionshürden und sind Motor für die Einführung neuer Technologien. Und sie bieten hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Bahntechnik über deren langen Nutzungszyklus.
NahverkehrsPraxis: Die Branche steht unter erheblichem Kosten- und Zeitdruck. Wo sehen Sie aktuell den größten Engpass in Deutschland: Finanzierung, Fachkräfte, Regulierung, Lieferketten oder etwas anderes? Und was müsste sich zuerst ändern?
Sarah Stark: Die Industrie ist grundsätzlich auf Wachstumskurs. Mit 15,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt die Bahnindustrie in Deutschland im Geschäftsjahr 2025 erneut Höchstniveau. Durchschnittlich 40 Prozent ihres Umsatzes generiert sie im Export. Die Infrastruktursparte wächst besonders stark an, im Inland kommen die Bundesinvestitionen der vergangenen Jahre und die Korridorsanierungen zum Tragen. Die Auftragseingänge wachsen um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro an. Fahrzeugbestellungen steigen um zwölf Prozent. Das Infrastrukturgeschäft boomt: plus 36 Prozent insgesamt, im Ausland mit 92 Prozent nahezu eine Verdoppelung der Aufträge, im Inland ein Plus von 21 Prozent.
Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der NahverkehrsPraxis: 09-10/2026.









