Laut BEG haben die Störungen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr zuletzt deutlich zugenommen. Die Pünktlichkeitsquote im gesamten Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern sank von durchschnittlich 92,4 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai auf 82,8 Prozent im Juni.

BEG legt Jahreszahlen 2025 zur Betriebsqualität im bayerischen SPNV vor

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat zum zweiten Mal ihr Ranking zur Betriebsqualität im bayerischen SPNV veröffentlicht. 2025 erreichten die 28 bewerteten Regionalverkehrsnetze im landesweiten Durchschnitt 93,7 von 100 möglichen Punkten (2024: 92,2 Punkte). Der Gesamtwert Betriebsqualität fasst je Verkehrsnetz vier zentrale Kenngrößen – Zugfahrquote, Pünktlichkeit, Regelzugbildung und Anschlussquote – zu einem Punktwert zusammen und macht die Betriebsqualität in den bayerischen Netzen besser vergleichbar. Das beste Ergebnis hat dabei das Netz „Franken-Südthüringen“ mit dem Betreiber DB Regio. Das betrieblich anspruchsvolle Netz, das Nürnberg mit Bamberg, Würzburg, Coburg und Kronach sowie den thüringischen Orten Erfurt, Sonneberg und Saalfeld verbindet, erzielte 97,1 Punkte.

Bayerns Verkehrsminister und BEG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Bernreiter:

„Ein leichter Besserungstrend bei der Betriebsqualität zeigt, dass unsere Eisenbahnverkehrsunternehmen sich noch mehr ins Zeug gelegt haben, um die größer werdenden Defizite bei der Bahninfrastruktur wenigstens etwas wettmachen zu können. Ich gratuliere gerne der DB Regio zur Pole Position. Sie hat dabei natürlich auch von den neuen Fahrzeugen und einer vergleichsweise guten Infrastrukturqualität in diesem Netz profitiert, aber es ist in erster Linie eine geschlossene Mannschaftsleistung gewesen.“

BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs:

„Das Resultat kommt nach den schon bekannten Pünktlichkeitswerten und Zugausfallquoten nicht überraschend. Maßgeblich war, dass im Jahr 2025 bayernweit im Verhältnis zum geplanten Zugangebot weniger Züge kurzfristig ausgefallen sind als noch im Jahr 2024. Ziel muss natürlich sein, dass es bei allen Kenngrößen wieder aufwärts geht.“

Der Gesamtwert Betriebsqualität drückt aus, wie zuverlässig das Zugangebot in den einzelnen Nahverkehrsnetzen ist. Dabei wird auch die unterschiedliche betriebliche Komplexität der einzelnen Netze berücksichtigt. Regionalzüge und S-Bahnen nutzen in manchen Netzen dieselben Gleise wie Fern- und Güterzüge, in anderen fahren sie allein. Auch weitere Einflussfaktoren wie zum Beispiel der Anteil eingleisiger Streckenabschnitte, die Streckenauslastung und der Zustand der Infrastruktur werden berücksichtigt. Betrieblich anspruchsvolle Netze erhalten bei der Berechnung des Gesamtwerts Betriebsqualität einen Wertungsbonus auf die Pünktlichkeitsquote, relativ einfache Netze eine Wertungsminderung.

Im Ranking der 28 Regionalnetze erreichte das Netz „Kissinger Stern“ mit 97,0 Punkten den zweithöchsten Wert – auch ein länderübergreifendes Netz mit Thüringen. Die Erfurter Bahn betreibt dort die Linie RB 40 zwischen Schweinfurt und Meiningen sowie die Linie RB 50 zwischen Schweinfurt und Gemünden über Bad Kissingen. Der „Kissinger Stern“ hatte im Ranking des Vorjahres zwar noch den Spitzenplatz belegt, bestätigte mit dem 2025er-Wert jedoch seine Top-Leistung erneut.

Am wenigsten zuverlässig waren die Zugverbindungen in den Netzen „Vorortverkehr München-Buchloe“ (85,4 Punkte) und „München Nürnberg-Express/Ringzug West“ (87,8 Punkte). Diese zwei Netze betreibt ebenfalls DB Regio. Stark ins Gewicht fällt in beiden Netzen der jeweils weit unterdurchschnittliche Wert bei der Regelzugbildung: Sehr häufig waren die Züge nicht mit der geplanten Sitzplatzkapazität unterwegs. Aber auch die niedrigen Pünktlichkeitsquoten trugen zum Ergebnis bei.

Die beiden S-Bahn-Netze Nürnberg und München weist die BEG im Ranking Betriebsqualität separat aus. Der Grund dafür: Für die S-Bahnen werden keine Anschlussquoten erhoben. Ein direkter Vergleich der S-Bahn-Netze mit den Regionalverkehrsnetzen ist daher nicht möglich. Unter Berücksichtigung der drei anderen Kennzahlen erreichten die S-Bahn Nürnberg 97,8 und die S-Bahn München 94,2 von 100 möglichen Punkten. Die vielen Sperrungen, unter anderem der Münchner S-Bahn-Stammstrecke, fließen nicht in die Berechnung der Betriebsqualität ein (siehe blauen Kasten zur Methodik).

Der Gesamtwert Betriebsqualität ergänzt die Statistiken und Veröffentlichungen zu Pünktlichkeit und Zugausfällen, ersetzt sie aber nicht. Ausführliche Informationen zur Betriebsqualität sowie das komplette Betriebsqualitätsranking 2025 sind ab sofort auf der Website der BEG verfügbar unter: www.beg.bahnland-bayern.de/betriebsqualitaet

Betriebsqualität und Servicequalität: zusammen gedacht, separat erfasst

Die Zusammenschau der beiden BEG-Rankings zur Betriebs- und zur Servicequalität ermöglicht einen kompakten Überblick über den Zustand des Schienenpersonennahverkehrs und die Leistung der Eisenbahnverkehrsunternehmen im Freistaat. Während die Betriebsqualität auch durch Infrastrukturmängel sowie durch externe Faktoren wie Wettereignisse und Notarzteinsätze beeinflusst wird, liegt die Servicequalität nahezu vollständig in der Verantwortung der Verkehrsunternehmen. Um diesen Unterschied nicht zu verwischen, fasst die BEG beide Werte nicht zu einem Gesamtwert zusammen. Gemeinsam bilden sie eine fundierte Grundlage zur Bewertung und Kontrolle des bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehrs.

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