Das Forschungs- und Umsetzungsprojekt BRAVE10k zur Einführung autonomer Fahrzeuge in den ÖPNV nimmt Fahrt auf. In einem ersten Treffen mit Vertretern aus Ministerien, Gemeinden und Verkehrsunternehmen beschlossen die Projektpartner die Maßnahmen des kommenden Jahres. Ziel von BRAVE10k ist es zu ermitteln, wie sich bis 2030 10.000 autonom betriebene Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr eingliedern lassen. Dazu kamen am 21. Oktober bei INIT in Karlsruhe über 60 Fachleute zusammen. Es war die erste gemeinsame Veranstaltung der Projektpartner mit Stakeholdern aus allen Bereichen.
Projektziel: Großflächiger Einsatz autonomer Fahrzeuge im ÖPNV
Das auf drei Jahre angelegte, im Juli gestartete Projekt soll die Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz autonomer Fahrzeuge in Deutschland schaffen. Hierfür soll das Konsortium standardisierte Verfahren und digitale Werkzeuge entwickeln, die Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb der Fahrzeuge deutlich vereinfachen. Außerdem sollen Hürden auf dem Weg vom Pilot- zum flächendeckenden Regelbetrieb erkannt und mittels neuer technologischer Lösungen, Prozesse und Verfahren für die Branche überwunden werden.
Unterstützung durch die Politik
In Grußworten sprachen Vertreter vom fördernden Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und der Landesagentur e-mobil BW GmbH ihre Zuversicht aus, dass BRAVE10k die dringend benötigten Schlüsselbausteine für die Mobilität der Zukunft liefern werde. Als wesentlich angesehen wurde der Aufbau offener Strukturen und Schnittstellen, um eine vernetzte Mobilität zu schaffen. Es gelte dabei, europäisch zu denken, aber auch den richtigen Zeitpunkt für die Markteinführung zu finden. INITs Chief Revenue Officer Martin Timmann betonte die steigende Erwartungshaltung der Fahrgäste. Autonome Fahrzeuge könnten aufgrund ihrer konstanten Verfügbarkeit zu einer besseren Anbindung von Randlagen oder zu einem verstärkten ÖPNV in Schwachlastzeiten beitragen.
Informationsaustausch in Workshops
In Workshops wurden Anforderungen und Erfolgsfaktoren diskutiert. Ein Beispiel: Die sogenannte Operational Design Domain muss detailliert festgelegt werden, d.h. die Bedingungen, unter denen autonome Fahrzeuge im Verkehr sicher unterwegs sein können. Einsatzgebiete wurden diskutiert, die wichtigen Anwendungsfelder für offene Systeme festgelegt, etwa die technische Leitstelle mit der Fahrzeugüberwachung sowie die Abbildung der Customer Journey mit der Buchung von Fahrten. Ein digitaler Zwilling wurde im Detail vorgestellt, der die Einführung von der Planung bis zum realen (Fahr-)Betrieb virtuell simulieren soll.
INITs Research & Development Manager Yasmin Wehrle, die das Projekt leitet, betonte: „Unsere Vision ist ein einheitliches Ökosystem für Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb autonomer Fahrzeuge. Mit BRAVE10k wollen wir die autonome Mobilität aus der Testphase in den Alltag bringen. Mit der Expertise unserer 20 Förderpartner und 25 assoziierten Partner und im Zusammenspiel mit den vielen interessierten Stakeholdern wird uns das gelingen. Wir würden uns über weitere Teilnehmende von Branchenvertretern, etwa als assoziierte Partner, freuen.“
Über BRAVE10k
Das Forschungs- und Umsetzungsprojekt BRAVE10k widmet sich der großflächigen Einführung autonomer Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr. Es ist auf drei Jahre angelegt. Rund 20 Partner aus Verkehr, Industrie, Digitalisierung, Forschung und Normung arbeiten im Projekt BRAVE10k unter der Leitung von der INIT GmbH zusammen.
Umfassende Informationen zum Projekt gibt es unter: BRAVE10k – KAMO Karlsruhe Mobility










