Bilanz der NRW-Bahnbranche zum 9-Euro-Ticket

Kurz vor Ende der Laufzeit des 9-Euro-Tickets freut sich die Bahnbranche aus Nordrhein-Westfalen über die unvermindert hohe Beliebtheit des Angebots. Die in den vergangen drei Monaten millionenfach genutzten Tickets in NRW zeigten, wie gut die Aktion bei den Bürgerinnen und Bürgern angekommen ist.
„Wir haben es geschafft, den ÖPNV und seine grundsätzliche Attraktivität – sowohl aus sozial- als auch aus umweltpolitischer Sicht – wieder stärker ins Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung zu bringen. Der Bekanntheitsgrad von 99% ist sensationell. Und neben dem Preis war der große Clou die Einfachheit bei Erwerb und Nutzung des Tickets,“ sagt Joachim Künzel, als Geschäftsführer des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL) für die Planung und Bestellung der Schienenverkehre in Westfalen zuständig und gleichzeitig Programmleiter der Brancheninitiative Fokus Bahn NRW.
Das Ticket habe viele Menschen dazu gebracht, den öffentlichen Verkehr zu nutzen, die dies sonst aus unterschiedlichen Gründen nicht getan hätten, bestätigten erste Ergebnisse aus der Marktforschung. Darauf gelte es nun aufzubauen.
Jedoch dürfe die positive Resonanz nicht darüber hinwegtäuschen, wie viel Anstrengung es die Branche gekostet habe, das erhöhte Fahrgastaufkommen zu meistern. „Wir haben alles gegeben, sind aber im System Bahn in Nordrhein-Westfalen deutlich an Belastungsgrenzen gestoßen. Dass die 9-Euro-Ticket-Aktion trotz aller Widrigkeiten insgesamt ein Erfolg ist und war, verdanken wir nicht nur der Toleranz unserer Fahrgäste, sondern auch dem bemerkenswerten Engagement der rund 7.000 Mitarbeitenden im Schienenpersonennahverkehr von NRW“, bilanziert Marcel Winter, Geschäftsführer von National Express, einem der zehn Eisenbahnverkehrsunternehmen im Land. „Die Fahrgäste mussten leider manche Zugausfälle, Verspätungen und andere Ärgernisse hinnehmen. Hierfür möchte ich mich, stellvertretend auch für die anderen Betreiber im Land, ausdrücklich entschuldigen. Wir bedanken uns für das aufgebrachte Verständnis und die Geduld.“
Viele, auch coronabedingte, Krankheitsausfälle etwa bei Lokführerinnen und Lokführern oder in den Leitstellen sowie urlaubsbedingte Abwesenheiten hatten die Personalengpässe bei einigen der Unternehmen in den letzten Wochen verschärft. Marcel Winter: „Auch an unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht die aktuelle welt- und gesellschaftspolitisch unsichere Lage nicht spurlos vorüber. Viele sind einfach am Ende ihrer Kräfte.“ Hinzu kämen zahlreiche Baustellen, verursacht unter anderem durch lang geplante und notwendige Baumaßnahmen im Schienennetz, die zusätzlich für Verzögerungen im NRW-Zugverkehr sorgten.
„In vollem Bewusstsein der vorhandenen Mängel im System hat die Branche bereits im Vorfeld der 9-Euro-Ticket-Aktion der Bundesregierung deutlich gemacht: Obwohl der Weg sehr steinig ist, stellen wir uns der Herausforderung. Dies ist uns unter den gegebenen Umständen gelungen, allerdings ist das nicht unser dauerhafter Anspruch für die Zukunft“, betont Joachim Künzel. Sein dringender Appell lautet stellvertretend für die Aufgabenträger in NRW: „Um die Klimaziele zu erreichen und die dafür notwendige Mobilitätswende in Gang zu halten, bedarf es schnell weiterer finanzieller Hilfe durch die Politik. Durch die Mehrbelastungen bei den Energie- und Personalkosten sind derzeit sogar relevante Teile des heutigen Bestandes gefährdet – geschweige denn die Ziele bei Ausbau und Qualitätsverbesserung erreichbar. Ohne deutlich mehr finanzielle Unterstützung kann das nicht gehen.“ Dies gelte, so Joachim Künzel, nicht nur für die Bahnbranche in NRW, sondern für den gesamten Öffentlichen Nahverkehr. Erst vor wenigen Tagen hätten die Verbünde darauf hingewiesen, dass sich die Einnahmensituation bei den kommunalen Verkehrsunternehmen dramatisch verschlechtere und vor Tariferhöhungen und Angebotskürzungen gewarnt.

Quelle: Fokus Bahn NRW

HAVAG bestellt 56 Straßenbahnen bei Stadler

Stadler und die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG), ein Unternehmen der Stadtwerke Halle-Gruppe, haben heute (23.8.2022) den Fahrzeugliefervertrag über 56 Straßenbahnen des Typs TINA abgeschlossen. Ab Ende 2025 sollen die ersten Bahnen dieser Serie durch die Saalestadt rollen und dort die klimafreundliche ÖPNV-Wende weiter vorantreiben.
Es wurden Zweirichtungsfahrzeuge mit zwei unterschiedlichen Längen bestellt, die je nach Erfordernis eingesetzt werden können. 39 Fahrzeuge des künftigen Typs MGT-M werden auf rund 30 Metern Fahrzeuglänge Platz für 166 Fahrgäste, 64 davon auf Sitzplätzen, haben. Der mit 45 Metern längere Fahrzeugtyp MGT-XL wird 17 Mal gebaut und bietet 267 Fahrgästen Platz, davon 96 auf Sitzplätzen.
Bei der Entwicklung der neuen Fahrzeuggeneration wurde besonderes Augenmerk auf den Fahrgastkomfort gelegt. Die vollständig stufenlos begehbaren, barrierefreien Fahrzeuge verfügen über einen großzügigen, klimatisierten Innenraum und geräumige Mehrzweckbereiche, die die komfortable Mitnahme von Kinderwagen und Rollstühlen ermöglichen. Maximale Durchgangshöhen und Panoramafenster sorgen für ein offenes Raumgefühl, moderne Monitore dienen einer gut lesbaren Fahrgastinformation. Alle neuen Straßenbahnen erhalten bargeldlose Fahrscheinautomaten, ein System zur Videoüberwachung und das BIOS-System – eine neue, in Halle entwickelte Technik zur verbesserten Information und Orientierung für Blinde und Seheingeschränkte im Nahverkehr.
Die HAVAG hat zurzeit insgesamt 102 Straßenbahnen auf 14 Linien in der Saalestadt Halle im Einsatz. Die neuen Straßenbahnen werden im gesamten Streckennetz der HAVAG zum Einsatz kommen.

Quelle: Stadler

Begeisterung für das 9-Euro-Ticket nutzen

Die Allianz pro Schiene hat die Ampelkoalition aufgefordert, sich umgehend auf eine Nachfolgeregelung für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket zu verständigen. „Die Aussage des Bundeskanzlers, das 9-Euro-Ticket sei ‚eine der besten Ideen, die wir hatten‘ kommt einer Richtungsentscheidung gleich. Jetzt muss die Bundesregierung dem Widerstand des Finanzministers zum Trotz schnellstmöglich liefern“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Dienstag in Berlin.
Das Nachfolgeticket sollte aus Sicht der gemeinnützigen Allianz pro Schiene drei zentrale Kriterien erfüllen: simpel in der Anwendung, preislich attraktiv und mit zusätzlicher Sozialkomponente. Flege: „Es liegen diverse Vorschläge auf dem Tisch. Wir favorisieren ein deutschlandweit gültiges Nahverkehrsticket für 69 Euro, das es auch als 29-Euro-Sozialticket geben muss, wobei die Differenz zum 69-Euro-Ticket vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales auszugleichen ist.“
Wichtig sei außerdem, das Nahverkehrsangebot mit zusätzlichen Bussen und Bahnen zu verbessern – nicht nur in den Ballungsräumen, sondern auch im ländlichen Raum. „Daher muss die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung der Regionalisierungsmittel jetzt rasch kommen“, so Flege weiter.
Für parteipolitische Profilierungen bleibe nach Auffassung der Allianz pro Schiene keine Zeit mehr. „Wir erwarten, dass sich die Ampelkoalitionäre in den kommenden Tagen auf ein gemeinsames Modell verständigen, und den Widerstand von Bundesfinanzminister Christian Lindner überwinden“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Flege: „Die Menschen wollen Bahn fahren. Die Politik muss klimaschonende Mobilität in Zeiten explodierender Energiepreise ermöglichen und attraktiver machen. Die durch das 9-Euro-Ticket entfachte Begeisterung und den Schwung sollten wir nutzen.“

Quelle: Allianz pro Schiene

Petition für Klimaticket

Ein Klimaticket für maximal einen Euro pro Tag kann Haushalte um mehrere Hundert Euro pro Monat entlasten und gleichzeitig bis zu 6 Millionen Tonnen CO2 einsparen, zeigt eine Greenpeace-Kalkulation. Das Papier vergleicht die Gesamtkosten von sieben unterschiedlichen Arten von Mobilität. Das Ergebnis: Ein Klimaticket ist für alle vier untersuchten Haushaltstypen die günstigste Form, mobil zu sein. Pro Monat können Haushalte damit zwischen 224 und 474 Euro sparen. Gleichzeitig würde die Verkehrsverlagerung durch ein solches Ticket den CO2-Ausstoß um 2 bis 6 Millionen Tonnen pro Jahr senken. „Ein dauerhaftes Klimaticket bietet Antworten auf gleich zwei drängende Probleme: Es entlastet die von der Energiekrise getroffenen Haushalte spürbar und es bringt den Klimaschutz im Verkehr endlich voran“, sagt Greenpeace-Verkehrsexpertin Marissa Reiserer. „Wenn die Bundesregierung jetzt gezielt klimaschädliche Subventionen streicht, kostet ein Klimaticket den Bund nicht einmal zusätzliches Geld.“
Das bisherige ÖPNV-Abo zu nutzen und längere Strecken mit Bahncard 50 im Zug zu absolvieren, ist für drei von vier Haushaltstypen die teuerste Variante, zeigt die Kalkulation. Alle Wege mit dem eigenen Pkw (5 Jahre alter Diesel-SUV) zurückzulegen, ist die zweitteuerste Lösung – egal ob für einen Zwei-Personen-Haushalt oder eine vierköpfige Familie. Für Single-Haushalte ist der Diesel-SUV die teuerste Option. Am günstigsten sind die verglichenen Haushaltstypen unterwegs, wenn sie alle Fahrten mit einem 9-Euro-Monatsticket oder 365-Euro-Jahresticket absolvieren. Selbst wenn jede zweite längere Strecke mit dem Fernverkehr und einer Bahncard 50 zurückgelegt wird, sparen die Haushalte jeden Monat Geld, verglichen mit einem eigenen Auto.
Die geschätzten Kosten eines 365-Euro-Tickets von etwa 4 Milliarden Euro pro Jahr entsprechen laut Greenpeace einem Bruchteil der von der Bundesregierung gewährten klimaschädlichen Subventionen. Allein die Steuervorteile für Dienstwagen zu streichen, würde die Kosten eines solchen Tickets wettmachen. Zusätzlich die Entfernungspauschale zu reformieren, würde den Staatshaushalt insgesamt um gut 10 Milliarden Euro entlasten – etwa so viel, wie ein dauerhaftes 9-Euro-Ticket kosten würde. „Das Geld für ein Klimaticket ist da, aber die Bundesregierung gibt es bislang für klimaschädliche Subventionen aus“, so Reiserer. „Das Dienstwagenprivileg gehört abgeschafft, die Entfernungspauschale reformiert – dann ein nachhaltiges und sozial gerechtes Klimaticket schnell finanziert.“

Link zur Greenpeace-Kalkulation

Quelle: greenpeace.de

CarSharing in Deutschland

Die CarSharing-Branche in Deutschland expandiert seit Jahren kontinuierlich und ist wirtschaftlich auch für die Zukunft solide aufgestellt. Die Branche erwartet eine weiter steigende Nachfrage und wird die Angebote auch in Zukunft auf der Basis eines gesunden wirtschaftlichen Wachstums weiter ausbauen.
Zum Jahresbeginn 2022 stellten 243 Anbieter in 935 Orten in Deutschland 30.200 CarSharing-Fahrzeuge bereit. Zum Stichtag 1. Januar waren fast 3,4 Millionen Fahrberechtigte bei zu mindestens einem CarSharing-Angebot angemeldet – 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Verlauf des Jahres ist die Nachfrage in ganz Deutschland noch einmal stark angestiegen. Ab dem zweiten Quartal überstieg sie in vielen Orten das Angebot. Gebremst wird die weitere Expansion der Angebote und der schnelle Ausbau der Flotten momentan lediglich dadurch, dass viele Fahrzeughersteller wegen Problemen in den Lieferketten nicht schnell genug Fahrzeuge liefern können.
Die CarSharing-Angebote in Deutschland sind in der Mehrzahl wirtschaftlich tragfähig. Sechs der zehn größten Anbieter Deutschlands weisen in ihren veröffentlichten Bilanzen Gewinne aus. Eingetrübt haben sich allerdings in letzter Zeit die Gewinnerwartungen einiger Betreiber von free-floating CarSharing. Hier zeigt sich, dass dieses Produkt gerade in der Anfangsphase hohe Investitionen verlangt und in einigen Fällen nicht unbegrenzt skalierbar ist.
Die Anbieter von free-floating CarSharing sind heute in Deutschland vor allem in acht Metropolen und deren Umlandgemeinden aktiv. Auf sie entfallen rund die Hälfte der in Deutschland angebotenen CarSharing-Fahrzeuge. Die andere Hälfte – insgesamt 14.300 Fahrzeuge, wird von stationsbasierten und kombinierten (stationsbasiert-plus-free-floating) Angeboten bereitgestellt. Solche Angebote gibt es in 934 Städten und Gemeinden in Deutschland.

Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbands CarSharing e.V. (bcs) erklärt:
„Niemand kann mit CarSharing reich werden. Aber die meisten CarSharing-Anbieter in Deutschland gewinnen kontinuierlich Kund*innen, expandieren in der Fläche und sind wirtschaftlich kerngesund. Dass einzelne Anbieter für sich keine ausreichende wirtschaftliche Perspektive sehen, sollte man nicht überbewerten. Es ist in einem so dynamischen Markt wie dem CarSharing-Markt auch gar nicht verwunderlich.“

Nehrke unterstreicht, dass die gute wirtschaftliche Tragfähigkeit der CarSharing-Angebote in Deutschland auch Bedeutung für Deutschlands Klimaziele hat:
„Bis zum Jahr 2045 müssen wir im Verkehrssektor „Nullemissionen“ erreichen. Dafür muss heutiger Pkw-Verkehr in hohem Ausmaß auf die Verkehrsmittel des Umweltverbunds verlagert werden. Für möglichst viele Haushalte muss Pkw-Mobilität von der regelmäßigen Gewohnheit zu einer gezielt eingesetzten Option im Mobilitätsmix werden. CarSharing schafft dafür das geeignete und unverzichtbare Angebot. Bis 2045 will die deutsche CarSharing-Branche allen Haushalten, die den ÖPNV oder das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel nutzen können, ergänzend auch ein CarSharing-Angebot in fußläufiger Entfernung anbieten. So bleibt Pkw-Mobilität auch im klimaneutralen Verkehrssystem kostengünstig verfügbar.“

Quelle: Bundesverband CarSharing e.V. (bcs)

Verbraucherzentralen dringen auf Anschluss für 9-Euro-Ticket

Die Verbraucherzentralen warnen vor Preisanhebungen bei Bussen und Bahnen und fordern ein Folgeangebot für die 9-Euro-Tickets im Nahverkehr. Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Es ist wichtig, dass beides beibehalten wird: Ein kostengünstiges und einfaches Modell und dass man bundesweit damit fahren kann.”
Im Nahverkehr sei das noch bis Monatsende laufende Sonderticket so etwas wie eine Revolution gewesen, sagt Pop. „Es wäre sehr schade, die Menschen hier zu enttäuschen, die das wirklich sehr ausführlich genutzt haben in den letzten Monaten.”
Wenn im Herbst nun Preiserhöhungen aufgrund der Energiekrise kommen würden, dann wäre das das genaue Gegenteil von Entlastung und auch davon, mehr Menschen für den Nahverkehr zu gewinnen, sagte Pop.
Pop sagte, man habe gesehen, dass gerade Menschen mit niedrigem Einkommen sich mit dem 9-Euro-Ticket einmal etwas wie einen Ausflug oder einen Kurzurlaub leisten konnten. „Das ist aus unserer Sicht Teilhabe und nicht Gratismentalität.” Die Verbraucherzentralen schlagen ein 29-Euro-Ticket vor, das bundesweit Gültigkeit haben soll.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte weitergehende Schritte. DGB-Chefin Yasmin Fahimi warb für den Vorschlag eines Mobilitätsgeldes ab dem ersten Kilometer als Ersatz für die Pendlerpauschale. Dies habe den Vorteil, dass es unabhängig vom Einkommen und dem gewählten Verkehrsmittel gewährt würde.

Quelle: zeit.de

Lindner lehnt Verlängerung des Neun-Euro-Tickets ab

Bundesfinanzminister Lindner hat eine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets erneut abgelehnt. Das würde 14 Milliarden Euro kosten, sagte Lindner im ARD-Fernsehen. Dieses Geld würde andernorts für die Bildung oder für Investitionen in das Schienennetz fehlen. Die Idee eines komplett kostenfreien öffentlichen Nahverkehrs sei nicht finanzierbar, sagte Lindner weiter. Eine solche Regelung wäre aus seiner Sicht nicht nachhaltig und würde nicht zu ökologisch verantwortbaren Entscheidungen führen.
Bundeskanzler Scholz hatte das Neun-Euro-Ticket im Bürgergespräch beim Tag der offenen Tür ein Erfolgsmodell genannt. Das sei eine der besten Ideen gewesen, die man gehabt habe, sagte er. Zu einer möglichen Nachfolgeregelung äußerte sich der Kanzler allerdings nicht.

Quelle: deutschlandfunk.de

Haltestelle Westfriedhof in Magdeburg barrierefrei

Seit dem 19. August 2022 ist die Haltestelle „Westfriedhof“ in Magdeburg nach dem barrierefreien Umbau in beiden Fahrtrichtungen in Betrieb. Der Bahnsteig ist die erste Haltestelle auf der Großen Diesdorfer Straße, an der ein stufenloser Ein- und Ausstieg an der zweiten Tür möglich ist. Auch hier sorgt eine Ampel für den Individualverkehr vor dem Haltestellenbereich für Sicherheit. Nähert sich eine Straßenbahn, schaltet sie auf Rot. Neu ist diesmal, dass auch den Fahrpersonalen in Straßenbahn und Bus der korrekte Betrieb dieser Ampel angezeigt wird. Dazu gibt es ein in Magdeburg neues Straßenbahn-Signal. Dieses befindet sich jeweils an der Haltestellenspitze und leuchtet auf, wenn die Sicherung an der Haltestelle korrekt funktioniert. So erhöht sich die Sicherheit für die Fahrgäste nochmals.
Der Umbau der Haltestelle erfolgte durch die Landeshauptstadt Magdeburg in Zusammenarbeit mit der MVB.

Quelle: Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB)

Wiener Linien starten Test für neues Grüngleis

Wien verfügt über das sechst größte Straßenbahnnetz weltweit. Damit die Straßenbahnen täglich im Minutentakt über die Gleise rollen können, muss dieses Netz laufend überprüft und gewartet werden. Darum investieren die Stadt Wien und die Wiener Linien jährlich in die Modernisierung ihrer Straßenbahninfrastruktur. 2022 finden in ganz Wien 30 Gleisbauprojekte statt, dafür werden rund 37 Millionen Euro aufgewendet. Insgesamt werden 9.000 Meter Gleis in ganz Wien erneuert.  
Auf der Simmeringer Hauptstraße Höhe Zentralfriedhof tauschen die Wiener Linien in zwei Abschnitten insgesamt rund 1.400 Meter Gleis. Damit ist die Simmeringer Hauptstraße dieses Jahr das größte Gleisbauprojekt. Der Gleisbau auf der Simmeringer Hauptstraße wird besonders „grün“. Denn hier entsteht ein Testabschnitt für ein sogenanntes „Sedumgleis“ – eine Art von Grüngleis, das aber in der Erhaltung pflegeleichter und auch in der Anschaffung weniger kostenintensiv ist als das herkömmliche Rasengleis. Ein Vorteil ist, dass es resistenter gegen diverse Umwelteinflüsse ist und auch ohne Bewässerung auskommt.
Konkret werden zwei Testabschnitte mit zwei unterschiedlichen Grüngleis-Varianten errichtet: Die Bepflanzung erfolgt auf der einen Strecke durch eine Sedum-Sprossen-Aussaat und auf der anderen Strecke mit Fertig-Sedum-Rollmatten, ähnlich wie Rollrasen. Außerdem wird auf einem Abschnitt untersucht, ob eine seltene Befahrung von z.B. Einsatzfahrzeugen durch den Einsatz von Rasengittersteinen möglich ist. Bis Ende 2023 werden die Abschnitte genau getestet und evaluiert. Sollte sich der Versuch bewähren, könnten Sedumgleise ab 2024 in Wien zum Einsatz kommen.

Quelle: Wiener Linien

Höhere Fahrpreise nach 9-Euro-Ticket

Fahrgäste müssen sich im öffentlichen Nahverkehr auf steigende Preise einstellen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter großen Verkehrsverbünden. Demnach sind teilweise schon deutliche Tarifsteigerungen beschlossen, andernorts stehen die entsprechenden Gremiensitzungen noch an. So steigen etwa in und um Stuttgart die Tarife zum Jahreswechsel durchschnittlich um 4,9 Prozent, im Großraum Nürnberg werden es 3 Prozent sein. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund gab es schon zum Juli einen Aufschlag von 3,9 Prozent.
Das 9-Euro-Ticket können Fahrgäste letztmalig im August bundesweit im Nahverkehr nutzen. Dann endet die vom Bund finanzierte Aktion nach drei Monaten. Sie sollte Pendler angesichts hoher Energiepreise entlasten – und dazu bewegen, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Ein Nachfolgeangebot ab dem 1. September gibt es nicht.
Im September und Oktober beraten deshalb vielerorts die Gremien der Verkehrsverbünde über den künftigen Tarif. Hohe Preise für Strom und Diesel belasten viele Verkehrsunternehmen und dürften in zahlreichen Fällen auf die Fahrpreise durchschlagen. So orientiert sich etwa der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg an einem Index aus Kraftstoff-, Strom- und Verbraucherpreisen. „Der jeweilige Tarifindex wird in die Überlegungen einbezogen, dient aber nicht als ausschließliches Kriterium”, sagte ein Sprecher. Der Verkehrsverbund Stuttgart hob hervor, mit seinem Aufschlag von 4,9 Prozent noch unter den Kostensteigerungen geblieben zu sein. Zudem profitierten junge Kunden ab März von einem neuen 365-Euro-Jahresticket.
Für eine neuerliche Aktion nach Vorbild des 9-Euro-Tickets zeigen sich viele Verkehrsverbünde offen, sofern wieder die Einnahmeverluste erstattet werden. „Für die Verbünde steht bei einer möglichen Nachfolgeregelungen die Auskömmlichkeit an erster Stelle”, so der Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Vom Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart hieß es: „Aktuell stehen die Verkehrsunternehmen angesichts der galoppierenden Energiepreise vor großen finanziellen Problemen.” Allein um den Bestand zu erhalten und das Angebot auszubauen, sei mehr Geld vom Bund notwendig, unabhängig von einem möglichen 9-Euro-Ticket-Nachfolger. „Eine relativ kurzfristige Umsetzung wäre vertrieblich auf Basis der heutigen 9 Euro-Konstellation machbar”, signalisierte der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen.
Abgelehnt wird eine Neuauflage im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Es hätten mit dem 9-Euro-Ticket vor allem die bisherigen Gelegenheitskunden die Chance ergriffen, noch billiger und häufiger zu fahren, so Geschäftsführer Volkhard Malik. Der VRN will punkten, indem er seinen eigenen Tarif vereinfacht und flexibler gemacht hat.
Im Herbst will eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe Vorschläge zur Zukunft und Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorlegen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hat bereits ein dauerhaftes 69-Euro-Monatsticket vorgeschlagen, das bundesweit für den ÖPNV gelten soll. Die Kosten bezifferte er auf etwa zwei Milliarden Euro im Jahr.

Quelle: tagesschau.de