VDV: Kritik an Fortführung des ÖPNV-Rettungsschirms unbegründet

Der Bundesrechnungshof stellt in einer aktuellen Stellungnahme die Notwendigkeit der Fortführung des ÖPNV-Rettungsschirms für das Jahr 2021 in Frage. Nach Ansicht des Bundesrechnungshofes falle der tatsächliche Finanzbedarf der Branche nicht so hoch aus wie zu befürchten war. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) weist diese Kritik zurück und betont, dass für eine Bewertung der tatsächlichen Einnahmenverluste bei den Verkehrsunternehmen nicht nur das Jahr 2020 betrachtet werden dürfe, sondern beide Pandemiejahre, also 2020 und 2021.
VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff: „Die vom Bundesrechnungshof gegenüber dem Haushaltsausschuss des Bundestages formulierte Kritik halten wir für nicht stichhaltig. Denn der Rechnungshof betrachtet dabei ausschließlich rückblickend den Rettungsschirm des Jahres 2020 ohne die Gesamtkonstellation zu berücksichtigen. Richtig ist, dass aufgrund der Höhe des Bundesanteils von 2,5 Milliarden Euro in Relation zu dem beantragten Schadensausgleich für 2020 (ca. 3,3 Mrd. Euro) noch keine hälftige Länderbeteiligung erreicht werden konnte. Mit der Fortführung des Rettungsschirms in 2021 wird sich dies jedoch ändern.
Denn nimmt man bei einer Fortführung des Rettungsschirms richtigerweise beide durch die Pandemie massiv beeinflussten Jahre in den Blick, liegen die prognostizierten Schäden bei insgesamt rund 7 Mrd. EUR (3,3 Mrd. EUR für 2020 und mit Stand Mai 2021 bei rund 3,6 Mrd. EUR für dieses Jahr). Der Beschluss des Bundeskabinetts vom 12. Mai 2021 sieht vor, dass sich die Bundesregierung auch in 2021 mit einer weiteren Milliarde an der Fortführung des Rettungsschirms beteiligen wird. Der Anteil des Bundes an den ÖPNV-Rettungsschirmen 2020 und 2021 beläuft sich damit auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro, was 50 % des für diese beiden Jahre prognostizierten Gesamteinnahmeverlustes der Branche entspricht. Damit wir die jeweils hälftige Finanzierung, die zwischen Bund und Ländern vereinbart wurde, auch umgesetzt. Während der Bund im letzten Jahr durch sein konsequentes Handeln die 2,5 Milliarden Euro für den Rettungsschirm schnell zur Verfügung gestellt hatte und damit den Großteil der Verluste in dem Jahr ausgeglichen wurden, wird sich dieses Verhältnis 2021 umkehren. Nun werden die Länder den überwiegenden Anteil aus eigenen Mitteln beisteuern Dies ist nur folgerichtig und auch wir als Branche haben uns – entsprechend der gemeinsamen Beschlüsse von Bund und Ländern in der MPK – immer für einen paritätischen Ausgleich der entstehenden Verluste durch Bund und Länder eingesetzt. Ohne die Fortführung des Rettungsschirmes wäre die Branche bald gezwungen, die Leistungen spürbar zu kürzen.“
Der Branchenverband unterstreicht – unabhängig von den Zahlen der Jahre 2020 und 2021 – dass man sich dem hohen Vorkrisenniveau bei den Fahrgastzahlen voraussichtlich erst mit einem Zeitversatz nach dem Ende der Pandemie annähern werde. „Die Arbeits- und Einkaufsmobilität hat sich zwischenzeitlich genauso geändert wie das Vertrauen in die öffentlichen Verkehrsmittel wieder vollumfänglich hergestellt werden muss. Das wird sich auch auf der Einnahmenseite niederschlagen. Dabei braucht die Branche jede Unterstützung, um das Angebot bei Bus und Bahn auszubauen, um die Mobilitätswende voranzutreiben und damit die verschärften Klimaschutzziele zu erreichen“, so Wolff abschließend.

Quelle: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)

Link zur Stellungnahme des Bundesrechnungshofs

Bundesrechnungshof sieht weitere ÖPNV-Krisenhilfen kritisch

Der Bundesrechnungshof bezweifelt die Notwendigkeit eines zweiten Rettungspakets für die öffentlichen Verkehrsunternehmen (ÖPNV) in Deutschland. Das geht aus einer Stellungnahme der Prüfer an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, über die der „Spiegel” berichtet.
Darin argumentieren die Haushaltswächter, dass der zusätzliche Finanzbedarf der Bus- und Bahnunternehmen längst nicht so hoch ausfalle, wie zu befürchten gewesen sei. Schon im Jahr zuvor hatten Bund und Länder die Firmen mit fünf Milliarden Euro gestützt. Nun fordert die Branche weitere zwei Milliarden, was die Rechnungsprüfer „kritisch” sehen. 2020 seien lediglich Einnahmeverluste von 3,1 Milliarden Euro bei den Verkehrsunternehmen aufgelaufen – die fast vollständig vom Bund ausgeglichen worden seien.
Die Länder hätten ihren Anteil am ersten Rettungsschirm nur teilweise erfüllt, „drei Länder beteiligten sich überhaupt nicht mit eigenen Haushaltsmitteln am Ausgleich der finanziellen Nachteile”, so die Prüfer. Stattdessen sei das Geld in den Länderhaushalten umverteilt worden.

Quelle: FinanzNachrichten.de

Mobilfunkverbindung im Frankfurter S-Bahn-Tunnel

Fahrgäste, die mit der S-Bahn im Tunnel zwischen Frankfurt und Offenbach unterwegs sind, haben jetzt durchweg guten Mobilfunk-Empfang. Vodafone hat die gesamte knapp 6,5 Kilometer lange Tunnelstrecke zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Frankfurt Lokalbahnhof mit neuester, leistungsstarker Mobilfunktechnologie ausgestattet. Dank dieser läuft die Verbindung ins Mobilfunknetz jetzt auch im Tunnel überall stabil. Von der stabileren Verbindung profitieren nicht nur Fahrgäste, die sich über ihren eigenen Anbieter ins Netz einwählen, sondern auch diejenigen, die das kostenfreie WLAN-Angebot des RMV in den S-Bahnen nutzen.
Bereits seit eineinhalb Jahren bieten der RMV und die S-Bahn Rhein-Main ihren Fahrgästen die Möglichkeit, in der Bahn kostenlos während der Bahnfahrt im Internet zu surfen, ohne das eigene Datenvolumen zu belasten. Dieser Service wird von den Kundinnen und Kunden sehr gut angenommen. Monatlich wählen sich die Fahrgäste mehr als fünf Millionen Mal in das kostenlose WLAN ein. Rund 60 Terabyte Daten werden über das Angebot im Schnitt pro Monat heruntergeladen. Das entspricht rund 600.000 Stunden gestreamter Musik in hoher Qualität. Damit die Verbindung ins Netz auch unter der Erde stabiler und zuverlässiger läuft, haben die Mobilfunkunternehmen Vodafone, Deutsche Telekom und Telefonica die Versorgung ausgebaut. Vodafone hat die Umrüstung als Generalunternehmer übernommen. Die Arbeiten fanden in den letzten Monaten nachts in den kurzen Betriebspausen der S-Bahn statt und waren dementsprechend aufwändig. Insgesamt wurden 12 Kilometer Kabel zur Vernetzung der Verstärkerpunkte und weitere drei Kilometer Antennenkabel für die mehr als 100 Antennensysteme und Repeaterstandorte der Mobilfunkstationen verlegt, die nun für bestes WLAN in der S-Bahn sogar im Tunnel sorgen.
Auch die S-Bahnstrecke zwischen dem Frankfurter Flughafen und Gateway Gardens über Stadion bis zum Hauptbahnhof wird derzeit mit neuen leistungsstarken Mobilfunksignalen ausgestattet. Generalunternehmer ist hier die Deutsche Telekom.
Neben den S-Bahnen können Fahrgäste im RMV zudem in zehn Regionalzuglinien sowie dem X-Bus-Netz kostenlos WLAN nutzen. In Zukunft gehört WLAN sogar zum Standard bei den Ausschreibungen neuer Verkehrsleistungen im Regionalzugverkehr des RMV. Um den Fahrgästen auch an den Bahnhöfen einen kostenfreien Internetzugang zu ermöglichen, bietet der RMV zudem seit 2019 an rund 650 Fahrkartenautomaten kostenloses WLAN an. Zusammen mit dem Angebot in Bahnen und X-Bussen unterhält der RMV damit eines der größten öffentlichen WLAN-Netze Deutschlands.

Quelle: Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH  

Frischzellenkur für 185 Bahnhöfe im Norden

Dank der Neuauflage des „Sofortprogramms Bahnhöfe“ der Deutschen Bahn (DB) und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) macht die Bahn ihre Bahnhöfe für alle Reisenden attraktiver – auch in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen. Mit 6,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes renoviert die DB noch in diesem Jahr 85 Bahnhöfe in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie 100 Bahnhöfe in Bremen und Niedersachsen. Die DB setzt damit ihre Offensive für komfortablere und schönere Stationen fort.
Bereits an 20 Stationen sind die Arbeiten im vollen Gange, darunter neue Wand- und Bodengestaltungen, leichtere Informations- und Orientierungsmöglichkeiten und bequemere Sitzmöbel. Für eine bessere Energiebilanz rüstet die DB vielerorts die Bahnhofsbeleuchtung auf LED um. Das klare Ziel: mehr Menschen für das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn zu gewinnen, um die Mobilitäts- und Klimawende weiter voranzutreiben.
In Schleswig-Holstein stehen vor allem die Bahnhöfe in Husum, Lübeck und Kiel im Fokus. Rund eine Million Euro des Sofortprogrammes fließt 2021 allein in diese drei Stationen.
In Hamburg nehmen die Renovierungsarbeiten an 35 Stationen mit rund drei Millionen Euro Fahrt auf: darunter Nettelnburg, Allermöhe und Wandsbek.
In Niedersachsen stehen die Bahnhöfe in Braunschweig, Lüneburg und Celle im Fokus. Rund 1,3 Millionen Euro des Sofortprogrammes fließen 2021 in diese drei Stationen.
Auch im Bundesland Bremen werden acht Stationen mit rund 1,6 Millionen Euro renoviert, darunter der Bremen Hauptbahnhof und der Hauptbahnhof Bremerhaven.
Die DB investiert mit dem Sofortprogramm bundesweit sowohl in kleine als auch mittlere und große Stationen und beauftragt dafür vorzugsweise regionale Handwerksbetriebe.

Quelle: Deutsche Bahn AG

Weitere Informationen zum Sofortprogramm

Weniger Plastik und mehr Recycling bei der DB

Die Deutsche Bahn will weniger Plastikmüll produzieren und die Abfälle aus Bahnhöfen und Zügen noch besser aufbereiten. Ab Juni greifen deshalb gleich zwei neue Maßnahmen für mehr Ressourcenschutz: In der Bordgastronomie der Fernzüge ersetzt die DB das bisherige Plastikbesteck für to-go-Produkte durch ein FCS-zertifiziertes Holzbesteck. Damit setzt die Bahn auf einen nachwachsenden Rohstoff für die rund 500.000 Bestecke pro Jahr. Zweitens verbessert die Bahn das System der Abfalltrennung und -aufbereitung: Künftig stehen 85 Prozent der Abfälle als sauber getrennte Wertstoffe für das Recycling zur Verfügung. Ressourcen werden geschont und die Kreislaufwirtschaft gestärkt. 
An den Bahnhöfen sowie in den Zügen der DB fallen jedes Jahr rund 60.000 Tonnen Abfall an. Häufige Fehleinwürfe erschweren das Trennen wiederverwertbarer Wertstoffe und deren Recycling. Das neue System ist einfacher und übersichtlicher: Reisende trennen künftig nur noch gemischte Abfälle (Kaffeebecher, Glasflaschen oder Lunch-Boxen) sowie Papier. 25 zertifizierte Dienstleister im Bundesgebiet übernehmen die Abfall-Sortierung und das Recycling. Wertvolle Ressourcen wie Glas, Metall sowie Kunststoffe können schneller und in größerem Umfang wiederverwendet werden. Dazu stellt die DB ihre rund 6.000 Abfallbehälter in den öffentlichen Bereichen der Bahnhöfe sowie in den Fernzügen von der aktuellen Vierfach-Trennung auf eine Zweifach-Trennung um. Vorhandene Abfallbehälter werden lediglich neu beschriftet.
Die neuen Maßnahmen für weniger Plastik und mehr Recycling ergänzen das breite Portfolio der Deutschen Bahn für mehr Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland, das unter anderem Mehrweg-Angebote in den Zügen sowie in den DB-Betriebskantinen umfasst, 100 Prozent Mikroplastik freie Seife im Fern- und Regionalverkehr, oder auch das Recycling von Schienen, Schotter und Schwellen.

Quelle: Deutsche Bahn

Voi und Free Now weiten Kooperation aus

Von der Haustür zur Haltestelle und zurück: Das geht ab sofort auch per eScooter in fünf weiteren deutschen Städten über die FREE NOW App. Jenseits der großen Metropolen nimmt Multi-Service-Mobilitätsplattform-Anbieter FREE NOW mit dem schwedischen Anbieter Voi jetzt zum ersten Mal auch Städte mittlerer Größe in den Blick und startet das gemeinsame Angebot in Aachen, Lübeck, Nürnberg, Augsburg und Karlsruhe. „Dieser Schritt markiert einen weiteren Meilenstein beim Ausbau unserer Mobilitätsplattform in Deutschland”, sagt Alexander Mönch, Deutschland-Chef von FREE NOW. Zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen zudem seine Nachhaltigkeitsstrategie “Move-to-net-Zero” angekündigt. Das Ziel: Bis 2030 will der Mobilitätsvermittler zu 100 Prozent lokal emissionsfreie Fahrten über die eigene App anbieten. „Die Integration von neuen Mikromobilitäts-Partnern wie Voi und die Erschließung weiterer Märkte sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Gleichzeitig bieten wir unseren Nutzern in diesen Märkten ein umfassenderes Portfolio, um in ihrer Stadt mobil zu sein”, so Mönch weiter.
eScooter sind bei Nutzerinnen und Nutzern hierzulande als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel über kurze Distanzen beliebt. Vor allem auf alltäglichen Strecken oder im Rahmen der Freizeit sind sie deshalb sehr gut geeignet. Mit dem nun erweiterten Geschäftsgebiet machen FREE NOW und Voi dieses Fahrerlebnis jetzt noch mehr Menschen möglich.
Für den Start der Kooperation hat Voi seine Scooter mit einer Vielzahl an Updates ausgestattet: Damit die eScooter zum Laden nicht mehr eingesammelt werden müssen, sind diese fortan etwa mit austauschbaren Batterien ausgestattet. Für Nutzer bedeutet das eine schnellere Verfügbarkeit innerhalb der Städte. So soll gewährleistet werden, dass Nutzerinnen und Nutzer nie länger als eine Minute vom nächsten eScooter entfernt sind. Auch im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit und Sicherheit haben die Voi-Scooter in den letzten Monaten erhebliche Fortschritte gemacht: Durch eine robustere Bauweise hat sich die Lebenserwartung der Geräte auf nunmehr fünf Jahre erhöht. Die neuen Modelle verfügen außerdem über Blinker, mit denen Nutzer Abbiegevorgänge anzeigen können. Ein modernes Doppelbremssystem senkt die Reaktionszeit des Rollers auf ein Minimum.

Quelle: Presseportal

Bundesrat beschließt Gesetz zum autonomen Fahren

Deutschland soll eine Führungsrolle beim autonomen Fahren einnehmen. Um das große Potenzial des autonomen und vernetzten Fahrens optimal zu nutzen, will die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung vorantreiben und damit die Mobilität der Zukunft vielseitiger, sicherer, umweltfreundlicher und nutzerorientierter gestalten.

Bundesminister Andreas Scheuer: „Heute gehen wir einen Riesenschritt Richtung Zukunft: Der Bundesrat hat unser Gesetz zum autonomen Fahren beschlossen. Damit ist der Weg frei, um selbststeuernde Fahrzeuge ganz regulär auf die Straße zu holen – als erstes Land weltweit. Damit setzen wir international Standards. Noch sind wir den technischen Entwicklungen einen Schritt voraus. Aber ich sehe auch an den vielen Förderprojekten, wie schnell es bei den Herstellern vorangeht, um ihre Visionen zur Realität zu machen. Ich bin mir sicher: Wir werden autonomes Fahren bald erleben. Mit unserem neuen Gesetz sorgen wir dafür, dass Deutschland dabei die Nummer Eins ist.“

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Der Bundestag hatte bereits am 20.5.2021 einen Beschluss zum autonomen Fahren gefasst.

62 deutsche Wasserstoff-Großprojekte

Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesverkehrsministerium haben in dieser Woche 62 Wasserstoff-Großprojekte ausgewählt, die im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Wasserstoffprojekts (sog. Important Project of Common European Interest, IPCEI) staatlich gefördert werden sollen. Sie setzen damit eine wichtige Maßnahme der Nationalen Wasserstoffstrategie um.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt werden. Dafür bündeln wir unsere Kräfte in Europa und stoßen durch das erste gemeinsame europäische Wasserstoffprojekt massive Investitionen in die Zukunftstechnologie Wasserstoff an. Das sichert Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze– in Deutschland wie auch Europa. Wir stellen für die heute ausgewählten 62 deutschen Projekte über 8 Milliarden Euro an Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung und bilden mit den ausgewählten Projekten die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Wasserstofferzeugung, über den Transport bis hin zu Anwendungen in der Industrie. Wir machen damit einen großen Schritt auf dem Weg hin zur Klimaneutralität unserer Wirtschaft. Ein zentraler Bereich hierfür ist die Stahlindustrie ebenso wie die Chemieindustrie, wo jährlich durch diese Wasserstoffprojekte mehrere Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können.“

Bundesverkehrsminister Scheuer: „Wir machen Deutschland zum Wasserstoff-Land. Dabei denken wir die Mobilität neu, europäisch und ganzheitlich – vom Energiesystem über die Antriebstechnologien bis hin zur Tankinfrastruktur. Derzeit ist der Verkehr noch zu mehr als 95 Prozent vom Einsatz fossiler Energien abhängig. Daher brauchen wir dringend Mobilität, die auf erneuerbare Energien setzt. Grüner Wasserstoff und Brennstoffzellen sind – quer über alle Verkehrsträger hinweg – eine super Ergänzung zu reinen Batteriefahrzeugen. Tatsache ist: Wir müssen und WOLLEN den Umstieg auf eine klimafreundliche Mobilität dringend vorantreiben. Um alle Bereiche der Mobilität mit Null-Emissionslösungen abzudecken, brauchen wir Technologieoffenheit. Deshalb unterstützen wir auch die Brennstoffzellentechnologie sowie Fahrzeug- und Komponentenhersteller, um international den Anschluss nicht zu verpassen. Heute gehen wir einen Riesenschritt in Richtung klimafreundliche Mobilität.“

Nähere Informationen zu den 62 Wasserstoff-Projekten

Die 8 Mrd. Euro staatliche Fördermittel setzen sich aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. Rund 4,4 Mrd. Euro kommen aus dem Bundeswirtschaftsministerium; bis zu 1,4 Mrd. Euro aus dem Bundesverkehrsministerium. Die übrigen Fördermittel werden von den Bundesländern zur Verfügung gestellt. Insgesamt sollen Investitionen in Höhe von 33 Mrd. Euro ausgelöst werden, davon über 20 Mrd. Euro von privaten Investoren. Die 62 Wasserstoff-Großprojekte wurden aus über 230 eingegangenen Projektskizzen ausgewählt und bilden die gesamte Wertschöpfungskette des Wasserstoffmarktes ab.
Im Bereich des BMWi wurden 50 Projektskizzen ausgewählt. Darunter sind Projektskizzen für Erzeugungsanlagen, die zusammen genommen über 2 Gigawatt Elektrolyseleistung für die Produktion von grünem Wasserstoff umfassen. Dass entspricht 40 % des in der Nationalen Wasserstoffstrategie gesetzten Ziels von 5 Gigawatt bis 2030. Zudem denken wir die Infrastruktur von Anfang an mit und wollen Wasserstoffleitungen mit einer Länge von rund 1.700 km voranbringen. Besonders viele Emissionen können in der CO2-intensiven Stahlindustrie eingespart werden. Mit ArcelorMittal, Stahl Holding Saar, Salzgitter Stahl und Thyssenkrupp Steel haben alle in Deutschland tätigen Stahlerzeuger Investitionsvorhaben eingereicht. Auch eine Reihe von innovativen Vorhaben  der Chemieindustrie, wie z. B. von BASF am Standort Ludwigshafen, zeigen durch die CO2-freie Herstellung von Wasserstoff und dessen Weiterverwendung, z. B. zur Herstellung von Ammoniak oder synthetischen Kraftstoffen für den Last- oder Flugverkehr, enorme Reduktionspotenziale auf.
Das Bundesverkehrsministerium fördert 12 Vorhaben im Mobilitätssektor. Diese betreffen die Entwicklung und Herstellung von Brennstoffzellen-Systemen und Fahrzeugen – vom Pkw über den LKW bis hin zu Kommunalfahrzeugen. Außerdem soll z. B der Aufbau einer bundesweiten und grenzüberschreitend vernetzten Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur gefördert werden. Auch wird mit einem Hamburger Verbundprojekt die Luftfahrt und der maritime Bereich mit einem ganzheitlichen Ansatz adressiert: von Brennstoffzellen-Fahrzeugen für die Hafenlogistik oder den H2-Schubboote im Hamburger Hafen bis hin zu H2-Fahrzeugen beginnend für die Intralogistik bei Airbus. Mit solchen integrierten Reallaboren, die vor Ort entstehen, wird die Brennstoffzellentechnologie weiter voran und in den Einsatz gebracht. 
Die Förderung der deutschen Vorhaben erfolgt im Rahmen eines europäischen Projekts (IPCEI Wasserstoff) gemeinsam mit bis 22 europäischen Partnerländern. Die verschiedenen nationalen Projekte sollen so miteinander vernetzt werden, dass alle Länder voneinander profitieren und gemeinsam eine europäische Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden kann. Den Startschuss zu dieser Initiative fiel durch Bundeswirtschaftsminister Altmaier im Dezember 2020 im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Ziel ist es, dass noch in diesem Jahr die Projekte von der Europäischen Kommission beihilferechtlich genehmigt werden können. BMWi und BMVI arbeiten hierfür eng und vertrauensvoll mit der Europäischen Kommission zusammen.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Überblick über die Projekte und die Verteilung im Bundesgebiet

Freiburg bestellt weitere Urbos-Stadtbahnen bei CAF

Den Kaufvertrag über acht weitere Fahrzeuge des Typs „Urbos 100“ haben die Vorstände der Freiburger Verkehrs AG (VAG) und der spanischen Herstellerfirma CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles) unterschrieben. Damit hat die VAG eine Option gezogen, die im 2017 geschlossenen Kaufvertrag der jüngst gelieferten neuen fünf Fahrzeuge enthalten war. Nach heutigem Kenntnisstand werden die Neuzugänge im Zeitraum September 2023 bis April 2024 erwartet.
„Die Erneuerung des Fuhrparks ist eine kontinuierliche Aufgabe, denn die technische Entwicklung und die Anforderungen an die Barrierefreiheit machen auch vor Straßenbahnfahrzeugen nicht halt,“ sagt VAG Vorstand Stephan Bartosch. „Die acht neuen Stadtbahnwagen werden zumeist Fahrzeuge des Typs GT8N ersetzen, die seit 1990/91 bei uns im Einsatz sind und den Fuhrpark etwas erweitern, um den wachsenden Bedarfen gerecht zu werden“.
Im Vergleich zu den dann ausgemusterten Stadtbahnwagen sind die Urbos rund neun Meter länger. „Der Einsatz längerer Fahrzeuge ist eine Möglichkeit, die Kapazität auf der Strecke zu erhöhen. Das bedeutet, dass jeder Fahrgast ein wenig mehr Platz im Fahrzeug hat bzw. bei gleicher Taktfrequenz prinzipiell mehr Fahrgäste befördert werden können,“ sagt VAG Vorstand Oliver Benz. „Ein weiterer, großer Vorteil für die Kundinnen und Kunden ist, dass die neuen Bahnen komplett niederflurig sind und über große Aufstellflächen für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren sowie eine gute Belüftung und Klimatisierung verfügen.“
Die jetzt bestellten Fahrzeuge werden sich nur in Details von den mittlerweile 17 bereits im Einsatz befindlichen unterscheiden.

Quelle: Freiburger Verkehrs AG (VAG)

Inbetriebnahme des Netzes Niedersachsen Mitte

Die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme des Netzes Niedersachsen Mitte durch die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH, kurz „start“, laufen auf Hochtouren. „Damit die Übernahme im Dezember 2021 für Fahrgäste, Mitarbeiter:innen und Co. reibungslos erfolgt, stimmen wir uns weiterhin in allen Belangen eng mit den zuständigen Akteur:innen ab. Dazu zählen neben den Aufgabenträgern – Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), Region Hannover, Nahverkehr Westfalen-Lippe, Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg – auch die derzeitigen Betreiber sowie DB Netz und DB Station & Service“, erklärt Mathias Hoff, Leiter der Start Niedersachsen Mitte.  Dabei wird, wie auch bei der Start Unterelbe, für das neue Verkehrsnetz besonderen Wert auf Regionalität gelegt. So stehen dank der zwei Verwaltungsstandorte in Hildesheim und Soltau lokal verankerte Ansprechpartner zur Verfügung, die sich vor Ort bestens auskennen. Dazu trägt bei, dass sich die Mehrzahl der Mitarbeitenden der aktuellen Betreiber erfreulicherweise dazu entschieden hat, künftig auch für start zu arbeiten. „Das war bereits ein wichtiger Meilenstein in unseren Vorbereitungen. Zusätzlich rekrutieren wir noch neue Triebfahrzeugführer:innen und Fahrgastbetreuer:innen sowie zusätzliche Kolleg:innen in der Verwaltung. Auch diese besetzen wir gerne mit Menschen aus der Region, die hier den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit ihrem Engagement gestalten möchten“, so Hoff.
Weitere Schritte auf dem Weg zur Inbetriebnahme umfassen zudem eine eigene Website und neue Unternehmensbekleidung, aber auch an den Zügen wird die Inbetriebnahme durch start außen und innen sichtbar. Parallel werden in den kommenden Monaten alle IT-Systeme wie die Fahrgastinformation eingerichtet und geprüft.

Quelle: Regionalverkehre Start Deutschland GmbH