Testprojekt der ÖBB – Schieneninspektion per Drohne

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben im Rahmen eines Pilotprojekts automatisierte Drohnenflüge getestet. Sie dienen zur Inspektion von Bahnstrecken insbesondere an schwer zugänglichen Gleisabschnitten und der schnellen Reaktion bei Not- und Zwischenfällen. Die ÖBB haben das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Frequentis realisiert. Technologische Basis bildet das zentralisierte Flugmanagementsystem „Automated Drone Dispatching“ von Frequentis. Damit lassen sich in Zukunft aufwändige Streckenbegehungen auf ein Minimum reduzieren sowie die Kontinuität und Sicherheit des Bahnbetriebs entscheidend erhöhen.

Zugunglück bei Riedlingen: Drei Tote, mehrere Schwerverletzte

Auf der Bahnstrecke zwischen Sigmaringen und Ulm sind am frühen Abend des 27. Juli zwei Waggons eines Regionalexpresses entgleist. Nach aktuellem Ermittlungsstand wurden drei Personen tödlich sowie weitere Reisende schwerst verletzt.

Die Bundespolizei in Stuttgart und das Polizeipräsidium Ulm wurden am 27.07.2025 gegen 18:10 Uhr informiert, dass es zwischen Riedlingen und Munderkingen zu einer Zugentgleisung gekommen sei. Betroffen sind mehrere Waggons eines Regionalexpress auf dem Weg nach Ulm. Ein Erdrutsch habe mutmaßlich die Entgleisung des Regionalexpresses verursacht. Insgesamt drei Menschen kamen ums Leben, weitere Personen wurden verletzt, mehrere davon schwer.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat sich am 28.07.2025 gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Bahnchef Richard Lutz vor Ort ein Bild der Lage verschafft und dabei auch den Einsatzkräften persönlich gedankt. Im Nachgang dazu äußerte sich der Minister wie folgt:

„Das sind erschütternde Bilder von einem schlimmen Unfall. Mein Beileid gilt den Angehörigen der Getöteten. Meine Gedanken sind ebenso bei den vielen Verletzten, denen ich schnelle Genesung wünsche. Mein Dank geht an die Rettungskräfte. Einigen konnte ich vor Ort für ihre aufopferungsvolle Arbeit danken. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung hat schon in der Nacht ihre Arbeit aufgenommen. Wir unterstützen diese und alle weiteren Kräfte mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Diese Nachricht wurde zuerst am 27. Juli 2025 veröffentlicht und wurde am 29. Juli 2025 ergänzt.

Wasserstoff trifft Batterie: Wiener Linien starten neue Bus-Ära

Die Wiener Linien gehen den nächsten Schritt in die nachhaltige Zukunft und setzen dabei auf eine Kombination aus E-Mobilität und nachhaltigem Wasserstoff (H2). Ab September 2025 werden – erstmals in Wien – zehn elektrobetriebene Wasserstoff-Busse des italienischen Herstellers Rampini auf den Linien 2A und 3A durch die Wiener Innenstadt fahren. Die innovativen HYDRON Kleinbusse setzen die Synergien im Konzern der Wiener Stadtwerke gekonnt um: Wien Energie stellt aus Erneuerbaren Energien den Wasserstoff her, am Campus der Wiener Netze werden die Busse betankt und die Wiener Linien bringen ihre Fahrgäste damit sicher und emissionsfrei ans Ziel.

Schon jetzt sind rund 60 E-Busse, zwölf davon sind ebenfalls von Rampini geliefert worden, in Wien im Einsatz. Mit der neuen, zusätzlichen Wasserstofftechnologie, die von den Wiener Linien intensiv getestet wurde, verlängert sich die Reichweite von E-Bussen nun erheblich – die neuen Wasserstoffe-E-Busse müssen nicht mehr so oft geladen werden wie herkömmliche E-Busse. Zehn Kleinbusse mit Wasserstoff-E-Technologie ersetzen ab September die bisherigen E-Kleinbusse der Linien 2A und 3A in der Wiener Innenstadt – sie sind damit die ersten ihrer Art, die in Wien im regulären Linien-Einsatz sind. Aufgrund der erweiterten Reichweite ist keine Ladeinfrastruktur in der Innenstadt mehr notwendig und die Fahrzeugflotte für die Linien 2A und 3A kann von zwölf auf zehn Busse reduziert werden.

Caterina Rampini, Vizepräsidentin und CEO von RAMPINI, sagte bei der Übergabezeremonie in Wien: „Wir sind sehr stolz, nach der ersten Lieferung von reinen Batteriebussen im Jahr 2012 erneut Busse an die Wiener Linien zu liefern. Das zeigt die Zuverlässigkeit der Technologie und das Vertrauen dieses geschätzten Kunden. Mit den neuen HYDRON-Bussen, die 2023 auf der größten Busmesse in Brüssel offiziell vorgestellt wurden, treten wir in eine neue Phase der technologischen Entwicklung ein, um an einer sauberen und nachhaltigen Zukunft zu arbeiten. Diese sehr flexiblen und vielseitigen Minibusse werden unter Beweis stellen, was Wasserstoff als Energieträger im öffentlichen Verkehr leisten kann und die Menschen in der österreichischen Hauptstadt komfortabel und nachhaltig bewegen.”

Die Wiener Öffi-Stadträtin Ulli Simaergänzte: „Wien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein. Wir bauen die umweltfreundlichen Öffis weiterhin massiv aus, aktuell die U2XU5 und drei neue Straßenbahnlinien. Auch neue Antriebstechnologien spielen eine zentrale Rolle. Wien Energie, Wiener Netze und Wiener Linien bündeln ihre Kräfte, um Wien mit den neuen E-H2-Bussen einmal mehr zum europaweiten Vorreiter in der Dekarbonisierung der Öffis zu machen. Mit diesen Bussen investieren wir in die Zukunft unserer Stadt und läuten ein neues Zeitalter der nachhaltigen Mobilität ein.“

Investition von rund 12 Millionen Euro

Für den Kauf und die Instandhaltung der neuen Busse investieren die Wiener Linien gemeinsam mit dem Ministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie der EU rund 12 Millionen Euro. Die neuen, vollklimatisierten Busse haben ihre Heimat auf dem Campus der Wiener Netze in Simmering. Hier werden sie an einer H2-Tankstelle und Ladestation von „Wien Energie“ betankt und geladen. Getankt wird grüner Wasserstoff, der direkt vor Ort in der Elektrolyseanlage aus Ökostrom produziert wird.

Digitalisierungsoffensive bei SBG: INIT liefert Komplettlösung für Betrieb und Fahrgastinformation

Die SBG SüdbadenBus GmbH hat als letztes der zu DB Regio Bus Baden-Württemberg gehörenden Busunternehmen Lösungen von INIT eingeführt. Sie setzt künftig u. a. auf das Intermodal Transport Control System MOBILE-ITCS nextGen, PC-basierte Fahrscheindrucker und Bordrechner, das System zur Abrechnung und Ticketverwaltung MOBILEvario, Innenraumanzeiger sowie auf Fahrgastzählsensoren und das automatische Fahrgastzählsystem (AFZS) MOBILE-APC. Den Auftrag für das vom Bundesland geförderte AFZS-Projekt erhielt INIT im Anschluss an eine europaweite Ausschreibung. 

Die Ausstattung der Fahrzeuge hat bereits begonnen. In den ersten 18 Bussen ist die neue Hardware bereits installiert. Die gesamte Busflotte von SBG und Partnerfirmen umfasst rund 500 Fahrzeuge – alle Busse erhalten die Bordrechner, gut die Hälfte wird außerdem an ein Fahrgastzählsystem angebunden. Die SBG erhält durch das AFZS mit seinen hochmodernen IRMA MATRIX-Zählsensoren an den Bustüren detaillierte Daten zur Optimierung ihres Angebotes und wird somit in der Lage sein, ihre Ressourcen noch effizienter einzusetzen sowie Fahrpläne und Kapazitäten optimal an die Fahrgastnachfrage anzupassen. Zudem ist das neue System extrem wertvoll bei der Ermittlung der Datengrundlagen für die vom Bundesland geforderte nachfrageorientierte Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen unter den verschiedenen ÖPNV-Dienstleistern. 

Für die Fahrgäste bringt die Fahrzeugausstattung mit den neuen EVENDpc Bordrechnern und Anzeigern vom Typ PIDvisio mehrere Vorteile mit sich: Sie können nun in den Bussen mit ihren Girokarten, gängigen Kreditkarten und Smartphone-Wallets bargeldlos beim Fahrpersonal bezahlen und bekommen ihre Anschlüsse auf den Innenanzeigen der Busse angezeigt. Ein weiterer Bestandteil der Fahrgastinformation über zusätzliche Medien wird künftig die Anzeige von Echtzeitbelegung in Fahrzeugen sowie voraussichtlicher Besetzgrade für Folgefahrten durch INITs MOBILEguide System für Auslastungsinformationen für Bus und Bahn sein.

Erfolgreiche Partnerschaft mit DB Regio Bus Baden-Württemberg

Der Neuauftrag setzt eine langjährige Zusammenarbeit zwischen der DB Regio Bus Baden-Württemberg und INIT fort. Als DB Regio-Tochter bedient die SBG den äußersten Südwesten Deutschlands. Die Regiobusse des Landes Baden-Württemberg nehmen eine wichtige Rolle bei der Mobilität in der Region ein. Sie ergänzen den Schienenpersonennahverkehr der Deutschen Bahn an den Stellen, an denen keine Schienenverbindung möglich ist. 

Bereits 2006 hat sich die Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH als erstes der fünf heutigen Unternehmen innerhalb der DB Regio Bus Baden-Württemberg für INIT entschieden. In den vergangenen Jahren sind die Regionalbusverkehr Südwest GmbH, die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH und die BRN Busverkehr Rhein-Neckar GmbH zu weiteren Kunden des Karlsruher Unternehmens geworden. INIT ist allerdings nicht nur Lieferant von Hard- und Software, das Unternehmen übernimmt außerdem auch Dienstleitungen bei allen fünf DB Regio AG-Töchtern und zeichnet u. a. verantwortlich für die dortige Tarifpflege.

2700 Busse im Gesamtgebiet der DB Regio Bus Baden-Württemberg setzen auf INIT-Lösungen

Einschließlich der 500 SBG-Fahrzeuge sind es bald insgesamt 2700 Busse, die mit INIT Bordausstattung für die DB Regio Bus Baden-Württemberg fahren. Damit zählt die DB Regio Bus Baden-Württemberg unter Berücksichtigung der Zahl der Busse zu den drei größten INIT Kunden. INIT Geschäftsführer Klaus Janke unterstreicht: „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich die SBG für INIT entschieden hat. Alle fünf Unternehmen der DB Regio Bus Baden-Württemberg setzen nun auf Lösungen und Dienstleistungen von INIT. Das ist für uns die beste Bestätigung, dass wir hervorragend zusammenarbeiten und erstklassige Leistungen erbringen.“

Auch bei der DB Regio Bus Baden-Württemberg schätzt man es, dass nun alle fünf Firmen von einem Unternehmen beliefert und betreut werden, betont deren Prokurist Stefan Miller: „Wir haben seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit INIT gemacht und sehen es als hilfreich an, dass unsere Tarife von einem erfahrenen Anbieter wie INIT verwaltet werden. Auch das Fahrgastzählsystem leistet beste Dienste. Die SBG hat die Sicherheit, ein System einzusetzen, das die Vorgaben des Auftraggebers, des Bundeslandes Baden-Württemberg, umfassend erfüllt und das dank eines Rahmenvertrages überall im Verkehrsgebiet der DB Regio Bus Baden-Württemberg rasch eingeführt werden kann.“ 

Neuausrichtung im BVG-Vorstand: Jenny Zeller-Grothe übernimmt künftig auch den Betrieb

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die Vorständin für Personal und Soziales, Jenny Zeller-Grothe, für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Die Gewährträgerversammlung folgte damit einer Empfehlung des Aufsichtsrats. Zeller-Grothe wird ab dem 1. Januar 2026 nicht nur das Personalressort, sondern im Zuge einer Neustrukturierung auch den Bereich Betrieb verantworten. Damit rückt die operative Steuerung des Fahrbetriebs künftig enger an das Personalmanagement heran.

Seit Januar 2023 leitet Zeller-Grothe das Ressort Personal und Soziales bei Deutschlands größtem kommunalen Nahverkehrsunternehmen. Für rund 16.000 Mitarbeiter ist sie verantwortlich. Mit der erweiterten Zuständigkeit soll das neue Vorstandsressort „Betrieb und Personal“ besser auf die Beschäftigten ausgerichtet werden.

Anerkennung für strategischen Kurs in der Personalpolitik

Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Aufsichtsratsvorsitzende der BVG, würdigte die bisherige Arbeit Zeller-Grothes: „Sie hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit großem Engagement und strategischem Weitblick wichtige Weichen für die Zukunft der BVG gestellt – insbesondere bei der Fachkräftegewinnung.“ Die Zusammenführung des personalintensiven Fahrbetriebs mit dem Personalbereich sei ein logischer Schritt, um die Arbeitsbedingungen im Unternehmen weiter zu verbessern.

Auch der Gesamtpersonalrat lobt den kooperativen Führungsstil der Personalvorständin. Janine Köhler, Vorsitzende des Gremiums und Mitglied im Aufsichtsrat, betont die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmervertretung und Unternehmensleitung. Zeller-Grothe habe wesentlich zur Verbesserung der internen Kommunikation beigetragen und den Dialog auf Augenhöhe gefördert.

Impulse für Transformation und Fachkräfteoffensive

Seit ihrem Amtsantritt hat Zeller-Grothe zentrale Projekte zur Zukunftsfähigkeit der BVG vorangetrieben. Dazu zählen unter anderem ein neuer Manteltarifvertrag sowie ein innovativer Entgelttarifvertrag, der gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt wurde. Besonderes Augenmerk legte sie auf kreative Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung – etwa mit einem mobilen Bewerbungsbus, einem Bewerbungsbüro in der Mall of Berlin und neuen Arbeitszeitmodellen. Diese Strategie zeigt Wirkung: Seit Januar 2023 konnten über 4.500 neue Mitarbeiter für das Team BVG gewonnen werden.

Auch die Digitalisierung interner Prozesse und die Weiterentwicklung moderner Arbeitsbedingungen zählen zu den Schwerpunkten ihrer bisherigen Amtszeit. In einem persönlichen Statement betont Zeller-Grothe, sie wolle „die Transformation der BVG nachhaltig und zukunftsgerichtet vorantreiben“ – gemeinsam mit dem Vorstand und den Mitarbeitern.

Digitalisierung der Personalprozesse

Seit Januar 2023 ist Jenny Zeller-Grothe Personalchefin von Deutschlands größtem Nahverkehrsunternehmen uund führt seit Ende 2024 das Unternehmen mit Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, interimistisch als Duo. Den Herausforderungen der Branchen, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, begegnete Zeller-Grothe in den letzten Jahren mit kreativen Ideen, wie dem Bewerbungsbüro der BVG in der Mall of Berlin, einem Bewerbungsbus auf der Tattoo Convention und neuen Ansätzen in Sachen Arbeitszeitflexibilisierung. Zu ihren Schwerpunkten zählt zudem die Digitalisierung der Personalprozesse und Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Agata Stańda übernimmt Vorstandsvorsitz bei Solaris

Die CAF-Gruppe und der Aufsichtsrat von Solaris Bus & Coach sp. z o.o. haben Agata Stańda mit Wirkung zum 1. Juli 2025 zur neuen Vorstandsvorsitzenden des polnischen Busherstellers berufen. Sie folgt auf Javier Iriarte, der seit 2020 an der Spitze des Unternehmens stand und nun die Funktion des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt. Zudem wurde Iriarte zum CEO des Geschäftsbereichs Rolling Stock innerhalb der CAF-Gruppe ernannt.

Agata Stańda ist seit Februar 2020 für Solaris tätig und verantwortete zuletzt als Vorstandsmitglied die Bereiche Strategie und Nachhaltigkeit. Sie verfügt über fundierte internationale Erfahrung in der Führung komplexer Projekte und Teams – mit Stationen in Europa, Afrika und Asien. Die studierte Ökonomin hat Abschlüsse der Wirtschaftsuniversität Poznań sowie der ESCP Business School in Paris.

“Es ist mir eine Ehre, Solaris zu leiten. Ich danke dem Aufsichtsrat und der CAF-Gruppe für das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben. In den letzten Jahren haben wir einen bedeutenden Wandel vollzogen und sind zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Elektromobilität für den Stadtverkehr in Europa geworden. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit unserem gesamten Team unseren Wachstumskurs fortsetzen werden, wobei Solaris und die CAF-Gruppe Trends in der nachhaltigen urbanen Mobilität setzen werden”, erklärte Agata Stańda anlässlich ihrer Ernennung.

Parallel dazu hat Javier Iriarte die Rolle des CEO des CAF-Rolling Stock-Geschäfts übernommen, zusätzlich zum stellvertretenden Vorsitz im Solaris-Aufsichtsrat.

Future Mobility Award 2025: Jetzt bewerben und 5.000 Euro gewinnen

Bereits zum sechsten Mal verleihen die Messe Karlsruhe, das aen (automotive. engineering. network e.V.) und die NahverkehrsPraxis den Future Mobility Award. Der Preis zeichnet Start-ups aus, die innovative Ideen und Wege für eine nachhaltige Mobilität konzipieren. Die Initiatoren des Awards fordern europäische Start-ups auf, ihre Konzepte und Projekte einzureichen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe stellt den Förderpreis bereit, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Bewerbungen werden bis zum 31.07.2025 berücksichtigt.

Der Start-up Pitch findet am 10. September 2025 im FUX Festigung- und Expansionszentrum in Karlsruhe statt. Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Future Mobility Awards erfolgt am 23. September im Rahmen der „Regionalkonferenz Mobilitätswende“.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.future-mobility-award.de

InnoTrans expandiert 2027 nach Singapur

Die Weltleitmesse für Verkehrstechnik InnoTrans geht erstmalig mit einer eigenen Veranstaltung für den Wachstumsmarkt im asiatisch-pazifischen Raum an den Start. Das gab die Messe Berlin in Singapur bekannt und unterzeichnete ein Memorandum of Understanding (MoU) zusammen mit dem Singapore Tourism Board (STB).

Die Premiere der InnoTrans Asia findet im Zwischenjahr der InnoTrans Berlin, vom 7. bis 9. September 2027, auf dem Singapore EXPO-Gelände statt. Als zentrale gesamtasiatische Verkehrstechnikmesse will sie die Segmente Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors sowie Tunnel Construction abbilden. „Die InnoTrans Asia ist eine wichtige Ergänzung der Weltleitmesse in Berlin und bereichert unser internationales Veranstaltungsportfolio”, sagt Dirk Hoffmann, Geschäftsführer der Messe Berlin. „Während die InnoTrans Berlin das Herzstück der Branche bleibt, wollen wir die InnoTrans Asia als Bindeglied zwischen aufstrebenden Märkten und globalen Innovationen etablieren. Angesichts der erheblichen Investitionen der Region in die Schienenverkehrsinfrastruktur haben wir uns als Messe Berlin dazu entschieden, die InnoTrans Asia in Singapur zu etablieren.“

Wachstumsmarkt Asien

„Asien investiert massiv in den Ausbau der Infrastruktur für den Personen- und Güterverkehr”, ergänzt Kai Mangelberger, Senior Vice President Mobility der Messe Berlin. „In China, Indien und vielen anderen Ländern Südostasiens steigt die Nachfrage nach moderner Schienenverkehrstechnik, Automatisierung und nachhaltigen Lösungen. Mit der InnoTrans Asia schaffen wir eine zentrale Plattform für den asiatischen Markt — direkt hier vor Ort in Singapur.” Singapur gilt als wirtschaftsfreundlich, sicher und innovativ. Zudem ist es strategisch günstig gelegen und genießt als Standort für anspruchsvolle Fachmessen weltweit über ein hohes Renommee. Das macht Singapur zum idealen Standort für die InnoTrans Asia.

InnoTrans Asia – Brücke zwischen den Märkten

„Die InnoTrans Asia fungiert als strategische Brücke zwischen globalen Branchenakteuren und dem schnell wachsenden asiatischen Verkehrsmarkt“, sagt Dirk Hoffmann, COO der Messe Berlin. „Indem sie den Zugang zu neuen Geschäftsmöglichkeiten erleichtert und grenzüberschreitende Partnerschaften fördert, unterstützt die Veranstaltung das nachhaltige Wirtschaftswachstum in allen Regionen.“ Die InnoTrans Asia soll Akteure aus dem gesamten Ökosystem der Verkehrstechnologie zusammenbringen: öffentliche und private Verkehrsunternehmen, Hersteller und Zulieferer, Bauunternehmen, genauso wie Verwaltung, Behörden und Ministerien, Fachverbände und Institutionen sowie Wissenschaft, Forschung und Entwicklung.

Keine Einigung beim Deutschlandticket

Bei der Sondersitzung der Verkehrsministerkonferenz am 27. Juni 2025 konnte keine Einigung der Verkehrsminister von Bund und Ländern zum Thema Finanzierung des Deutschlandtickets gefunden werden. Das berichten verschiedene Medien.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hatte vorab Planungssicherheit gefordert (NahverkehrsPraxis berichtete) und das Leistungskostengutachten 2.0 vorgelegt, um den Finanzierungsbedarf und Szenarien für die Zukunft des ÖPNV aufzuzeigen.

Was kann der ÖPNV in Zukunft leisten und wieviel kostet das?

Das lange erwartete „Leistungskostengutachten 2.0“ des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wurde erstmals in München auf der Veranstaltung „SZ Gipfel Salon: Mobilitätswende ausgebremst?“ präsentiert. Es zeigt den Finanzierungsbedarf nach Berechnungen des VDV bis 2040 und sei als „Beitrag der Branche zum Modernisierungspakt der Bundesregierung“ vor der Sondersitzung der Verkehrsministerkonferenz (VMK) am Freitag, den 27. Juni, zu verstehen. Auf diesem sollen die Weichen nicht nur für die Zukunft des Deutschlandtickets gestellt werden.

Noch letzte Woche auf der Jahrestagung des VDV in Hamburg mahnte der neue Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) per Videobotschaft an, die Branche „müsse jetzt mal sagen, was genau sie in Zukunft leisten kann und was uns das kosten soll.“ Die umfangreiche Antwort auf diese Frage kam nun genau eine Woche später bei der Veranstaltung, die in Kooperation mit der Initiative „Zukunft Nahverkehr“ stattgefunden hat. Ein Heimspiel für VDV-Präsident Ingo Wortmann und Josef Rott, Abteilungsleiter Vernetzte Mobilität und ÖPNV im Bayerischen Verkehrsministerium, der voll des Lobes für die Vorschläge des VDV war.

Klarer Fahrplan für die Modernisierung und den Ausbau des ÖPNV

Mit dem Ende 2024 vom VDV bei den Beratungsunternehmen Ramboll Management Consulting (RMC), PwC Deutschland (PWC) und Intraplan (ITP) in Auftrag gegebenen Gutachten zur Finanzierung der Leistungskostenim ÖPNV, das in seinen Grundzügen von Alexander Möller, Geschäftsführer ÖPNV des VDV skizziert wurde, legt der VDV nach eigener Aussage einen „klaren Fahrplan für die Modernisierung und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland bis 2040“ vor. Dieser werde von den Verbänden „Bundesverband Schienen Nahverkehr (BSN) sowie dem Interessenverband „Mofair“ sowie nach eigener Aussage auch vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) mitgetragen – was den „gemeinsamen Kraftakt“ zeigt, den der VDV immer wieder beschwört.

In zwei sehr differenzierten, sich bei Bedarf ergänzenden, Szenarien – dem „Modernisierungsszenario“ als Status quo-Erhalt und dem ambitionierteren „Deutschlandangebot“ für eine deutliche Angebotserweiterung – zeige die Branche laut VDV, „wie ein zukunftsfähiger ÖPNV für alle Regionen erreichbar ist“. Zentrale Voraussetzung hierfür sei – und das ist keineswegs neu – „eine erhöhte und über 15 Jahre planbare Finanzierung durch Bund und Länder.“ Diese beiden Szenarien orientierten sich „unmittelbar an den verkehrspolitischen Zielen der neuen Bundesregierung und an den Realitäten der Branche“, so der VDV. Im Koalitionsvertrag heisst das konkret und knapp: „Status quo sichern“ – „Steigende Kosten auffangen“ – „Spielräume für neue Verkehre schaffen“.

„Die Situation im ÖPNV ist vielerorts angespannt: steigende Kosten, Fachkräftemangel und ein massiver Modernisierungsstau gefährden die Qualität und Quantität des Angebots. Mit den heute zur Verfügung stehenden Geldern ist nicht mehr möglich, daher kann es kein „Weiter so“ geben“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. Zu den steigenden Kosten zähle neben anderen auch eine „nachgeholte Inflation der letzten zehn Jahre“, die mithin auf 0,6 Milliarden Euro zusätzlich pro jahr beziffert werden.

Aktuell finanzierten Bund, Länder und Kommunen den deutschen ÖPNV laut VDV mit jährlich rund 26 Milliarden Euro, um „seinem gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auftrag“ gerecht werden zu können. Das Gutachten beziffert den zusätzlichen jährlichen Finanzierungsbedarf für die beiden Szenarien dagegen wie folgt deutlich höher:

  • „Modernisierungsszenario“: durchschnittlich 1,44 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr (insgesamt 49 Mrd. Euro im Jahr 2040) – zur Sicherung und qualitativen Verbesserung des heutigen ÖPNV-Angebots.
  • „Deutschlandangebot“: durchschnittlich 3,36 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr (auf insgesamt rund 80 Mrd. Euro im Jahr 2040) – für einen umfassenden Ausbau in Fläche und Taktung mit erheblichem Fahrgastzuwachs auf bis zu 21 Mrd. im Jahr 2040 (80 Prozent mehr als 2024). Dies setze allerdings auch „weitere verkehrspolitische Maßnahmen außerhalb des ÖPNV“ voraus (z. B. restriktivere Maßnahmen im motorisierten Individualverkehr). Ohne solche rechnet das vom VDV präferierte Szenario lediglich mit einer Steigerung auf 15,6 Mrd. Fahrgäste oder 30 Prozent Steigerung.

„Wer ein leistungsfähiges, flächendeckendes und sicheres Angebot will, muss heute die Weichen dafür stellen. Mit dem Deutschlandangebot zeigen wir, was möglich ist – mehr Linien und flexible Angebote, kürzere Takte, besser erreichbare Regionen. Dafür braucht es aber den politischen Willen und entsprechende Finanzmittel“, betont Wortmann auf einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Ministeriumsvertreter Josef Rott, Jan Schilling, Vorstand Marketing der DB Regio AG sowie Thomas Prechtl, Präsident des Bundesverbandes SchienenNahverkehr (BSN) und Sprecher der Geschäftsführung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Gutachten als Grundlage für den ÖPNV-Modernisierungspakt
Ziel des Gutachtens sei es, eine fachlich fundierte Grundlage für den von der Bundesregierung angekündigten ÖPNV-Modernisierungspakt zu liefern und sich dabei an den Zielen des Koalitionsvertrags zu orientieren. Beide Szenarien setzen auf Digitalisierung, emissionsfreie Antriebe, Automatisierung und effiziente Strukturen in den Verkehrsunternehmen. Auf der VDV Jahrestagung letzte Woche forderte der Verband für den Übergang zum Regelbetrieb typgeprüfter, serienmäßiger Autonomer Fahrzeuge und Robotaxis insgesamt drei Mrd. Euro „Anschubfinanzierung“. Unklar bleibt, wie diese im neuen Gutachten bereits eingerechnet sind.

Während das Modernisierungsszenario vor allem den Status quo sichere und qualitativ verbessere, gehe das Deutschlandangebot darüber hinaus: Es schaffe erkennbar neue Kapazitäten und verbessere die Erschließung im gesamten Bundesgebiet – unabhängig vom Wohnort – Stichwort „Anpassung der Lebensverhältnisse“. Das „Deutschlandangebot“ verbessere die Erschließung in ganz Deutschland im Schnitt um eine neu geschaffene „Güteklasse“ aller Mobilitätsangebote nach Schweizer und österreichischem Vorbild, von einer Durchschnittsnote 3,8 heute bis zu einer Note 2,5 im Jahr 2040 und das “mit erheblichem Wachstumspotenzial bei der Nachfrage”. Diese Güteklassen beziehen sich auf die räumliche Erschließung und auf das Fahrplanangebot, und bieten gerade in Bayern noch einige gelbe Flecken der Unterversorgung. Dies könne umso attraktiver und wirtschaftlicher gestaltet werden, je dichter die Besiedlungsstrukturen sind.

„Wir reden nicht über ÖPNV de luxe, sondern über flächendeckend funktionierende Daseinsvorsorge und die Erreichung von Klimaschuzzielen im Verkehrssektor. Öffentliche Mobilität muss zuverlässig, sicher und für alle bezahlbar sein – und das überall. Mit dem Gutachten legen wir ein realistisches und gleichzeitig ambitioniertes Konzept vor, wie das bis 2040 gelingen kann“, so Wortmann weiter. Dabei gehe es ihm nicht unbedingt um ein scharfes „Entweder-Oder“ zwischen den Szenarien, so Wortmann auf unsere Nachfrage, man könne auch erstmal mit dem kleinen Szenario beginnen, und später Bestandteile des großen Szenarios nachlegen.

Der VDV betont weiterhin, dass auch die Branche selbst „einen wesentlichen Eigenbeitrag leisten wird: durch mehr Effizienz, Standardisierung und bessere Strukturen in Betrieb und Verwaltung“ – letzteres wurde in Form einer Kritik an den 178 in Deutschland existierenden Verbünden durch Thomas Prechtl, Präsident des Bundesverbandes SchienenNahverkehr (BSN) verdeutlicht. Eine Kritik, die immer wieder auch von seiten der Berliner Politik zu hören ist, aber in den beiden Szenarien des Gutachten selbst keinerlei Rolle spielt.

Ohne eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Länder könne die Transformation nicht gelingen. „Wir wissen, dass vor uns als Branche viel Arbeit liegt. Die Ziele aus den Szenarien zu erreichen, entspricht unserem Selbstverständnis. Wir sind bereit dazu, den Weg der Transformation konsequent weiterzugehen. Den dafür notwendigen Rahmen muss die Politik jetzt setzen“, so Wortmann abschließend.

Weitere Informationen und die Kurzfassung des Gutachtens gibt es unter: www.vdv.de/oepnv2040