Steuerung der Betriebsabläufe optimiert

Das Bussystem der Zukunft nutzt die neuesten technischen Systeme, die auf dem Markt erhältlich sind. Dies beginnt schon auf den Betriebshöfen, auf denen die Busse für den täglichen Fahrgastbetrieb vorbereitet, geputzt, getankt, repariert und gewartet werden. Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) hat auf dem ersten Busbetriebshof in Hummelsbüttel ein neues Betriebshof-Management-System getestet und Anfang Juli eingeführt.
Wann ist der optimale Tankzeitpunkt für ein bestimmtes Fahrzeug? Welche Wartungsarbeiten sind wann fällig? Gibt es einen Unfallschaden an einem Fahrzeug? Wann muss ein Bus vorgeheizt werden, sodass die ersten Fahrgäste an einem Wintermorgen nicht frieren müssen? Und welcher Busfahrer nimmt morgens welchen Bus mit auf seine Linienfahrt? Und wo genau ist dieser Bus in der Menge der bis zu 200 abgestellten Fahrzeuge zu finden? Diese und viele andere Fragen beantwortet das neue Imformations- und Dispositionssystem automatisch und organisiert gleichzeitig die notwendigen Betriebsabläufe. Bisher mussten die Disponenten die Planung des Fahrzeugeinsatzes und der Fahrzeugwartung noch „von Hand“ erstellen.

BOGESTRA im Jahr 2013

Die BOGESTRA hat im vergangenen Jahr die Fahrgastzahl auf hohem Niveau gehalten. Im Jahr 2013 nutzen 145,4 Millionen die Busse und Bahnen des Mobilitätsdienstleisters des mittleren Ruhrgebiets. Das sind eine halbe Million mehr als im Jahr 2012, was noch einmal ein Plus von 0,34 Prozent bedeutet. Erstmals wurde dabei die 145-Millionen-Grenze überschritten. Die Fahrten pro Einwohner haben sich somit ebenfalls weiter erhöht. Im Jahr 2013 waren es 167 (2012: 166). Für die letzten zehn Jahre ist hier eine Steigerung von mehr als 13 Prozent zu verzeichnen.
Der mit den Aufgabenträgern vereinbarte finanzielln Rahmen wurde eingehalten. Das von den Kommunen auszugleichende Ergebnis fällt mit 59,49 Millionen Euro sogar etwas geringer aus als geplant (59,5 Millionen Euro). Damit werden die kommunalen Kassen inzwischen seit mehr als 15 Jahren entlastet. Einen erheblichen Beitrag hat dabei abermals die BOGESTRA-Belegschaft geleistet. Durch den im Jahr 2013 erbrachten Restrukturierungsbeitrag von 8,7 Millionen Euro erhöhte sich die seit 2002 durch den Tarifvertrag Nahverkehr erbrachte Einsparungsleistung auf 78,3 Millionen Euro.

VRS-Tariferhöhungen 2015 und 2016

Ab dem 1. Januar 2015 gelten neue Preise für die Nutzung von Bus und Bahn im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Die VRS-Verbandsversammlung beschloss die Anpassung des VRS-Tarifs zum 1. Januar 2015 um durchschnittlich 2,8 Prozent. Das Gremium einigte sich zudem bereits auf die Tarifanpassung 2016: Sie beläuft sich auch auf 2,8 Prozent. Der VRS-Unternehmensbeirat hat diesem Doppelbeschluss ebenfalls zugestimmt. Die EinzelTickets für Erwachsene und Kinder bleiben in den nächsten beiden Jahren preisstabil, alle anderen Tarifangebote werden möglichst gleichmäßig angepasst. „Insbesondere die steigenden Personalkosten durch den Tarifabschluss öffentlicher Dienst im Frühjahr sowie die Umlage nach dem Erneuerbare Energiegesetz machen eine Tariferhöhung unumgänglich. Die Anpassung ist jedoch maßvoll ausgefallen und liegt deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. 
„Der Entscheidung ging ein langer und intensiver Diskussionsprozess voraus. Umso mehr freue ich mich, dass der Beschluss von allen Fraktionen der Verbandsversammlung mitgetragen wird. Der Doppelbeschluss für die Jahre 2015 und 2016 räumt  Planungssicherheit ein, eröffnet aber gleichzeitig auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung des Tarifsystems und Ticketsortiments. Durch die Festlegung der neuen Tarife haben wir sowohl die Kostenentwicklung bei den Verkehrsunternehmen angemessen berücksichtigt, als auch dafür Sorge getragen, dass den Fahrgästen weiterhin ein attraktiver und bezahlbarer Nahverkehr angeboten werden kann“, so der Vorsitzende der VRS-Verbandsversammlung, Bernd Kolvenbach.

Hamburg: Pendelbetrieb auf der U2 in den Ferien

Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) nutzt die Sommerferien, um den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Legienstraße zu starten. Es ist die mittlerweile 15. Haltestelle aus dem vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg mit 32 Millionen Euro geförderten Programm zum barrierefreien Ausbau der U-Bahn-Haltestellen. In den kommenden fünf Wochen werden beide Bahnsteige erhöht, um künftig ein niveaugleiches Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Die HOCHBAHN hat die Arbeiten in den Sommerferien gebündelt, um die Auswirkungen auf den Fahrgastbetrieb so gering wie möglich zu halten.
Die Arbeiten für den barrierefreien Ausbau werden im laufenden U-Bahn-Betrieb erfolgen, indem die Bahnsteige an der Haltestelle Legienstraße nacheinander umgebaut werden und der jeweils freie Bahnsteig für den U-Bahn-Verkehr genutzt wird. In der Zeit vom 10. Juli bis 14. August fährt die U2 zwischen den Haltestellen Horner Rennbahn und Billstedt deshalb im Pendelbetrieb. In dieser Zeit müssen die Fahrgäste an den Haltestellen Horner Rennbahn und Billstedt umsteigen. Die U4 fährt tagsüber zwischen den Haltestellen Berliner Tor und HafenCity Universität.
Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus erhält die Haltestelle Legienstraße für jeden Bahnsteig einen Vertikalaufzug. Zudem werden Orientierungshilfen und ein Leitsystem für sehbeeinträchtigte Fahrgäste eingebaut. Um die Nutzerfreundlichkeit der Haltestelle deutlich zu steigern, baut die HOCHBAHN zudem einen zweiten Zugang zur Haltestelle.

Brasilien im Fussballfieber

Heute Abend ist es soweit: Deutschland und Brasilien kämpfen in Belo Horizonte um den Einzug ins Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 2014. Die Nahverkehrs-praxis hat sich schon frühzeitig umgesehen und das ÖPNV-System des Landes näher betrachtet. Lesen Sie hier, wie sich Brasilien auf die WM vorbereitet hat und welche Verkehrssysteme in den unterschiedlichen Spielstätten zu finden sind.

Die vollständige Ausgabe der Nahverkehrs-praxis mit dem Schwerpunkt "ÖPNV in Brasilien" können Sie hier” beziehen.

Hanekamp Busreisen übernimmt Verkehr in Ammerland Ost

Hanekamp Busreisen übernimmt am 1. August 2014 den Betrieb in Ammerland Ost und wird die Verkehre gemeinsam mit den regionalen Partnern Imken Touristik, Gerdes Reisen und Primo Regio Stefan Pfeiffer bis Juli 2024 bedienen. Insgesamt wurden mit dem Gewinn der Ausschreibung 840.000 Fahrplankilometer im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) erstmalig unter Wettbewerbsgesichtspunkten vergeben. Die Weser-Ems-Bus Tochter Hanekamp sicherte sich den Zuschlag. Die hohe Servicequalität für die Kunden steht weiterhin im Mittelpunkt.
Gleichzeitig mit der Betriebsaufnahme am 1. August 2014 wird auch in diesem Linienbündel der Beschluss des Ammerländer Kreistages aus Dezember 2013 umgesetzt, auf der Linie 330 Wiefelstede-Oldenburg auch am Wochenende ein ÖPNV-Angebot anzubieten. An Samstagen und Sonntagen wird die Linie 330 zukünftig – zumindest für die Zeit eines Probebetriebes von zwei Jahren – sechsmal pro Tag nach Oldenburg hin und auch wieder zurückfahren. Dieser Probebetrieb wird vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen mit Mitteln aus dessen Förderfonds unterstützt, so dass der Landkreis Ammerland zunächst nur 50 Prozent des Aufwandes tragen muss.

Live-Informationen per App

Wann kommt der nächste Bus? Um diese Frage zu beantworten, mussten Fahrgäste früher den ausgehängten Fahrplan studieren. Das war umständlich und half nicht viel, wenn zwar die aktuelle Zeit stimmte, aber weit und breit kein Bus zu sehen war. Diese Lücke füllt die IVU.realtime.app, die Basis für Smartphone-Apps von Verkehrsunternehmen. Damit wissen Fahrgäste auch unterwegs immer genau, wann der nächste Bus fährt. Jetzt wurde die App, die es für mehrere Netze europaweit gibt, zum 100.000sten Mal aus den iOS- und Android-Stores heruntergeladen. Ab sofort erhalten zudem auch die Kunden der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) mobilen Zugriff auf Echtzeitdaten.
Im Gegensatz zum stationären Fahrplan zeigt die IVU.realtime.app die tatsächlichen Fahrzeiten eines Busses an, jederzeit und überall. Bei jeder Abfrage liefert die App der IVU Traffic Technologies AG sekundenschnell die Echtzeitdaten direkt aus der Leitstelle auf das Smartphone. Fahrgäste wissen so immer, wann der Bus fährt – ob an der Haltestelle, zu Hause oder im Bus selbst.

NVR legt erstmals Untersuchung zu Qualität der SPNV-Stationen vor

Ist mein Bahnhof barrierefrei erreichbar, finde ich die nötigen Fahrgastinformationen, Sitzmöglichkeiten und einen Wetterschutz? Wie sauber sind die Stationen? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat der Nahverkehr Rheinland (NVR) erstmals die Qualität seiner im Verbandsgebiet liegenden Stationen erhoben: Im Dezember 2013 beauftragte er das Düsseldorfer Planungsbüro Moik damit, insgesamt 187 Stationen des SPNV unter die Lupe zu nehmen. Erfreuliche Nachricht: Nach einem der Gesamtbewertung zugrundeliegenden Ampelsystem sind immerhin 125 Stationen (67 Prozent) „grün“ und damit akzeptabel. „gelb“ bzw. noch akzeptabel sind 38 Stationen (20 Prozent) und „rot“ bzw. nicht akzeptabel sind 24 Stationen (13 Prozent). „Der NVR wird die Stationsqualität künftig regelmäßig erheben und alle Qualitätsmängel an die Betreiber der Stationen, zumeist die DB Station&Service AG, weiterleiteten. Nur so können sie auch gezielt angegangen werden. Denn im Interesse unserer Fahrgäste wollen dazu beitragen, die Situation zu verbessern“, erläutert NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober das Engagement des Aufgabenträgers.

EBUS Award 2014 – jetzt bewerben!

Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der „EBUS Award“ unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt ausgeschrieben. Der EBUS Award ist ein internationaler Preis für Elektromobilität im öffentlichen Personennahverkehr und wird vom Forum für Verkehr und Logistik e.V. verliehen.

Mit dieser Auszeichung sollen die bisherigen Anstrengungen der Branche zur Entwicklung und Einführung von elektrischen ÖPNV-Bussen medienwirksam honoriert werden. Der EBUS Award soll Ansporn sein für innovative Projekte und Ideen in diesem Wachstumsbereich, er soll gute Leistungen anerkennen und zu weiteren Anstrengungen motivieren.

Elektrifizierte Busse werden in den nächsten Jahren immer häufiger in den Busflotten des ÖPNV auftreten. Elektrobusse stellen daher einen Markt mit Zukunft dar. Umso wichtiger ist es, den Übergangsprozess der kommenden Jahre vom Dieselbus hin zum elektrifizier-ten Bus transparent zu machen und positive Beispiele herauszustellen. Dazu soll der in-ternational ausgeschriebene EBUS Award dienen.

Bis zum 31. Juli 2014 können sich alle Busunternehmen bewerben, die Busse mit elektrischen Antrieben einsetzen, Lieferanten von Bussen mit elektrischen Antrieben, von Komponenten für Busse mit elektrischen Antrieben sowie Lieferanten von Anlagen zur Ladung von Elektrobussen und Batteriehersteller.

Der EBUS Award wird in vier verschiedenen Kategorien vergeben:
1. Batteriebusse (in Europa produzierte Busse)
2. Innovative Komponenten (Antriebsstrang, Ladetechnik und Klimatisierung)
3. Betrieblicher Einsatz von Batteriebussen
4. Konzepte für Mitarbeitermotivation, Weiterbildung und Arbeitssicherheit
Die Jury besteht aus hochkarätigen Experten aus Verbänden, Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober in Köln statt.

Deutschland hinkt beim Netzausbau hinterher

Im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn investiert Deutschland seit Jahren zu wenig Geld in sein Schienennetz. Nach Berechnungen der Allianz pro Schiene und der Unternehmensberatung SCI Verkehr belegt Deutschland im Ranking zwischen ausgewählten europäischen Ländern auch 2013 einen der hinteren Ränge.

Danach kommen die Länder auf die folgenden Pro-Kopf-Summen bei ihren staatlichen Infrastruktur-Investitionen in das Schienennetz:
Spitzenreiter Schweiz investierte 366 Euro pro Bürger, gefolgt von Österreich mit 199 Euro pro Einwohner. Beide Alpenländer sehen für ihre Schienennetze seit Jahren höhere Summen vor als für ihre Straßeninfrastruktur. Doch auch in anderen Ländern boomt der Netzausbau: Schweden brachte 160 Euro pro Bürger auf, die Niederlande 139 und Großbritannien 120. In Italien (81) setzte die Politik ebenfalls klare Signale für die Ertüchtigung des Netzes, während Deutschland mit 54 Euro pro Bundesbürger den Anschluss an wirtschaftlich potente Länder in Europa zu verlieren droht. Unter den betrachteten Ländern investierten im Jahr 2013 lediglich Frankreich (47 Euro pro Kopf) und das rezessionsgeplagte Spanien (27 Euro pro Kopf) weniger in ihre Eisenbahninfrastruktur als Deutschland.  
„Die niedrigen Pro-Kopf-Zahlen belegen Deutschlands halbherzigen Kurs in Richtung nachhaltige Verkehrspolitik“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Donnerstag in Berlin. „Leider zeigt ein Mehrjahresvergleich, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher, sondern um einen langfristigen Trend handelt.“ Außerdem investiere Deutschland seit Jahren deutlich mehr Geld in den Straßenbau als in die Schieneninfrastruktur, kritisierte Flege. „Als Transitländer bereiten die Schweiz und Österreich ihr Eisenbahn-Netz ganz gezielt auf eine Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene vor, während Deutschland die Chance zu verspielen droht, in Zukunft einen Großteil seines Transit-Verkehrs auf die Schiene zu holen.“

Flege forderte eine schnelle Aufstockung der staatlichen Mittel für das deutsche Schienennetz. „Deutschland muss mindestens eineinhalb mal so viel in sein Eisenbahnnetz investieren wie bisher, wenn wir uns nicht dauerhaft in der Liga von Wirtschaftskrisenländern einreihen wollen“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Die Summe, die in absoluten Zahlen nötig wäre, bezifferte Flege auf 6,5 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind 80 Euro pro Kopf. „Italienische Verhältnisse sollten wir uns mit dem deutschen Schienennetz schon leisten“, sagte der Allianz pro Schiene Geschäftsführer.