Technologieoffene Elektrifizierungsstrategie für die Schiene

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. fordert auf der französischen Bahntechnikmesse SIFER technologieoffene Ansätze für die Elektrifizierung des deutschen und europäischen Schienennetzes. „Um die Elektrifizierungslücke von knapp 40 Prozent auf dem deutschen Schienennetz zu schließen, brauchen wir eine technologie-offene Elektrifizierungsstrategie für die Schiene. Die Bahnindustrie in Deutschland bietet maßgeschneiderte Lösungen an, um den Schienenverkehr konsequent zu dekarbonisieren“, sagt VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark beim Round Table des französischen Bahnindustrieverbandes Fédération des Industries Ferroviaires (FIF).
Stark weiter: „Neben Oberleitungen können, abhängig von topographischen Gegebenheiten und Budgets, alternative Antriebe nicht-elektrifizierte Streckenabschnitte überbrücken“. Die Bahnindustrie in Deutschland ist Vorreiter für klimaneutrale Mobilitätslösungen und exportiert alternative Antriebstechnologien seit Jahren erfolgreich. Bereits 2016 feierte der erste Wasserstoffzug in und aus Deutschland Weltpremiere, Batteriezüge sind zugelassen und im Testbetrieb. Auch Biokraftstoffe sind auf der Schiene bereits erfolgreich im Einsatz. Die Nutzung alternativer Kraftstoffe ermöglicht den klimafreundlichen Weiterbetrieb von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis zum Ende ihres technisch vorgesehenen Lebenszyklus. Das schont Ressourcen, weil Fahrzeuge nicht vorzeitig aus dem Verkehr gezogen werden müssen.
„Technologieoffene staatliche Förderungen sowie progressive Ausschreibungsverfahren sind die Schlüssel für den Einsatz alternativer Antriebe. Parallel muss die Elektrifizierung durch Oberleitung über schnellere Planungsverfahren und einen Investitionshochlauf weiter vorangetrieben werden“, so Stark. Die Bundesregierung setzt sich eine Erhöhung des Elektrifizierungsgrades des Netzes von heute knapp 62 Prozent auf 75 Prozent bis 2030 zum Ziel. Das setzt jedoch eine Verdopplung der Umsetzungsgeschwindigkeit voraus. Heute werden pro Jahr durchschnittlich 510 Streckenkilometer elektrifiziert. Klimaneutralität erfordert die Elektrifizierung von rund 950 Streckenkilometern pro Jahr.
Die Beschleunigungskommission Schiene, in der auch der VDB mitwirkte, habe, so Stark, in einer bislang nicht dagewesenen Schnelligkeit zukunftsweisende Impulse gegeben. Neben den großen Fragen der Finanzierungsarchitektur und der Bewerkstelligung des Netzausbaus, fänden sich dort auch ganz konkrete Vorgaben für eine beschleunigte Elektrifizierung. „Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind von der Politik mit Nachdruck und vergleichbarer Geschwindigkeit umzusetzen“, mahnt Stark an.

Quelle: Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V.

Verbände: Koalitionsausschuss bringt Fortschritte für die Schiene

mofair:

Nachdem die Branche in den vergangenen Monaten ein ums andere Mal vertröstet wurde, haben es die Ergebnisse des Koalitionsausschusses vom 26. bis 28. März aus Schienensicht in sich: Geld aus der Erhöhung der LKW-Maut soll an die Schiene gehen, deren zusätzlicher Infrastrukturbedarf von 45 Milliarden Euro bis 2027 anerkannt wird. Das Bekenntnis zur Förderung der On-Board-Units, also der Empfangsgeräte für das digitale Leit- und Sicherungssystem ETCS in den Fahrzeugen, ist ebenfalls ein wesentlicher Schritt.

mofair-Präsident Tobias Heinemann:
„Das Warten hat sich doch gelohnt. Nach Monaten und Jahren des Nichtentscheidens sind nun wichtige Schritte gemacht, vor allem die Durchbrechung der bisher getrennten Finanzierungskreisläufe für Straße und Schiene durch Verkehrsminister Volker Wissing. Die zusätzlichen Mittel dürfen ausschließlich in die Infrastruktur fließen. Dazu müssen eine neue Finanzierungsarchitektur und die gemeinwohlorientierte Infrastruktursparte kommen.
Möglichst viele Mittel müssen über Baukostenzuschüsse fließen, da nur diese neutral für den Wettbewerb sind und die Trassen- und Stationspreise nicht nach oben treiben. Insbesondere dann aber, wenn es erneut Eigenkapitalerhöhungen bei den DB-Gesellschaften geben soll, müssen die Ergebnisabführungs- und Beherrschungsverträge zwischen den Monopolbereichen und der Konzernholding gekappt werden, vollständig getrennte Bilanzen aufgestellt sowie das Cashpooling und gegenseitige Kreditvergaben beendet werden. Im Nahverkehr muss es jetzt nach der ‚Tarifoffensive‘, Stichwort Deutschlandticket, eine Angebots- und Qualitätsoffensive geben. Dafür erwarten wir angesichts der weiterhin anhaltenden Kostensteigerungen jetzt zusätzliche Mittel.“

Nach insgesamt über 30 Stunden Verhandlungen haben SPD, Grüne und FDP gestern eine Art „Koalitionsvertrag 2.0“ vorgelegt, ein Papier von 16 Seiten. Vor allem im Verkehrsbereich wurden wesentliche Weichen gestellt. Durch die Festlegung, dass „der weit überwiegende Teil“ aus Mautmehreinnahmen ab dem 1. Januar 2024 in die Schiene fließen soll, werden die bisher getrennten Finanzierungskreisläufe für Schiene und Straße miteinander verbunden. Damit wird ein wesentliches Hindernis für ein Umsteuern in der Klimaschutzpolitik beseitigt.
Großen Wert legt das Papier zudem auf die Digitalisierung der Schiene: Der Bund hatte bereits das digitale Kapazitätsmanagement beim bundeseigenen Infrastrukturbetreiber DB Netz (technische Beschleunigung der Trassenkonstruktion und -vergabe) unterstützt. Nun bekennt er sich dazu, dass er die notwendigen Empfangsgeräte für das „European Train Control System“ (ETCS) nicht nur beim Pilotprojekt Digitaler Knoten Stuttgart, sondern grundsätzlich fördert. Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Gesamtprojekt. Ein Alleinlassen der Eisenbahnverkehrsunternehmen und der Aufgabenträger im Regionalverkehr hätte im schlimmsten Falle zu einem Auseinanderdriften der Systeme geführt.
Wasser in den Wein bedeutet allerdings die deutliche Relativierung der Sektorziele im Klimaschutz. Sie wurde angesichts der bisherigen totalen Erfolglosigkeit des Verkehrssektors geradezu erzwungen. Sie kann aber fatale Folge haben, nämlich dann, wenn auch die Sektoren, die bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen bisher im Plan liegen (Industrie und Energieerzeugung), in ihren Anstrengungen nachlassen.
Und was wird aus dem noch im Koalitionsvertrag verankerten Anspruch, die Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr bis 2030 im Vergleich zum Vorpandemieniveau zu verdoppeln? Er taucht nicht mehr auf, anders als der modal split von 25 % für den Schienengüterverkehr.

„Vielleicht ist die Aufgabe dieses Ziels angesichts des maroden Zustands der Schieneninfrastruktur und der anstehenden Generalsanierungen realistisch“, räumt mofair-Geschäftsführer Matthias Stoffregen ein und fährt fort: „aber es wäre ehrlicher gewesen, das auch so zu sagen. Ein bisher hochgehaltenes Ziel durch Verschweigen einzukassieren, ist keine ehrliche Kommunikation.“

Quelle: mofair

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV):

Der Branchenverband VDV begrüßt die Ergebnisse des gestern zu Ende gegangenen Koalitionsausschusses der Bundesregierung: „Das ist ein wichtiger Schritt für die Schieneninfrastruktur, für die Eisenbahn in Deutschland und damit auch für mehr klimafreundlichen Verkehr: erhöhte Investitionen ins Netz, Ausbau von Terminals im Kombinierten Verkehr und Beschleunigungen bei der Planung sind zentrale Ergebnisse, die das Gesamtsystem in den kommenden Jahren deutlich voranbringen werden. Das begrüßen wir, jetzt kommt es auf eine schnelle Umsetzung dieser Beschlüsse an“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Die Ampel-Koalition beziffert das notwendige Investitionsvolumen in die Eisenbahninfrastruktur auf 45 Milliarden Euro bis 2027. Zur Gegenfinanzierung soll unter anderem ein erheblicher Anteil der Mehreinnahmen aus der erhöhten LKW-Maut dienen. Zudem sollen Schienenprojekte, die bisher als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft waren, künftig als „überragendes öffentliches Interesse“ definiert werden. Dadurch sollen Planung und Umsetzung dieser Projekte beschleunigt werden.

Oliver Wolff: „Für die Planungsbeschleunigung war es Bundesverkehrsminister Wissing wichtig, dass dies für Schiene und Straße gleichermaßen gilt. Sowohl Personenverkehr als auch Güterverkehr können nicht losgelöst auf einen Verkehrsträger gedacht werden. Daher ist zu begrüßen, dass die Planungsbeschleunigung nun verkehrsträgerübergreifend umgesetzt wird und zwar jetzt. Planungs- und Bauverzögerungen kosten immenses Geld, das an anderen Stellen deutlich besser investiert wird. Wer die Verkehrswende will, der muss schneller Planung umsetzen. Das geschieht jetzt und das begrüßen wir ausdrücklich. Es ist absolut sinnvoll, dass bei Mehrinvestitionen in die Infrastruktur durch flankierende Beschlüsse auch gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Mittel schneller eingesetzt und die Projekte schneller umgesetzt werden können. Auch die Finanzierung aus den Mehreinnahmen der LKW-Maut macht Sinn, denn wir müssen künftig mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern, um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen.“

Quelle: VDV

Allianz pro Schiene:

 Die Allianz pro Schiene wertet die Ergebnisse des Koalitionsausschusses für die Schiene als positiv, für den Klimaschutz im Verkehr insgesamt jedoch als enttäuschend. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, nannte es einen „Riesenfortschritt“, dass der Finanzierungskreislauf „Straße finanziert Straße“ der Lkw-Maut aufgebrochen werde, damit künftig auch wieder Schieneninfrastrukturprojekte aus Mauteinnahmen finanziert werden können.

„Dadurch könnte es in den kommenden Jahren bis zu 45 Milliarden Euro zusätzlich für die Schiene geben – das wird mehr Kapazität schaffen und einen großen Unterschied für den Personen- und Güterverkehr machen“, so Flege. Außerdem haben sich die Koalitionspartner darauf verständigt, Modernisierung und Digitalisierung des Schienennetzes voranzutreiben. „Die Ampel bekennt sich jetzt eindeutig dazu, die digitale Ausrüstung von Loks und Triebwagen zu finanzieren – auch über Pilotprojekte hinaus. Das ist eine klare Richtungsentscheidung in Sachen Digitalisierung der Schiene. Der Bund sieht sich von nun an nicht nur für die Modernisierung der Infrastruktur, sondern auch der Fahrzeuge in der Verantwortung.“

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene sieht es außerdem als großen Erfolg, dass alle vordringlichen Schienenprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan zum überragenden öffentlichen Interesse erklärt werden sollen – eine zentrale Empfehlung der Beschleunigungskommission Schiene. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagte Flege. „Allerdings erwarten wir, dass diese Einstufung auch für kleine und mittlere Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung gilt, die nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten sind.“

Trotz positiver Entscheidungen für die Schiene stellt Flege klar: „Die Ergebnisse des Verhandlungsmarathons zeigen leider auch, dass es in der Bundesregierung keine Klimapolitik aus einem Guss gibt. Insbesondere im Verkehrsbereich enthält das 16-seitige ,Modernisierungspaket für Klimaschutz und Planungsbeschleunigung‘ ein Sammelsurium teils widersprüchlicher Einzelmaßnahmen, die in Summe enttäuschend sind.“
Bei aller Freude über zusätzliche Finanzierungsquellen für die Schiene habe man große Zweifel, dass Deutschland mit den vereinbarten Maßnahmen seinen Klimazielen näher komme: „Die Aufweichung der Ziele für den Verkehrssektor wird dazu führen, dass wir beim Klimaschutz noch mehr Zeit verlieren – und den Bau neuer Autobahnen zu beschleunigen, wird die Klimaproblematik sogar weiter verschärfen. Daran ändern auch Solarpanels am Fahrbahnrand nichts“, so Flege.

Quelle: Allianz pro Schiene

Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB)

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. begrüßt die Einigung des Koalitionsausschusses zum „Modernisierungspaket für Klimaschutz und Planungsbeschleunigung“. Insbesondere die Beschlüsse zur Digitalisierung und Modernisierung der Schiene sind ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Mit der Digitalisierung und Automatisierung der Infrastruktur und Fahrzeuge erhöhen wir die Kapazität des Netzes und steigern die Qualität des Betriebs. Für die Fahrgäste bedeutet das eine höhere Pünktlichkeit und bessere Angebote. Wir wollen jetzt schnell in die Umsetzung gehen. Eine Konkretisierung der Beschlüsse muss die dafür notwendige Planungssicherheit bringen“, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Auch das Bekenntnis zur ETCS-Fahrzeugumrüstung ist ein wichtiger Paradigmenwechsel.
Damit die flächendeckende Digitalisierung der Schiene in Deutschland bis 2035 gelingt, spielen neben der Finanzierung auch optimiertes Planen und Bauen eine entscheidende Rolle. „Die Koalitionsbeschlüsse zur Planungsbeschleunigung geben Rückenwind für attraktive Mobilität und stärken nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Die Festlegung überragenden öffentlichen Interesses für Schienenprojekte aus dem vordringlichen Bedarf schafft enormes Beschleunigungspotenzial“, so VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark. Jetzt gilt es, die Empfehlungen der Beschleunigungskommission Schiene, die eine schnelle Nutzung der vorhandenen Gelder ermöglichen und damit die Basis für einen optimierten Mittelabfluss künftiger Investitionen schaffen, durch begleitende Beschlüsse umzusetzen.

Quelle: VDB

Neuer On-Demand-Verkehr in Meinerzhagen

Der On-Demand-Verkehr BEA ist seit dem 28. März in Meinerzhagen und im Ortsteil Valbert im Märkischen Kreis unterwegs. Als Ergänzung zum bestehenden Nahverkehr bindet BEA den Stadtteil Valbert besser an und dient als Zubringer zu Bus- und Bahnhaltestellen. BEA steht für „Bestellen, Einsteigen, Ankommen“ und ist ein flexibles Mobilitätsangebot ohne festen Fahrplan oder Fahrtroute. Fahrgäste können ihre Fahrt kurzfristig oder bis zu fünf Tage im Voraus über die BEA-App oder telefonisch buchen. Die Kleinbusse steuern rund 100 virtuelle und physische Haltestellen an und ermöglichen somit mehr Mobilität in dem ländlich geprägten Bediengebiet. Fahrgäste, die in die gleiche Richtung wollen, können sich ein Fahrzeug teilen und sind somit besonders umweltfreundlich unterwegs.
Das Land NRW unterstützt mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro den neuen On-Demand-Service in Meinerzhagen. Der Märkische Kreis hat sich mit dem Projekt erfolgreich beim Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ beteiligt. BEA fährt wochentags von 5 Uhr bis 24 Uhr, am Wochenende und am Feiertag von 7 Uhr bis 24 Uhr. BEA ist Teil des ÖPNV-Angebotes der MVG und in den Westfalentarif integriert. Bis einschließlich 30. April können Fahrgäste BEA kostenfrei nutzen.

Quelle: GHT Mobility GmbH

Kritik an den Beschlüssen der Ampel-Koalition

Die Beschlüsse der Ampel-Koalition zum Klimaschutz und zur Planungsbeschleunigung haben bei mehreren Verbänden und Oppositionsparteien Kritik hervorgerufen. Umweltorganisationen warfen der Koalition eine Aufweichung von Klimaschutzregeln vor. Scharfe Kritik an den Beschlüssen kam von der Linken und der AfD. Führende Politiker von SPD, Grünen und FDP sprachen hingegen von wegweisenden Ergebnissen.
Der Koalitionsausschuss hatte mit Unterbrechungen von Sonntagabend bis Dienstagabend getagt. Die drei Koalitionsparteien einigten sich auf eine Reform des Klimaschutzgesetzes. Außerdem sollen neben Bahnstrecken auch bestimmte Autobahnprojekte, die Engpässe beheben sollen, beschleunigt werden. Die Rede ist von 144 Projekten. Mehr Geld soll die Bahn bekommen. Dafür sollen im Zuge einer Reform der Lkw-Maut Mehreinnahmen ganz überwiegend für Investitionen für die Schiene genutzt werden. Bisher gehen Einnahmen aus der Lkw-Maut nur in den Fernstraßenbau.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) übte deutliche Kritik an den Ergebnissen des Koalitionsausschusses. „Diese Anti-Klimaschutz-Koalition legt allen Ernstes Hand an das Bundesklimaschutzgesetz. Damit versündigt sie sich an allen künftigen Generationen“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Im Verkehrsbereich sind die Horror-Nachrichten kaum zählbar, unter anderem sage und schreibe 144 beschleunigte Autobahn-Bauvorhaben und die geplante faktische Gleichstellung von Verbrenner-Pkws mit Elektrofahrzeugen“, kritisierte Resch. Er forderte die Abgeordneten des Bundestages auf, „die geplante Verschlechterung des schon wenig ambitionierten Gesetzes aus der Merkel-Ära rundweg abzulehnen“.
Bei Eingriffen in Natur und Landschaft, etwa durch den Bau von Windrädern oder Straßen, soll nicht nur ein Flächenausgleich gelten, sondern künftig auch Geld als Kompensation gezahlt werden können. Neu gehandhabt werden sollen die Jahresmengen, die Sektoren wie Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft an CO2 ausstoßen. Überschreitet ein Bereich die vereinbarte Jahresmenge, müssen die Ministerien sogenannte Sofortprogramme für mehr Klimaschutz vorlegen. An dieser Erhebung für jeden Sektor will die Koalition zwar festhalten, nachsteuern soll die Regierung künftig aber erst nach zwei aufeinanderfolgenden Zielverfehlungen – und zwar für alle Sektoren zusammen.
Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger kritisierte, mit der Aufweichung der Sektorenziele falle die Ampel-Regierung hinter das Ambitionsniveau der Vorgängerregierung zurück. Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace, Martin Kaiser, monierte ebenfalls, mit der Aufgabe der Verpflichtung zur Umsetzung jedes einzelnen Sektorziels werde das Klimaschutzgesetz entkernt. Wenn nun 144 zusätzliche „klimaschädliche Autobahnprojekte“ beschleunigt durchs Land asphaltiert werden sollten, werde das Klima weiter vor die Wand gefahren.

Quelle: faz.net

Größte Tarifreform seit Gründung des hvv

Am 3. April beginnt im hvv der Vorverkauf für das Deutschlandticket, ab dem 1. Mai ist es dann bundesweit im Nah- und Regionalverkehr gültig. Der hvv verbindet damit die größte Tarifreform seit seiner Gründung.

Die neuen Angebote im Einzelnen:

Für alle:

Deutschlandticket bundesweit für 49 Euro

Alle, die bereits ein hvv Abo besitzen, das bisher mehr als 49 Euro kostet, haben zum 1. Mai automatisch ein hvv Deutschlandticket. Das bedeutet: Ohne weiteres Zutun reduziert sich der Preis für das Abo ab dem 1. Mai auf 49 Euro.

Bestandskunden sparen damit jeden Monat bis zu 165,80 Euro, das Abo Hamburg AB vergünstigt sich um 47,90 Euro monatlich, gleichzeitig können die Busse und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs bundesweit genutzt werden. Die bisherige hvv Card kann dabei uneingeschränkt weiterverwendet werden.

Neukundinnen und -kunden können mit dem Start des Vorverkaufs am 3. April das hvv Deutschlandticket über die hvv switch-App erwerben. In der App bekommen alle, die bisher kein Abo hatten ihr bundesweit gültiges hvv Deutschlandticket. Personen, die nicht über ein Smartphone verfügen, können ihr hvv Deutschlandticket alternativ auch als Chipkarte bekommen, der Kauf ist online möglich. Personen, die derzeit ein Abo zum Preis von weniger als 49 Euro haben (1 Zone Umland-Abo, 3 Zonen Teilzeit-Abo) können dies zunächst weiterhin nutzen.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer:

bundesweit mobil für maximal 34,30 Euro Mit 5 Prozent Verbundrabatt und Arbeitgeberzuschuss (mindestens 25 Prozent bzw. 12,25 Euro/Monat) erhalten Arbeitnehmer künftig das ProfiTicket als Deutschlandticket für maximal 34,30 Euro.

Arbeitgeber, die ihren Zuschuss auf mindestens 21,55 Euro erhöhen, können ihren Mitarbeitern auch das ProfiTicket Premium anbieten: Arbeitnehmer erhalten dann für maximal 25 Euro ihr bundesweit gültiges Ticket und zusätzlich die Mitnahmemöglichkeit an Wochenenden und Feiertagen (1 Person und bis zu 3 Kinder).

Außerdem wird das neue Klimaticket angeboten. Damit erhalten Mitarbeiter eines Unternehmens wahlweise monatlich drei Tageskarten für das hvv Gesamtnetz („Klimaticket S“) oder ein bundesweit gültiges Monatsticket („Klimaticket XL“). Beide Varianten werden vom Arbeitgeber bezuschusst, jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer kann frei wählen, wann welche Variante besser zu den eigenen Mobilitätsbedürfnissen passt.

Für Schülerinnen und Schüler in Hamburg:

SchulSpezial bundesweit für 19 Euro Auf Basis des Deutschlandtickets ermöglicht es die Stadt Hamburg ihren mehr als 200.000 Schülerinnen und Schülern, statt für bisher 30 Euro (Hamburg AB) für 19 Euro bundesweit den ÖPNV nutzen zu können – und damit für knapp 60 Cent pro Tag. Das ist der nächste große Schritt hin zu einem kostenlosen ÖPNV für Schülerinnen und Schüler in Hamburg. Die Umstellung der SchulSpezial-Bestandtickets auf das Deutschlandticket erfolgt automatisch zum 1. Mai 2023.

Für Azubis:

BonusTicket bundesweit für 29 Euro Bundesweite und nachhaltige Mobilität zu vergünstigtem Preis gibt es ab dem 1. Mai auch für Auszubildende: Sie erhalten das Deutschlandticket im Rahmen des bekannten BonusTickets mit Arbeitgeber-Zuschuss dann für 29 Euro/Monat. Das Angebot wird zusätzlich durch eine attraktive Mitnahmeregelung erweitert: An Wochenenden und Feiertagen kann jeweils ein Erwachsener und drei Kinder unter 14 Jahren mitgenommen werden.

Für Menschen mit niedrigem Einkommen:

Mit dem Sozialrabatt der Stadt Hamburg bundesweit für 19 Euro Der Sozialrabatt der Stadt Hamburg (bisher 24,80 Euro pro Monat) wird mit Start des Deutschlandtickets auf monatlich 30 Euro angehoben. Personen, die existenzsichernde Leistungen erhalten, können somit für nur 19 Euro pro Monat bundesweit den Nahverkehr nutzen. Somit wird Hamburg eine der ganz wenigen Regionen sein, die für weniger als 20 Euro eine Ausgabe des Deutschlandtickets an Personen mit geringem Einkommen sicherstellt. In Kombination mit dem SchulSpezial-Angebot erhalten dann Kinder aus einkommensschwachen Familien ihr Deutschlandticket kostenlos.

Für Studierende:

Upgrade-Option für das SemesterTicket

Studierende, die ihr bestehendes SemesterTicket zum bundesweit gültigen Deutschlandticket machen möchten, können es ganz einfach und flexibel monatlich upgraden. Die Preise: 17,67 Euro (SemesterTicket 8 Ringe), 18,20 Euro (SemesterTicket 5 Ringe). Zum kommenden Wintersemester sind weitere Vergünstigungen in Planung.

Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Mit dem Deutschland-Ticket denken wir den hvv neu: deutlich einfacher, deutlich flexibler und deutlich günstiger. Komplizierte Tarife fallen weg, mit wenigen Klicks und einem Wisch auf dem Handy das Ticket erwerben, deutschlandweit im Nahverkehr unterwegs sein und dabei richtig Geld sparen. Die neuen Tarife bedeuten für viele Menschen eine spürbare finanzielle Entlastung – insbesondere für Schülerinnen und Schüler sowie Azubis. Abonnentinnen und Abonnenten können je nach Zonen bis zu 166 Euro im Monat sparen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Profi- oder Klimaticket für maximal 34,30 Euro im Monat bequem Bus, Bahn, Sharing- oder On-Demand-Angebote nutzen. Damit schaffen wir nicht nur die größte Tarifreform seit Gründung des hvv, sondern auch eines der größten sozialen Entlastungspakete in Hamburg der vergangenen Jahrzehnte. Lange war der hvv nicht mehr so günstig und so einfach, der ÖPNV nicht mehr so attraktiv.“

Quelle: hvv Pressestelle

Kombination von Rad und ÖPNV in Vorarlberg

Mit Frühlingsbeginn und den steigenden Temperaturen werden auch in Vorarlberg immer mehr Wege mit dem Rad zurückgelegt. Immer attraktiver wird auch die Verknüpfung von Rad und Öffis. Dazu wurde in den vergangenen Jahren der Ausbau der Radinfrastruktur und Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen immer weiter vorangetrieben. Dazu zählen auch die insgesamt 324 VMOBIL Radboxen als persönliche Fahrradgarage. Die Vandalismus-, Diebstahl- und Wettersicheren Radboxen gibt es in der Jahresbuchung bereits ab 24 Cent pro Tag. Aber auch Spontanbuchungen für einen Tag oder eine Woche sind möglich. Das Angebot an VMOBIL Radboxen wird auch heuer weiter ausgebaut werden. Mit dem neuen E-Bike oder dem Lieblingsrad von zuhause zum Bahnhof radeln und Vandalismus-, Diebstahl- und Wettersicher abstellen. Oder das Rad wird am Zielbahnhof für die Fahrt in die Arbeit benötigt: Die persönliche VMOBIL Radbox ist die sichere und preiswerte Abstellmöglichkeit für das geliebte Rad am Bahnhof. Die hochwertigen Fahrradgaragen mit kostenloser E-Bike-Lademöglichkeit, Innenbeleuchtung und Stauraum für Helm und Regenbekleidung befinden sich direkt am Bahnhof und verknüpfen Rad, Bus & Zug ideal

Quelle: Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH

Partnerschaft von Optibus und Stratio im Bereich Fahrzeug- und Flottenwartung

Optibus, eine führende Softwareplattform für die Planung, den Betrieb und die Optimierung des ÖPNV, geht eine Partnerschaft mit Stratio ein, dem führenden Anbieter von vorausschauender Wartung für Verkehrsbetriebe, um die größten Herausforderungen im Bereich Betrieb und Fahrzeugwartung im ÖPNV mithilfe von künstlicher Intelligenz zu lösen. Die Partnerschaft ist die erste Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen für vorausschauende Wartung und einer Planungs- und Betriebssoftware. 

Im öffentlichen Verkehr wird die Wartung von Fahrzeugen oft unnötigerweise oder zu spät geplant, nämlich erst dann, wenn es zu Ausfällen kommt oder wenn die Komponenten zu stark abgenutzt sind. Dieser reaktive Wartungsansatz kann sich negativ auf das Ergebnis der Verkehrsbetriebe auswirken. Im Vereinigten Königreich wurde in einer Studie ermittelt, dass bis zu 25 % der Wartungsprobleme bei allen Systemen vermieden oder kostengünstiger behandelt werden könnten, wenn die Betreiber über die Technologie verfügten, um diese Probleme frühzeitig vorherzusagen und zu beheben. Bei bestimmten Fahrzeugsystemen kann der geschätzte Prozentsatz der vermeidbaren Ausfälle sogar bis zu 70 % betragen. 

Die Partnerschaft zwischen Optibus und Stratio steigert und erweitert die Möglichkeiten zur Integration von historischen Daten, künstlicher Intelligenz und der Überwachung des Fahrzeugzustands, um Lösungen für die vorausschauende Wartung. Diese helfen dabei den Fahrzeugbedarf präziser vorherzusagen und die Nutzer im Voraus darüber zu informieren, wann ein Fahrzeug ausfallen oder repariert werden muss. Durch die Verringerung ungeplanter Ausfallzeiten und Wartungskosten sowie die Verlängerung der Lebensdauer von Fahrzeugen und Anlagen können Betreiber Kosten für Notreparaturen einsparen, Bußgelder vermeiden und die Wartungsproduktivität verbessern. Die Partnerschaft ist ein Gewinn für die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel, die datengestützte Entscheidungen treffen und die Szenario- und Budgetplanung um eine weitere wichtige Ebene erweitern möchten. Sie ist auch ein Gewinn für Fahrer und Fahrgäste, die weniger Verspätungen aufgrund von Wartungsproblemen haben werden.  

“Optibus freut sich, mit Stratio zusammenzuarbeiten, um effizientere öffentliche Verkehrsnetze zu schaffen, indem wir eine weitere Ebene von Erkenntnissen bei der Planung berücksichtigen. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorne, um eine intelligentere Entscheidungsfindung zu ermöglichen und eine umfassendste End-to-End-Lösung für den Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel aufzubauen”, sagte Amos Haggiag, CEO und Mitbegründer von Optibus.

“Stratio freut sich auf die Zusammenarbeit mit Optibus, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen, die Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs zu erhöhen, was ein entscheidender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft ist”, sagte Ricardo Margalho, CEO und Mitbegründer von Stratio. “Für Fahrgäste ist die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung, ob sie diese nutzen wollen oder nicht. Indem wir die vollständige Transparenz von Stratio über den Zustand der Fahrzeuge mit den Planungsfähigkeiten von Optibus verbinden, ermöglichen wir es den Verkehrsunternehmen, ihren Service zuverlässiger und damit attraktiver zu gestalten”, fügte er hinzu.

Einige der weltweit größten Verkehrsuntenehmen, darunter Keolis, RATP, Transdev, Ford, Arriva, Go-Ahead und andere, vertrauen auf die vorausschauende Wartungslösung von Stratio. Die Software von Optibus wird für die Planung des öffentlichen Nahverkehrs für mehr als 3 Milliarden Fahrgäste pro Jahr in 2.000 Städten in Nord- und Südamerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien-Pazifik eingesetzt.

Quelle: Optibus

Hohe Nachfrage nach dem Deutschlandticket bei der BVG

Vorfreude bei Deutschlands größtem Nahverkehrsunternehmen und seinen Fahrgästen. Seit dem 20. Februar kann das Deutschlandticket bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) vorbestellt werden. Und allein in den ersten fünf Wochen haben dies bereits 135.000 Menschen getan. Verträge der BVG für das Abo65+ sowie das Firmenticket werden aufgrund der beim Deutschlandticket besseren Konditionen automatisch zum 1. Mai umgestellt. Somit wird die BVG bereits nach jetzigem Stand mit rund 300.000 Deutschlandticket-Kund*innen in den Mai starten. Wer ebenfalls von Anfang an dabei sein möchte, kann noch bis zum 10. April für den Mai vorbestellen oder aus dem bisherigen Abo wechseln.

Unter BVG.de/Deutschlandticket finden sich alle Informationen und Bestellmöglichkeiten sowie ein ausführliches FAQ zu den wichtigsten Detailfragen. Rund 650.000 Stammkund*innen der BVG, für die ein Wechsel in Frage kommt, wurden in den vergangenen Wochen bereits individuell per Brief oder E-Mail informiert. Neuabschluss oder Wechsel lassen sich einfach und komfortabel online durchführen. Mit einem Anteil von fast 90 Prozent ist die Online-Vorbestellung bisher deutlich beliebter als der Gang ins Kundenzentrum.

Mit der Einführung des Deutschlandtickets gibt es erstmals ein BVG-Abo auch als digitales Ticket auf dem Handy. Bei den bisherigen Vorbestellungen haben sich rund 40 Prozent der Kund*innen für die Smartphone-Variante entschieden. Sie können sich zusätzlich auf einen 25-Euro-Gutschein für Sharing-Angebote freuen, der ab Mai in der Jelbi-App der BVG eingelöst werden kann. Selbstverständlich gilt dieses Zusatzangebot auch weiterhin im Rahmen der Vorbestellungen.

Und für alle, die sich noch nicht entschieden haben, hat die BVG eine musikalische Empfehlung: „BVG – Du warst noch niemals …“.

Quelle: BVG-Pressestelle

VDV-Elektrobuskonferenz und Fachmesse in Berlin gestartet

In seiner Eröffnungsrede auf der restlos ausgebuchten 14. VDV-Elektrobuskonferenz und Fachmesse sowie dem neu hinzugekommenen Zukunftskongress Autonomes Fahren unterstrich VDV-Vizepräsiden Werner Overkamp vor insgesamt rund 1.200 offiziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Es sind Rekordzahlen, die vor einigen Jahren für unmöglich gehalten wurden. Weit über tausend Interessierte sind nach Berlin gekommen, sage und schreibe 78 Aussteller sind vertreten – und weitere stehen jeweils noch auf den Wartelisten. Wir dokumentieren damit, dass Hersteller und Verkehrsunternehmen für das Erreichen der Klimaschutzziele nun kraftvoll umsetzen, was bis vor ein paar Jahren noch kühne Illusion war: Wir können die 20er Jahre zum Jahrzehnt des E-Busses machen, wenn die Politik uns weiter bei dieser Transformation unterstützt.“ Für den zweiten Tag wird Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing auf dem Branchentreff erwartet – für eine erneute Übergabe von Fördermittelurkunden auf der E-Bus-Konferenz.

Neu integriert beim Konferenz- und Messe-Format des VDV und dem Forum für Verkehr und Logistik ist das Thema Autonomes Fahren, das mit einem eigenen Zukunftskongress zeitgleich behandelt wird. Werner Overkamp: „Wir wollen den Beweis antreten, dass es falsch ist, zu sagen, ‚Autonomes Fahren, das ist immer in drei Jahren‘. Wir haben in Deutschland die gesetzlichen Grundlagen, wir haben gemeinsam mit den Herstellern das Know-how und vor allem: Wir haben den Willen, diese Technik als weitere, spielverändernde Innovation einzuführen!“ Gemäß VDV behauptet der öffentliche Verkehr seine strategische Position und Partnerschaft für die Industrie und ihre Innovationskraft. Neben zu diskutierenden Konzepten und Fragestellungen wird auf dem Zukunftskongress auch ein eigenes Fahrzeug vorgestellt, das fahrerlos fahren kann. Autonomes Fahren soll dabei von den Kommunen und den Verkehrsunternehmen her gedacht werden.

Innovationen auf der Fachmesse
Die zweittägige VDV-Elektrobuskonferenz ist geprägt von einem vielfältigen Programm und Vorträgen entlang aktueller Fragestellungen: Batterieelektrik, Wasserstoff, Lade- und Speicherkonzepte. Auch der im letzten Jahr in einer Weltpremiere vorgestellte Branchenstandard beim E-Bus-Sound wird gegenwärtig herstellerseitig implementiert und auf die individuellen Soundsysteme angepasst: Messe-Aussteller zeigen den Sound an ihren Fahrzeugen und arbeiten an der werksseitigen Umsetzung bei der seriellen Fahrzeug-Produktion. Der VDV hatte dazu im Vorjahr einen Sound-Wettbewerb mit Studierenden vollendet und die Siegerkomposition von Sound-Ingenieuren final produzieren lassen. Der Branchenverband sieht hier – neben dem wichtigen Sicherheitsaspekt – eine große Marken- und Marketingchance für die gesamte Branche. Ein einheitlicher, wiedererkennbarer und positiver Klang für die neuen E-Busse in Deutschland Regionen. „Ich freue mich auf zahlreiche Neuheiten, beispielsweise auf Leichtbaubusse mit im Chassis integrierten Batterien, Betriebshof-, Lade- und Personaleinsatzmanagement-Software. Wir werden innovative Betreiberkonzepte für on-demand und autonomes Fahren sehen und State-of-the-art Brandschutzkonzepte für Busdepots. Dabei wird deutlich werden: Von E‑Busse geht keine höhere Brandgefahr aus, wie von herkömmlichen Dieselbussen“, so Overkamp.

Begrüßung durch Martin Schmitz, VDV-Geschäftsführer Technik
Grußwort von Werner Overkamp, Vizepräsident des VDV
Grußwort Oliver Luksic, Parlament. Staatssekr. Bundesverkehrsminister.

Resolution zur Sicherung der Bestandsverkehre in NRW

Die drei nordrhein-westfälischen Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), go.Rheinland (Nachfolger des Nahverkehr Rheinland), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), mit ihren politischen Spitzen richten vor dem Hintergrund steigender Kosten für Energie und Personal einen deutlichen Appell an Bund und Land, die Finanzierung bestehender Nahverkehrsleistungen zu sichern und für die erforderlichen Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge ein verlässliches finanzielles Fundament zu schaffen. Aus diesem Grund haben die politischen Gremien der drei NRW-Aufgabenträger in den vergangenen Tagen eine gemeinsame Resolution verabschiedet. Die Aufgabenträger befürchten eine kontinuierliche Unterfinanzierung der bestehenden Angebote im SPNV, die zu Kürzungen im SPNV in erheblichem Ausmaß führen wird. Die Leistungskürzungen und Abbestellungen könnten zu einer Verringerung des Angebots in NRW um bis zu 25 Prozent führen.

Link zur Resolution

Quelle: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), go.Rheinland GmbH, Nahverkehr Westfalen-Lippe