VDV-Elektrobuskonferenz und Fachmesse in Berlin gestartet

In seiner Eröffnungsrede auf der restlos ausgebuchten 14. VDV-Elektrobuskonferenz und Fachmesse sowie dem neu hinzugekommenen Zukunftskongress Autonomes Fahren unterstrich VDV-Vizepräsiden Werner Overkamp vor insgesamt rund 1.200 offiziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Es sind Rekordzahlen, die vor einigen Jahren für unmöglich gehalten wurden. Weit über tausend Interessierte sind nach Berlin gekommen, sage und schreibe 78 Aussteller sind vertreten – und weitere stehen jeweils noch auf den Wartelisten. Wir dokumentieren damit, dass Hersteller und Verkehrsunternehmen für das Erreichen der Klimaschutzziele nun kraftvoll umsetzen, was bis vor ein paar Jahren noch kühne Illusion war: Wir können die 20er Jahre zum Jahrzehnt des E-Busses machen, wenn die Politik uns weiter bei dieser Transformation unterstützt.“ Für den zweiten Tag wird Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing auf dem Branchentreff erwartet – für eine erneute Übergabe von Fördermittelurkunden auf der E-Bus-Konferenz.

Neu integriert beim Konferenz- und Messe-Format des VDV und dem Forum für Verkehr und Logistik ist das Thema Autonomes Fahren, das mit einem eigenen Zukunftskongress zeitgleich behandelt wird. Werner Overkamp: „Wir wollen den Beweis antreten, dass es falsch ist, zu sagen, ‚Autonomes Fahren, das ist immer in drei Jahren‘. Wir haben in Deutschland die gesetzlichen Grundlagen, wir haben gemeinsam mit den Herstellern das Know-how und vor allem: Wir haben den Willen, diese Technik als weitere, spielverändernde Innovation einzuführen!“ Gemäß VDV behauptet der öffentliche Verkehr seine strategische Position und Partnerschaft für die Industrie und ihre Innovationskraft. Neben zu diskutierenden Konzepten und Fragestellungen wird auf dem Zukunftskongress auch ein eigenes Fahrzeug vorgestellt, das fahrerlos fahren kann. Autonomes Fahren soll dabei von den Kommunen und den Verkehrsunternehmen her gedacht werden.

Innovationen auf der Fachmesse
Die zweittägige VDV-Elektrobuskonferenz ist geprägt von einem vielfältigen Programm und Vorträgen entlang aktueller Fragestellungen: Batterieelektrik, Wasserstoff, Lade- und Speicherkonzepte. Auch der im letzten Jahr in einer Weltpremiere vorgestellte Branchenstandard beim E-Bus-Sound wird gegenwärtig herstellerseitig implementiert und auf die individuellen Soundsysteme angepasst: Messe-Aussteller zeigen den Sound an ihren Fahrzeugen und arbeiten an der werksseitigen Umsetzung bei der seriellen Fahrzeug-Produktion. Der VDV hatte dazu im Vorjahr einen Sound-Wettbewerb mit Studierenden vollendet und die Siegerkomposition von Sound-Ingenieuren final produzieren lassen. Der Branchenverband sieht hier – neben dem wichtigen Sicherheitsaspekt – eine große Marken- und Marketingchance für die gesamte Branche. Ein einheitlicher, wiedererkennbarer und positiver Klang für die neuen E-Busse in Deutschland Regionen. „Ich freue mich auf zahlreiche Neuheiten, beispielsweise auf Leichtbaubusse mit im Chassis integrierten Batterien, Betriebshof-, Lade- und Personaleinsatzmanagement-Software. Wir werden innovative Betreiberkonzepte für on-demand und autonomes Fahren sehen und State-of-the-art Brandschutzkonzepte für Busdepots. Dabei wird deutlich werden: Von E‑Busse geht keine höhere Brandgefahr aus, wie von herkömmlichen Dieselbussen“, so Overkamp.

Begrüßung durch Martin Schmitz, VDV-Geschäftsführer Technik
Grußwort von Werner Overkamp, Vizepräsident des VDV
Grußwort Oliver Luksic, Parlament. Staatssekr. Bundesverkehrsminister.

Resolution zur Sicherung der Bestandsverkehre in NRW

Die drei nordrhein-westfälischen Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), go.Rheinland (Nachfolger des Nahverkehr Rheinland), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), mit ihren politischen Spitzen richten vor dem Hintergrund steigender Kosten für Energie und Personal einen deutlichen Appell an Bund und Land, die Finanzierung bestehender Nahverkehrsleistungen zu sichern und für die erforderlichen Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge ein verlässliches finanzielles Fundament zu schaffen. Aus diesem Grund haben die politischen Gremien der drei NRW-Aufgabenträger in den vergangenen Tagen eine gemeinsame Resolution verabschiedet. Die Aufgabenträger befürchten eine kontinuierliche Unterfinanzierung der bestehenden Angebote im SPNV, die zu Kürzungen im SPNV in erheblichem Ausmaß führen wird. Die Leistungskürzungen und Abbestellungen könnten zu einer Verringerung des Angebots in NRW um bis zu 25 Prozent führen.

Link zur Resolution

Quelle: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR), go.Rheinland GmbH, Nahverkehr Westfalen-Lippe

Anne-Kathrin Scholz neue Geschäftsführerin beim Consult Team Bremen

Anne-Kathrin Scholz ist ab dem 1. April 2023 neue Geschäftsführerin beim Consult Team Bremen – Gesellschaft für Verkehrsplanung und Bau mbH (CTB). Die Diplom-Ingenieurin für Bauingenieurwesen war vor ihrem Wechsel zur CTB als Bereichsleiterin Bahntechnik Hafenbahn bei der Hamburg Port Authority tätig.
Die CBT, ein Tochterunternehmen der Bremer Straßenbahn AG, ist eine Infrastrukturdienstleisterin für öffentliche Auftraggeber in Bremen und Umgebung.

Quelle: CBT

Toralf Müller ab April Mitglied der eMIS Deutschland-Geschäftsleitung

Toralf Müller ist ab dem 1. April 2023 neues Mitglied der Geschäftsleitung der eMIS Deutschland GmbH. Müller war davor Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). Die eMIS hat es sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren fünftausend Elektrobusse vorwiegend im ländlichen Raum für den ÖPNV bereitzustellen. Bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein hat Toralf Müller bereits erfolgreich Elektrobusse implementiert.

Quelle: eMIS Deutschland GmbH

Busunternehmen Vogel stockt um 26 Citaro hybrid auf

Das Höchstädter Omnibusunternehmen Werner Vogel erweitert seine moderne Busflotte um 26 neue und umweltschonende Mercedes-Benz Stadtbusse. Die Fahrzeuge des Typs Citaro hybrid werden im Auftrag der Erlanger Stadtwerke AG (ESTW) auf verschiedenen Linien in der mittelfränkischen Stadt eingesetzt.
Die mit 35 Sitz- und 74 Stehplätzen ausgestatteten Zweiachser haben die neuesten Sicherheits­systeme an Bord. Dazu gehört unter anderem auch der Sideguard Assist mit Personenerkennung, der vor allem in Innenstädten und Ortschaften eine wertvolle Hilfe für die Fahrer darstellt.

Quelle: Daimler Truck

HOCHBAHN bestellt Solaris-Brennstoffzellenbusse

Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) hat fünf Brennstoffzellenbusse beim polnischen Hersteller Solaris bestellt. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge des Typs Urbino 12 hydrogen. Es sind Solobusse mit 12 Metern Länge und einem Brennstoffzellenantrieb. Die serienreifen Busse sollen in der zweiten Jahreshälfte 2024 geliefert und im normalen Fahrgastbetrieb in Hamburg eingesetzt werden. Stationiert werden sie auf dem Betriebshof Hummelsbüttel. Betankt werden die Busse an einer öffentlichen Wasserstofftankstelle in Flughafennähe.
Die Busse bieten Platz für bis zu 70 Fahrgäste, sollen eine Reichweite von 350 Kilometern garantieren, weisen eine rein elektrische Heizung auf und bieten eine Gewährleistung von zehn Jahren auf alle Brennstoffzellenkomponenten. Der Bestellung vorausgegangen war ein europaweites Qualifizierungsverfahren und eine darauf basierende Ausschreibung.
Die HOCHBAHN hatte sich erfolgreich an einem Förderaufruf des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) beteiligt. Die fünf nun bestellten Brennstoffzellenbusse werden vom BMDV mit 80 Prozent der Investitionsmehrkosten zum vergleichbaren Dieselfahrzeug gefördert. Die Betankung der Fahrzeuge soll an der von H2 MOBILITY Deutschland betriebenen Tankstelle erfolgen, die auf die Betankung von Bussen mit 350 bar technisch erweitert wird.

Quelle: HOCHBAHN

Alexander Möller wird neuer VDV-Geschäftsführer ÖPNV

Im Rahmen der heutigen Präsidiumssitzung wurde Alexander Möller einstimmig zum neuen Geschäftsführer ÖPNV des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bestellt. Er wird den Posten zum 1. April übernehmen. Zuvor war er unter anderem bei der Deutschen Bahn, beim ADAC und bei Roland Berger in verschiedenen Führungs- und Geschäftsführungspositionen tätig. Er bringt 17 Jahre Erfahrung und Expertise in der Mobilitätsbranche, vor allem im Öffentlichen Verkehr, mit. Mit dem Eintritt von Möller entsteht in der VDV-Geschäftsführung durch den Wechsel von Dr. Jan Schilling zu DB Regio keine Vakanz: Neben Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff leiten Dr. Martin Henke als Geschäftsführer Eisenbahn, Martin Schmitz als Geschäftsführer Technik und Alexander Möller als Geschäftsführer ÖPNV künftig die Geschäfte des Branchenverbandes mit seinen rund 650 Mitgliedsunternehmen.

Quelle: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)

Jetzt bewerben und 5.000 Euro gewinnen: Future Mobility Award 2023

Bereits zum vierten Mal verleihen die Messe Karlsruhe, das aen (automotive. engineering. network e.V.) und die Nahverkehrs-praxis den Future Mobility Award. Der Preis zeichnet Start-ups aus, die innovative Ideen und Wege für eine nachhaltige Mobilität konzipieren. Die Initiatoren des Awards fordern europäische Start-ups auf, ihre Konzepte und Projekte einzureichen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe stellt den Förderpreis bereit, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Bewerbungen werden bis zum 1. Mai 2023 berücksichtigt. Am 21. Mai 2023 erhalten die Finalisten die Chance, ihr Konzept zu pitchen. Die Bekanntgabe des Gewinners und Preisverleihung des Future Mobility Award findet am 22. Juni im Rahmen der 6. Regionalkonferenz Mobilitätswende in der Messe Karlsruhe statt. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (MdL) wird den Award übergeben. Die Unternehmen init und das FZI unterstützen den Wettbewerb als Silbersponsoren.

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.future-mobility-award.de

Der Einkauf-Bus ist unterwegs

Der rollende Supermarkt von REWE und Deutscher Bahn (DB) ist eröffnet (Nahverkehrs-praxis berichtete dazu erstmals im Januar). Seit dem 21. März 2023 fährt der Bus von Montag bis Samstag täglich in bis zu drei Ortschaften in Nordhessen vor. Mit an Bord sind nicht nur frische und regionale Lebensmittel, darunter viele mit den Qualitäts- und Herkunftszeichen „Bio aus Hessen“ und „Geprüfte Qualität Hessen“. Auch einfache Paket-Dienstleistungen der DHL können Kunden im Einkaufs-Bus erledigen, etwa vorfrankierte Pakete abgeben.
Der Einkaufs-Bus leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, indem er Autofahrten zum nächsten Supermarkt überflüssig macht. Mit dem Pilotprojekt erschließen REWE und DB neue Wege für eine qualitativ hochwertige Nahversorgung in Ortschaften, in denen es kein stationäres Angebot mehr gibt. Das steigert die Attraktivität ländlicher Gemeinden.
Der Einkaufs-Bus kommt jeweils zu festen Zeiten in verschiedene Ortschaften der Landkreise, Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg. Mit 700 verschiedenen Produkten entspricht das Angebot dem Sortiment eines regulären Supermarktes und reicht von frischem Obst und Gemüse über gekühlte Frischwaren und Tiefkühlprodukte bis hin zu Getränken und Kosmetik.

Die DB-Tochter DB Regio Bus Mitte ist für den Fahrbetrieb und die Wartung des Einkaufs-Busses zuständig. Für den Einsatz als Supermarkt wurde der 18 Meter lange Bus umgebaut. Gegenüber einem regulären Linienbus sorgen unter anderem zusätzliche Klimaanlagen für einen angenehmen Einkauf. Mit Hochleistungsakkus kann der Markt bis zu acht Stunden ohne externe Stromversorgung betrieben werden.
Für den Regionalverkehr der Zukunft setzt DB Regio auf die Anbindung ländlicher Regionen mit vernetzten Mobilitätsangeboten auf Schiene und Straße. Der Einkaufs-Bus setzt genau dort an und soll helfen, private Autofahrten zu reduzieren.

Quelle: Deutsche Bahn

LOOPmünster startet in neue Projektphase

Mit LOOPmünster probieren die Stadtwerke seit 2020 aus, wie sich On-Demand-Mobilität in das Nahverkehrssystem in Münster Süden einfügt und welche Fortschritte bei der Mobilitätswende sich damit erzielen lassen. Die Kleinbusse fahren ohne feste Fahrpläne und Linienwege, gebucht werden sie ganz einfach per App. Bei den Fahrgästen erfreut sich LOOPmünster großer Beliebtheit: Insgesamt fast 450.000 Fahrgäste haben das System bereits genutzt, aktuell fahren 500 Fahrgäste am Tag mit. „Für die Mobilitätswende brauchen wir mehr als nur große Busse und Züge. Dazu gehören auch Carsharing, E-Scooter oder eben flexible Kleinbusse. LOOPmünster startet nun in eine neue Projektphase, in der wir ausprobieren, wie sich geänderte Rahmenbedingungen auswirken“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen.
Durch die nächste Projektphase ändert sich auch für die Fahrgäste etwas. Ab Dienstag, 28. März können sie LOOPmünster nur noch über eine neue App buchen. Diese heißt LOOPmünster und ist kostenlos in den Appstores zu finden, auch in der alten App sowie unter www.loop-muenster.de finden sich die Links dorthin. Die bisherige App funktioniert ab dem 28. März nicht mehr. Grund dafür ist ein Anbieterwechsel beim Hintergrundsystem, das Buchungen verwaltet, optimale Fahrwege errechnet und vieles mehr. Der bisherige Anbieter hat den Betrieb eingestellt, daher waren die Stadtwerke gezwungen, auf ein neues System umzustellen.
Diese Änderung nutzen die Stadtwerke auch, eine bereits länger geplante Änderung umzusetzen: Ab dem 28. März fällt für die Fahrt mit LOOPmünster ein Aufpreis von einem Euro pro Fahrgast an. Davon ausgenommen sind schwerbehinderte Menschen mit Ausweis und Wertmarke sowie Kinder unter 6 Jahren. Ein gültiges Ticket oder Abo ist darüber hinaus weiterhin erforderlich. „Unser Auftrag ist es, mit LOOPmünster auszuprobieren, wie wir ein solches System in Münster langfristig etablieren können. Wir möchten zum Beispiel herausfinden, ob der höhere Komfort gegenüber einer Busfahrt – der auch mit höheren Betriebskosten einhergeht – den Fahrgästen einen Aufpreis wert ist und wie sich dieser auf die Nutzung und Verfügbarkeit der Kleinbusse auswirken. Auch andere Städte experimentieren bereits mit einem solchen Aufpreis“, erklärt Projektleiter Phil Rose. Die nur sehr selten genutzte Telefonbuchung wird ab dem 28. März eingestellt, die Kleinbusse können dann nur noch über die App bestellt werden. Die Stadtwerke bieten in diesem Zuge Schulungen zur App an, nähere Informationen dazu finden sich auf www.loop-muenster.de. Beide Änderungen sind bereits im letzten Jahr vom Rat der Stadt Münster beschlossen worden.

Quelle: Stadtwerke Münster