Neue Berliner U-Bahnen im Fahrgastbetrieb

Die BVG bringt Neuwagen ins Netz: Wie angekündigt startete Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen am 8. September 2025 den Fahrgastbetrieb mit den U-Bahnen der neuesten Generation. Auf der U2 ging am Vormittag der erste Zug auf Premierenfahrt. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 140 neue Wagen des Herstellers Stadler die Flotte verstärken und für mehr Stabilität im Angebot der U-Bahn sorgen.

Die neue Bahnreihe trägt die Kennung JK. Erstmals nach zehn Jahren bringt die BVG damit ein neues Zugmodell für die schmaler gebauten Linien U1 bis U4 ins Netz. Der Premiere gingen gründliche Tests und Messfahrten im Rahmen der Zulassung voraus. Auch die betrieblichen Vorbereitungen – darunter die Schulungen für Fahrer und Werkstattpersonal – liefen seit Monaten.

Solche Premieren sind immer ein besonderer Grund zum Feiern. Bahnfahrzeuge sind langlebig und auch deshalb besonders nachhaltig. Aus diesem Grund kamen der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sowie die Senatorinnen Franziska Giffey und Ute Bonde am heutigen Montag zur „Neuwagen-Präsentation“ im U-Bahnhof Deutsche Oper und schickten den Zug gemeinsam mit BVG-Chef Henrik Falk und Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe auf die erste Fahrt.

Die Erneuerung der Flotte ist ein wesentlicher Baustein der BVG-Strategie „Stabilität vor Wachstum“. Ziel ist es, in den nächsten Jahren schrittweise wieder Zuverlässigkeitswerte von 99 Prozent zu erreichen. Die neuen Züge sind ein Meilenstein auf diesem Weg, denn mit technischer Stabilität, einem großzügigen Innendesign, modernen Infosystemen und verbesserter Barrierefreiheit machen sie den U-Bahnverkehr nicht nur verlässlicher, sondern auch attraktiver. Kurz heißt das: Mehr Stabilität, mehr Raum, mehr Komfort – mehr Zukunft für die U-Bahn.

Zukunft ist dabei wörtlich gemeint. Diese Fahrzeuggeneration wird in den nächsten Jahrzehnten das Bild der Berliner U-Bahn prägen. Es handelt sich um die größte Flottenerneuerung in der Geschichte der BVG. Der Rahmenvertrag mit dem Hersteller Stadler umfasst bis zu 1500 Neuwagen, die bis 2035 geliefert werden können. Das Volumen beläuft sich auf bis zu drei Milliarden Euro. Aktuell bestellt sind insgesamt 484 Wagen der beiden Schwesterbaureihen JK (für die Linien U1 bis U4) und J (für die Linien U5 bis U9). Die Finanzierung der neuen Fahrzeuge erfolgt durch das Land Berlin im Rahmen der Verkehrsvertrages mit der BVG. Die breitere Baureihe J für die Linien U5 bis U9 ist aktuell im Testbetrieb und soll im nächsten Sommer in den Fahrgastbetrieb gehen.

NVV und KHB feiern Reaktivierung der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg

Die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg ist eine Erfolgsgeschichte: Mehr als 340.000 Fahrgäste sind jedes Jahr auf dieser Strecke unterwegs. Bahnfahren gehört von der Hansestadt im Nordkreis bis in die Philipp-Soldan-Stadt im Südkreis nun schon seit zehn Jahren wieder zum Alltag im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Davor war das 25 Jahre lang nicht möglich und zwischen den beiden Orten waren Busse unterwegs.  

Auf Basis einer Betriebskonzeption des NVV ertüchtigte die Kurhessenbahn als Infrastrukturbetreiber die Strecke so, dass seit September 2015 von Marburg über Frankenberg und Korbach durchgehend Züge nach Brilon Wald/Stadt verkehren. Damit wurde die Lücke im Schienennetz zwischen Korbach und Frankenberg geschlossen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg erhielt so eine durchgehende Anbindung nach Mittel- und Südhessen sowie an den Hochsauerlandkreis und ins Ruhrgebiet. Darüber hinaus erschließt die neue Verbindung den nördlichen Kreisteil inklusive der Stadt Korbach, die hiermit einen Umsteigeknoten in Richtung Kassel erhält.    

Die Reaktivierung der Strecke war eine wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung des Nationalparks Kellerwald-Edersee zum „Fahrtziel Natur” der Deutschen Bahn. Hierfür haben gemeinsame Anstrengungen des Landkreises Waldeck-Frankenberg, des Nationalparks, des NVV und der Grimm Heimat Nordhessen mit den Beherbergungsbetrieben stattgefunden, um eine kostenlose Mobilität vor Ort mit der Gästekarte Meine CardMobil zu gewährleisten.

Geburtstagskuchen für die Fahrgäste 

Der NVV und die KHB möchten das zehnjährige Bestehen der reaktivierten Strecke zum Anlass nehmen und mit den Fahrgästen die erfolgreiche Reaktivierung feiern. Dafür werden am Donnerstag, 11. September, und am Sonntag, 14. September, auf der Strecke sowie in den Kundenzentren Korbach und Frankenberg an alle Fahrgäste kleine Geburtstagskuchen verteilt. Zudem verweisen Plakate in den Kundenzentren und Fahrzeugen auf den Geburtstag der Streckenreaktivierung hin. 

Die Geschichte der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg  

Mit einem großen Streckenfest wurde im September 2015 – vor genau zehn Jahren – die 30 Kilometer lange Strecke der früheren „Unteren Edertalbahn“, die heute als „Nationalparkbahn“ bekannt ist, reaktiviert. Der Personenverkehr wurde auf diesem Abschnitt am 30. Mai 1987 eingestellt. Noch vier Jahre lang verkehrte Güterverkehr zwischen Frankenberg und Vöhl-Ederbringhausen. Der Rest der Strecke wurde nur noch vereinzelt von Güterzügen befahren. Die Weichen in Frankenberg-Schreufa, Vöhl-Ederbringhausen und Herzhausen wurden schließlich zurückgebaut. Es gab danach noch einige Sonderfahrten auf dem Abschnitt, die aber 1991 eingestellt wurden. Lediglich während des Hessentags im Jahr 1997 in Korbach gab es auf dem gesamten Abschnitt aus diesem Anlass einen Sonderverkehr.   

Nachdem 1998 der Abschnitt Korbach–Volkmarsen reaktiviert worden war, begannen schließlich die Planungen, die „Nationalparkbahn“ wieder im Personenverkehr zu befahren, um eine durchgehende Verbindung nach Marburg und ins Rhein-Main-Gebiet zu schaffen. Ab dem 29. September 1999 wurde zunächst das 1,5 Kilometer lange Teilstück vom Korbacher Hauptbahnhof nach Korbach Süd wieder befahren. 2005 wurde der Abschnitt zwischen Frankenberg und Herzhausen für die Reaktivierung freigeschnitten.

Ein Wirtschaftlichkeitsgutachten, das im Jahr 2007 vorgelegt wurde, bescheinigte der Strecke jedoch keinen volkswirtschaftlichen Nutzen, worauf der NVV von seinem Rücktrittsrecht im Realisierungsvertrag Gebrauch machte. Die Planungen sahen zu dieser Zeit Investitionen in Höhe von 43 Millionen Euro zur Beschleunigung der Strecke zwischen Cölbe und Korbach vor, um in Marburg kurze Anschlüsse nach Frankfurt und in Brilon Wald nach Hagen herzustellen. Das Fahrgastpotenzial zwischen Korbach und Frankenberg von 1150 Fahrgästen pro Tag reichte nicht aus, um diese Kosten zu rechtfertigen.   

Ausflugsverkehr als Vorlauf für Reaktivierung  

Als Vorlauf für die geplante Reaktivierung wurde in den Jahren 2006 und 2007 an Sonn- und Feiertagen ein Ausflugsverkehr von Frankenberg nach Herzhausen angeboten. Das Angebot wurde jedoch nicht fortgesetzt. Durch die geplante Innenstadtanbindung in Brilon durch den Bahnhof änderten sich schließlich die Rahmenbedingungen. Mit der Linie RE57 (Dortmund <> Brilon) konnten in Brilon Wald gute Anschlussbedingungen in Richtung Sauerland und Ruhrgebiet hergestellt werden, ohne die Strecke zwischen Korbach und Cölbe beschleunigen zu müssen. In dieser Variante konnte es in Korbach einen optimalen Anschlussknoten zur vollen Stunde in Richtung Kassel geben. Mit dieser Variante wurde ein neuer Reaktivierungsversuch gestartet.   

Am 25. September 2008 beschloss der Hessische Landtag, die Bahnstrecke zwischen Frankenberg und Korbach, deren Gleise noch nicht abgebaut waren, für den regulären Bahnverkehr zu reaktivieren. So sollte eine Verbindung von Marburg über Korbach nach Brilon geschaffen werden. Ab Sommer 2009 sollte wieder ein regelmäßiger Verkehr zwischen Frankenberg und Herzhausen stattfinden. Eine durchgehende Verbindung nach Korbach sollte längerfristig anvisiert werden. Von der nachfolgenden Landesregierung wurde dieser Beschluss jedoch zunächst nicht umgesetzt.  

Von 2011 bis 2013 wurde von Frühling bis Herbst erneut ein Ausflugsverkehr angeboten. An Sonn- und Feiertagen pendelten fünf Zugpaare im Zweistundentakt zwischen Marburg und Herzhausen. Das Teilstück zwischen Herzhausen und Korbach Süd blieb aber wegen des starken Bewuchses und seines schlechten Zustandes weiterhin für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Haltepunkte Frankenberg-Goßberg und Schreufa wurden weiterhin nicht bedient.   

Neue Wirtschaftlichkeitsprüfung mit positivem Wert 

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg kündigte 2011 an, Geld für die Wiederinbetriebnahme des Teilstücks von Herzhausen nach Korbach zur Verfügung zu stellen. Daraufhin prüfte der NVV erneut eine Reaktivierung des Abschnitts im Personen- und Güterverkehr. Das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsprüfung – in diesem Fall über 1 – bescheinigte der Strecke einen positiven Wert. Anfang Juli 2012 entschied sich der NVV für die Reaktivierung, die von der Deutschen Bahn und dem Land Hessen beschlossen wurde. Nachdem der Landkreis Waldeck-Frankenberg ebenfalls für die Reaktivierung stimmte und zusagte, war die Wiederaufnahme des Verkehrs endgültig beschlossen.  

Die Bauarbeiten in Zahlen 

Die Bauarbeiten begannen am 30. Juni 2014 in Herzhausen. Nach nur 15-monatiger Bauzeit entstanden durch die Kurhessenbahn als Infrastrukturbetreiber der Strecke Bahnstationen in Goßberg, Ederbringhausen, Vöhl-Schmittlotheim, Herzhausen und Thalitter mit den entsprechenden Anlagen wie Bike+Ride und Park+Ride. Die fünf Haltepunkte sind seitdem barrierefrei. 

In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Stützbauwerke und Durchlässe sowie Brücken entlang der Strecke instandgesetzt. Zwischen Korbach-Süd und Vöhl-Dorfitter sowie in Thalitter wurde jeweils eine Brücke erneuert und der kleine, mehr als 100 Jahre alte Itter-Tunnel mit einer Länge von 93 Meter sowie der große Itter-Tunnel mit einer Länge von 200 Metern wurden saniert. An neun Bahnübergängen wurden neue technische Sicherungen gebaut und Signalanlagen angepasst oder erneuert. Zudem wurden für den Zugfunk fünf Funkstandorte neu gebaut. Hinzu kamen neue Buswendeschleifen in Herzhausen, Schmittlotheim und Ederbringhausen mit barrierefreien Haltestellen. Die Stationen Schreufa und Itter wurden nicht reaktiviert, da sie fernab von Ortschaften liegen. Die Kosten für diese Maßnahmen betrugen rund 22 Millionen Euro, von denen das Land Hessen rund zwei Drittel der Kosten trug. Die restlichen Kosten teilten sich auf den Landkreis Waldeck-Frankenberg, die Kurhessenbahn und den NVV auf. 

Am 11. September 2015 wurde die Bahnstrecke offiziell wieder in Betrieb genommen und am 12. und 13. September 2015 mit einem Streckenfest der Öffentlichkeit übergeben. Zur Feier des Tages wurde ein Dampfzug eingesetzt. Der planmäßige Personenverkehr wurde am 14. September 2015 wieder aufgenommen. 

Fahrgastzahlen haben sich verdoppelt 

Rasch wuchsen die Fahrgastzahlen von 146.000 auf mehr als 340.000 pro Jahr an. Nach ersten Zählungen 2015 waren auf der Linie pro Tag durchschnittlich 400 und zu Spitzenzeiten wie am Wochenende über 700 Fahrgäste unterwegs. Die durchschnittliche Besetzung von montags bis freitags mit mehr als 400 Reisenden lag deutlich höher als der Prognosewert von 250, der als langfristiger Entwicklungshorizont der Fahrgastzahlen bei der Strecke angenommen wurde. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 347.733 Fahrgäste befördert. Im Fokus stehen dabei nicht nur die täglichen Wege zur Arbeit, Schule und Ausbildung, sondern die Reisen zu touristischen Zielen wie dem Edersee, dem Nationalpark Kellerwald-Edersee oder in das Skigebiet Willingen, die seitdem mit der Bahn komfortabel zu erreichen sind. 

Besonders die Fertigstellung des Kreuzungsbahnhofs in Frankenberg-Viermünden hat zum Anstieg der Fahrgastzahlen beigetragen. Seitdem sind die Züge nachmittags stündlich unterwegs und bieten eine attraktive Alternative zum Auto. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wurde dank der reaktivierten Bahnstrecke zum “Fahrtziel Natur” der Deutschen Bahn. Mit dem Nationalparkbahnhof Herzhausen kam ein echtes Aushängeschild dazu, das im Herzen der Strecke liegt und als Mobilitätsknoten wahrgenommen wird.    

Für Marian Volmer, Geschäftsführer des Nordhessischen VerkehrsVerbundes, ist der Erfolg der Reaktivierung ein wichtiges Signal für die Verkehrswende in Deutschland:

“Mit der Reaktivierung konnte auf dieser Strecke eine echte Alternative zum Individualverkehr geschaffen werden. Unser Interesse ist es auch in der Zukunft, einen attraktiven ÖPNV in Nordhessen anzubieten. Die Reaktivierung der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg zeigt eindrucksvoll, dass die Menschen bereit sind, auf den ÖPNV umzusteigen, wenn Qualität und Angebot stimmen.“  

Mit großer Freude und Stolz blickt Jens Wrabletz, Geschäftsleitung der KHB, auf die erfolgreiche Reaktivierung der Strecke zwischen Korbach Süd und Frankenberg – ein Projekt, für das sich die KHB als Infrastrukturbetreiber seit ihrer Gründung im Jahr 2002 kontinuierlich eingesetzt hat:

„Von Anfang an war es unser erklärtes Ziel, die für uns bedeutungsvolle Verbindung zwischen Korbach Süd und Frankenberg zu reaktivieren und damit die bestehende Lücke im Netz der Kurhessenbahn zu schließen. Mit dem erfolgreichen Lückenschluss vor zehn Jahren ist uns ein wichtiger Meilenstein gelungen: Die prognostizierten Fahrgastzahlen wurden deutlich übertroffen, neue barrierefreie Bahnsteige und Fahrzeuge sorgen für einen komfortablen Zugang zum Zug. Durch den Neubau des Kreuzungsbahnhofs in Viermünden konnten wir den Takt spürbar verbessern. Die Strecke bringt einen großen Mehrwert für die touristische Region und hat eine wichtige Bedeutung für ihre Entwicklung.“ 

Auch Waldeck-Frankenbergs Landrat Jürgen van der Horst zeigt sich zufrieden mit dem Erfolg der Streckenreaktivierung:

„Der Landkreis unter dem starken Einsatz meines Vorgängers Dr. Reinhard Kubat hat sich damals richtig entschieden, die Reaktivierung zu befürworten, trotz einer hitzigen Diskussion im Hinblick auf die Finanzierung und trotz einiger Bedenken, ob das Angebot überhaupt angenommen würde.“

Fahrgastzahlen, die jegliche Erwartungen übertreffen, die nochmalige Attraktivitätssteigerung des Nationalparks Kellerwald-Edersee als „Fahrtziel Natur“ und eine erhebliche Verbesserung des Gesamtstreckennetzes im Landkreis gäben den Befürwortern der Reaktivierung nun nach zehn Jahren mehr als recht. 

Verbindungen und Anschlüsse 

Heute verkehren auf der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg die Regionalzuglinien RE97 und RB97 (zuvor RB42). Die Linien bieten nun durchgehende Fahrten auf der Strecke Brilon Stadt <> Brilon Wald <> Willingen <> Korbach <> Frankenberg <> Marburg an und verkehren stündlich auf dem Abschnitt Marburg <> Frankenberg und zweistündlich auf dem Abschnitt Frankenberg <> Korbach <> Willingen <> Brilon Wald <> Brilon Stadt und nachmittags ebenfalls stündlich zwischen Frankenberg und Brilon Stadt. 

Die Fahrt zwischen Korbach und Frankenberg dauert nur 38 Minuten. Unterwegs hält die Linie RB97 in Goßberg, Viermünden, Ederbringhausen, Schmittlotheim, Herzhausen, Thalitter und Korbach Süd. In Korbach besteht zur vollen Stunde Anschluss an die Regionalzuglinie RB4 von und nach Kassel. In Marburg bestehen Bahnanschlüsse in Richtung Gießen und Frankfurt. 

Verbände fordern echte Mobilitätswende statt Greenwashing

Zum Auftakt der IAA Mobility in München am 9. September 2025 kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das Greenwashing der Automobilbranche und fordert ein deutliches Bekenntnis zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. In den vergangenen Monaten hatten vor allem deutsche Automobilkonzerne aggressiv gegen bestehende Klimaschutzmaßnahmen auf EU-Ebene lobbyiert.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:

„Die deutschen Autokonzerne wollen die IAA Mobility als Feigenblatt nutzen, um ihr fossiles Geschäftsmodell zu verschleiern. Trotz großspuriger Ankündigungen für mehr E-Mobilität bleibt die IAA vor allem ein Greenwashing-Spektakel. Gleichzeitig lobbyiert die Autoindustrie in der EU massiv gegen wichtige Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Mindeststandards für Verbrenner-Autos. Wir fordern von der Bundesregierung eine klare Ansage an die Autobosse, endlich mehr zum Klimaschutz beizutragen. Dazu gehören ein Verbrenner-Aus spätestens 2030, ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen und 80 außerorts sowie die Abschaffung klimaschädlicher Subventionen wie dem Dienstwagenprivileg. Spätestens durch unsere Klagen für mehr Klimaschutz im Verkehrssektor muss sich die Bundesregierung bewegen.“

Laut aktuellen Prognosen der Bundesregierung werden im Verkehr bis 2030 voraussichtlich 180 Millionen Tonnen CO2 zu viel ausgestoßen. Aufgrund europarechtlicher Klimaschutzvorgaben drohen Deutschland besonders wegen des mangelhaften Klimaschutzes im Verkehr Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Nach Klagen der DUH wurde die Bundesregierung deswegen bereits zu mehr Klimaschutz im Verkehrsbereich verurteilt. Diese Klagen sind nach Revision der Bundesregierung am Bundesverwaltungsgericht anhängig. Mit einem höchstrichterlichen Urteil ist 2026 zu rechnen.

BUND zum Start der IAA: EU-Flottengrenzwerte verteidigen

Zum Start der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München fordert Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bundeskanzler Friedrich Merz auf, die EU-Flottengrenzwerte für Pkw zu verteidigen:

„Während sich die Autokonzerne auf der IAA innovativ und modern präsentieren, arbeiten die gleichen Unternehmen und deren Lobbyorganisationen in Brüssel daran, die Zeit zurück zu drehen: Mögliche Strafzahlungen sollen ausgesetzt, demokratisch ausgehandelten Flottengrenzwerte verschoben werden. Ohne diese CO2-Mindeststandards können die nationalen und internationalen Klimaabkommen jedoch nur mit einer Reihe anderer, weitaus einschneidenderer Maßnahmen eingehalten werden. Das wissen die Autobosse und werden die IAA und den angekündigten Autogipfel trotzdem nutzen, um auf Bundeskanzler Merz einzuwirken.
Statt Vorgaben jetzt wieder aufzuweichen, müssen sich Bundesregierung und Autobauer gemeinsam anstrengen und für kleine und vor allem bezahlbare E-Autos sorgen. Menschen, die nicht auf Busse und Bahnen umsteigen können, müssen mit kleinen, energie- und ressourcensparenden Elektrofahrzeugen auch bei steigenden Spritpreisen mobil bleiben können. Wer jetzt gegen die CO2-Mindeststandards kämpft, handelt kurzsichtig. Das gilt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit, es gilt aber umso mehr für das Erreichen der verbindlichen EU-Klimaziele im Verkehr, die Deutschland aktuell verfehlt. Hier drohen milliardenschwere Strafzahlungen oder der Kauf von teuren Verschmutzungszertifikaten.“

Die Deutsche Bahn holt den Nahverkehr auf die IAA Mobility

Die Initiative „Zukunft Nahverkehr“ (ZNV) der Deutschen Bahn holt den öffentlichen Personennahverkehr buchstäblich auf die IAA Mobility nach München. Die vier großen Buchstaben Ö, P, N und V schmücken den Königsplatz der Münchner Innenstadt. Mit dieser Installation ist die DB Teil des kostenfrei zugänglichen Open Space der Messe IAA Mobility.

„Alltagsmobilität ist mehr als Autofahren. Je besser der öffentliche Nahverkehr ist, desto besser wird die Lebensqualität – in der Stadt und auf dem Land. Mit unseren autonomen On-Demand-Shuttles oder der neuen XXL-S-Bahn für München zeigen wir auf der Automobilmesse, wie die Zukunft des öffentlichen Verkehrs aussieht. Wir möchten unseren Fahrgästen ein Mobilitätsangebot machen, auf das sie sich vom ersten bis zum letzten Kilometer verlassen können. Davon können sich alle kostenlos auf dem Münchner Königsplatz selbst überzeugen.“

Evelyn Palla, Vorständin Regionalverkehr Deutsche Bahn AG

In der ZNV-Erlebniswelt in München erfahren Besucher interaktiv, wie der ÖPNV sie künftig mit per App buchbaren Shuttles oder auch mit autonomen Fahrzeugen direkt ans Ziel bringt. Außerdem zeigt der „Future Mobility Simulator“, wie Städte aussehen könnten, wenn sie konsequent aus der Perspektive eines besseren ÖPNV gedacht werden.

Ein weiteres Highlight auf dem Königsplatz: Der Freistaat, Siemens und die S-Bahn München stellen vor Ort erstmals ein begehbares Modell der neuen XXL-S-Bahn vor – die ersten Fahrzeuge sollen ab Ende 2028 im Einsatz sein. Das Modell zeigt einen Teil des Neufahrzeugs im Maßstab 1:1 und macht das Außendesign und die Innenausstattung des Neufahrzeugs erlebbar.

Das Bühnenprogramm und Paneldiskussionen auf dem ZNV-Gelände sind kostenfrei zugänglich. Der Stand öffnet am 9. September um 11 Uhr seine Tore und ist bis zum 14. September von 11–21 Uhr (am 14. September von 10–17 Uhr) geöffnet.

Das gesamte Bühnenprogramm ist online einsehbar. So gibt es beispielsweise ein Gespräch zwischen dem Geschäftsführer des Verbands Deutscher Automobilindustrie (VDA), Andreas Rade, und Jan Schilling, Marketing-Vorstand von DB Regio. Die Initiative ZNV stellt den Mobilitätsreport 2025 mit vielen Daten und Fakten zum ÖPNV vor. Besucher können sich zudem über autonomes Fahren, den ÖPNV auf dem Land oder die Verkehrswende allgemein informieren.

DB Regio hat die Initiative Zukunft Nahverkehr (ZNV) ins Leben gerufen. Die ZNV ist eine Kommunikationsinitiative für (mehr) öffentliche Mobilität. Sie bringt den öffentlichen Personennahverkehr mit Gesellschaft und Politik zusammen, um gemeinsam an Konzepten und Lösungen für eine bessere Mobilität zu arbeiten und innovativen Ideen und Vordenkern eine Plattform zu bieten. Mobilität ist ein Grundbedürfnis – und der öffentliche Nahverkehr das wichtigste Vehikel, um dieses zu erfüllen.

Weitere Informationen zur ZNV finden Sie unter: www.zukunftnahverkehr.de/iaa

Spatenstich für das neue SBB Werk

Der Spatenstich am 5. September 2025 symbolisiert den Start der Bauarbeiten für das neue SBB Werk von Arbedo-Castione (“Nuovo stabilimento industriale ferroviario” oder kurz NSIF), dessen Inbetriebnahme für Mitte 2028 geplant ist. Insgesamt werden rund 755 Millionen Franken ins NSIF investiert, das 360 Arbeitsplätze und 80 Lehrstellen bieten wird. Mit dieser Investition setzt die SBB ein klares Signal: Der Kanton Tessin ist und bleibt auch in Zukunft eine äußerst wichtige Region.

In Anwesenheit der kantonalen Behörden und der SBB Spitze haben Staatsratspräsident Norman Gobbi, Gemeindepräsident von Arbedo-Castione Luigi Decarli, Stadtpräsident von Bellinzona Mario Branda sowie SBB CEO Vincent Ducrot den symbolischen Startschuss für die Bauarbeiten des neuen SBB Werks gegeben. Mit dem heutigen Spatenstich feiert die SBB nicht nur den offiziellen Beginn der Arbeiten für das neue Werk, sondern setzt auch ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung des Kantons Tessin. Die SBB investiert in der Region in wichtige Projekte und schafft damit qualifizierte Arbeitsplätze – insbesondere für die Zukunft.

NSIF – das neue SBB Werk

Das NSIF ersetzt das aktuelle SBB Werk Bellinzona und wird 360 Vollzeitstellen sowie 80 Lehrstellen bieten. Die SBB, der Kanton Tessin, die Stadt Bellinzona und der Bund investieren insgesamt 755 Millionen Franken. Das neue Werk wird voraussichtlich Mitte 2028 in Betrieb genommen. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf der leichten und schweren Instandhaltung der neuen Triebzüge (Giruno, ETR und Flirt TILO), mit einem zunehmenden Anteil elektromechanischer Arbeiten und einem hohen Digitalisierungsgrad. Dank eines Gründachs mit Solarzellen und des Verzichts auf fossile Brennstoffe setzt das neue Werk zudem ein Zeichen für Nachhaltigkeit. Das Werk umfasst eine Gesamtfläche von 150.000 Quadratmetern, wobei das Gebäude allein 40.000 Quadratmeter einnimmt, was acht Fußballfeldern entspricht.

Die ersten Arbeiten für das Werk laufen bereits

Im Juni 2025 haben die ersten Arbeiten für das neue Werk begonnen: Dazu gehören die übliche Einrichtung der Baustelle, der Aushub für die Untergeschosse und Fundamente sowie die Arbeiten für den unterirdischen Bereich der zukünftigen Zugwaschanlage. In den nächsten Monaten folgen die ersten Betonarbeiten. Nach der voraussichtlichen Abnahme des Werks im Juni 2028 findet der schrittweise Umzug des heutigen Werks Bellinzona ins NSIF statt.

Stand der Arbeiten für Bahninfrastruktur und Erschließung

2023 wurden Vorarbeiten durchgeführt: Auf der Hauptlinie wurden zwei provisorische Weichen eingebaut sowie unter der Hauptbahnlinie Durchgänge für die neue Infrastruktur gebaut. Zudem wurde ein Teil des Projektgeländes auf- und vorbereitet sowie ein neues Bahntechnikgebäude errichtet und installiert. Darin wird die neue Steuerungsanlage für den Bahnverkehr mit ETCS-Level-2-Technologie untergebracht. Anfang Dezember 2024 wurde die Gleisgruppe 600 in Betrieb genommen. Darüber können die Züge, die von Norden her in die Coop-Verteilzentrale fahren, umgeleitet werden, was den Bahnhof Castione-Arbedo entlastet. So können dort die umfassenden Anpassungsarbeiten an der Bahnanlage beginnen, die bis zur Inbetriebnahme des NSIF dauern werden. Anfang 2025 begannen die Arbeiten für die Gleisfelder beim neuen Werk und der ökologische Ausgleich wurde vorgenommen.

Landwirtschaftliche Kompensationen

Für das NSIF sind rund 150.000 Quadratmeter Fläche nötig; 8,4 Hektar davon sind Fruchtfolgeflächen (FFF). In den letzten fünf Jahren hat die SBB zusammen mit dem Tessiner Bauernverband gute Alternativen für die Kompensation der Flächen in Arbedo-Castione erarbeitet. Ein Großteil der Flächen wurde bereits kompensiert, die Kompensation der letzten Fläche sollte demnächst beginnen. Die ermittelten Flächen befinden sich in den Gemeinden Camorino, Bellinzona, Preonzo, Iragna und Biasca.

Elektrische Bus-Ladeanlage Stuttgart-Möhringen in Betrieb genommen

Die ersten Linienbusse im Stuttgarter Stadtverkehr fahren jetzt rein elektrisch – ausschließlich über Batterien angetrieben. Die dazu nötige elektrische Ladeanlage im Busbetriebshof Stuttgart-Möhringen der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) wurde am 4.September 2025 in Betrieb genommen. Ebenso laufen die ersten zehn Batterie-Gelenkbusse der SSB nun im Linienverkehr. Das Land Baden-Württemberg unterstützt diese Aktivitäten mit Zuschüssen nach dem Landesgemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (LGVFG) im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Die Erstellung der Ladeanlage Möhringen wird mit einem Zuschuss von rund 13 Millionen Euro gefördert. Eine weitere Ladeanlage entsteht im Busbetriebshof Gaisburg. Für die Beschaffung von 49 Batteriebussen stellt das Land für die Jahre 2024 und 2025 einen Zuschuss von insgesamt rund 14,2 Millionen Euro bereit.

„Als Land unterstützen wir das Ziel des emissionsfreien Busverkehrs im Stuttgarter Kessel und darüber hinaus mit umfangreichen Förderungen. Die SSB erhält rund 24 Millionen für den Aufbau von Ladeinfrastruktur und über 14 Millionen für die passenden Elektrobusse. Die Fertigstellung des Betriebshofs in Möhringen ist ein Schub für den batterie-elektrischen Busverkehr in der Landeshauptstadt.“

Verkehrsminister Winfried Hermann

„Für die SSB ist die Umstellung auf lokal emissionsfreie Busse der größte Transformationsprozess in fast hundert Jahren Linienbusverkehr in Stuttgart“, unterstrich Thomas Moser, Vorstandssprecher und Technischer Vorstand der SSB, die Aufgabenstellung. Moser dankte Minister Hermann und Regierungspräsidentin Bay, dass das Land sich mit rund 85 Prozent der Kosten am Aufwand für die ortsfesten Investitionen beteiligt: „Was wir damit gemeinsam an Vorteilen und günstiger Ausstrahlung für einen zukunftsfähigen, nachhaltigen ÖPNV bezwecken können, hat Signalwirkung.“

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2027 die Buslinien in der Innenstadt im regulären Linienverkehr auf emissionsfreie Busse umgestellt werden sollen. Dazu müssen bis zu 80 Dieselbusse durch neue Busse ersetzt werden. Außerdem müssen die beiden Omnibusbetriebshöfe der SSB in Gaisburg und Möhringen mit der nötigen Ladeinfrastruktur ausgestattet werden. Die Ladeanlage in Möhringen ist nun regulär in Betrieb, nachdem der Probebetrieb Mitte Juni 2025 begann. Die Ladeanlage in Gaisburg soll im Spätherbst 2025 in der ersten Baustufe ihren Betrieb aufnehmen.

Die neue Ladeanlage in Möhringen umfasst 28 elektrische Ladepunkte. Die Aufladung erfolgt in der nächtlichen Betriebspause der Busse. Die mechanische und elektrische Verbindung zwischen Ladepunkt und Bus stellt jeweils ein Pantograf her, der sich vom Gerüst der Ladeanlage auf das Dach des Busses absenkt. Im Busbetriebshof Stuttgart-Gaisburg werden in einer ersten Ausbaustufe 37 Ladepunkte installiert. Damit kann die SSB in einer Nacht insgesamt 65 Busse aufladen.

Zusätzlich zu den bis jetzt gelieferten zehn Batterie-Gelenkbussen werden im vieten Quartal 2025 weitere zehn Batterie-Gelenkbusse für den Standort Gaisburg und bis Anfang 2026 sechs Batterie-Solobusse erwartet. Der weitere Ausbau der Flotte an Batteriebussen für Stuttgart ist geplant.

Für das Ziel einer emissionsfreien Innenstadt ist zusätzlich zur Ladeinfrastruktur in den Depots auch noch der Bau von Zwischenladeanlagen entlang einzelner Innenstadtlinien geplant, um künftig einen zuverlässigen Betrieb zu garantieren. Die Realisierung gestaltet sich sehr anspruchsvoll, da es vielseitige Anforderungen etwa an die Stromversorgung, den Platzbedarf und die Stadtplanung zu berücksichtigen gilt.

Bundeshaushalt: zusätzliche Mittel für E-Bus-Förderung

„Uns ist bewusst, dass die Mitglieder des Haushaltsausschusses eine herausfordernde Aufgabe zu bewältigen hatten. Wir können in zahlreichen Feldern, etwa bei den steigenden Mitteln für die Finanzierung kommunaler Verkehrsinfrastruktur oder der Elektrifizierung der Busflotten den starken Willen zum gestaltenden Handeln sehen und begrüßen den Mut zu diesen Entscheidungen. Gleichwohl muss dieser Pfad auch über dieses Jahr hinaus in die Zukunft tragen – und wichtige Zukunftsfelder wie Digitalisierung und Modernisierung nicht links liegen lassen.“

VDV-Präsident Ingo Wortmann

In der Bereinigungssitzung nehmen die Haushaltspolitiker die letzten Änderungen am Haushaltsplan des Bundes vor, bevor er im Plenum des Deutschen Bundestages beschlossen wird.

„Die Umsetzung der bereits 2020 beschlossenen Erhöhung der GVFG-Mittel auf zwei Milliarden Euro ab 2025 ist ein wichtiger Schritt für den Ausbau und die Modernisierung unserer Infrastruktur. Wir begrüßen diese Aufstockung ausdrücklich – gleichzeitig erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie nun zügig die im Koalitionsvertrag vereinbarte Modernisierung des GVFG anstößt und die Mittel weiter erhöht“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. Insbesondere die Fortsetzung der Förderung von Grunderneuerung der Stadtbahninfrastruktur und der Infrastruktur nicht bundeseigener Eisenbahnen sei aus Sicht des Branchenverbandes VDV eine Daueraufgabe.

Zusätzlich: Mittel für E-Fahrzeuge und -infrastruktur

Der VDV begrüßt, dass das Förderprogramm für Busse mit alternativen Antrieben, einschließlich der Ladeinfrastruktur, nach dem Förder-Stopp im vergangenen Jahr ab 2027 wieder zusätzliche Mittel in Höhe von rund 350 Millionen Euro erhält, sodass Neubewilligungen erfolgen können. Ingo Wortmann: „Dieses Programm hat wesentlich dazu beigetragen, dass in Deutschland inzwischen rund zwölf Prozent der ÖPNV-Linienbusse mit alternativen Antrieben im Einsatz sind und den Maßgaben der Clean-Vehicles-Richtlinie entsprechen. Der Mittelzuwachs ist aber viel zu gering, um die tatsächlichen Bedarfe für die Umstellung auf saubere Antriebe zu decken.“ Mit Sorge schaut der Branchenverband darum auf die Haushaltsberatungen für die nächsten Jahre – derzeit sind finanzielle Einschnitte im Förderprogramm vorgesehen. Im Zeitraum bis 2035 werden für die Umstellung auf saubere Antriebe rund 15,5 Milliarden Euro an Bundesmitteln benötigt.

Zu wenig: 50 Millionen für die Digitalisierung

Die Förderung von Maßnahmen zur Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme dient der Umsetzung von Maßnahmen zur Verminderung von Treibhausgasen und zur Unterstützung der Digitalisierung der kommunalen und urbanen Mobilität. „Für 2025 sind nur 50 Millionen Euro vorgesehen und in dem Förderprogramm werden keine neuen Projekte mehr bewilligt. In den vergangenen Jahren wurden durch die Verkehrsunternehmen und Kommunen über das Förderprogramm eine Vielzahl von Digitalisierungsvorhaben realisiert, beispielsweise intelligente Verkehrssysteme, Fahrgastinformation, Ticketplattformen. Das Förderprogramm sollte daher fortgesetzt werden und deutlich mehr Mittel erhalten“, so Wortmann abschließend.

Der Haushaltsentwurf für 2025 wird dem Plenum des Deutschen Bundestages in der zweiten Haushaltswoche vom 15. bis 19. September zum Beschluss vorgelegt.

Einsteigen in die Welt der digitalen Fahrgastinformation

Wer morgens in Eckernförde den Bus zum Bahnhof nimmt, mittags in Hamburg in den ICE steigt und abends in München die S-Bahn nach Unterpaffenhofen nutzt, braucht mehr als nur lokale Fahrplaninformationen. Delfi sorgt dafür, dass Millionen Fahrgäste täglich auf verlässliche, durchgehende Informationen zugreifen können – über Verbund- und Landesgrenzen hinweg. Delfi bietet Fahrpläne, Echtzeitinformationen und Haltestellen aus ganz Deutschland aus einer Hand und stellt damit die Datengrundlage bereit, aus der optimierte und moderne Informationsdienste entstehen können.

Für die Besucher der IAA Mobility werden aktuelle Entwicklungen der digitalen Fahrgastinformation durch konkrete Anwendungsbeispiele greifbar – vorgestellt von Mitgliedern des Delfi e.V.:

  • Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellt in München sein neues webbasiertes Anzeigeformat vor, mit dem individuell konfigurierbare Abfahrtsmonitore erstellt werden können – ideal für Wohnquartiere, Hotels, Krankenhäuser oder Arztpraxen.
  • Über den VRR kann auch das Delfi-Navi genutzt werden: Eine rundum sorglose Lösung, die eine deutschlandweite, adressscharfe und mit Echtzeitdaten angereicherte Verbindungssuche zur Einbindung in Systeme, Apps und Webseiten bietet.
  • Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) bietet einen Blick in die Zukunft und präsentiert einen neuen Lösungsansatz, mit dem komplette Reiseketten – von der Haustür bis ins Hotel auf Mallorca, inklusive Flug – digital beauskunftet werden können. So wird deutlich, wie weitreichend und nutzerorientiert Mobilitätsdaten heute schon gedacht werden.

Ein besonderes Zeichen für die Relevanz von Delfi setzt der angekündigte persönliche Austausch mit Oliver Wittke, Sprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. „Wir freuen uns auf das Gespräch mit Oliver Wittke, dessen Erfahrung und langjähriges Engagement für den ÖPNV wichtige Impulse für unsere Arbeit und die Branche setzen“, so Marco F. Gennaro, Geschäftsführer des Delfi e.V.

Die IAA Mobility und die Initiative Zukunft Nahverkehr zeigen 2025 im Open Space am Königsplatz, wie Mobilität als gemeinschaftliche Aufgabe gedacht werden kann – mit intelligent vernetzten Verkehrsträgern, digitalen Technologien und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Menschen. Die ÖPNV-Erlebniswelt der Zukunft Nahverkehr bringt dazu verschiedene Verkehrsträger zusammen. Sechs Tage lang dreht sich alles um spannende Trends für die Mobilität von morgen und internationale Perspektiven aus der Branche. Im Buchstaben N der ÖPNV-Erlebniswelt präsentieren sich Delfi und weitere Branchenpartner. N steht für Netzwerk und Nachdenken: Geboten werden detaillierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Konzepte.

Alle Informationen zur ÖPNV-Erlebniswelt

Der IAA Open Space ist das frei zugängliche Programmangebot der IAA Mobility in der Münchner Innenstadt. Vom 9. bis 14. September 2025 können Besucher dort kostenfrei innovative Mobilitätslösungen erleben – mitten im urbanen Raum, interaktiv und für alle offen.

Neue On-Demand-Plattform in Vorarlberg gestartet

Neben dem dichten Zug- und Busnetz spielen in Vorarlberg sogenannte „On-Demand-Angebote“ eine wichtige und flexible Ergänzung für ländlichere Gebiete oder Zeiten mit geringerer Nachfrage. Mit der neuen App „VMOBIL On“ werden ab 1. September 2025 die bestehenden Ruf-Angebote in den Regionen Unterland, Oberes Rheintal und Montafon nun vereint und mit der digitalen Buchungsmöglichkeit aufgewertet. Damit können Fahrgäste ihre Fahrt direkt am Smartphone mit nur wenigen Klicks einfach suchen, buchen und auch gleich bezahlen.

Alle Bedarfsverkehrsangebote in einer App 

Die Plattform VMOBIL On wurde von ioki entwickelt und integriert eine Vielzahl von bestehenden Bedarfsverkehrsangeboten in der Region Vorarlberg unter einer Dachmarke. Darunter den Anrufbus Unterland, Rufbus und das YOYO im Oberen Rheintal sowie das Anruf-Sammeltaxi „go&ko“ im Montafon. Das Angebot startet in den Servicegebieten Unterland und Oberes Rheintal. Im Oberen Rheintal wird das Rufbusangebot in der Gemeinde Zwischenwasser im Rahmen eines Pilotprojekts auf einen täglichen Betrieb von Montag bis Freitag, 5:30 bis 20:00 Uhr, ausgeweitet. Im Montafon wird das Anruf-Sammeltaxi zum Start der Wintersaison ebenfalls über die VMOBIL On-Plattform bestellbar sein. 

„Mit der neuen App werden die bestehenden Ruf-Angebote in den Regionen nun vereint und mit der digitalen Buchungsmöglichkeit aufgewertet. Damit kann der Fahrgast seine Fahrt mit nur wenigen Klicks einfach suchen, buchen und direkt bezahlen.“ 

Christoph Reumiller, Leiter Abteilung Technik beim Verkehrsverbund Vorarlberg

Technologie bereitet Weg für effizienten Nahverkehr 

Fahrgäste buchen ihre Fahrten über die App. Der Algorithmus bringt Fahrgäste, die in dieselbe Richtung reisen möchten, in einem gemeinsamen Fahrzeug zusammen. Dadurch wird die Fahrzeugnutzung effizienter und die Verbindungen im Nahverkehr schneller.

Die von ioki entwickelte On-Demand-Plattform bietet nicht nur eine intuitive Buchungsapp für Fahrgäste, sondern auch eine spezielle App für das Fahrpersonal sowie eine cloud-basierte Plattform für den Betrieb. Seit 2020 wird die Software bereits erfolgreich beim Rufbus Unterland in Vorarlberg eingesetzt.

Zukunftsprogramm Infrastruktur soll Niedersachsen stärken

Die Infrastruktur im Land soll in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, kündigte ein „Zukunftsprogramm Infrastruktur“ an, um Straßen und Brücken in Stand zu setzen, die niedersächsischen Häfen zu modernisieren, den öffentlichen Personennah- und Schienenverkehr (ÖPNV/SPNV) zu stabilisieren sowie mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Tonne erklärte am 29. August 2025:

„Wir wollen mit unseren Planungen für ein Zukunftsprogramm Infrastruktur das Leben für alle Menschen in Niedersachsen erleichtern, die Standortattraktivität erhöhen, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit fördern und Arbeitsplätzte sichern und neu schaffen. Mit guten Straßen, stabilen Brücken, modernen Häfen, einem leistungsstarken Nahverkehr und mehr bezahlbarem Wohnraum stärken wir unser Fundament für Mobilität, Wachstum und Lebensqualität in Stadt und Land. Es geht darum, dass die Menschen im Land und unsere Wirtschaft spüren, dass sich etwas bewegt. Wir möchten zeigen, dass der Staat funktioniert.“

Mit ihren Haushaltplanungen hat die Landesregierung die Grundlage für das Zukunftsprogramm Infrastruktur gelegt. Insbesondere über den Nachtragshaushalt 2025 und aus dem niedersächsischen Anteil am Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität wird Niedersachsen zusätzlich in die Infrastruktur des Landes investieren können. Rund 1,8 Milliarden Euro mehr können in die Bereiche Verkehrsinfrastruktur, ÖPNV/SPNV, Häfen und bezahlbares Wohnen fließen:

+ 500 Millionen Euro in Verkehrsinfrastruktur Straßen und Brücken

  • Sanierung der Landesstraßen und Radwege
  • Beschleunigung des Masterplans Brücke
  • Stärkung der Straßenmeistereien, Modernisierung des Fuhrparks

+ 500 Millionen Euro für ÖPNV/SPNV

  • Stabilisierung der Bestandsverkehre
  • Unterstützung von Fahrzeugbeschaffungen (Heidekreuz, Weser-Leine-Netz)

+ 400 Millionen Euro für bezahlbaren Wohnraum

  • 200 Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital für die Landeswohnungsgesellschaft „WohnRaum Niedersachsen GmbH“
  • 200 Millionen Euro für den Wohnraumförderfonds

+ 375 Millionen Euro zur Modernisierung der Häfen

  • Landesanteil für Anleger für verflüssigte Gase (AVG) in Wilhelmshaven (200 Mio. Euro) sowie weitere Investitionen z.B. in die Häfen Brake, Cuxhaven, Stade, Emden, Norden/ Norddeich und Wilhelmshaven
  • Energetische Gebäudesanierung der Betriebsgebäude und Anlagen bei NPorts

+ 96 Millionen Euro bzw. 48,2 Millionen Euro aus MW-Haushalt für Salcos / Salzgitter AG

  • Umstellung der Stahlproduktion auf grünen Wasserstoff („Grüner Stahl“)

+ 25 Millionen Euro für Wirtschaftsförderung strukturschwacher Regionen (GRW-Kofinanzierung)

  • Absicherung gezielter Investitionsanreize für Betriebe und Kommunen

Niedersachsens Wirtschaftsminister betonte, dass er eine schnelle Umsetzung der der Maßnahmen anstrebe: „Der Bund ermöglicht den Einsatz der Mittel aus dem Sondervermögen zwar über 12 Jahre. Das Geld kann aber auch schneller vom Land investiert werden – und ganz genau das ist unser Ziel: Es soll sehr schnell voran gehen, zügige Fortschritte sind notwendig. Das geht am besten, wenn Landesbehörden, Bauwirtschaft, Ingenieurkammer und Planungsbüros eng abgestimmt vorgehen. Daher wird das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen noch in diesem Jahr mit den Akteuren aus der Branche eine Charta für Infrastruktur abschließen. Darin werden wir uns sehr konkret gezielt auf Kooperationen bei konkreten Bauvorhaben verständigen“, so Grant Hendrik Tonne.